Ausgabe 
13.3.1933
 
Einzelbild herunterladen

er

K dich d°t einen V 'S« Klei» gestellte

Stimme, befehle/ e kühnen ormärts" >us kniff

>d wieder ufe, dann He Uni- nus dem ünd nun t, er ner«

die ihm berwand, Ichon die l noch in

»Oheim, ! Kämpfe te, wenn

auregarb jer, hm mden im t hat, die

ins Hirn

fehr bi« rich warf General, ähren, n blindes m Staub : Stunde,

Ansturm litz stand, lina alles

doch auch gefd)i(tt, i?"

die Ser« , fonbern Auffchrei

h langem Er fpürk gs, bevor iie etwas

ingeorbre

auf Set« . e5 ner« Arrest 3"

-eilet, bl« itaus ritt »er foeben narr, der

jen trufl ihn -ul' ml erfuhr Pren^

umm- noch

' (jtiäinlf1

iteie man t lief o«ri fie Öfl1"' /bot«, fi« gjinttauf, i'onn

@ief>c!l

Jahrgang (935

Montag, den (3. März

Nummer 21

ia, damit er deine Seele

Das alte Lied.

Von I. W. von Goethe. Behandelt die Frauen mit Nachsicht! Aus krummer Rippe ward sie erschossen, Gott konnte sie nicht ganz gerade machen. Willst Du sie biegen, sie bricht;

Läßt Du sie ruhig, sie wird noch krümmer; Du guter Adam, was ist denn schlimmer? Behandelt die Frauen mit Nachsicht: Es ist nicht gut, daß Euch eine Rippe bricht.

, , , , .... . .. viele Gebetspfeile auf

das Feld setzen, so wird unsere Ernte keinen Schaden leiden/

Cha freute sich sehr über die Wandlung im Gemüt ihres Gatten, der nun allzeit fröhlich war. Bloß daß er Heimlichkeiten hatte daß er sich morgens und abends eine Viertelstunde in den Speicher einschloß, ärgerte die junge Frau. Sie lauschte an der Tür und hörte, daß Iitso mit jemandem sprach.

Cha konnte ihre Neugier nicht bezwingen; eines Nachts stellte sie ihren Mann zur Rede. Iitso schwieg verwirrt; doch wer kann einer schönen Frau aus die Dauer widerstehen, wenn sie die Matte mit ihm teilt?

Iitso berichtete also, was er im Laden des Händlers gefunden hatte, wie er dort seinen Vater für wenige Kupfermünzen kaufen konnte, und daß er dem Ehrwürdigen nun morgens und abends seine Aufwartung mache, ihm Rechenschaft vom Wachstum der Saaten gebe und sich an seiner Freude freue. Cha jedoch glaubte der verwunderlichen Geschichte nicht. Als Iitso auf dem Reisfeld arbeitete, lief sie in den Speicher, warf die Geräte aus der Truhe, wickelte das Papier vom Spiegel und wollte sich den Vater selbst auch ansehen.

Q Jammer" rief sie aus,Iitso hat mich schmählich belogen!" Denn im Spiegel war nicht das Gesicht des Vaters, eine schöne, ganz junge Frau mit blanschwarzem Haar blickte sie an, ängstlich zuerst, dann zornig, voll Empörung.

Aber Iitso sah nicht den frommen Eifer und die Lieblichkeit im Ge­sicht feiner jungen Frau. Und als der Tag des Abschieds von den Toten gekommen mar, als der Gatte tränenüberströmt das kleine Totenschiff aufs Wasser setzte, dem winzigen Fahrzeug nachblickte, wie es laternen­erleuchtet den Fluß hinunterschwamm zum Meer und schließlich zum Totenreich, da faßte sich Cha Mut und sprach:Geliebter, du mußt deine Trauer bannen, sonst dorrt auch mir das Herz. Wallfahrte nach der großen Stadt Kioto und bete 311m wundertätigen Buddha,......

heile. Ich will inzwischen das Haus hüten und 1

Iitso gehorchte. Weil der Regen strömend vom Htinmel fiel, legte er seinen langen Strohmantel um die Schultern und wanderte mühsam und bedrückt über die große Straße. Er sah mancherlei, was ihm bis dahin unbekannt gewesen war, blühende Gebirgswiesen und bewaldete Hügel, Bäume, die mit seltsamen Formen vor dem roten Abendhimmel standen, als hätte der Tuschpinsei eines Magiers sie hingesetzt zur Freude des Menschen.

Schließlich erreichte Iitso die Stadt, tauchte ein in das Gewimmel der Menschen, betäubt von einem Leben, dessen Buntheit er sich in der Leere seines Geburtsorts nie geträumt hatte. Er seufzte auf, als fei er einer Lebensgefahr entronnen, wie er schließlich im Dämmerlicht des Tempels kauerte, und schickte mit dein Weihrauchdunst seine Gebete zu Buddha, dem Herrn.

Aber war dies schon ein Anfang der Befreiung von feiner Trauer? immer wieder lockte ihn eine bestimmte Gasse in der Stadt, die lauter blau gestrichene lichte Häuser hatte, Dächer in der Farbe jenes fröhlichen Blau, das Cha liebte, dunkelblau ausgefchlagene Verkaufsstände und leuchtend blaue Fahnen. Um die Mittagsstunde suchte er den Weg dort­hin, wollte für Cha ein seidenes Tuch kaufen, weich und himmelblau, mit aufgemalien Gräsern und fliegenden Vögeln, winzig klein, so daß sie es eben zum Schmuck um ihr zartes Handgelenk schlingen konnte.

Der Verkäufer empfing ihn sehr höflich und zeigte Iitso alle seine Schätze, weil er sofort erkannt hatte, daß dieser Fremdling vom Lande fei, unwissend und leicht zum Kauf zu überreden. So sah Iitso zum ersten­mal einen Spiegel.

Wer beschreibt fein Erstaunen, als er in die glänzende Scheibe blickte! ein Schauer rieselte über Jitsos Rücken, feine Knie zitterten und kalter Schweiß näßte ihm die Hände. Kein Zweifel das Gesicht im metallenen Rahmen kannte er; das war niemand anders, als No-Saku, der Vater! Jung, stark und gesund sah der Vater aus, so, wie ihn Iitso in Erinne- rurtg hatte aus der Zeit, da er selbst noch ein Knabe war. Iitso stammelte ein Dankgebet; im gleichen Augenblick bewegte auch der Vater im Spie­gel die Lippen, ja, die Frömmigkeit seines Sohnes schien ihn fo zu rühren, daß zwei Tränen aus seinen Augen perlten. Schnell bezahlte Iitso und eilte bann, den in buntes Papier eingewickelten Spiegel krampf­haft fest unter dem Arm, der großen Landstraße zu. Während all der Tage des Wanderns dachte Iitso nicht an Essen und Trinken; nur schnell den Vater heimbringen in die alte Bambushütte!

Mitten in der Nacht kam Iitso vor sein Haus, schlich auf Zehnspitzen nach dem Schuppen, wo die Ackergeräte stehen, und verbarg den Spiegel auf dem untersten Grund der großen Truhe.

meiner Samilienbliitter

Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger

Papier geschnitten hatte, stellte ihr eigenes Lacktischchen, uraltes Erbe der Samurai-Ahnen, vor den Altar und kredenzte der Seele des Toten Lotos­blüten und Süßigkeiten, soviel sie beschaffen konnte, Zuckermelonen, Pflaumen und Pfirsiche.

Geschichte einer jungen Liebe.

Dem Japanischen nacherzählt von Paul E i p p e r.

Iitso war der einzige Sohn des Bauern No-Saku, und beide wohnten außerhalb des Dorfes in einer Bambushütte, arm an irdischen Gütern. Doch sie liebten sich innig, so sehr, daß keiner auch nur eine Stunde ohne den andern bleiben wollte. Glücklich, singend bearbeiteten sie Sommer um Sommer ihr kleines Reisfeld, schliefen gemeinsam auf der wollenen Decke und entbehrten nicht die Gesellschaft der übrigen Menschen.

Eines Abends faßen sie auf dem mattenbedeckten Boden ihrer Hütte, hatten den mit Papier überzogenen Rahmen der vorderen Hauswand weg- geichoben und sahen zufrieden in den blauen Himmel, der bis zur Unend­lichkeit sich dehnte. No-Saku tat noch einen Zug aus der winzigen Pfeife, klopfte die Asche aus dem Kupferkopf und räusperte sich.Iitso", sagte er, ich habe lange nachgedacht und finde, daß du nun heiraten mußt. Bislang war mir der Gedanke schrecklich; denn ich fürchtete für den Frieden dieser Hütte, wenn eine Frau das Leben mit uns teilte; aber ein Traum sagte mir, es sei nun hohe Zeit."

Zum erstenmal sand Iitso keinen Schlaf; tausendfältige Gedanken kreisten hinter feiner Stirn, verlockende und angstvolle. Am Morgen aber streifte er über das weiße Lendentuch, das sonst die einzige Bekleidung seines sonnengebräunten Körpers war, die eng anliegenden Beinkleider, knüpfte mit Bambusfasern die Sandalen fest an feinen nackten Füßen, schlüpfte in die kurze, weitärmelige Seidenjacke, die sein Vater ihm lieh, und setzte den großen, weißen Basthut auf, der wie ein Pilz über seinem Schädel saß. Biorgenkühle wehte lind und erfrischend vom fernen Schnee­gipfel des Fujijama; eine bläulich silberne Durchsichtigkeit der Luft machte, daß jeder Baum und jeder Strauch schon in weiter Ferne sich scharf und deutlich abhob von seiner Umgebung.

Dies ist der rechte Tag zur Brautschau", sagte No-Saku Hnd gab seinem Sohn das Geleit.

Am zweiten Tage schon traf der junge Reisbauer die schöne, rosen- wangige Cha, und fein Herz entbrannte in Liebe zu ihr. Auch das Mädchen schaute, verschämt zwar, doch mit leuchtendem Blick auf den fremden Mann, und vor dem Laden des Erillenverkäufers kamen sie in ein scheues erstes Gespräch.

Bald heiratete Iitso bann die schöne Samuraitochter, und unter man­cherlei, wenn auch bescheidenen Feierlichkeiten zog Eha in die Bambus- Hütte, deren erhöhter Boden nun den ganzen Tag freundlich widerhallte vom Klipp-Klapp der Gctas; denn das junge Mädchen wußte recht drollig in den Holzschuhen zu Hüpfen.

No-Saku freute sich sehr über die Wahl des Sohnes; auch er liebte Cha und ihren feinen Geschmack, wie sie durch ein paar Blumen und Zweige die Eintönigkeit der Hütte beleben konnte. Und weil Blau Chas Lieblingsfarbe war, strich der alte Mann über Nacht die Pfosten und das ganze Gebälk des Hauses mit einem lieblichen Himmelblau.

Doch der kalte Wind der Nacht biß feine Brust; No-Saku kränkelte, «in böser Husten verzehrte ihn. Der ehrerbietige Sohn und die demütige Schwiegertochter wichen nicht eine Stunde vom Krankenlager; zärtlich pflegten sie den alten Marn« und verbrannten Räucheropfer, um die Gott­heit gnädig zu stimmen. Aber den Ewigen gefiel es, Schmerz auf das : junge Paar zu legen und Herzeleid. No-Saku verfiel immer mehr; noch I «he der erste Monat feit Chas Ankunft vergangen war, endete der Vater in den Armen Jitfos und der jungen Cha fein Leben.

Gebeugt von tiefer Traurigkeit verbrachte Jitfo Woche um Woche, kaum fähig, die Arbeiten auf dem Felde zu verrichten. Selbst die Liebe ä feiner schönen Gattin heiterte ihn nicht auf; Tränen benetzten die Schüs- - sein mit Reis und Gemüsen, die sie zum anmutigen Mahl ihm kredenzte. -3a, immer wieder legte Iitso die Eßstäbchen zur Seite und lief hinaus, | starrte zum Dachfirst hoch, in der Hoffnung, die Seele seines Vater zu 8 entdecken, wie sie segnend über der Hütte schwebe.

Als die Zeit des Laternensestes nahte, da man die Toten ehrt, hoffte I Eha durch ein besonders schönes Fest die Qual von Iitso zu nehmen. Sie schmückte den Hausaltar mit vielen Blumen, die sie selbst aus buntem