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Die weiße Frau.
Roman von W. Collins. >
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
An dem bestimmten Tage trafen Mrs. Clements und Anna Catherick auf der Station mit mir zusammen. Ich nahm höflichen Abschied von ihnen, wie auch von der Gräfin, die mit demselben Zuge reifte. Abends spät kehrte meine Frau nach Blackwater zurück, nachdem sie ihre Instruktionen mit der unverbrüchlichsten Genauigkeit befolgt hatte. Sie kam in der Begleitung von Madame Rubelle und brachte mir die Adresse von Mrs. Clements in London. Spätere Ereignisse zeigten uns, daß diese Vorsichtsmaßregel eine überflüssige war. Mrs. Clements unterrichtete Lady Glyde pünktlich von ihrer neuen Wohnung. Mit kluger Berücksichtigung der Zukunft behielt ich den Brief.
An demselben Tage hatte ich eine kurze Unterredung mit dem Arzte, in welcher ich im geheiligten Namen der Menschlichkeit gegen sein Verfahren mit Miß Halcombe protestierte. Er war impertinent, wie alle unwissenden Leute es sind. Ich zeigte keinen Groll, sondern verschob einen Streit mit ihm, bis ein solcher meinem Zwecke würde dienen können.
Mein Nächstes war, selbst Blackwater Park zu verlassen. Ich mußte mir in Erwartung kommender Ereignisse eine Wohnung in London mieten. Auch hatte ich eine kleine Familienangelegenheit mit Mr. Frederick Fairlie zu besorgen. Ich fand die Wohnung, deren ich bedurfte, tn St. Johns Wood und Mr. Frederick Fairlie in Linr- meridge, Cumberland.
Meine heimliche Bekanntschaft mit Mariannens Korrespondenz hatte mi.ch schon vorher davon unterrichtet, daß sie an Mr. Fairlie geschrieben. Diesen Brief hatte ich verständigerweise an seine Bestimmung abgehen lassen, indem ich fühlte, daß er kein Unheil, wohl aber Gutes stiften könne. Ich begab mich jetzt selbst zu Mr. Fairlie, um Mariannens Vorschlag zu unterstützen — mit gewissen W- Lnderungen, welche glücklicherweise für den Erfolg meiner Pläne durch ihre Krankheit unvermeidlich geworden waren. Es war notwendig, daß Lady Glyde auf eine Einladung von ihrem Onkel Blackwater allein verließe und auf ihres Onkels ausdrücklichen Wunsch eine Nacht im Hause ihrer Tante in London zubrächte (dem Hause, welches ich inzwischen gemietet hatte). Diese Erfolge zu erzielen und eine Einladung von Mr. Fairlie zu erhalten, die Lady Glyde gezeigt werden konnte, waren die Zwecke meines Besuches bei ihm. Wenn ich bemerke, daß dieser Herr in gleichem Grade geistes- und körperschwach war, und daß ich die ganze Kraft meines Charakters auf ihn ausschüttetes so habe ich genug gesagt. Ich kam, sah und besiegte diesen eigenartigen Charakter.
Bei meiner Rückkehr nach Blackwater Park mit der Einladung für Lady Glyde) fand ich, daß des Arztes blödsinnige Behandlung von Mariannens Krankheit die beunruhigendsten Folgen gehabt hatte. Das Fieber war in Typhus ausgeartet. Lady Glyde versuchte am Tage meiner Rückkehr in das Zimmer ihrer Schwester zu dringen, um dieselbe zu pflegen. Sie und ich hatten keine Art von Gefühlsverwandtschaft; sie hatte meine Gefühle auf das Unverzeihlichste dadurch verletzt, daß sie mich einen Spion genannt; sie war auf meinem und auf Percivals Wege ein Stein des Anstoßes — aber ungeachtet alles dessen verbot mir meine Großmut, sie der Gefahr der Ansteckung auszusetzen. Zu gleicher Zeit aber legte ich ihr kein Hindernis in den Weg, sich selbst in die Gefahr zu begeben. Wäre ihr dies gelungen, so wäre vielleicht der verwickelte Knot n, dem ich langsam und geduldig knüpfte, von den Umständ N zerschnitten worden. Doch der Arzt legte sich dazwischen y und sie verließ das Zimmer.
Ich selbst hatte schon vorher empfohlen, daß man eine; Arzt aus London kommen ließe, und dieses Verfahren wat jetzt eingeschlagen worden. Bei seiner Ankunft bestätigte der Arzt meine Meinung in Bezug auf die Krankheit. Die Krisis war eine ernste. Aber am fünften Tage, nachdem sich der Typhus ausgesprochen, begannen wir für unsere bezaubernde Kranke wieder zu hoffen. Ich war zu dieser Zett nur einmal von Blackwater Park abwesend — indem ich eines Morgens mit dem Frühzuge nach London fuhr, um die letzten Anordnungen in Bezug auf meine Wohnung in St. Johns Wood zu treffen; um mich durch heimliche Erkundigung davon zu überzeugen, daß Mrs. Clements noch in derselben Wohnung sei; und um ein paar kleine Vorkehrungen mit Monsieur Rubelle zu treffen. Ich kehrte an demselben Abende zurück. Fünf Tage später erklärte der Arzt, daß unsere interessante Marianne außer aller Gefahr und nun nichts weiter benötigte, als eine sorgfältige Pflege. Dies war der Zeitpunkt, auf den ich gewartet hatte. Jetzt, da ärztlicher Beistand nicht länger unentbehrlich war, tat ich den ersten Zug im Spiele, indem ich mich gegen den Doktor behauptete. Er war einer von vielen Zeugen, die mir im Wege waren und notweiünger- weise hinweggeschafft werden mußten. Ein lebhafter Wortwechsel zwischen uns brachte dies zu Wege. Ich kam mit einer furchtbaren Lawine von Entrüstung auf den elenden Menschen herab mtb fegte ihn aus dem Hause.
Die Dienstboten waren die nächsten Hindernisse, die fortgeräumt werden mußten. Ich instruierte Percival (dessen moralischer Mut fortwährender Reizmittel bedurfte) nochmals, und Mrs. Michelson war über die Maßen erstaunt, als sie eines Tages von ihrem Herrn benachrichtigt wurde, daß er die dortrge Haushaltung aufzugeben beabsichtige. Wir säuberten das Haus von der ganzen Diener- schaft, einer Magd ausgenommen, deren bäuerische Dummheit uns eine Garantie war, daß sie keine unangenehmen Entdeckungen machen werde. Als sie fort waren, blieb


