Gasmotoren - f abnk Deutz o k^oln - Deutz
3. Den Wolf sehen Berechnungen sind unrichtige Zahlen für Bedienungskosten zu gründe gelegt
An Bedienung erfordert eine Deutzer Sauggas-Anlage des Morgens */4 bis 1/2 Stunde zum Ingangsetzen, Abends r/s bis 1 Stunde zum Abschlacken, am Tage ein 2- bis 5 maliges Nachfüllen von Kohle und Abkratzen des Rostes, jede Woche ein einmaliges Reinigen der Ventile. Es stellt sich demnach selbst unter Einrechnung der in grösseren Zeiträumen nötigen Reinigung der Generator- und Maschinen-Anlage und der zeitweisen Hilfeleistung beim Ingangsetzen die Bedienung:
bei einer Anlage von.
25
40
100
PS.
auf höchstens . . .
31/2
41/2
7
Arbeitsstunden per Tag
d. i. per Jahr . . .
Mk. 420, -
540,-
840,-
wogegen Wolf rechnet
„ 1200.-
1200,-
1500,-
Unter Berücksichtigung der richtigen Sablen stellen sieb die Betriebskosten einer Deutjer Sauggas* Anlage im Gegensatz zu den Wolf’sehen Berechnungen demnach wie folgt:
Grosse der Anlage
25
40
100 PS.
Asiäagekosten einschliesslich Rohrleitungen, Abdeckplatten, Fundament, Montage
(bei 40 und 100 PS. einschliesslich Druckluft-Anlafsvorrichtung) . . .
Mk.
8900, -
13000,-
24600, -
<«rennstoffkosten einschliesslich 10 °/o für Abbrand über Nacht und Abschlacken
(300 Tage ä 10 Stunden)................
Mk.
1119,-
1480,-
3420, -
Schmierung.......................
160,-
230, -
430, -
Bedienung .......................
420,-
540/ -
840,-
Zinsen und Amortisation (111/2 °/o)........ ......
1024,-
1495,-
2829, -
Deutzer Sauggas-Anlagen
Mk.
2714,-
3745, -
7519,-
'-'«gegen Wolf für den Heifsdampf- Lokomobilbetrieb angibt.......
Mk.
3658, -
4547, -
8640, -
Aus diesem Vergleich geht hervor, dafs trotz des ganz unverhältnismässig billigen Preises von Mk. 180,-, den Wolf für Kesselkohle annimmt - Oberschlesische Steinkohle, Stück-Würfel-Nufs I, kostet laut Konvention der Berliner Kohlen - Grosshändler franko Verwendungsstelle Berlin Mk. 234, — , Nufs II Mk. 214, (vergleiche Deutsche Kohlenzeitung No. 10 und 11) - die Betriebskosten einer Deutzer Sauggas-Anlage sich ganz wesentlich billiger stellen, als die einer Wolf sehen Heifsdampf - Lokomobile.
4. Die Wolf’schen Ausführungen über die Art des Brennmaterials sind unzutreffend.
Aufser Anthrazit (aus Westfalen, Wurmrevier, Olbernhau, Belgien, England) ist bei den Deutzer Sauggas-Anlagen auch Hüttenkoks oder städtischer Gaskoks verwendbar. Zahlreiche städtische Wasserwerke und Elektrizitätswerke vergasen den im eigenen Werke gewonnenen Koks (auf einen solchen Betrieb bezieht sich beispielsweise auch das folgende Zeugnis des Wasser- und Elektrizitätswerkes Basel).
An die Motoren-Fabrik Deutz, Köln-Deutz. Auf Ihren Wunsch bestätigen wir gern, dafs wir mit der Gasmotoren - Anlage in der Kraftstation unseres Elektrizität?- *i;erks, deren 4 Motoren (Modell G 6Z) zusammen 1200 bis 1300 Pferdestärken leisten, in bezug auf Betriebsresultate, einfache Betriebsführung und schnelle Inbetriebsetzung Ir. jeder Beziehung zufrieden sind. Wir waren imstande, mit dieser Motoren - Anlage den elektrischen Strom für die Lichtversorgung unserer Stadt ausserordentlich billig lierzustellen. Ebenfalls sehr günstige Betriebsresultate haben wir mit den beiden im städtischen Pumpwerk aufgestellten Gasmotoren mit gegenüberliegenden Zylindern erziel'.. Von diesen beiden Motoren ist der erste seit Sommer 1895 und der zweite seit Anfang 1898 fortwährend in Betrieb, und es ist dort der Brenn Materialverbrauch gegenüber der vorher benutzten Dampfanlage auf ungefähr Vs gesunken. Im Pumpwerk, wo wir kontinuierlichen Betrieb haben, reinigen wir die Regulierventi.e ungefähr alle 4 Wochen, die Ein- und Auslassventile ungefähr alle 8 Wochen, die Kolben jedoch nehmen wir in der Regel nur einmal im Jahre heraus. Im Elektrizitätswerk, wo nicht alle Maschinen kontinuierlich benutzt werden und der Betrieb überdies, unserer starken Akkumulatorenbatterie wegen, täglich einige Stunden unterbrochen werden kann, spielen die Reinigungsarbeiten keine Rolle. Basel, den 9 März 1904. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk Basel.
5. Die Wolf sehe Behauptung, der Gleichförmigkeitsgrad eines Gasmotors liefse sich nur auf */70 steigern, beruht auf einem grossen Irrtum,
der vielleicht dadurch erklärlich wird, dafs man bei Dampfmaschinen zur Vermeidung von starken Geschwindigkeitsänderungen bei Belastungsschwankungen erwiesenermassen höhere Gleichförmigkeitsgrade anwenden muss, als bei Gasmaschinen, wie dieses von Ober-Ingenieur Rosenberg in der elektrotechnischen Zeitschrift, Heft 20-22 vom Jahre 1902, nachgewiesen wird.
Mit 1/70 Ungleichförmigkeitsgrad erzielt man bekanntlich bei Viertaktmotoren ein ruhiges Licht, wie dieses bei Tausenden von Anlagen für Elektrizitätswerke, Blockstationen und Hausbeleuchtungen erwiesen ist. Eür Wechsel- und Drehstromerzeugung wendet man höhere Gleichförmigkeitsgrade an, und es werden z. B. mit den von der Gasmotoren- Eabrik Deutz gelieferten 300 PS. Hochofengas-Motoren der Friedenshütte bei Morgenroth, welche Viso Ungleichförmigkeitsgrad haben, Drehstromdynamos in Parallelschaltung betrieben.


