Ausgabe 
15.1.1904
 
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längst aufgegeben hatte, nur einigermaßenzu sagen, was ich litt".

Herrn Marianos pekuniäre Verhältnisse hatten sich in­zwischen um nichts gebessert. Im Gegenteil: sie hatten sich schnell bedenklich verschlechtert. Ich hatte mein 'Darlehen nicht nur nicht wieder erhalten, sondern hatte und noch immer mit voller Bereitwilligkeit dem ersten ein zweites größeres hinzugefngt. Aber mau machte von verschiedenen Seiten den Versuch, mich ernstlich zu warnen. Es lag jedoch nun einmal nicht in meiner Natur, in dergleichen Dingen praktisch zu sein.

(Fortsetzung folgt.)

3>et elektrische Aernseger.

Mr haben schon kurz gemeldet, daß Fritz Lux die Erfindung! eines Fernsehers zum Patent angemeldet hat. Mit Konstruktionen von Fernsehern sind hervorgetreten Tussand, Jan Sezepanik, von Brvnk und auch Fr. Lux hat vor einigen Jahren schon eine solche Konstruktion aus­gearbeitet. In einer Broschüre gibt Herr Fr. Lux nun in Wort und Bild eine eingehende Darstellung seiner neuesten Erfindung, aus der wir einige Einzelheiten wiederzugeben in der Lage sind. Cs ist bekannt, daß beispielsweise eine Klaviersaite, zu tönen anfängt, wenn der gleiche Ton z. B. durch eine Stimmgabel oder bergt erzeugt wird. Wenn man nun eine Metallzunge, die auf eine bestimmte Schwing­ungszahl ab gestimmt ist, z. B. durch einen Elektromagneten erregt, der von einem Strom der gleichen Schwingungs- zahl wie der, auf den die Federzunge abgestimmt ist, durchflössen wird, so beginnt die Federzunge zu schwingen. Diese Erregung kann aus verschiedene Weise bewerkstelligt und mit einer ganzen Reihe von Federn manipuliert werden. Tie Federn werden sämtlich auf verschiedene Schwingungszahlen abgestimmt und die Clektromagnete der Federkämme hintereinander oder ne6:neinauber geschaltet. Es werden immer die Federn zu schwingen beginnen, deren Schwingungszahlen mit denen der betreffenden Wechselströme übe.einstimmen. Lackiert man die Federköpfe, die quadratisch oder schmal sein können, schwarz und den Hintergrund, an dem die Federn befestigt sind, weiß, so werden die Stellen, an denen die Federn befestigt sind, weiß aussehen, da der Hintergrund durch die schnell schwingende Feder hindurch sichtbar wirb. Wenn nun ver­schiedene Federn schwingen, so wird, wenn diese Federn in einer gewissen Reihenfolge schwingen, ein weißes Bild auf schwarzem Hintergrnnd entstehen. Damit wäre der Em­pfänger der Bilder kurz beschrieben. Ter Ausnehmer der Bilder besteht aus einer ebenso großen Anzahl Selenzellen, als Federn an dem Empfänger ungeordnet sind. Bon jeder Selenzelle geht ein Traht nach je einem Wechselstrom­erzeuger und der andere nach einer Feder am Empfangs- Apparat. Eme Rückleitung zwischen Wechselstrom Erzeuger und -Empfänger genügt hierbei. Auf die Fläche, aus der oie Selenzellen angebracht sind, wird das zu übertragende Bild mittels einer Sammellinse geworfen; der Vorgang beim Ueb ertragen eines Bildes ist dann der folgende: Tie Hellen Stellen belichten die entsprechenden Selenzellen, diese werden für den Strom, der für jede Zelle von besonderer Perivdenzahl ist, leitend, und dieser Strom bringt nun die mit der Zelle korrespondierende Feder zum Schwingen, d.h. erzeugt aus dem Empfängerfeld einen Hellen Fleck. Je nach der Anzahl belichteter Zellen entsteht eine ent­sprechende Anzahl Heller Flecke, aus denen sich dann das Bild zusammensetzt. Es sind zur Erzeugung eines Bildes verhältnismäßig wenig Punkte nötig, da das Auge das Fehlende dazu leicht ergänzt. Wenn nun auch nicht gleich an die vollendete Zweckerf'.llnng des Fernsehens zu denken ist (wie Uebertragnng von Theaterauffährungen, das Sehen der Person am Telephon, mit der man spricht), so gibt es doch eine große Zahl von Anwendungen, für die sich der Fernseher ohne weiteres benützen läßt. Ter Erfinder er­wähnt z. B. das Uebertragen von Schriftzeichen und Zahlen, die Benützung als Frequenzmesser für Wechsel­ströme usw. Um das elektrische Fernsehen ohne Drahtver­bindung zu erreichen, werden die im Gebe-Apparat erzeugten Wechles ströme mit einer Induktionsspule aus den Licht­bogen einer Bogenlampe gelagert. Ter Lichtbogen erfährt dadurch die gleichen Veränderungen wie bei der sprechenden Bogenlampe. Er spricht gewissermaßen das Bild. Tie Lampe, die im Brennpunkte eines parabolischen Spiegels sich befindet, sendet das undulierende Lichtstrahlenbündel

nach einem zweiten Spiegel. In dem Brennpunkte des Letzteren ist dann eine Selenzelle angebracht, die nebst einer Batterie mit den Erregerspulen des Empfängers in Serie geschaltet ist. Ter undulierende Lichtstrahl ver­ändert nun den Widerstand der Selenzelle und diese über­trägt die Aenderungen, die den Aenderungen der Ströme am Geber entsprechen, auf die Federn, die daun schwingend das Bild wiedergeben. Tas Aufzeichnen und Wied rgeben von Bildern ist auf drei Wegen zu erreichen. Das Prinzip des einen ist das gleiche, das Richmer anwendet, um die Sprache durch Photographie festzuhalten. Der zweite Weg ist der, daß man die von dem Gebeapparat erzeugten Wechselströme auf einem Elektromagneten wirken läßt, dessen Anker ein seines Messer trägt, das die Schwingungen wie beim Phonographen in eine Wachswalze eingräbt. Läuft später aus dieser Walze ein Stift, der an dem Anker eines Elektromagneten befestigt ist, so können die darin erzeugten Wechselströme ebenfalls wieder zur Erregung der Federn und damit zur Wiedergabe des B.ldes benützt wer­den. Ter dritte Weg basiert auf dem Telegraphon von Paulsen. Tie Erfindung des Herrn Lux ist eine außer­ordentlich wichtige, sie weiter zu vervollkommnen und aus­zubauen wird das fernere Bestreben des Erfinders sein, wozu mir ihm herzlich Glück wünschen. Aloe aber, die sich für die Erfindung näher interessieren, machen wir auf die Broschüre des Herrn Lux aufmerksam, die von ihm direkt zu beziehen ist.

cSifferahtf u d Kunst

Ein Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein hat sich soeben, wie man uns aus Düsseldorf schreibt, gegründet. Der V.rbaud will in geeigneten Fällen bildende Künstler von hervorragender Begabung in Die Lage setzen, eine zeiilang frei von Sor­gen und Rücksichten zu schassen. Tie Ausivahl solcher Künstler soll durch Kommissionen erfolgen, zu denen vor­läufig Ludwig Till, Gustav Schoen leb er, Hans Thoma, Ferdinand Brükt, Wilhelm Steinhaufen, Wilhelm Trübner, Gregor v. Bochmann, Emus Meyer und August Teußer ihre Mitwirkung znge.agt , haben. Ter Verband erwirbt entweder fertigt* B.loer, Radierungen oder Liihvgraphieen, Plastiken oder Medaillen in einem oder mehreren Abdrücken oder Abgüssen.; oder er gewährt anderweitige Zuwendungen (Jahreogehälrer und dergleichen), wofür Dem Verband von den Künstlern eigene Werke von entsprechendem Werk zur Verfügung gestellt werden. Tie so erworbenen Kunstwerke, Bilder, graphi­schen Werke, Plastiken, Medaillen und geeignete tun,.* gewerbliche Gegenstände sollen am Schluß jedes Jahres unter die Mitglieder des Verbandes verlost werden. Außer­dem soll in jedem Jahr an sämtliche Mitglieder eine künstlerische Vereinsgabe verteilt werden. Tic Mitglieder des Verbandes haben jährlich einen Beitrag zu zahlen. "Als Patrone gelten diejenigen Personen oder Vereine, welche sich zu einer jährlichen Zahlung von 100 Mark verpflichten. Als Stifter des Verbandes werden die­jenigen Personen oder Vereine angesehen, die einen ein­maligen Beitrag von 1000 Mark zur Verfügung stellen. Stifter, Patrone und Mitglieder nehmen ohne weiteren Entgelt 1. Teil an der Verlosung der zur Verfügung stehenden Kunstwerke; 2. sie erhalten jährlich und un­entgeltlich eine Künstzeilscyrifi. Anmeldungen sind vor- läusig au Tr. Fritz Koegel, Düsseldorf, zu richten.

T i e k u n st g e m ä ß e G a r it i c r u n g von Schüsseln" von I o h a u n a M a keldey dürste auch auf manchem Weihnachtstisch willkommen sein. (M. Znelsch, Berlin, Verlag der Allgemeinen Fleischerzeitung.) Die Aus­stattung des Buches macht schon so einen einladenden Ein­druck, wie ihn die fertigen Schüsseln machen sollen, die nach feiner Anweisung angerichtet sind. Ursprünglich ist das Buch, wohl hauptsächlich für Delikatessen- und Aufschnitt­geschäfte geschrieben, doch sind die vielen Abbildungen, die ihm beigegeben sind, so ausführlich gehalten, daß kaum die unerfahrenste Anfängerin nach diesen Anweisungen etwas Verkehrtes fertig bringen könnte. Ter den Bildern an gefügte Text beginnt mit den Grundbedingungen für das hübsche Aussehen der einfachsten kalten Platte und schließt mit den Regeln für !d as Anrichten der feinsten kalten Schüsseln. Tie angegebenen Hilfsmittel znm Garnieren sind lveder besonders kostspielig noch schiver erreichbar, auch