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tot einen einfachen Haushalt. So wird tn dem Buche manche hinge Hausfrau eine willkommene Anregung fmden, die Gerichte für den täglichen einfachen tote den gastlich gedeckten Tisch in zierlicher Form anzurichten.
— Tas Weihnachtsheft von Ve lh ag en & Klas in gs Monatsheften ist diesmal das Januarheft. Es tragt der Festzeit entsprechend vielfach einen heiteren Ehararter. IN ben kürzeren Erzählungen: „Tas ungemnnzte Gold von Ilse Frapan-Akunicm, „Tas Erbschweinchen" von Hermine Villinger und „Ter Bambino von Ara Coeki" von Marianne Mewis herrscht, bei mehr oder weniger ernstem Untergründe, der Humor vor. Unter den illustrierten Artikeln ist der Aufsatz: „Im Pnppenlande" (SonneberO von Hauns von Zabeltitz ganz weihnachtlich. Vergnüglich zu lesen ist auch, ivas Bernhard von Lingg über der: „Kaviar" mitteilt. Wenigstens für den, dessen Mittel ihm erlauben, ans der Sachkenntnis des Verfassers Nutzen zu ziehen. Professor Bie erzählt ferner aus der Zeit, da die „Sch-litten" noch Kunstwerke waren. Sehr interessant ist der Aussatz von Tr. Schubring: „Tie farbigen Tonrellefs der Robbia", zumal die hervorragendsten dieser Ton- reliefs hier farbig reproduziert sind, wir mithin ein deutliches Bild von diesen eigenartigen Kunstwerken gewinnen könne-,-. Ein in vorzüglichem Faksimiledruck wiedergegebenes Madonnenbild von Filippo Lippi und ein stimmungsvolles Weihnachtsgedicht von Wilhelm Langetmesche: „Hirtenweihnacht" leiten das schone Heft ein.
Vsemißchres«
* Mantega zza über die moderne Frau. Der Florentiner Physiologe arbeitet an einem Werke über die Frau im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. „Man hat sich" — äußerte Mantegazza jüngst — „zu sehr daran gewöhnt, das Weib immer nur unter einem einzigen Gesichtspunkte zu betrachten, sie als Ehebrecherin und dergleichen zu schildern; was sie aber im heutigen Leben leistet, welche Gefühle und Beweggründe sie bestimmen, welche Leidenschaften sie zum Heroismus oder zum Verbrechen treiben, läßt man meist unbeachtet." Mantegazza will diese Lücke nun ausfüllen, indem er auf Grund eines , genauen Charakterstudiums den „Typus" Weib zu ermitteln sucht. Tas erste Kapitel des Werkes beginnt, allerdings wenig erbaulich mit einer Szene im Freudenhause, wo das Weib sich aus Instinkt oder in Not in seiner tiefsten Erniedrigung zeigt. Es folgt ein Kapitel, das einer Fischersi- frau im Kreise ihrer Kinder gewidmet ist; dann wird der Leser nacheinander in alle Milieus des kleinen und mittlere'.: Bürgertums, der reicheren Klassen und schließlich bis an der: Königshof geführt. Das Buch soll ein Kaleidoskop sein, in dem man die Frau mit all ihren Gefühlen, Freuden, Leiden, Tugenden und Schwächen erblickt.
* Ein Trost für die, die „aus dem Schneider" sind. In welchem Alter ist die Fran am schönsten? Es lir-uur reine Gründe vor (sagt ein englisches Matt), warum' die Frau nach dem allgemeinen Naturgesetz mit den Jahren nicht auch an Schönheit des Antlitzes und der Formen zunehme. Der Wunsch mancher Franen, sich wieder in die Backfischzeit zurückversetzt zu sehen, wäre töricht; jede Frau müsse bei einer natürlichen und regelmäßigen Lebensweise mit 40 Jahren weit schöner und anziehender sein als ein Mädchen von 16 Jahren. Körperliche und geistige Vollkommenheit wären bei einem „Mvdellipeibe" unzertrennlich^ und darum seien die Jahre zwischen 35 und 40 Lenzen die besten und verheißungsvollsten. Die Geschichte lehre, daß die schönsten Frauen den Gipfel ihrer Berühmtheit in diesem Alter erreichten. Kleopatra hatte das 30. Lebensjahr überschritten, als sie Antonius an sich zu fesseln wußte. Aspasia war 36 Jahre alt, als sie Perikles heiratete, und 30 Jahre später soll sie noch immer sehr begehrenswert gewesen sein. Anna von Oesterreich war 38 Jahre alt, als sie für eine der schönsten Frauen Europas erklärt wurde. Fräulein Mars, die berühmte französische Schauspielerin, war schön mit 45. Frau Rscamier, die Königin weiblicher Schönheit, mit 40 Jahren. Na ja, aber —
* Widerlegt. „Tie deutsche Sprache ist eigentlich doch recht arm!" — „Na, da sollten Sie 'mal meine Fran hören!"
"Pech. Hinterhuber: . Js dös «Pech! All'
meine Küh', bis auf eine, hab' t müfs'n verkauf'», damit meV Bua auf'n Viehdoktor hat studier'n könnal Jetz' is er fertig, und wie er nach Haus kimmt, gibt er ihr a Trankl, wo s' glei d'ran hin roor’n is I"
Gesundheitspflege.
hr. Lindenbastabkochung gegen' Brandt wunden. Von der Liirde wurden bis jetzt nur die Bluten als Heilmittel benutzt. Sie werden in Form eines Tees bei Erkältungskrankheiten als schweißtreibendes Mittel tuet gebraucht. Der Bast dagegen findet industrielle Verwendung und in Rußland, welches den meisten Bast liefert, fertigt man daraus Körbe, Decken, besonders aber die zum Verpacken dienenden Bastmatten. Neuerdings hat nun ein Schweizer Arzt den Lindenbast mit vorzüglichem Erfolge bei schweren Brandwunden verwendet. Aus 100 Gramm frischem Baste wird mit 2 Litern Wasser eine Abkochung hergestellt, dann Kompressen mit dieser Abkochung getränkt, diese bis zur Siedehitze erwärmt und dann wweit abgekuhlch als sie der Patient eben noch vertragen kann. Die Kompressen müssen dann sehr häufg, auch des nachts, gewechselt werden. Bei schweren Verbrennungen und Verbrühungen wllen die Heilresultate ganz außerordentlich! gute sein. Tie Schmerzhaftigkeit läßt nach, es bildet sich rasch eine neue Haut, selbst bei Bildung großer Blasen und schon nach drei Tagen tritt nach! den Berichten unseres Gewährsmannes Heilung und Arbeitsfähigkeit wieder ein.
Winterlieb.
Wenn der Winter auf die Berge steigt, Und von rauhem Frost das Land erstarrt. Wenn der erste Reis am Baum sich zeigt Und alles froh des schönen Christsests harrt;
Wenn vorbei im Tai Nun mit einem Mal Alte Schnakenpein und Hitzeqmn, Stürmt es von den Höh'n Bis zum Tale weit: O wie wunderschön Ist die Winterszeit.
Wenn am Eis umsonst die Sonne leckt. Wenn die Quelle auf den Bergen ruht. Alles rings mit weißem Kleid sich deckt Und behaglich wärnü des Ofens Glut, Frosthaüch kalt und raub Liegt aus stiller Au' Und der Himmel blickt gemütlich grau, ©türmt es von den Höh'n Bis zum Tale weil: O wie wunderschön Ist die Winterszeit.
Wars nicht auch zur kalten Winterszeit, Als Tein Herz sich meinem Herz erschloß Als von Dir, Du wundersüße Maid, Ich den ersten langen Kuß genoß?
In dem Saale schwang Bei der Saiten Klang Paar an Paar sich stundenlang — Und von allen Hö'hn Stürmts zum Tale weit: O rote wunderschön Ist die Winterszeit.
Wiesbaden. Aug. Ammann.
Gleichung.
^Nachdruck verboten.)
(a—b) + V» c + (d.—e) + h,k — x.
a. Wilde Banden.
b. Natürliche Waffe.
c. Leichte Wohnung.
d. Gesäß.
e. Nahrungsmittel.
f. Volk in Afrika.
x. Teil des Jahres.
^Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Geheimschrift in vor. Nr.t In der Jugend ist jung sein leicht, Schwerer und schöner wenn's Haar sich bleicht.
G. Horn.
Haktton: August Götz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stemdruüerei. R. Lange, Gießen.


