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stellen. Dagegen kann Wohl jeder mit Leichtigkeit längere Zeit hindurch täglich größere Mengen Baumobst, namentlich, in gekochtem Zustande, verzehren. Die Baumobstkur empfiehlt sich daher besonders für solche Kranke genannter Art, deren Leiden zu eingewurzelt ist, als daß es durch die kurz bemessene Traubenkur behoben werden könnte. Die Baumobstkur kann mit rohem oder mit gekochtem Obst vorgenommen werden. Ersteres empfiehlt sich bei Personen mit gutem, letzteres bei solchen mit schwachem Magen. Die Kur selbst besteht darin, daß man j e d e M a h l- zeit init einer bestimmten Menge Obst beschließt. Man beginnt mit einer Birne oder einem Apfel (von Mittelgröße) oder vier Pflaumen, roh, bezw. gekocht (für einen ganz schwachen Magen in Breiform) und steigt allmählich bis auf drei bis vier Birnen oder Aepfel, bezw. zwölf Pflaumen, zu jeder Mahlzeit. Es empfiehlt sich dabei, möglichst wenig Fleischspeisen und zur Mahlzeit selber weder Wasser noch Bier oder Wein zu genießen. Diese Lebensweise kann und inuß von jetzt ab bis tief in das Frühjahr hinein fortgesetzt werden.
Was bringt der September der Hausfrau?
Gemüse: Artischoken, Basilikum, Blumenkohl, Bohnen (grüne), Chalotten, Champignons, Endiviensalat, Esdragon, Kartoffeln, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhren, (Karotten), Petersilie, Pilze (aller Art), Porree, Rettich, Rotkohl, rote Rüben, Teltower Rüben, weiße Rüben, Sellerie, Weißkohl, Wirsing (Savoherkohl), Zwiebeln.
Früchte: Aepfel, Aprikosen, Berberitzen, Birnen, Feigen, Kirschen, Kürbis, Melonen, Nüsse, Orangen, Pfirsiche, Pflaumen, Preißelbeeren, Quitten, Reineclauden, Tomaten, Weintrauben, Zwetschen.
Fleisch: Ochsen-, Kalb-, Hammel-, Schweinefleisch, Spanferkel, Kaninchen.
Geflügel: Ente, Gans (junge), Hähnchen, Kapaun, Poularde, Truthahn (junger), Tauben.
Wild: Damhirsch (Spießer), Frischling, Gemse, Hase, Rehbock, Rothirsch (Spießer), Wildschwein.
Wildgeslügel: Auerhahn und Henne, Bekassine, Birkhahn und Henne, Drosseln, Fasan, Feldhuhn, Haselhuhn, Krammetsvögel, Lerchen, Schnepfe, Wildenten, Wildtauben, Wachteln.
Fische und Schaltiere: Aal, Austern, Barsch, Forelle, Grundeln, Heringe, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Lachsforelle, Makrele, Quappe, Schellfisch, Schleie, Seezunge, Steinbutt, Stör, Thunfisch, Zander.
Gemeinnütziges.
Der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau fährt fort, Ansichten und Grundrisse kleiner Villen zu veröffentlichen, die er seinem Preisausschreiben (Landhaus für 15 000 Mark!) verdankt. Ganz besonders reizvoll ist das in der soeben ausgegebenen Nummer veröffentlichte — der Baumeister Georg Groh in Magdeburg istj der Einsender. Das Aeußere gleicht einer kleinen germanischen Zwingburg; das.Innere ist außerordentlich malerisch, behaglich und praktisch gedacht. Der Entwurf konnte nicht preisgekrönt werden, weil der Verfasser sich zu wenig an die Bausumme gehalten hat. Wer aber Sinn sür malerische Schönheit und einige tausend Mark mehr zum Verbauen im Portemonnaie hat, dem raten wir dringend, sich einmal den Groh'schen genialen Entwurf anzusehen: es muß sich urbehaglich in dem Schlößchen wohnen! Die betreffende Nummer des praktischen Ratgebers wird von dem Geschäftsamt dieser Wochenschrift in Frankfurt a. O. auf Wunsch gern jedermann umsonst zugeschickt.
Kranke Pflanzen. Der Blumenfreund hat in diesem Sommer arge Enttäuschungen erlebt. Es sind ihm viele Pflanzen krank und schlecht geworden, weil er nicht wußte, ob sie viel oder wenig oder gar keine Sonne liebten. Um ihm in Zukunft helfend zur Hand zu gehen, hat der „Erfurter Führer im Gartenbau" in Nr. 23 die Pflanzen nach! ihrem Lichtbedürfuis zusammengestellt, — und auch die nötigen Winke gegeben, wie man das Krankwerden der Pflanzen durch Sonnenglut verhüten kann. — Unseren Abonnenten steht diese Nummer postfrei zur Verfügung, wenn sie sich mittelst Postkarte nach Erfurt wenden.
LitterarNches.
Die Bibel in Bildern.
240 Darstellungen erfunden und auf Holz gezeichnet von Julius Schnorr von Carolsfeld. Mit kurzen Bibeltexten nach der revidierten luth. Bibel. Preis gebunden 16 Mk., in Goldschnitt und Prachtband 20 Mk. Leipzig. Georg Wigand.
Es ist ein dankenswertes Unternehmen der obigen Verlagsbuchhandlung, die bekannte und beliebte Bilderbibel von Schnorr in neuer Ausgabe — gegen früher fast zur Hälfte des Preises — und zwar in der alten guten Ausführung dargeboten zu haben. Das Werk bedarf keiner besonderen Empfehlung mehr; es ist in vielen Häusern seit Jahren Familienbuch geworden. Namentlich, wo Heranwachsende Jugend sich befindet, sollte es nicht fehlen, da die anschaulichen, aus edlem religiösem Empfinden heraus geborenen Bilder wesentlich zur Vertiefung des Verständnisses der biblischen Geschichten beitragen. Gegenüber dem mancherlei Minderwertigen, das auf dem Gebiete der religiösen Darstellung vertrieben wird, bietet sich hier zu nicht teurem Preis ein wirklich wertvolles, gehaltreiches Buchs
Moderne Reklamekunst. Von Mil. Richter. Mit dreizehn
Illustrationen und Texterklärungen. 5 Bogen. Oktav. Geh. 1 M. 50 Pf. A. Hartleben's Verlag, Wien, Pest und Leipzig.
Betrachtungen über die moderne Reklamekunst führen gewöhnlich zu einem interessanten Ergebnis. Einmal zeigen sie das mächtige Durchdringen neuer, revolutionärer Ideen und die frische, phantasiereiche Gestaltungskraft künstlerischen Schaffens. Dann aber lassen sie auch erkennen, wie der Begriff der Modernen gleich einer unechten Scheidemünze kursiert. Denn die Reklamekunst ist ja nichts weiter als ein Pendant zur modernen Jndustriekunst, als ein wohlfeiler Ersatz zu dem lästigen Geschrei jener patriarchalischen Zeiten, wo man auf Messen und Märkten alles durch die laute, ohrenzerreißende und nerventötende Sprache anpries. Heute hat man dafür durch Schrift und Bild einen vortrefflichen Ersatz gefunden. Angesichts dessen schien es dem Verfasser dieses interessanten Buches eine hohe und wichtige Aufgabe zu sein, gelegentlich litterarischer Besprechungen einzelner Reklamezweige die künstlerischen Gesichtspunkte zu betonen. Es liegt daher in der Natur der Sache, daß die kritisch-ästhetische Betrachtungsweise seine Ausführungen gleich einem roten Faden durchzieht. Doch überall wird man in der Begeisterung sür das Schöne und Praktische eine stark ausgeprägte Neigung für die Bedürfnisse und den Geschmack der heutigen Zeit finden. So will die Arbeit ausgefaßt sein: kritisch und künstlerisch anregend, geschäftlich belehrend.
Wiederkehr. In wenigen Tagen hält die Herbstsaison ihren Einzug und mit ihr die Sorge um der Jahreszeit entsprechende Kleidung. In ungemein praktischer Weise erleichtert die bewährte Modezcit- s chrift „Wiener Mode" ihren Leserinnen diese schwere Ausgabe in ihrem soeben erschienenen Heft 24 XIII. Jahrgangs, indem sie Toiletten jeden Genres, aller Arten Konfektion und Hüte, sowie eine Unzahl jener Details bringt, die für die herrschende Mode so charakteristisch sind. — Preis vierteljährlich 2 Mk. 50 Pfg., einzelne Hefte 45 Pfg. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten oder direkt vom Verlag der „Wiener Mode", Wien, IV., Wienstraße 19.
Skataufgabe.
Nachdruck verboten.
(S3ei französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.)
Mittelhand tourniert im Besitz folgender Karte:
Sie wendet Grün(Pique)-Aß, und, obwohl sie noch SchellenlCarrcau)- Aß findet, verliert sie das Spiel. Vorhand hat 22, Hinterhand 25 Augen in ihren Karten. — Wie war der Spielgang und welche Karten standen bei den Gegnern?
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Arithmogriph in voriger Nummer:
Milch — Erle — Helm — Reh — Liter — Iller — Celle — Herr — Teller;
„Mehr Licht!"
WMkien: «. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Uniuerfitiitr-Buch. und Tteindruckerei (Pietsch Erben) in «ießen.


