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Mein Bett ließ viel zu wünschen übrig. Ich, mochte schließlich wohl einige Stunden geschlafen haben, als ich davon erwachte, daß sich etwas neben mir im Bette regte. Ich hatte doch die Thür fest verschlossen und verriegelt und nun sollte — — da bewegte sich's wieder. Rasch fuhr ich empor und tap! — tap! platschte etwas von meinem Lager aus den Boden. Es waren Ratten.
Kleiderbürsten zu reinigen. Es giebt gewiß noch manche junge Hausfrau, die garnicht daran oenkt, daß Kleiderbürsten auch einmal der Reinigung bedürfen, und doch ist dies ebenso nötig, wie das Kleiderreinigem Man sollte sich daher angewöhnen, wöchentliche einmal die Bürste so lange an -einer Tischkante, über welche man reines weißes Papier gelegt hat, zu streichen, bis das Papier rein bleibt. Ist die Bürste sehr schmutzig, so kann man sie auch in lauwarmem Seifenwasser reinigen und an der Luft trocknen lassen.
Durch Reibung veranlaßte Flecken aus Sa mm t oder Plüsch w e g z u w a s che n. Wenn durch Druck oder Reibung die ausstehenden Fäden schief zu liegen kommen und dadurch Flecken entstehen, so befeuchtet man die Rückseite dieser "Stellen mit einem in reines Wasser getauchten Schwamm und zieht sie dann sogleich auf der Rückseite langsam über ein heißes Bügeleisech während man auf der rechten Seite mit dem Schwamm in entgegengesetzter Richtung der Fäden fährt.
Kesundheitspflege.
Essig gegen Ohnmächten. Eine Hand voll Lavendelblüten- 3Q Gewürznelken, 50 Wachholderbeeren.und ein Stück Zimmet werden in eine Weinflasche gethan und mit einem halben Liter Weinessig übergossen, fest gepfropft und an der Sonne oder am warmen Ofen destilliert; damit werden Ohnmächtigen die Schläfen und Pulsadern eingerieben, oder es wird ihnen unter die Nase gehalten: — es fyat eine sehr kräftige Wirkung.
H u st e n r e i z b e i K i n d e r n. Ein einfaches probates Mittel bei diesem oft auftretenden Uebel ist folgendes: Man koche für 10 Pfg. Huflattichblüte in einem halben Liter Wasser, gieße diese Flüssigkeit über 125 Gramm klein gestoßenen weißen Kandiszucker und lasse dies zu Syrup verkochen. Von demselben gebe man dem Kinde stündlich einen Theelöffel voll.
Bereitung der Ro m er sh a us e n er Augen- essenz. Diese bei Erkrankung und Schwäche der Augen vielfach begehrte und sehr heilsam wirkende Flüssigkeit stellt man wie folgt her: Man zerstößt 50 Gramm Fenchel, übergießt denselben mit zirka 1,5 Kilogramm Weingeist, läßt in gelinder Wärme einige Tage hindurch ziehen, gießt die Mischung durch ein Tuch, preßt sie aus, löst 2 Gramm Fenchelöl darin auf und filtriert das Ganze nochmals.
Kolik schnell zu heilen. Ein Handtuchs oder eine Serviette wird in Heißes Wasser getaucht, rasch, ausgewunden und auf den Magen gelegt.
Eine zweckmäßige Behandlung der Kopfschupp-en besteht in der Einreibung des ganzen Haarwuchses mit Schmierseife, dann nach einer Viertelstunde Losweichen und Auswaschen mit lauem Wasser, hiernach Einölen mit einem Haaröl, bestehend aus 10 Tropfen Zimmtöl, 100 Gramm Provenzeröl. Die Behandlung muß mehrere Tage länger fortgesetzt werden, als noch irgend etwas Reizung oder gar Krustenbildung wahrzunehmen ist.
Jür die Küche.
Gute, kalte Küche. In der heißen Jahreszeit ißt man mit Vorliebe -etwas kaltes. Gesülzte Schweinsknöchelchen, Zunge, Kotelette, Huhn u. dergl. schmecken in der That vorzüglich, besonders zur Abendmahlzeit. Die Bereitung von Sülzen unter Verwendung von Kalbsfüßen ist immerhin umständlich; wer -ein rasches Verfahren liebt, versuche es auf folgende einfache Art: Man löst 30 Gramm seine Gelatine in einer Obertasse Weißwein auf, kocht in einem Liter Wasser eine in Scheiben geschnittene -Zwiebel,.
etwas Zitronenschale, ein halbes Lorbeerblatt und einige gequetschte Pfefferkörner eine Viertelstunde, fügt das nötige Salz und nach Geschmack Estragon- -oder Weinessig bei und giebt unter beständigem Rühren die geweichte Gelatine ein Blatt nach dem anderen nebst dem Wein dazu. Dann zieht man die kochende Brühe vom Feuer, macht sie mit einem Eßlöffel Maggi zum Würzen lästig im Geschmack, fügt allenfalls noch etwas Weißwein und Zitronensaft hinzu und gießt sie durch eine feuchtgemachte Serviette in einen Napf. Wenn die Sülze sich klar gesetzt hat, übergießt man damit das zu sülzende Fleisch, wie kalten Braten, Wildpret, Zungeschnitten, gedünstete Kalbs- und Schweinskoteletten, aus der Terrine gestochene Gänseleber-Pastete, halbierte harte Eier, ausgebrochene Krebsschweifchstn, Hummer, blau abgekochte Fische rc. Soll die Sülze gestürzt werden, so streiche man die Form erst mit gutem Salatöl aus, gieße den Boden mit Sülze aus, lasse diese erstarren, und lege dann das zu sülzende Material abwechselnd mit Sülze so ein, daß es beim Stürzen schön zur Geltung kommt. Platten oder Form stelle man ganz eben auf Eis oder in den Keller und bewege sie nicht, bis die Sülze fest geworden ist. Die Form gieße man bis 1 Zentimeter vom Rande voll, Th. H.
Literarisches.
„Der Stein der Weisen" eröffnet seinen neuen (13.) Jahrgang mit einem sehr gehaltvollen, glänzend illustrierten ersten Hefte, welches allen Freunden dieser verdienstvollen Revue die Gewähr bietet, daß sie, von der Gunst eines großen und intelligenten Leserkreises getragen, unentwegt ihr Ziel verfolgt. Haben schon die vorausgegangenen Jahrgänge immer einen beachtenswerten Fortschritt gezeigt, so gilt dies ganz besonders von dem jetzigen. Der gediegene Text umfaßt die Abhandlungen „Klassizität und Germanismus", „Das naturhistorische Museum in Paris" (mit prächtigen Abbildungen), „Langens Schwebebahn" (gleichfalls reich und interessant illustriert), „Tabellen für die Kalenderberechnung", „Photographien elektrischer Funken" (mit hervorragend instruktiven Photogrammen), „Der Pflug", „Die totale Sonnenfinsternis am 28. Mai 1900" usw. Das Heft zeigt einige Veränderungen gegenüber denen der vorangegangenen Jahrgänge, welche die Freunde der beliebten Halbmonatschrift gewiß befriedigen werden; der Haupttext ist nämlich beträchtlich! erweitert, während die Notizen übersichtlich (nach Wissensfächern) angeordnet sind. Alles in allem: Der neue Jahrgang des „Stein der Weisen" dürfte seine Vorgänger um ein bedeutendes Maß überragen und seine Popularität bewahren. Man verlange das 1. Heft als Probeheft in der nächstgelegenen Buchhandlung oder direkt von der Verlagshandlung (A. Hartleben's Verlag, Wien).
Rösselsprung.
Nachdruck verboten.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Anagramms in voriger Nummer: E s e l — E l s e.
Redaktion: ®. Burkhardt. — Send und »erlog der Brühl'schen UntdersttSts-Buch. und Steindruckerei (Pietsch tt6en) in PieHeu.


