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Ein merkwürdiger Mordlauf in Spanien
gebracht In verschiedenen Abständen vom Bahn- uyd Dellern, sowie Luzen gckis sinh, zu beiden Seiten der Strecke Warnungs- die Besichtigung der Felder tafeln angebracht, welche mit Reflexwirkungen ver-l hof.
Schöner alter Fachwerkbau in Mschenheim
Neues für den Büchertisch
Die Industrie- und Handelskammer Gießen
Wir konnten gestern über die Erneuerung eines schönen Fachwerkhauses in Muschenheim berichten. Unsere Bilder zeigen das neu hergerichtete Haus, und außerdem dessen besonderen Schmuck, die beiden Füllbretter, durch die zwei quadratische Mauerflächen belebt werden. — (Aufnahmen [2]: Neuner.)
Menschen verwandelt, höhen und Tiefen des Lebens umspannt die Novelle, in deren Ernst doch auch jener köstliche rheinische Humor hineinklingt, der allen Schäferschen Werken eigentümlich ist.
stellt, daß die Maximen und Weisheiten, die er anderen zudachte, von ihm stets zu spät erkannt wurden, lenkt die Aufmerksamkeit auf diese merkwürdige Figur. Die Aufklärung, die die Vernunft zum einzigen Maßstab des menschlichen Daseins erhob, besitzt in Knigge ihre tragikomische Verkörperung. Alle Irrtümer, Halbheiten und Widersprüche der Epoche haben sich in ihm ein Stelldichein gegeben. Der große Atem eines Jahrhunderts wird in Knigge in amüsanter Weise asthmatisch. Er vereinigt und karikiert unfreiwillig in seiner Person den souveränen Lebensanspruch absoluter Fürsten und ihrer prunkhaften Höfe wie das Pathos des erwachenden Bürgertums. Ein heimatloser, der in allen Schichten des damaligen Deutschland zu Hause ist, der Friedrich den Großen, Kant, Goethe, Schiller, Lessing und die Französische Revolution erlebt hat und sich nur bei denen einer größeren Beliebtheit erfreute, die ihn zur falschen Zeit oder gar nicht kennenlernten. Darum vermag gerade Knigge die unbekannte, anonyme Seite des achtzehnten Jahrhunderts in Deutschland schlagender und witziger als irgendein anderer zu illustrieren. Ein Vielschreiber, der sein Leben in kleinen Städten verbrachte und mit den weltbewegenden Ereignissen nur eine tragikomische Verbindung einzugehen vermag. Ein Biedermann, der sich vom Scharlatan nur wenig unterscheidet, der eitle „Praeceptor germaniae", den die ernsten Pädagogen verlachten, der Till Eulenspiegel des „tintenklexenden" Jahrhunderts.
Staatlichkeit mit dem Reichsgedanken in Widerstreit geraten ist, wie die Tendenzen der Einigung und der Lockerung in den Jahrhunderten gewechselt haben und einmal der Hausstaatsgedanke die Reichsidee, einmal diese jenen überschattet haben, wie aber niemals in der ganzen Geschichte Oesterreichs die Anerkennung des Reichsgedankens geschwunden sei. So wird der Ablauf der österreichischen Geschichte in der spannenden Dramatik der Harmonien und Disharmonien, im Dualismus zwischen Reichsgedanken und Sonderbestrebung, in der der deutsche Gedanke jedoch immer das dominierende Element blieb, aufgezeigt. Das Buch ist eine meisterhafte Begründung und Vertiefung des gesamtdeutschen Denkens und der gesamtdeutschen Idee, eines Problems also, das das deutsche Volk heute innerlich bewegt wie kaum ein zweites.
— PaulSethe:JmBannedergrauen Eminenz. Mit 21 Bildern. Preis kart. 3,20 Mk. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. — (199) — Der Inhalt des Büchleins ist zum weitaus größten Teil bereits unter der sensationellen Ueberschrift: „Wie in der wilhelminischen Aera Politik gemacht wurde" als Serie in Tageszeitungen erschienen. Und Inhalt und Stil eignen sich auch durchaus zu diesem sensationellen Zweck. Irgend etwas Neues über die Ergebnisse der ernsten Geschichtsforschung hinaus bietet das Buch, so weit wir sehen konnten, an keiner Stelle. Aus der riesigen Anzahl der vorliegenden Memoiren und Dokumentensammlungen hat Seth ein Mosaikbild zusammengestellt, das in seiner allgemeinen Schattierung ungefähr den Charakter der wilhelminischen Aera treffen mag, aber doch durch das allzu starke Beleuchten besonders pikanter Momente einen peinlichen Beigeschmack erhält. Von Interesse sind die dem Buch beigegebenen zahlreichen Bilder, von denen viele auch aus den zeitgeschichtlichen Quellenwerken noch nicht bekannt
6ine Verhaftung im Vogler-Prozeß.
LPD. Mainz, 13. Juli. Auf Antrag des Ober- staatsanwalts ist die im Vogler-Prozeß wiederholt genannte Kartenschlägerin Therese Rocker aus Wiesbaden auf Grund der durch die Beweisaufnahme zutage geförderten Ergebnisse verhaftet worden.
Autoberaubungen am laufenden Vand.
Eine organisierte Bande im Frankfurter Stadlwald. Festnahme der Täter.
Der Spanier Jose Palma machte sich mit einem merkwürdigen Gerät auf einen Rekordlauf für die 600 km lange Strecke von Sevilla nach Madrid. Sehr bequem scheint dieses „Fahrzeug" nicht zu sein, doch soll Palma nach den Angaben der spanischen Bildberichterstatter mit seinem Reifen eine Stundengeschwindigkeit von 40 km erreichen können. — (Presse-Bild-Zentrale-M.)
sehen sind. Die Tafeln sind in drei Abschnitten aufgestellt, die schräg querlieaenden Leuchtriegel beginnen auf der entferntesten Tafel in dreifacher Anordnung, dann kommen deren zwei, um schließlich in Bahnnähe mit einem Querriegel zu enden.
H-Ober-Ohmen, 13. Juli. Zu der bisher hier weidenden einen Gastherde ist nunmehr noch eine zweite Schafherde gekommen, um die Weidemöglichkeiten restlos auszuschöpfen. Erstmalig wurden in diesem Jahr hier an der „Eidache" die Kirschen von der vor einigen Jahren angelegten Edelkirschenanlage versteigert. Seit einiger Zeit ist hier die Dreschmaschine in Tätigkeit um den Winterraps auszudreschen. Während früher diese Arbeit binnen kurzer Zeit erledigt war, dauert es diesmal bedeutend länger, da der Rapsanbau eine beachtliche Steigerung hier erfahren hat.
Kreis Schotten.
find. e-
— Alfred von Wegerer. Im Kampf gegen die Kriegsschuldlüge. Ausgewählte Aufsätze. Quader-Verlag G. m. b. 5)., Berlin. — (211) — Der Kampf gegen die Kriegsschuldlüge darf auch nach der Wiederwehrhaftmachung des deutschen Volkes und der Remilitarisierung des Rheinlandes, womit weitere wesentliche Teile des Versailler Diktats erledigt sind, noch nicht aüf- hören. Noch immer bedarf es im Ausland der Aufklärung über die wahren Zusammenhänge der Kriegsursachen. Alfred von Wegerer bat in seinen Berliner Monatsheften für diese Aufklärung vorbildliche Arbeit geleistet auch schon in den langen Jahren, wo weite Teile des deutschen Volkes die feindlichen Lügen über die Schuld am Kriegsausbruch resigniert und abgestumpft Hinnahmen. Wegerer, dem für seine großen Verdienste im Kampf gegen die Kriegsschuldlüge von unserer Gießener Ludwigs-Universität schon vor Jahren der Ehrendoktor verliehen worden ist, widmete diese ausgewählten Aufsätze, die hier in einem stattlichen Bande zusammengefaßt sind und einen Ueber- blick über die mutige Aufklärungsarbeit des Verfassers geben, der Universität Gießen.
Biographien.
Politik und Geschichte
— Heinrich von Srbik: Oesterreich in der deutschen Geschichte. Ein Vortrags- Zyklus. Preis geb. 2,85 Mark. Verlag F. Bruck- mann, München. — (138) — Der Zyklus von drei Gastvorträgen, die Srbik an der Berliner Universität hielt, galt der großen Schicksalsfrage: Reich und Oesterreich. In großen Zügen zeigt Srbik aus der österreichischen Geschichte die großen Schicksalsfragen und die entscheidenden Situationen auf, vor den Anfängen der germanischen Einflußnahme au den österreichischen Raum bis zum Ende der Doppelmonarchie, dem Tode Franz Josefs. Er zeigt, wie der Sonderstaatsgedanke neben das Volksbewußtsein getreten ist, wie der Wille zu eigener
„Der grüne Heinri ch". —e.
— Wilhelm Schäfer: Anckemanns Tristan. Novelle. Geb. 2,50 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1936. — (185) — Diese neue Erzählung Wilhelm Schäfers handelt von dem Leben eines früh verwaisten, fremder Obhut anvertrauten Jünglings, des einfältigen und wirklichkeitsfremden Tristan, der durch eine seltsame Liebesverstrickung aus dem unerfahrenen Dasein eines Träumers hineinwächst in die Wirklichkeit und in die Welt wahrer männlicher Bewährung. Ein scherzhafter Zufall reißt ihn in einen Strudel wilder Leidenschaften, die ihn zu zerbrechen drohen und ihm am Ende doch noch zum Heile werden. Es ist ein weiter, mühevoller Weg, bis das schöne, heitere Mädchen Veronika seiner Liebe gewahr wird, ein Weg, über dem von Anbeginn ein dunkles Schicksal waltet; denn in dem Verlangen des Weinhändlers Anckemann, sein spätes Lebensglück mit dem Mädchen Veronika zu finden, zu der sein Pflegesohn Tristan von der ersten Begegnung an in heimlicher Liebe entbrannt ist offenbart sich über alle scheinbare Fügung hinaus eine tiefere Notwendigkeit, deren Zwang sich niemand zu entziehen vermag. Für sie alle wird die Liebe zur unausweislichen Schlckfalsmacht, Die sie ihrem ewigen Gesetz unterwirft und zu neuen
gibt Auskunft: 593: Bekanntmachung KP 164 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle betr. Kurs» preise. — 594: Bezug von Spiritus zu Treibstoff' zwecken. — 595: Verbot der Abgabe alkoholfreier Kraftstoffe. — 596: Bewirtschaftung von Altgummi und Gummiabfällen. — 597: Vorschriften über Me* thanolbeimischung. — 598: Freundschaftsfahrt des Dolksbundes für das Deutschtum im Ausland nacy
Führer und machte sie mit allen Sehenswürdigkeiten (Rathaus, Weinhaus, Museum usw. bekannt). In der Walburgiskirche begrüßte Pfarrer Bern- deck die Gäste. Nach einer Kaffeepause fuhr man über Lauterbach nach Eisenbach mit seinem schönen Schloß und über den Vogelsberg nach Hause. Auch diese Fahrt hinterließ bei allen Teilnehmerinnen viele und schöne Eindrücke.
* Lang-Göns, 13. Juli. Am 7. Juli konnte unsere Mitbürgerin, Frau Pfannenschmidt, Witwe, geb. Schmidt, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Damit hat sich die Zahl der Frauen in hiesiger Gemeinde, die das 80. Lebensjahr überschritten haben, auf 8 erhöht. Bei den Männern sind es nur 4.
s. Lang-Göns, 13. Juli. Der Bau des neuen F a s e l st a l l e s, neben dem Tummelplatz für das Jungvieh, schreitet trotz der ungünstigen Witterung rüstig weiter. Das Grundsteinmauerwerk ist vollendet. Bei dem feuchten Untergrund war gerade dieser Teil des Baues recht schwierig und zeitraubend. Auch der erste Stock wächst in die Höhe und wird bald vollendet fein. Mit der Errichtung dieses Stalles geht ein alter Wunsch unserer Bauern in Erfüllung, denn die Zustände im seitherigen Stalle waren unhaltbar geworden. Der neue Bau wird unter Aufsicht des Reichsnährstandes errichtet und wird allen neuzeitlichen Forderungen gerecht werden. Auch eine Wohnung für den Faselwärter ist vorgesehen. Erwähnt darf hier werden, daß in diesem Jahre die Bautätigkeit in hiesiger Gemeinde recht rege ist. Neben dem Neubau des Faselstalles wurden bereits zwei Wohnhäuser errichtet, ein drittes ist in Angriff genommen. Auch anderweitige An- und Umbauten von Scheunen, Ställen usw. geben den Maurern und Zimmerleuten reichlich Arbeit. — Der Stand der Kartoffelfelder — Lang-Göns besitzt mehr als 25 Kartoffelsaatbaustellen — ist vorzuglich, doch hat der Boden nun genügend Feuchtigkeit, und Sonnenschein wäre für die Entwicklung der Pflanzen zu wünschen.
Kreis Alsfeld.
Deutsche Erzähler.
— BibliothekderRomane. Insel-Verlag, Leipzig. Preis des Bandes in Leinen 3,50 Mk. — (201, 202.) — Wer entsinnt sich nicht aus der Zeit vor rund 20 Jahren der schmucken roten Lemen- bände, die damals in stattlicher Reihe für manchen jungen Studenten, für manchen Kriegsfreiwilligen die Summe der Weltliteratur in sich schlossen. Heute greift der Insel-Verlag den Gedanken wieder auf, einige der hervorragendsten ober vielleicht auch charakteristischsten literarischen Denkmäler aller Volker, soweit sie erzählender Natur sind, in einer Bibliothek der Romane vorzulegen. Viele werden es dem Verlage danken, denen es schwer fallt, den Weg durch Gesamtausgaben oder Originaltexte fremder Autoren zu finden. Hier ist ein Quell bester Unterhaltung angeschlagen worden, aus dem gerade heute, wo die Freude am Buch langsam wieder erwacht, viele gerne schöpfen werden. Aus der Bibliothek, der Walter Tiemann ein schmuckes äußeres Gewand gegeben hat, liegen uns vor Theodor Fontanes Frauenroman „E f f i e Brie st", an dem uns die heitere Anmut und geistvolle Plauderei die es größten deutschen Romanciers entzückt, und Gottfried Kellers großer Lebensroman
LPD. Frankfurt a. M., 13. Juli. Bei der Frankfurter Kriminalpolizei liefen in der letzten Zeit wiederholt Anzeigen ein, wonach im Stadtwald aus parkendenÄutos Handtaschen und andere Gegen st ände ge st oh len wurden. Nach umfangreichen Ermittlungen gelang es nunmehr, durch plötzliches und energisches Zugreifen drei Personen, die als Haupttäter in Frage kommen, festzunehmen. Sie wurden nach der polizeilichen Vernehmung dem Amtsrichter vorgeführt. Einer der Festgenommenen, und zwar Arthur Herzig aus Neu-Isenburg, hat gestanden, in den letzten Jahren fortgesetzt Kraftwagen beraubt zu haben. Er ist sogar, wie ihm nachgewiesen werden konnte, soweit gegangen, daß er mit den gestohlenen Handtaschen Handel trieb. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen konnte festgestellt werden, daß sich aus Neu-Isenburg, Niederrad und auch aus Frankfurt eine ganze Bande im Stadtwald zu nächtlicher Zeit ein Stelldichein gab. Den meisten dieser Leute war es lediglich darum zu tun, Liebespärchen zu beobachten. Die Organisation unter dieser Bande war soweit gediehen, daß sie sich durch einen besonderen Pfiff gegenseitig verständigten, wenn ein Opfer entdeckt worden war. Mit Feldstechern und Taschenlampen ausgerüstet, schlichen sie sich an die Liebespärchen heran. Einige waren so dreist, an parkenden Autos die Tür zu öffnen und mit der Taschenlampe in die Wagen hineinzuleuchten. Bei dieser Gelegenheit wurden dann in einem günstigen Augenblick die Diebstähle ausgeführt. Nach den getroffenen Feststellungen muß angenommen werden, daß noch viel mehr Dixbstähle ausgeführt worden sind, die aber wohl aus falscher Rücksichtnahme nicht zur Anzeige gebracht wurden.
kreis Dehlar.
* Dutenhofen, 14. Juli. Der Sohn des hiesigen Eisenbahners V e l l m e d e erlitt in der Nacht zum Montag einen Unfall und mußte mit erheblichen Verletzungen in die Klinik nach Gießen gebracht werden.
* Ruppertsburg, 13. Juli. Dieser Tage fand unter Führung des Leiters der Landwirtschaftsschule Dr. D i e n ft, Grünberg, ein Gemarkungsrundgang statt. 25 Landwirte nahmen daran teil. Das Getreidefeld zeigte einen guten Stand. Bei Gerste und Hafer bemerkte man stellenweise den Flugbrand und bei Gerste auch vereinzelt die Streifenkrankheit. Selbstverständlich ist es Pflicht des deutschen Bauern, zur Ertragssteigerung den Kampf gegen die Unkräuter und Schädlinge mit allen Mitteln zu führen. Dies gilt besonders auch vom Hederich, der seit einigen Jahren in unserer Gemarkung seinen Einzug gehalten hat. Außer ihm bemerkte man die zweisamige Zitterwicke, die Vogelwicke, den Windhalm und den Ackerknaul. Da letzterer ein Zeichen von Kalkarmut ist, mußte Dr. Dienst immer wieder eine noch intensivere Kalkung empfehlen. Im Winterfruchtfeld besichtigte man einen Weizensortenanbauverjuch auf einem Acker des Konrad H ö g y 3. Fünf verschiedene Weizenarten, wie Trubilo, Kraffts Siegerländer, Karsten, Rimpaus früher Bastard
und General von Stocken konnten hier besprochen werden. Die Kartoffel- und Rübenfelder zeigten durchweg einen schönen Wachstumsstand. Bei Kartoffeln war die Schwarzbeinigkeit zu sehen. Eingehend befaßte man sich auf dem Rundgang mit dem richtigen Anbau von Raps, Rübsen, Faser- uyd Oellein, sowie Luzerne. Den Schluß bildete " ------ ' : des Hofguts Henrietten-
— Josef Friedrich Perkonig: „Nikolaus Tschinderle, Räuberhauptmann". Erzählung. In Leinen gebunden 4,50 Mk. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — (230.) — Es mag gute hundert Jahre her fein, da wurde der Tschinderle, dieses winzige, biedere Schneiderlein, von der angebeteten Afra mit einem sommer- prossigen Bandlkramer betrogen. Und von dieser Zeit an ist es um seine Ruhe geschehen: Reuen soll es die Ungetreue, solch ein Mannsbild versetzt zu haben, und fürchten sollen ihn alle, die mitleidig über ihn gelacht haben. So hängt er denn aus ver- chmähter Liebe sein ehrbares Handwerk an den Nagel und zieht hinauf ins Gebirge, um durch blutige Taten als Räuberhauptmann Angst und Entsetzen zu verbreiten. Mit einer Bande treuherziger Spießgesellen macht er fortan die Gegend unsicher; doch obwohl er sich redlich dabei müht, die erhoffte Furcht zu verbreiten, muß er dennoch immer wieder von seinen Kundschaftern erfahren, daß seine Räubertaten nur mit Spott und Hohn ausgenommen werden. Und seltsame, wenn nicht gar unbeschreiblich komische Taten bringt er ja auch tatsächlich zustande, bis sein Räuberdasein ein Ende findet und er eines schönen Tages, von Gott und der Welt verlassen, den Schlußstrich unter sein mißratenes Leben zieht. Diese tragikomische Geschichte, die nach mancherlei Verwirrung doch noch einen versöhnlichen Ausklang findet, ist ein echtes Schelmenstück, voll köstlichem Humor und märchenhafter Heiterkeit, so behaglich, herzhaft und lebendig erzählt, daß sie jedermann liebgewinnen muß.
# Mücke, 13. Juli. An dem gefährdeten Bahnübergang an der Alsfelder Straße, wo sich immer wieder Derkehrsunfälle ereigneten, hat man jetzt eine Neuerung auf dem Gebiete der Warnung angebracht. In verschiedenen Abständen vom Bahn-
— David Friedrich Strauß. Voltaire. Mit einer Einleitung: „Strauß und Voltaire" von Rudolf Marx. (Krö'ners Taschenausgabe Bd. 33). 395 Seiten mit 9 Abbildungen. Seinen 2,50 Mark. Alfred Kröner Verlag, Leipzig — (180) — In der Voltaire-Biographie von David Friedrich Strauß besitzt der deutsche Geist die unerreichte Meisterdarstellung des großen Franzosen, seines Lebens, seiner Gestalt, seiner Lehre und seiner Leistung. Der unbestrittene König seines Jahrhunderts, „der höchste unter den Franzosen denkbare, der Nation gemäßeste Schriftsteller" und das Wunder seines Lebens erhalten hier ihr bleibendes Denkmal. — Der Herausgeber fügte der neuen Ausgabe einen längeren Essai „Strauß und Voltaire" hinzu, in welchem das Verhältnis beider, die Stellung von Straußens Biographie im Rahmen der europäischen Voltairesorschung und die Auseinandersetzung des deutschen Geistes mit dem Erlebnis Voltaire dargestellt ist. Neun Abbildungen der Zeit schmücken den fesselnden Band der berühmten Sammlung, zu deren Ausgestaltung in wahrhaft universalem Geist man dem Verlag immer wieder Glück wünschen muß.
— Das Geheimnis des Adolph Frei- h e r r n v o n K n i g g e. Die Wege eines Menschenkenners. Biographie. Von Reinhold Th. Grabe. 280 Seiten. 13 Bildseiten in Kupfertiefdruck. Ganzleinen 5,80 RM. Ausstattung E. R. Weiß. H. Goverts Verlag, Hamburg. 1936. — (131) — Die Lebensgeschichte des in Europa und darüber hinaus berühmten „Knigge", der ein ganzes Zeitalter die Kunst der Menschenbehandlung lehrte, ist so gut wie unbekannt geblieben. Schon die Tatsache, daß sein „Umgang mit Menschen" das Ergebnis eines ^ujvuuuv. von Fehlschlägen aller Art belasteten Lebens dar-> Nordamerika.
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