Ausgabe 
1.2.1936
 
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Samstag, bgebruar 1956

186. Jahrgang

27 Erstes Blatt

Gießener Anzeiger

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Versailles ober der Friede?

oder einMilitärgesetzzu verabschieden. Sie I in Glut und Feuer stürzen wollten, hätten gestern sei aber aut, um die Kammer bis zu denNeu- einen schweren Schlag erhalten. Dieser Erfolg Sar-

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Liebesgabe für amerikanischeVeteranen"

Die amerikanische Begründung für den Eintritt

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er Block aber verkörpert sinnbildlich das heutige Deutschland

Es kann keinen stärkeren Ausdruck der erprobten inneren Bindung aneinander geben, als wenn Adolf Hitler an diesem dritten Jahrestag der nationalsozia­listischen Revolution feststellte, daß F ü h r e r und Geführte in dem langen Eroberungskampf e i n - ander alleszu verdank em haben. Es besteht eine Kampfgemeinschaft, die aus einem oielhundert- achen Erlebnis eines sich immer wieder erneuernden 30. Januar erstand. Der Opfergedanke im Sinne des ständigen Einsatzes für Volk und Vaterland roirb nun an Hand der langjährigen Erfahrungen der alten Kämpfer jeder Heranwachsenden Generation immer wieder anerzogen. Adolf Hitler betonte erst kürzlich, daß auch aus diesem Grunde der Kampf um die Gewinnung des deutschen Menschen sich lo- gischerweise mit jeoer neuen Generation erneuert. Diesen Gedanken hat er in der Rede vom 30. Januar erneut aufgegriffen, als er davon sprach, baß rnan die Ideale aus der Zeit des Kampfes um die Macht auch in der Zeit der großen Erfüllung fortpflanzen und eine junge Generation nach der anders den Geist jener Kampfzeit und ihrer Ideale in sich auf­nehmen müsse. Das führt zu dem reinsten Inhalt der nationalsozialistischen Idee, die nicht so sehr die Pflicht zum Opfer, sondern den Willen zum Opfer zum Grundgehalt hat. Dieser Leitgedanke geht weit über das gewöhnliche Pflichtbewutzt- fein hinaus, und er kann es, denn er baut sich auf auf den drei Grundlagen, die Adolf Hitler dort im Berliner Lustgarten nannte: auf Glauben, Ver­trauen, Zuversicht

Der Einsatz ist der Opfer wert, er heißt e i n freies Deutschland in Ehre und Gleichbe­rechtigung an dem Platz in der Welt, der ihm ge­bührt. Das hat nichts mit Imperialismusirgend­welcher Art zu schaffen. Deutschland wünscht den Frieden, aber aus einer Gesinnung her­aus, die mit der Versailler Politik, wie sie sich trotz aller Beteuerungen bis zum heutigen Tage wie ein roter Faden durch die französische Staatskunst : zieht, schlechthin unvereinbar ist. Kaum hoffen wir, : daß einmal der Tag kommen wird, an öem aus ' Paris nicht nur schöne Worte an unser Ohr onn» ' gen werden, sondern an dem uns d e r Beweis der Tat für ein gerechtes europäisches F^edens- system von den Franzosen erbracht wird. Deutsch- . land hat seine Hand immer wieder ausgestreckt, um i eine Annäherung zwischen den beiden Volkern her- » beizuführen und die alte törichte Legende vom .Erzfeind" endgültig zu begraben. Der Führer

wählen zu führen, denn sie scheine zu beweisen, daß die Mehrheit eine neue Regierungs­krise vermeiden wolle. Nichtsdestoweniger sei die Lage aber recht unklar, denn die Mehrheit Sarrauts sei zu stark. In den 361 Stimmen, die der Minister erhalten habe, gäbe es nämlich zwei Mehrheiten nebeneinander. Eine der sog. Konzentration und die andere der Volks­front. Und dies fei für die Klarheit der politischen

Lage ungünstig.

Das links-radikalsozialistischeO e u o r e" freut sich über die Niederlage der Rechten. Die Unruhestifter, die Frankreich im Namen der nationalen Einigung

tfi den Weltkrieg ist zerborsten. Nicht um ethischer Ziele willen, sondern um des vom amerikanischen Höchstkapital der Entente. geborgte Geld zu sichern ist, wie jetzt im Untersuchungsausschuß des Senats festgeftellt wurde, Wilson in den Krieg gezogen, und dieser metallische Beigeschmack haftet an Ame­rika. Auch der Bonus für die sogenann­ten Kriegsveteranen ist eigentlich eine Be­lohnung für Dienste, die dem amerikanischen Va­terland gar nicht geleistet wurden, denn von die­sen 3V2 Millionen Kämpfern hat fast niemand denKrieg oderEuropaerlebt. Die eigent­lichen Kämpfer find bereits ab gesund worden, aber diese Heimkrieger hatten sich in der

American Legion vereinigt und drückten seit 17 Jahren auf die Abgeordneten, die aus Furcht vor der Nicht-Wiederwahl schließlich vor den Ansprüchen der Veteranen kapitulierten. Auch im Senat. Das Veto des Präsidenten gegen diese Liebesgabe wurde überstimmt und jetzt hat der Staat die Aufgabe, für die rund 2,5 Milliarden Dollar, also etwa 5 Milliarden Mark, eine Deckung zu be­schaffen, die nicht vorhanden ist. Das Defizit im amerikanischen Staatshaushalt beträgt bereits für das laufende Jahr nach einer sehr optimistischen Vorschätzung 3,23 Milliarden Dollar. Mit den Bonus-Auszahlungen wird es sich auf 5,74 Milli­arden Dollar erhöhen, denn jeder Veteran bekommt zehn 50-Dottar-Bonds, die er bei jeder Postanstalt einlöfen kann. Mit anderen Worten: Für ihre Kriegsbereitschaft, nicht für ihre Teil­nahme an den Schlachten, für den Vorzug, im Jahre 1917 und 1918 eine Uniform getragen zu haben, werden dieseVeteranen" auf Kosten der übrigen Bevölkerung der USA. privilegiert. Daß darin eine Ungerechtigkeit liegt, ist von der ameri­kanischen Öffentlichkeit sowohl wie von Präsident

hat wieder mit der ganzen Wärme und Eindring­lichkeit, deren er fähig ist, erneut betont, daß Deutschland friedliebend fein wird, wie nur ein Volk friedliebend fein kann, und daß auch die vie­len Blutopfer, die Deutschland gebracht hat, diesem wirklichen inneren tiefen Frieden unter den Völ­kern gegolten haben. Ehre, Freiheit und Recht bilden aber für jedes Volk, Deutsche, Franzosen und Engländer, die Voraussetzung der Versöhnung. Haben sich die toten Frontkämpfer, die der französische Ministerpräsident eben als Blut­zeugen für eine Annäherung der Völker angerufen hat, für ein solches ehrliches Friedensideal einge­setzt oder für das Versailler Papier, dieses um­strittenste Dokument menschlicher Unzulänglichkeit?

eine Reihe sehr einfacher Verpflichtungen übernom­men. Auf diese Verpflichtungen geht der sozialistische Populaire" näher ein. Er gibt seiner großen Be­friedigung Ausdruck, daß Sarraut in unzweideutiger Weise die Forderungen der Sozialisten angenommen habe. Die Regierung, die sich als eine Regierung der Versöhnung und Wachsamkeit vorgestellt habe, habe nach den Forderungen und der Antwort Sarrauts an W ach s am k eit gewon­nen, was sie vielleicht an Versöhnung ver­loren habe.

Diese Einheitlichkeit aber ist ihrerseits nur lieber Ausdruck einer einzigen, allen Volksteilen in Deutsth- land heute gemeinsamen Gesinnung. Von dieser Ge­meinsamkeit erhielten wir und erhielt die ganze Welt gerade jetzt wieder bei dem Aufmarsch Der ältesten SA.-Kämpfer vor Adolf Hitler und in ben Wörter unseres Führers ben hanbgreiflichsten Beleg. Aböl Hitler hat es selbst ausgesprochen, baß biese 3U uuo da vor ihm auf bem riesigen neuen Forum des Ber­liner Lustgartens aus allen Teilen bes Reiches, aus ollen Stänben unb Berufen, aus allen Konfessionen kommen. Unb boch ftnb sie untereinanber unb sind sie mit ihrem Führer ein einziger Block. Die»

rauts sei aber unausbleiblich gewesen. Denn er habe bem Lanbe keine Wunber versprochen, sondern nur

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General Kondylis 1*.

Oer griechische »Königsmacher" einem Schlaganfall erlegen

Völkerbund.Wir glauben an die 'Notwen­digkeit des Völkerbundes, da wir an die Notwen­digkeit der kollektiven Sicherheit glau­ben."

Die Abstimmung hat 361 Stimmen für die Re­gierung und 165 Stimmen gegen die Regierung erbracht. Die Regierung hat also eine Mehr­heit von 196 Stimmen bekommen. Die Aus­zählung dauerte ungewöhnlich lange, weil von ben Abgeordneten etwa 1200 namentliche Stimmzettel abgegeben worden waren, um die Abstimmung zu erschweren

Die überraschend starke Mehrheit findet in der Zarifer Moraenpreffe einen großen Wi- erhall. Die Rechtsblätter sind äußerst verbittert und befürchten, daß sich der große Einfluß, ben bie Sozialisten unb barüber hinaus die ganze Volksfront auf die Regierung gewonnen hätten, bei den kommenden Wahlen zuungun­sten der Rechten auswirken werde. Diese Be- ürchtung stützt sich in erster Linie auf die Zuge- tänbniffe, die der Ministerpräsident kurz vor der Abstimmung den Sozialisten gemacht hat, er hat sich nicht nur verpflichtet, gegen die sogen. Kampfbünde varzugehen, sondern wird auch einen der hauptsächlichsten Wünsche der Linksgrup­pen erfüllen, ihnen während des Wahlkampfes den Rundfunk zur Verfügung zu stellen

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Paris, 31. Jan. (DNB.) In der Kammer wandte sich Ministerpräsident Sarraut gegen die Be­hauptung, daß sein Kabinett unter der Einfluß­nahme der Kommunisten, der Freimaurer oder an­derer Gruppen zustandegekommen sei. Er allein trage die Verantwortung für die Zusammensetzung des Kabinetts. Er habe die Mitarbeit hervorragen­der Persönlichkeiten aus allen Parteien gewollt. Wenn es ihm nicht gelungen sei, diese zu gewinnen, so müsse er wenigstens unrichtige Behauptungen über die angeblichen Hindergründe der Regierungs­bildung zuruckzuweisen. Er verfechte den Gedanken der Konzentration. Er gab die Zusicherung, daß sich das Kabinett eine Milderung der Spar- Verordnung angelegen fein lasse. Außerdem werde er sich besonders der Arbeitslosen an­nehmen. Mit einer Vorbeugung vor Herriot be­tonte Sarraut die Treue Frankreichs zum

Roosevelt klar erkannt und oft genug dargestellt worden; aber die amerikanischen Veteranen haben ihre starke Organisation benutzt, um auf die Ab­geordneten einzuwirken, und diese haben jetzt vor der Meinung eines Bruchteils der Bevölkerung kapituliert.

Als eigentliche Teilnehmer am Weltkrieg kann Amerika nur etwa eine halbe Million Soldaten aufweisen, die übrigen drei Millionen haben, wie gesagt, die Schlachten im Westen Deutschlands nur aus der Lektüre der amerikanischen Zeitungen er­lebt. Aber tatsächlich hatte jedem, der eine Uniform trug, die amerikanische Regierung versprochen, und durch Gesetz des Parlaments be­stimmt, daß er eine Altersversorgung er­halten sollte. Dafür haben dieVeteranen" seit Jahren gekämpft. Ihre Hungermärsche nach Wa­shington, ihre Elendslager, die Bekämpfung dieser Veteranen durch Tränengas, waren die dramati­schen Episoden dieses Kampfes um ben Bonus. Jetzt wird er ausgezahlt. Ab 15. Juni können die Veteranen" ihren schwerverdienten Sold in Emp­fang nehmen. Aber dadurch ist für die USA. die Jnflationsgefahr gewachsen. Die fünf Milliarden Mark sind in keinem Voranschlag enthalten, der Senat sowohl wie der Kongreß hatte zunächst mit Rücksicht auf die Staatsfinanzen immer wieder die Bonusvorlage abgelehnt und alle Präsidenten, so­gar Wilson, schlossen sich diesem Vorgehen an, da selbst in den letzten Zeiten der amerikanischen Prosperity kein Cent für diese Zwecke bereitgestellt wurde. Jetzt, da Amerika von der Weltkrise derb geschüttelt wird und keinen Ausweg findet, drückt die Verpflichtung auf den gesamten Staatshaushalt, und man erwartet allgemein, daß nur eine ver­stärkte Tätigkeit der Notenpresse, also eine Infla­tion den Ansprüchen der Veteranen Genüge leisten kann.

Das Llebergangskabinett Sarraut im Sattel.

Vertrauensvotum in der Kammer.Die preffe stellt starke Abhängigkeit von der Linksfront fest.

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Die Bildung eines deutsch-englisch-französischen Ausschusses für Kriegergräberbe- , treuu n g und die Veröffentlichung eines entfpre- . chmden Abkommens zwischen den drei Regierungen Hai die LondonerTime s" veranlaßt, den idealen Gehalt dieser Vereinbarung zu würdigen. Die Zei- tung schreibt, das gemeinsame Gedenken für die im Krieg Gefallenen ohne Rücksicht darauf, auf wel­cher Seite sie gekämpft haben, würde die drei Döl- ' ter in einer Weise zusammenbringen, die niemand vergessen könne. Aus diesen Sätzen spricht jene edle ! Gesinnung, von der auch das echte Frontkämpfer- tum im Großen Kriege beseelt war. Zu gleicher \ Zeit hörten wir aus einer anderen europäischen Hauptstadt ebenfalls eine Deutung der Aufgabe, die uns Heutigen das Sterben der Weltkriegskämpfer hinterlaffen hat In Paris gab der neue franzö­sische Ministerpräsident Sarraut eine Regie­rungserklärung ab, in der es heißt, daß die Helden aus dem Kriege in der Annäherung der Völker die höchste Belohnung ihrer Opfer erblick­ten. Auch in diesen von höchster Stelle gesprochenen Worten offenbart sich ein Geist, der für die künf­tige Zusammenarbeit der europäischen Staaten nur Gutes erhoffen zu lassen scheint. Denn wirklich haben ja die Toten auf den Schlachtfeldern ihr Leben nicht hingeopfert für die Fortführung des Krieges, sondern für eine schönere Epoche des Frie­dens, für eine Völkergemeinschaft, in der auch die Lebensrechte der eigenen Nation geachtet und ver­wirklicht würden Das gilt für den Poilu wie für den Tommy und denFritz"

Aber was versteht Herr Sarraut unter dieser Annäherung, unter diesem Frieden, den die ge­fallenen Helden herbeigewünscht haben? In der­selben Regierungserklärung führte der französische Ministerpräsident aus, daß alle Anstrengungen seines Kabinetts darauf ausgehen würden, der europäischen Gemeinschaft den Vorteil der franzö­sischen Freundschaften und Beistands­pakte zu erhalten, die nur den Zweck hatten, den Frieden im Rahmen des Völkerbundes aufrecht zu erhalten und zu organisieren. Das heißt also mit anderen Worten, daß die französische Regierung nach wie vor unter dem BegriffFriedenserhal­tung" den kollektivistischen Schutz des Versailler Diktates versteht. Sind die Helden des Krieges, zu deren Wortführer sich Herr (sarraut gemacht hat, aber wirklich für die Pariser Dorortsverträge mit all ihren Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten, mit all ihren verderblichen Folgen für Europa und die übrige Welt, sind sie für ein solches unter Waffendrohung entstandenes Zwangs­tatut gefallen? Die Frage stellen heißt sie beant­worten. Die Männer unterm Stahlhelm kämpften für d e n Frieden, aber nicht für die Fort- sitzung des Krieges mit diplomatischen Mitteln. Frieden haben, bedeutet für bie Völker nicht, im Zustande der Friedhofsruhe dahin zu vegetieren, sondern im edlen Wettbewerb sich gegenseitig er­gänzender Kräfte einem höheren Gemeinschasts- ideal einer anständigen und gerechten Ordnung Der Dinge entgegenzustreben. Von diesem Zustand aber sind Der Versailler Vertrag unD Die Genfer Satzung, Die nur zum Zwecke Des Beuteschutzes ms Leben gerufen rourDe, gleich weit entfernt

Es erscheint vom StanDpunkt des augenblicklichen sianzösischen Regierungschefs verständlich, wenn er richt mehr als einen wenig besagenden Satz über das deutsch-französische Verhältnis in diesem Augen­blick vor dem Parlament seines Landes aussprechen will. Sarraut weiß, daß seine Regierungsherrlich- teit nach den Wahlen durch den mechanischen Auto- matismus des Parlamentarismus ein jähes Ende finden wird. Er weiß ferner, daß der Mann Der mit aller Wahrscheinlichkeit Die führende Rolle m der nächsten französischen Regierung spielen wird, Herriot, hinsichtlich seiner Stellung gegenüber Deutschland schon allein durch seine hemmungslose politische Begeisterung für das bolschewistische Ruß­land gekennzeichnet ist, von seiner politischen De^ aangenheit ganz zu schweigen. Er weiß aber auch schließlich, daß für einen weiteren Massenverbrauch non Kabinetten im Durchschnittsturnus von sage und schreibe sieben Monaten in Frankreich vorläufig immer noch alle Vorbedingungen gegeben sind

Das aber ist ja gerade einer der entscheidenden Unterschiede in der Verkörperung des Staats­wesens nach außen hin zwischen Frankreich und Deutschland: Dort die fortgesetzten Erschütterungen des Landes durch die ewigen Kämpfe um Kabinetts­bildungen und die daraus folgenden ständig einander sich widersprechenden Experimente politischer und wirtschaftlicher Art - hier seit nunmehr drei Jahren bus unerschütterliche Gleichmaß politischer Aufbau­arbeit eines Volkes, das sich unter einem Einzig­artigen Führer nach Ueberwindung jahrhunderte­alter innerer Zwistigkeiten nicht nur zu einer Na­tion, sondern auch zu einer Weltanschauung Durch- aerungen hat. Nichts selbstverständlicher als daß die Stabilität der leitenden Staatsgrundsatze und Die Stabilität der inneren Entwicklung in Diesem neuen deutschen Staat schon nach außen hm sich darstellt in der Einheitlichkeit einer in sich stabilen Regie-

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Athen, 31. Jan. (DNB.) General Kondy- l i s ist am Freitag einem Schlaganfall er­leg e n. Kondylis litt an angina pectoris. Er ist vom Tode hinweggerafft worden, als er mit einem Abgeordneten eine Unterteilung hatte. Jede Hilfe war vergeblich König Georg hat bei Bekanntwer­den der Todesnachricht seinem Beileid Ausdruck ge­geben. .

Das Haus des verstorbenen Generals ist das Ziel des Besuches zahlreicher Persönlichkeiten einschließ­lich der Mitglieder des Diplomatischen Korps und einer großen Volksmenge. Die Leichenfeier wird am Sonntagnachmittag in der Kathedrale von Athen stattfinden. Da Getüchte im Umlauf sind, die den Tod des Generals auf Gift zurückführen, wurde eine gerichtliche ß e i d) en ö f f n u n g angeordnet.

Mit General Kondylis starb der Mann, der An­fang Oktober vergangenen Jahres den entscheiden­den Anstoß zur Rückberufung König Se­er gs nach Griechenland und zur Wiederherstel- lung der Monarchie gab. In den kritischen Wochen, in denen die royalistischen Elemente des griechischen Heeres auf eine rasche Entscheidung drängten und sogar zu einem Gewaltstreich bereitstanden, um die zögernde Politik des Ministerpräsiendent T s a 1 d a - r i s beiseite zu schieben, riß Kondylis die Führung der Entwicklung an sich. Er, Kriegsminister im Ka­binett Tsaldans, trat mit einigen seiner Gesin­nungsgenossen zurück, rief dadurch eine Krisis des Gesamtkabinetts hervor und erreichte es, daß ihm

... Bildung der neuen Regierung übertragen wurde. Kaum im Amt, schon am Tage nach seiner Berufung, ließ er die Nationalversammlung den Beschluß fassen, die republikanische Staatsform ab­zuschaffen, die Verfassung vom Jahre 1911 wieder­herzustellen und am 3. November 1935 über die Rückberufung König Georgs und seins Wiederein»

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Austausch der Flottenbauprogramme angenommen

London, 31. Jan. (DNB.) Die Londoner Flottenkonferenz nahm einstimmig den Sachverständigenbericht an, der einen jährlichen Austausch der Flottenbauprogramme der Länder vorsieht. Ein technischer Unterausschuß hat einen Bericht über die Begriffsbestimmung der verschiedenen Schiffsklassen vorzubereiten, so auch hinsichtlich der Wasserverdrängung aller Kampf- schiffe, der Altersgrenzen der Schiffe und der quali­tativen Begrenzung, Die in Den Vertrag ausgenom­men werden soll.

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DerJour" schreibt, der Erfolg Sarrauts beweise, daß seine Regierung die am stärksten links gerichtete der ganzen Tagungsdauer sei. Das chlimmste sei aber, daß er sein Schicksal den Kommunisten und Sozialisten über­liefere, obgleich kein einziger Minister aus diesen beiden Fraktionen in seinem Kabinett sitze. DerMa- tin" stellt fest, daß die Mehrheit, die Sarraut gestern erhalten habe, nichts wert sei, wenn es ich darum handeln würde, einen Haushalt

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