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185. Jahrgang
Donnerstag, 5. August 1953
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Randnoten.
Seitdem der Dollar sich oom tiefsten Stand erholt hat, wird von amerikanischer Seite versichert, man werde zunächst die binnenwirtschaftliche Umstellung durchführen und erst dann sich wieder dem Währungsproblem zuwenden, so daß also nach den starken Dollarausschlägen der letzten Zeit ein verstärkter Druck eines entwerteten Dollar auf die Wirtschaftspolitik der anderen Staaten nicht zu befürchten wäre. Durch die Dollarentwertung, die längst nicht die fünfzig Prozent erreichte, zu denen Roosevelt ermächtig ist, das Aufhören der spekulativen Preissteigerungen und eine gewisse Ernüchterung in den Vereinigten Staaten wird eine größere Aufmerksamkeit für eine wirklich sachliche Behandlung der Probleme geschaffen, die in Redeschlachten einer internationalen Konferenz niemals, sondern nur von Land zu Land gelöst werden können.
Für die Amerikaner ist das Problem der Ent - schuldung durch Inflation eng verbunden mit einer Regelung des Verhältnisses zu den Auslandsschuldnern. Deren Schulden sind ebenfalls abgewertet worden, aber die Stornierung der Knegs- schuldenzahlungen verschiebt nur die Lösung des Problems und schafft es nicht aus der Welt. Es lediglich währungsexperimentell zu lösen, ist nicht angängig. Diese Schulden entstanden zu politischen Zwecken, nämlich der Niederwerfung Mitteleuropas, und sind deshalb auch politisch zu beseitigen, nachdem jede wirtschaftliche Möglichkeit dazu sich als verfehlt erwies. Anders aber ist es mit den wirtschaftlichen Schulden. Als Amerika die Anleihen gab, auch an uns, handelte es sich darum, eine durch den Krieg z e r st ö r t e Produktion und Kaufkraft und damit auch die Absatzmöglichkeiten auf den alten Straßen des Welthandels wieder zu beleben. Da aber gleichzeitig sich die einzelnen Staaten handelspolitisch ab schlossen und überdies hierin dem Vorbild Nordamerikas folgten, hat diese Produktionsbelebung Schritt gehalten mit der Kaufkraft der Massen. An und für sich besteht kein Mißverhältnis zwischen der Menge der in der Welt produzierten Güter und der 'Nachfrage, sondern eine Störung des Aus t a u { d) e 5 und eine Verringerung der Kaufkraft eben durch die Beträge, die für unzeitgemäß hohe Zinsen und Tilgungsraten gerade von den Amerikanern verlangt werden Drüben muß also die Einsicht wachsen, daß das Anleihe- kapital verloren geht, wenn die bisherigen Zinsbedingungen usw bestehen bleiben.
Ferner hat Dr. Schacht vollkommen recht, wenn er darauf verwies, es fei unmöglich, anders als in Waren z u bezahlen. Wenn sich eine Gläubigernation weigert, diese Form der Zahlung entgegenzunehmen, wird sie im Finanz- und Handelsverkehr mit einer Schuldnernation diese ganz selbstverständlich zwingen, sich für teilweise leistungsunsähig zu erklären und ferner den Warenbezug aus dem Gläubigerlande abzudrosseln. In dieser Situation befinden sich heute die Vereinigten Staaten, deren BaumwoUerzeuger und Farmer über Absatzschwierigkeiten klagen, weil die bisherigen Abnehmer durch die Gesamtpolitik der Vereinigten Staaten in Wirtschastsdingen und durch den Einfluß des Leihkapitals auf diese Politik einfach auf den Bezug verzichten müssen. Ein 66-Millionen- v o 1 k wie das deutsche kann nur ein guter Kunde für d i e Staaten fein, die unsere Kunden sein wollen
Aus Paris kommen Meldungen von einer vollständigen Neuordnung d e r französisch cn Propaganda, die seit einiger Zeit in die Hande des aus feiner Tätigkeit im Völkerbund bekannten Pierre Cornert gelegt ist. Pierre Comert beklei- bete bisher eine Direktorenstelle in der Informationsabteilung des Völkerbundssekretariats. Er ist also zweifellos als ein Fachmann auf diesem Gebiete an- zujprechen. Seine Betrauung mit diesem wichtigen Amt hat ihre besonderen Gründe. Man hat oftmals in letzter Zeit von einer gewissen Isolierung Frankreichs auf dem europäischen und außereuropäischen Schauplatz gesprochen, vor allem im Zusammenhang mit der Kriegsschuldenfrage. Man scheint am Quai d'Orsay der Ansicht zu sein, daß die diplomatischen und wirtschaftlichen Auslandoertretungen durch einen großangelegten Feldzug der Propaganda wirksam unterstützt werden müssen, um' die vielfach verloren gegangene Tuchfühlung wieder zu erlangen
So richtet sich das Hauptziel der neuen französischen Propaganda vor allem nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Es tft ein offenes Geheimnis, daß dort in letzter Zeit eine ziemlich unverhohlene antifranzösifche Stimmung entstanden ist Paris sieht den hauptsächlichsten Grund dieser Entwicklung darin, daß das amerikanische Volk eben gar nicht wisse, wie es in Frankreich stehe und welches die Ziele der französischen Außenpolitik seien. Immer nur Mißverständnisse seien entstunden, und wenn diese einmal aus dem Wege geräumt würden, dann sei einer vertrauensvollen Zu fammcnarbeit Tür und Tor geöffnet. Die wahren 3ic(c der französischen Aktion gehen aber wohl meitcr, als nur eine Verständigung auf dem Wege von Volk zu Volk herzustellen. Die Verbindungen mit Südamerika sind technisch einwandfrei und funktionieren zuverlässig. Anders sieht es in der Verbindung mit den Vereinigten Staaten aus. Der Quai d'Orsay legt nicht geringen Wert auch darauf, im Falle eines europäischen Konfliktes ebenso bequem und ungestört dorthin die Verbüßungen zu haben. Dabei will man dem liebel an der Wurzel begegnen und will, um der antifranzösischen Propaganda wirksam ein Ende zu machen, sorgfältig die Umstände untersuchen, wie eine solche gegnerische Propaganda überhaupt entstehen konnte Selbst
verständlich wurden die. Auslandsvertretungen in die Aktion mit eingebaut. Von diesen Stellen aus soll die Verbindung mit der Landespresse ganz besonders gepflegt werden, es soll eben von hier aus an der gleichen Stelle, an der dem amerikanischen Leser das „Gift der antifranzösischen Propaganda" eingeflößt wurde, auch das entsprechende „Gegengift" verabreicht werden. Ob diese Prozedur gelingt, wird von der Stärke des Gegengiftes ab- hängen.
Wir haben genügend Proben französischer Agitation aus allen Zeiten und nicht zuletzt aus den Jahren unmittelbar vor dem Kriege und aus tiefer Zeit selbst erlebt. Wir werden auf der H u t sein müssen Daß sich die Aktion auch auf England erstreckt, erscheint nicht so vordringlich. Dafür liegt die britische Insel zu nahe am europäischen Festlands Aber man will auch hier dafür sorgen, daß zum Beispiel die französischen Zeitungen gleichzeitig mit den englischen Blättern auf den Straß e n erscheinen. Dazu wird ein beschleunigter Luftdienst in Bewegung gesetzt. Eigenartigerweise wird von Europa selbst am wenigsten gesprochen. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang nur die deutsche Konkurrenz im mitteleuropäischen Nachrichtenwesen.
Plan und Ziel dieser Neuordnung im Nachrichtenamt des Quai d'Orsay ist — das dürfen wir nicht außer acht lassen —, einer französischen politischen Vorherrschaft die propagandistische und gedankliche Untermauerung zu geben.
EineLügenmeldung ausWien
Berlin, 2. Qlug. (WTB.l Sn der Hearst- Presse wird auf Grund einer Meldung in der »Wiener Allgemeinen Zeitung" die Rachricht verbreitet. daß es in Nürnberg und Fürth
zu Strahenkämpfen zwischen Reichswehr und SA. gekommen sei. Fünf Rationalsozialisten wären schwer verwundet. Reichswehr- streitträfte und Polizei verhinderten gemeinsam Plünderung jüdischer Privatwohnungen durch die SA. Der Zustand sei bedrohlich, General Ritter v. Epp habe beim Reichspräsidenten telegraphisch um die Genehmigung nachgesucht, den Belagerungszustand über Bayern zu verhängen
Hierzu wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß diese Behauptungen in allen Teilen unwahr sind. Wahr ist vielmehr, daß weder in Nürnberg, noch in Fürth irgendwelche Unruhen oorgekommen sind. Plünderungen jüdischer Wohnungen und Geschäfte haben ebenfalls nicht stattgefunden. Insbesondere ist es unwahr, wenn behauptet wird, daß General o. E p p bei dem Herrn Reichspräsidenten o. Hindenburg um die Genehmigung zur Verhängung des Belagerungszustands über Bayern nachgesucht habe. Auch ist unwahr, daß Reichswehr und Polizei gegen SA. eingesetzt worden seien und daß in diesen Straßenkämpfen fünf Nationalfozialisten schwer verwundet liegen geblieben seien.
Die Lügenmeldung stammt von der „Wiener Allgemeinen Zeitung", und es dürsten nur deutsche Emigrantenkreise die Urheber dieser naiven Lügen- nielöung Jein. Bereits seit Tagen wird beobachtet, daß im Ausland dauernd Meldungen von Unruhen und Auflehnungen der SA. in Deutschland verbreitet werden, die lediglich zum Ziel haben, der Welt gegenüber die Tatsache zu verschleiern, daß das gesamte Deutschland geschlossen hinter Adolf Hitler steht und daß vorbildliche Ruhe und Ordnung herrscht.
OieIungsaschislen beim ReichsministerDr.Goebbeis
Herzlichste Aufnahme der italienischen Gäste in Berlin.
Berlin, 2. Aug. (TU.) Den italienischen Jung. faschisten wurde am Mittwochnachmittag im Reichsministerium für Bolksaufllärung und Propaganda durch den Reichsminister Dr. Goebbels selbst, die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden und die Führer der nationalsozialistischen Organisationen aller Art ein g r o tz- artiger Empfang bereitet, der wohl als der Höhepunkt des Aufenthalts der Gäste angesprochen werden kann. Bom Brandenburger Tor aus zogen die Sungfaschisten in ihrer kleidsamen Galauniform unter Borantritt der eigenen Kapelle über die Linden und durch die Wilhelmstrahe am Palais des Reichspräsidenten und an der Reichskanzlei vorbei zum Ministerium. Auf dem ganzen Wege bildeten SA. - Männer ein dichtes Spalier und dahinter stand Kopf an Kopf gedrängt das Publikum, das die Sungfaschisten mit begeisterten Heilrufen grüßte. Dom Balkon des Ministeriums wehte neben den deutschen Flaggen die italienische Trikolore. Dor dem Ministerium hatte die Hitlerjugend mit ihrer Kapelle und die 6 6.- Stabswache im 6tahlhclm Aufstellung genommen. Dann marschierten die Gäste in die Räume des Ministeriums, die bald dicht beseht waren.
Reichsmimster Dr. Goebbels, von den Iungfaschisten begeistert bejubelt, begrüßte zunächst den italienischen Botschafter, Exzellenz Berutti, und den Führer der italienischen Iugendabordnung, G i g i i, sowie die übrigen Offiziere. Nachdem die Faschistenhymne, von einer SS.. Kapelle gespielt, verklungen war, nahm Reichsminister Dr Goebbels das Wort zu folgender Ansprache:
„Ich möchte Sie nicht am Anfang dieses mehr in leichter Weise gedachten Nachmittags mit einer politischen Rede langweilen. Ich nehme auch an, daß Sie in Deutschland soviel Reden gehört haben, daß Sie sich ungefähr vorstellen können, wie das junge Deutschland arbeitet, denkt und empfindet. Lassen Sie mich deshalb zu Ihnen nur ein paar ganz wenige Sätze sprechen
3d) wünsche, daß Sie sich in unserem Lande wohlfühlen und daß Sie einen Einblick gewinnen in die große Aufbauarbeit, die das junge nationalsozialistische Deutschland zu leisten sich anschickt? 3ch habe bei meinem Besuch in Ihrem Land Gelegenheit gehabt, die großen Leistungen des faschistischen Italiens in den vergangenen Jahren tennenzulernen und zu studieren. Und ich bin nach Deutschland zurückgekommen mit dem sehnlichsten Wunsch, daß mein Land möglichst bald auch die höhe der Kultur erreicht, die Italien schon erreicht hat.
Sie kommeu a.» iuiuj. .-p.....-.^ssähige Men
schen schon zu uns. Sie sehen eine junge Generation an der Macht mit dem ehrlichen Willen, das Land wieder aufzubauen und den Staat wieder als gleichberechtigtes Glied in den Kreis der Rationen zurückzuführen. Dieses junge Deutschland ist Stätten und seinem bewunderungswürdigen Führer dankbar dafür, daß er in einer Zeit f ü r unsere Rechte eingetreten ist, als das noch unpopulär war und unpopulär machte. Diese Dankbarkeit zu einem kleinen Teil bei Shrem Besuch in Deutschland und vor allem in Berlin
zum Ausdruck zu bringen, ist uns ein angenehmes Bedürfnis.
Ich wünsche, daß Sie dieses junge Deutschland kennen und verstehen lernen, und daß daraus sich eine Freundschaft dieser beiden Völker entwickelt, die auch für kommende schwere europäische Krisen durchhalten wird.
Sch bitte Sie, von der warmen Sympathie der deutschen Regierung und des deutschen Dolkes für Shre Regierung, Shr Land und Shre Bewegung überzeugt zu fein und mit mir einzustimmen in den Ruf: „Shr Land Statte,'., sein König, seine faschistische Bewegung und Shr bewundernswerter Führer Mussolini — Sieg-Heil!"
Für die italienischen Gäste brachte sodann deren Führer G i g 1 i Hochrufe auf Deutschland aus. Sm Derlaufe des Empfanges brachte der Een- turio G i g l i ein dreifaches Hoch atrf Dr. Goebbels aus und überreichte ihm
als Zeichen der Verbundenheit der ilallenifdjen und deutschen 3ugcnb das goldene Ehrenzeichen der Opera Nazionalc Balilla.
Minister Dr. Goebbels dankte dem Cen- turio und brachte auf Mussolini ein dreifaches Heil aus, das der Ccnturio mit einem Hoch auf den Dolkskanzlcr Adolf Hitler erwiderte.
Das Deutschlandlied beschloß die nut einem längeren geselligen Zusammensein der jungen italienischen Gäste mit ihren deutschen Kameraden verbundene Empfangsfeier, die von zahlreichen Filmoperateuren im Bild festgehalten wurde. Bei seinem Rundgang durch die Räume des Ministeriums wurde Minister Dr. Goebbels von den Sungfaschisten, die ihn zum Teil schon von seinem Besuch in Station her persönlich kannten, auf das Lebhafteste begrüßt. Der Minister nahm dann den Dorbeimarsch der Gäste ab, um sich anschließend mit dem italienischen Botschafter und den Offizieren der Avantgardisten auf den Balkon des Ministeriums zu begeben, wo ihnen die Menge begeistert zujubelte.
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Die Ankunft der jungen Faschisten in der Reichshauptstadt.
Oer Empfang durch die Stadt Berlin.
Die italienischen Sungfaschisten wurden am Mittwochfrüh von der Stadt Berlin im Festsaal des Rathauses feierlich empfangen. Zu dem Empfang hatten sich neben dem italienischen Botschafter, Exzellenz C c r u 11 i, Oberbürgermeister Dr Sa hm, Bürgermeister M arehky, Bürgermeister Treff, Steglitz, und andere führende Magistratsmitglieder eingefunden. Ein Dertreter des Propagandaministeriums war" ebenfalls erschienen
Oberbürgermeister Sahm
hielt, nachdem die über 400 Sungfaschisten in dem mit der italienischen Trikolore geschmückten Saal Aufstellung genommen hatten, folgende Ansprache: „Liebe italienische Sugend! Es ist mir eine ganz besondere Freude, eucy auf eurer Reise durch Deutschland im Rathaus der Reichshauptstadt herzlich zu begrüßen und willkommen zu heißen. Shr werdet gefühlt haben, wie euch d i e Herzen der Deutschen entgegenschlagen.
Unser großer Volkskanzler Adolf Hitler Hal euch in München empfangen und eindringlich
Ostlandtreuefahrt der Krastfahr-Berbände.
Berlin, 2. Aug. (ERB.) Unter Führung des Jlafionalfopaliffifdjen Kraftfahrer-Korps veranstalten die deutsch st ärnrni gen Kraftfahr- verbände in der Zeit oom 27. bis 29. August eine „Ostlandtreuefahrt" nach Ostpreußen, deren Zweck es fein soll, dem durch den Weichsel- Korridor abgetrennten O st preußen einen Treuebeweis zu liefern.
Den Höhepunkt dieser Fahrt wird eine große Kundgebung am 27. August abends in Königsberg bilden. Am 28. soll eine Rundfahrt durch Ostpreußens Schlachtfelder und der ostpreußischen Landschaft erfolgen. Die Rückkehr nach Königsberg wird am 28. abends stattfinden, und am 29. geht die Fahrt nach Tannenberg, wo am Denkmal ein großer Appell und eine Ehrung der Gefallenen stattfinden wird.
In der Ausschreibung werden die Städte und verbände aufgefordert, durch Sendboten- Mannschaften fich an der Fahrt, die nicht als Rennoeranffaltung, sondern in der Form einer Sternfahrt geplant ist, zu beteiligen.
Diese Sendbotenmannschaften sollen aus drei Fahrern bestehen, die die Treuegrüße überbringen sollen. Den Sendboten wird ein Ehrenbecher und ein Ehrendiplom überreicht werden, die beide die Unterschrist des Schirmherrn der Ostlandtreuesahrt, des Reichspräsidenten v. Hindenburg, fragen werden. Außerdem wird der Ehrenbccher die Inschrift tragen: „Die Treue ist das Mark der Ehre."


