Ausgabe 
10.8.1939
 
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kommenden Sonntag das erste Schießen auf dem neu errichteten Stand stattfinden.

Q Kesselbach, 9. Aug. Die hiesige Spar­und Lorschußkasse veranstaltete aus Anlaß ihres 60jährigen Bestehens für ihre Mit­glieder einen Ausflug. In froher Erwartung fuhren Vie Teilnehmer (insgesamt 570) aus dem Lumdatal mit dem Sonderzug über Lollar und diejenigen aus Roßberg, Dreihausen und Ebsdorf mit zwei Auto­bussen nach Marburg. Die Ausflügler wurden von Beauftragten der NSG.Kraft durch Freude" empfangen und zunächst in geschlossenem Zuge in Vie Aula der Universität geführt. Im Rahmen der Begrüßung der Gäste wurde leider mitgeteilt, daß Die Nachmittagsvorstellung der Festspiele ausfallen mußte. An Stelle dessen wurden die Gäste in meh­reren Gruppen durch die Stadt geführt und ein­gehend die Sehenswürdigkeiten besichtigt. Zu Mit- kag sand man sich in den verschiedenen Gaststätten ein. Anschließend wurden die Besichtigungen fortge­

setzt. Schließlich traf man sich in den geräumigen Stadtsälen zu einem kameradschaftlichen Zusam­mensein, das die Mitglieder des Gesang-.i.r.'ins Kes. selbach durch schöne und ausgezeichnete Licdvorttäge unterhaltsam gestalteten. Eine Musikkapelle spielte leißig zum Tanz auf. Ueberaus zufrieden mit allem was der Tag gebracht hatte, machte man sich auf die Heimfahrt.

kreis Alsfeld.

Homberg, 8. August. Die erste Mann- schäft der Hornberger Schützengilde war auf Grund ihrer guten Leistung beim Unterkreis, schießen zu dem in Gießen.stattgefundenen Kreis- schießen zugelassen worden. Die sich daran betei- ligenbe Mannschaft in der Besetzung Becker, Goß. selber, Leininger, Ramge erreichte hierbei das gute Ergebnis von 566 Ringen. Daniel Becker war bester Schütze mit 156 Ringen. Da die Mannschaft als Sieger der 8-Klasse hervorging, wird sie auch zum Gauschießen am 24. September zugelassen.

9. jl.-'Sport

völlige Llebereinstimmung.

Anläßlich seines Aufenthaltes in Berlin hatte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Braf Baillet-Latour (Belgien), eine Aus­sprache mit Dr. Ritter von Halt, dem Präsi­denten für die V. Olympischen Winterspiele 1940 in Barmisch-Partenkirchen. Dabei ergab sich eine völlige llebereinstimmung der Ansichten der beiden Sport- nihrer bezüglich der Verhandlungen mit dem Inter­nationalen Schiverband.

Oblt. £emp vor Bramfeldt.

Deutscher Doppelerfolg in Dünsdorf.

Der Vierländerkampf im Modernen Fünfkampf «urde am Mittwoch in Wünsdorf entschieden. Deutschland belegte in der Gesamtwertung mit 87 Punkten vor Ungarn mit 133, Italien mit 136 und Finnland mit 148 Punkten den ersten Platz. Außer­dem gab es in der Einzelwertung durch Oblt. üe m p und ff«Uftuf. Bramfeldt einen schönen Kutschen Doppelsieg. Lt. Bo'lgar (Ungarn), Ser- [*ont Halme (Finnland) und Oblt. C e c c a r e l l i Italien) belegten den dritten bis fünften Platz und waren somit die besten Ausländer. Der Präsident les IOK., Graf Baillet-Latour, nahm die Äegerehrung vor, und General der Artillerie von hidjenau würdigte in einer kurzen Ansprache üie ausgezeichneten Leistungen der Fünfkämpfer.

Als letzter Wettbewerb wurde am Mittwochmo» «n der 4000- Meter-Geländelauf durch- «sührt, der vor zahlreichen Ehrengästen, unter snen sich auch der Reichssportführer v. Tscharn- ii e r und Osten befand, vollen Einsatz von den Läufern verlangte, da der Boden durch Regen tief md schwer geworden war. Die beste Zeit erreichte «r finnische Favorit für diesen Lauf, Sergeant »alrne, mit 13:10 Minuten. f^-Uftuf. Bramfeldt und ter ungarische Lt. Bolgar teilten sich mit 13:57 in ten zweiten Platz. Oblt. Lemp wurde zwar in ti:17 nur Zehnter, doch reichte es für ihn zum ti-efamtfieg.

Ransfeld fährt die BMW.-Maschine.

Die O. N. S. teilt mit: Die Bayerischen Motoren­werke haben nach dem bedauerlichen Unfall von (uropameister Georg Meier beim Großen Preis

von Schweden die Werksmaschine, die Meier für den Großen Preis von Großdeutschland am kommenden Sonntag in Hohenstein-Ernsttal erhalten sollte, einem Wunsch von Korpsführer Hühnlein entsprechend, Kurt M a n s f e l d zur Verfügung gestellt, der damit nach längerer Pause in ein internationales Rennen eingreifen kann.

21 uch Walfried Winkler (DKW.) kann am nächsten Sonntag beim Großen Motorradpreis von Großdeutschland auf dem Sachsenring nicht starten, da er sich beim Großglocknerrennen schmerzhafte Verletzungen zugezogen hat.

Motorschar 1/116 Lang-Göns.

Bei der Hessischen Heimatfahrt konnten die Fahrer der HI.-Motorschar 1/116 Scharführer Albert >ü l- I e r, Rottenführer Helmut Belten und Igg. Heinz Müller je eine goldene Plakette erringen.

Gießener Rundstreckenrennen.

(EinRennen der Gefchäflsradfahrer".

Im Rahmen des Gießener Rundstreckenrennens, das am kommenden Sonntagvormittag von der Gießener Radfahrer-Vereinigung durchgeführt wird, wirb auch ein Rennen der Geschäftsradfahrer aus- getragen. Diese Rennen, die in anderen Städten schon seit langen Jahren veranstaltet werden, sollen auch in diesem Jahr erstmals in Gießen durch­geführt werden. Bei demRennen der Geschäfts­radfahrer" können sämtliche männlichen Volks- genossen teilnehmen, die in ihrem Berus sich des Fahrrades bedienen müssen, seien es die Bäcker- lehrlinge, die früh morgens die Brötchen ausfahren, seien es die Metzgerlehrlinge, die ihren Kunden die Fleischwaren bringen usw. Gefahren wird nur auf Geschäftsrädern, d. h. solchen Fahrrädern mit einem kleinen Vorderrad und dem Gepäckständer. Gestartet wird in zwei Klassen und zwar unter 18 Jahren und über 18 Jahren. Die Teilnehmer der Klasse unter 18 Jahren müssen die Rundstrecke fünfmal, diejenigen über 18 Jahren zehnmal durchfahren. Es ergeht an alle Betriebssichrer die Bitte, ihren Mit- arbeitern zur Teilnahme an diesemRennen der Geschäftsradfahrer" die Geschäfts- rät)er zur Derfüguklg zu stellen.

Deutschlands Ruderer im Melkamps.

28. Meisterschastsrudern auf dem Maschsee bei Hannover.

Mit den deutschen Meisterschaften, die am Wochen» ehe auf dem Maschsee bei Hannover zur Ent sch ei- hng stehen, erreicht das nationale Ruderjahr fei- rin Höhepunkt. Eine große Spannung und Unge» rißheit liegt über dem 28. Meisterschaftsrudern, ltben doch die Regatten der letzten Wochen nur i ganz wenigen Bootsgattunaen eine Klärung des Kräfteverhältnisses gebracht. Als Favoriten kann nan Eckstein/Stelzer (Berlin) im Zweier o. St., lMstmann/Adamski, Stm. Holstein im Zweier m. (:1t. und den Wiener Hasenöhrl im Einer anspre- een, aber über allen anderen Meisterschaftsrennen Ifigt tiefste Dunkelheit, was der Veranstaltung auf km Maschsee einen besonderen Reiz verleiht. Die i Hannover ermittelten Meister werden wie

üblich die deutschen Farben bei den Europa­meisterschaften vertreten, die in diesem Jahre vom 1. bis 3. September in Amsterdam stattfinden.

In sieben Bootsgattungen werden die Meistertitel vergeben. Don den vorjährigen Meistern fehlen der Europameister im Achter, Berliner RE., dessen umbesetztes Boot nicht den Erwartungen entsprach, im Vierer o. St. der Regensburger RV. und im Doppelzweier die Frankfurter Germanen Mar- quardt/Paul. Hasenöhrl (Wien) im Einer, Eckstein/ Stelzer (Berlin) im Zweier ,,ohne", @u ft mann/ Adamski (Berlin) im Zweiermit" und Wratislawia Breslau im Vierer m. St. verteidigen dagegen ihre Titel.

Vor der hessischen Fanstball-Ganmeisterschast (Hauspieltag in Marburg.

Die der hessischen Faustball-Gauklasse angehören- I ton Mannschaften haben in diesem Sommer in drei Sruppen aespielt. Die Runden wurden jetzt zu Ende zaMrt. Als Gruppensieger stehen fest: Gruppe Hessen-Preußen Kassel; Gruppe Eder: u. Wasenberg; Gruppe Süd: To. 1846 Gießen, der Wenge Gaumeister.

Der Gruppensieger treffen am kommenden Sonn- beim Gauspieltag des Gaufachamtes Turnen i Marburg zur Ermittelung des Gaumeisters zu-

Briefkasten ver Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Anfrage f) 7V. Da Ihre Tochter kinderlos ver­storben ist und eine letztwillige Verfügung nicht hinterlassen hat, ist deren Ehemann neben Ihnen zur Hälfte der Erbschaft als gesetzlicher Erbe be­rufen; daneben gebühren ihm außer diesem Erb­teil die zum ehelichen Haushalt gehörigen Gegen­stände und die Hochzeitsgeschenke als Voraus. Das Erbrecht Ihres Schwiegersohnes, sowie das Recht auf den Voraus (Hochzeitsgeschenke und die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände) ist ausgeschlossen, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes auf Scheidung wegen Verschuldens des Ehe­gatten zu klagen berechtigt war und die Klage auf Scheidung ober Guf Aufhebung der ehelichen Ge­meinschaft erhoben hatte. Maßgebend für die Ent­scheidung der Frage, ob dem Schwiegersohn ein Erbrecht zusteht, ist daher die Tatsache, ob Ihre Tochter die Klage aus Ehescheidung ober Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft wegen Verschuldens ihres Ehemanns bereits vor ihrem Tode erhoben hotte; war bies der Fall unb wäre die Klage be- grünbet gewesen, so hat Ihr Schwiegersohn keiner­lei Ansprüche unb Rechte an bem Nachlaß Ihrer verstorbenen Tochter.

warten läßt. Nicht weniger als 36 Mannschaften beteiligten sich heuer an ben Spielen ber Kreise, das ist die breifache Zahl bes Vorjahres.

In Marburg wird aus ben vier besten Mann­schaften bes Gaues der Gausieger ermittelt, der dann an der Vorrunde zu den Reichsendspielen teil­nimmt. Mit Tgm. Hanau, Tv. Bad Ems, CT. Hessen-Preußen und einer weiteren Kasseler Mann­schaft treten Mannschaften an, die uns schöne unb ausgeglichene Kämpfe versprechen.

Der Marburger Gauspieltag wirb unter Leitung von Gauobmann Dr. P f e f f e r (Gießen) durch- ge führt.

-bürg zur Ermittelung bes Gaumeisters zu- iiTimen. Tv. 1846 Gießen, ber in seiner fr-uppe ungeschlagen geblieben ist, hat in Marburg le: Gaumeistertitel gegen zwei Gegner zu vertei- tigen, die als alte Fauftdallpioniere ul>er reifes und ftis?res Können verfügen. Da sich die Gießener aber ii flbiefem Jahre in gan* ausgezeichneter Form be­finden, dürsten sie nur schwer zu schlagen sein.

.»er Gaumeister, ber in Marburg ermittelt wirb, Timmt an den Gaugruppenspielen, d. h. ber Vor- AEbe für die Deutschen Meisterschaften teil; das- litte gilt von ben Gausiegern der beiden Alters- fafen, die am Sonntag ebenfalls in Marburg lisgestellt werden.

Äehr gut besetzt ist die Altersklasse I (32 bis 40 Jfare). Es treten die folgenden Kreissieger an: Ä'Wetzlar, Tuspo Treysa, To. Korbach, Tgm. Bad Driburg, Tv. Mühlen (Lahn), VfL. I80O Marburg, ^izeispo. Hanau, ACT. Kassel. Es wird in dieser Mfe, die über erfahrene Faustballspieler verfügt, * hochwertigen Wettspielen kommen, die denen «1 Gau-klasse bestimmt nicht viel nachstehen werden.

m der Altersklasse II (über 40 Jahre) werden E. Tmn. Bad Homburg, Licht-Luft Hanau unb oizeispv.Kassel gegenüberstehen und beweisen, in ^tb hohem Maße ber Gedanke bes Wettkampfes £r:ibe in ber älteren Schicht der Mitglieder des -ML. noch lebendig und wirksam ist.

E»chr erfreulich ist es, daß der Gau Hessen im mmen bes Marburger Gauspieltages erstmals auch rinn M e vft erschaft imK 0 rbbal 1 durchführt. 2e?s Frauenspiel hat im Gau in kurzer Zeit eine Gilroirflung genommen, bie weiteren Anstieg er»

Beihilfen und Trennungszuschläge für Dienstverpflichtete.

Großzügige Berechnungsgrundlagen. - Steuerfreiheit.

Der Reichsarbeitsmi nister hat Durchführungs­bestimmungen über bie neuen Beihilfen unb Tren­nungszuschläge für Dienstverpflichtete erlassen, die, entsprechend ber Anweisung bes Beauftragten für ben Bierjahresplan, in großzügiger Weise dafür sorgen, daß diejenigen Volksgemüien keinen finan­ziellen Nachteil erleiden, die zu staatspolitisch be­deutsamen und unaufschiebbaren Arbeiten verpflich­tet werden.

Ausgangspunkt für die Berechnung der Dienst­pflichtbeihilfe ist das bisherige Durchschnittsarbeits­einkommen. Bei feiner Ermittlung sind die Ver­hältnisse ber letzten vier Wochen vor ber Dienst­leistung zu Grunbe zu legen. Dabei gelten als Arbeitseinkommen auch Vergütungen für regel­mäßig geleistete Mehrarbeit unb" Zulagen unb Zuschüsse, es sei benn, baß sie im Berechnungs­zeitraum nur ausnahmsweise ober zufällig erzielt würben. Als Dienstpflichtbeihilfe wirb ber Unter- schiebsbetrag zwischen bem früheren Einkommen unb dem besonders ermitteltenbetriebsüblichen Arbeitsverdienst" im Einsatzbetrieb gewährt. Wenn z. B. ein Hilfsarbeiter bisher wöchentlich 40 RM. hatte, währenb er in ber neuen Arbeitsstelle üblicherweise nur 35 RM. oerbient, finb ihm 5 RM. wöchentlich als Beihilfe zu geben. In beiben Fällen ist vom Bruttoverbienst auszugehen. Außerbem wirb ber Trennungszuschlag ba gewährt, wo wegen boppelfer Haushaltsführung Mehrkosten entstehen. Beihilfe unb Trennungszuschlag sollen an ben vom Dienstverpflichteten benannten Empfangsberechtig­ten, in ber Regel bie Ehefrau ober ein erwachsener Angehöriger, möglichst überwiesen werben. Zu Gun­sten ber Dienstverpflichteten wird bestimmt, daß abgesehen von der Sonderregelung für die aus­laufenden Westmaßnahmen bie Leistungen nach

der Neuregelung rückwirkenb von der Lohnwoche an Zu gewähren finb, die mit ober nach bem 1. Juli 1939 begonnen hat. Die Erstattungspflicht bes Unternehmers bezieht sich nur auf die Dienstpflicht- beihilfen, nicht auf etwa gewährte Trennungs- Zuschläge.

Wie ergänzend aus einem aufschlußreichen Kom­mentar von Ministerialrat Dr. Zschucke vom Reichs- arbeitsministerium imReichsarbeitsblatt" zu ent­nehmen ist, ist die Höhe der Dienstpflichtbeihilfe je­weils ein fester Betrag. Ist der betriebsübliche Ar­beitsverdienst gleich dem bisherigen Einkommen, oder ist er höher, so errechnet sich keine Beihilfe. Ist dagegen der betriebsübliche Arbeitsverdienst niedriger, so wird die Beihilfe fällig, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob ber Dienstverpflichtete etwa von vornherein durch Akkord usw. mehr als den betriebsüblichen Arbeitsverdienst erzielt. Ein solcher Mehrbetrag bleibt jhm zur eigenen Verfügung als Leistungslohn unb Anreiz zur weiteren Leistungs­steigerung. Ebenso wie bie Beihilfe selbst ist ber Trennungszuschlag eine soziale Leistung, bie daher von Steuern unb sozialen Abgaben frei unb der Pfändung nicht unterworfen ist. Das Einkommen von Angehörigen bleibt sowohl für den Trennungs- Zuschlag als auch für bie Beihilfe völlig außer Be­tracht. Eine Versagung ber Dienstpflichtbeihilfe ist im allgemeinen nicht vorgesehen. Nur in einem Sonderfall kann bie Versagung, gewissermaßen strafweise, erfolgen, nämlich bei solchen Arbeits­kräften, bie aus berufsfrember Beschäftigung durch die Dienstverpflichtung wieder in die Landwirtschaft zurückgeführt werden müssen, nachdem sie vorher die berufsfremde Beschäftigung unter Verstoß gegen bestehende Einstellungs- oder Arbeitsplatzwechsel­bestimmungen ausgenommen haben.

Wirtschaft.

Wechsel als ZinanzierungSinstrument.

Die große wirtschaftliche Bedeutung des Wechsels besteht darin, baß durch ihn der Käufer sich Ware auf Kredit verschafft, unb ber Verkäufer mit dem erhaltenen Wechsel eine Schuld bei seinem Liefe- ranken begleicht. Der Wechsel kann ferner, bereits vor bem Fälligkeitstag in Kapital umgewandelt, diskontiert werden. Die Bank zahlt den Wechselbetrag nach Abzug des Diskonts, d. h. der Zinsen für die Zeit vom Tage des Ankaufs bis zur Fälligkeit des Wechsels. Es gab früher einmal eine Zeit, da von Bankseite wiederholt Klage darüber geführt wurde, baß sich bie Wirtschaft zu wenig des Handels- Wechsels bediene. Untersuchungen einer Großbank haben nun gezeigt, baß sich bas Aufkommen an Handelswechseln zwar heute auf einer tieferen Ebene als früher bewegt, daß es aber durchaus nicht rück- läufig ist, unb daß ber Warenwechsel [eine Be- beutung auch keineswegs verloren hat. Im Zuge der Wirtschaftsentwicklung gibt es verschiedene Ge­werbezweige, wie z. B. die Eisen-, Metall- unb Mäschinemndüstrie, bie infolge größerer Umsatz­steigerungen ben Handelswechsel wieder stärker be­nutzen. Aber auch die kleineren Unternehmer unb Gewerbetreibenden sind im Zuge der Vollbcschäfti- gung der Wirtschaft stärker zur Wechselfinanzierung übergegangen. Auf zwei Gebieten hat er sich beson­ders stark eingebürgert, und zwar, bei der Finan­zierung der Getreidevorratshaltung und des Auto- absatzes. Wenn auch der Wechsel auf bestimmten Gebieten weniger verwendet wird, so hat er doch auf anderen sich neue Möglichkeiten erobert, die mit aller Deutlichkeit erkennen lassen, daß er sich als zweckmäßiges Finanzierungsinstrument im bis­herigen Umfange auch in $ufunft behaupten wirb. Bei der Hereinnahme von Wechseln lassen bie Ban­ken naturgemäß die entsprechende Vorsicht walten, um sich und die Kundschaft vor Verlusten zu be­wahren. Diese vorsichtige Prüfung hat bisher auf bie Wechselmoral einen sehr günstigen Einfluß ge­habt unb ist damit auch der Allgemeinwirtschaft zugutegekommen.

Rhein-Mainische Börse.

Mitlagsbörse: Tendenz eher schwächer.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Gegenüber weiteren kleinen Glattstellungen aus ber Börse heraus blie­ben bie mäßigen Kaufaufträge der Bankenkundschaft fast ohne Wirkung. Trotz des leichten Gegengewichts, das diese Käufe boten, war die Haltung am Aktienmarkt eher weiter schwächer, wobei die starke Geschäftsstille nicht ohne Einfluß blieb. Von den zunächst in nur sehr geringer Zahl notierten Werten stellten sich IG. Farben 0,25 v. H. fester auf 147, ferner gewannen Adlerwerke 0,25 0. H. au 99,75, Conti Gummi ohne Umsatz 1,25 v. H. au 217,50, Lechwerke Augsburg 0,50 0. H. auf 97, anderseits gingen Rheinstahl auf 125 (126), Rhein­metall auf 116 (116,65), Heidelberger Zement auf 142,50 (143), Reichsbank auf 179,40 (179,75) unb Thüringer Lieferung Gotha auf 114,75 (115,50) zurück.

Der Rentenmarkt lag unoeränbert still unb ohne stärkere Veränberungen mangels entsprechen- ber Aufträge. Pfanbbriefe unb Staatsanleihen hat­ten ausgeglichene Marktlage unb unoeränberte Kurse. Auch Stabtanleihen unb Industrie-Obligatio­nen waren meist behauptet, letztere z. T. leicht angc- boten. Reichsaltbesitz unb Reichsbahn-Vorzugsaktien notierten unoeränbert 132,10 bzw. 122,65. Im Frei- verkehr waren Kommunal-Umschulbung 0,13 üb­erholt auf 93,13, währenb im telephonischen Frei­verkehr Steuergutscheine erneut 0,13 bis 0,25 0. H. nachgaben.

In ber zweiten Börsenstunbe blieb bie Haltung schwächer, doch kamen nur in einzelnen Papieren zweite Notierungen zustanbe. Matt lagen AEG. mit 112,50 .nach 113,90. IG. Farben verloren 0,40 v. H. auf 146,65. Bon später notierten Werten gingen Zellstofswerte bis 1,50 v. H. zurück, im übrigen hiel­ten sich bie Schwankungen unter 1 v. H.

Unnotierte Werte lagen still unb behauptet, lagesgelb unoeränbert 2,25 0. H.

Abendbörse behauptet.

An ber Abenbbörse war kaum noch Abgaben­neigung zu beobachten, anberfeits war aber auch nur jögernbes Kausinteresse festzustellen. Trotz kleiner Schwankungen bis etwa 0,50 v. H. nach bei­ben Seiten war bie Grunbhaltung eher etwas ge­bessert. IG. Farben gingen 0,25 v. H. höher mit 147,2-5, anberseits Verein. Stahl 0,50 v. H. schwächer mit 97,50 um. Ein wenig höher lagen u. a. Man­nesmann mit 103,13 (103), MAN. mit 141,50 (141),

AEG. mit 112,75 (112,50), BMW. mit 132,25 (132), Daimler mit 118,25 (118) unb Reichsbcmt mit 179,50 (179,40). Nicht ganz behauptet waren Hoesch mit 105,65 (105,75), Rheinstahl mit 124,75 (125), Adlerwerke mit 99,.50 (99,75), Licht unb Kraft mit 129,50 (129,75), Sübb. Zucker mit 220 (220,25), unb je 1 v. H. nichtiger gefragt waren in Anpassung an Berlin Holzmann nut 149 unb Demag mit 138,50. Renten waren still. 6 v. H. IG. Farben gingen 0,18 v. H. nichtiger mit 120 um, Reichsbahn- Vorzugsaktien unoeränbert 122,65. Steuergutscheine I würben in ben Abschnitten Januat/März im Ver­kehr von Bank zu Bank mit 98,05 umgesetzt.

Jrantfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige fe 100 kg) in Mark: Weizen W 9 195, W 11 197, W 12 198, W 13 199,

W 16 202, W 18 204, W 19 206, W 20 208, Rog-

gen R 11 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185,

R 16 187, R 17 188, R 18 189, R 19 191 Groß-

Handelspreise der Mühlen der genannten Preisge- biete. Futtergerfte, Futterhafer, Weizenmehl Type 812 W 13 bis W 20 einschließlich Kreis Alzey *30,05, W 20 Kreis Worms 30,40; do. Type 630 W 13 bis W 20 einschl. Kreis Alzey 31,20, W 20 Kreis Worms 31,55; ho. Type 1600 W 13 bis W20 emschl. Kreis Alzey 23,05, W 20 Kreis Worms 23,55; Roggen mehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, N 16 22,95, N 18 23,30, R 19 23,50 alles zuzüglich 0,50 RM. Frachtausgleich; Welzcnsutter- mehl W 19 13,60, Wcizcnvollklcie W 19 11,60, Wei- Zenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfcstprcis ab Müh- lenstation: Roggenfuttctmehl R18 12,90, Roggen- vollkleic R 18 10,90, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40 R 19 10,50 Mühlen- festpreis ab Mühlenstation; Treber, Wiesenheu, honhelsüblich 5,00 bis 5,20, do. gut, gesund, trocken 5,60 bis 6,00; Ackerheu, gut, gesund, trocken 6,00 bis 6,30, Klceheu, handelsüblich 6,00 bis 6,40, do. gut, gesund, trocken 6,40 bis 6,80, Luzerneheu, han­delsüblich 6,60 bis 7,00 do. gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50; Weizen st roh, bindfadengepreßt ober gebündelt, alte Ernte 2,50, Roggenstroh, do. 2,70, Hafer- unb Gerstenstroh, do. 2,30 bis 2,40 Erzeuger­preis ab Erzeugerverladestation. Tendenz ruhig.

Frankfurter Schtachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 10. August. (Dorbcricht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraustrieb: 828 Rinder (112 Ochsen, 109 Bullen, 420 Kühe, 187 Färsen), 626 Kälber, 30 Hämmel, 62 Schafe, 799 Schweine. Es kosteten: Ochsen 37,50 bis 46,5 RM., Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 25 bis 42, Schweine 53 bis 62 RM. Markt­verlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Häm­mel und Schafe mittel.

Rundfunkprogramm

Freitag, 11. August.

5 Uhr: Frühmusik. Musikkorps des Infanterie- Regiments 105. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgen­spruch, Nachrichten, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Musikkorps des Jnf.-Regiments 5, Marinc-Artillerie-Bataillon Pillau. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Machet auf das Tor. 8.40: Froher Klang zur Werkpausc. Leo Eysoldt mit seinem Orchester. 10: Schulfunk. Deutscher Geist bezwingt ben Raum ber (Erbe. (Eine Hörfolge um beütsche (Erfinhungcn. 10.30: Zollkreuzer auf Strei- * fensahrt. Rundfunkberichte vom Zolldienst an ber deutschen Norbostgrenze. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. Das kleine Orchester bes Reichs- fenbers Saarbrücken. 13: Nachrichten. 13.15: Mit­tagskonzert (Fortsetzung). 14.10: Beliebte Suiten und Potpourris. (Jnhustrie-Schallplattcn und Eigen­aufnahmen.) 16: Aus Bah Ems: Konzert. Einlage 17 bis 17.10: Die bcutfchen Golfmeisterschaften tu Bah Ems. 18: Zwischen Enkel unb Ahn. 18.30: Sport ber Woche und für ben Sonntag. 18.45: Konzert. Der Chor bes Rcichssenbers Frankfurt. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Hau-Ruck ber West­wall steht. 20: Von Stuttgart: Nachrichten bes Drahtlosen Dienstes. Anschlicßcnb: Hier spricht die Ncichsgartenschau. 20.15: Unterhaltungs-Kon^erk. Das große Orchester bes Rcichssenbers Frankfurt« 21.15: Stimmen in ber Nacht. (Ein sommerliches Notturno von Werner Brink. 22: Nachrichten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Bilberbuch ber Woche. 22.35 bis 24: Unterhaltungs- unb Volks­musik.