Ausgabe 
17.7.1941
 
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Donnerstag, II.ZuliMl

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

r.168 Zweites Blatt

Aus der Stadi Gießen

Inschrift über der Eingangstür der Jugendherberge Hardtterrasse auf einer Platte.

Bedeutsame Klärung der Mdschadenssrage

P. B.

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Der Nome i$t^4wd plo$r. Bitte genau beachten!

Zum Mittelpunkt der Erde

Von Bruno H. Bürgel.

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17. Juli von 21.38 bis 5.18 Uhr.

Iugendher- beim Betreten inne, um eine

Schon mancher Besucher der berge Hardtterrasse hielt des Gebäudes vor den Stufen

Zeitschriften.

Im Juli-Heft derneuen lini e" (Beyer- Verlag, Leipzig) finden wir u. a. einen Beitrag über die Münchener Akademie, worin einige be­sonders ausgeprägte Künstlerpersönlichkeiten ihres Lehrkörpers wie Bestelmeyer, Thorak, Bleeker, Schinnerer und Gulbransson in Text und Bild charakterisiert werden. Höchst aktuell erscheint eine andere Bilderserie, die nach dem gleichen Prinzip die wesentlichsten Köpfe einer Propaganda, Kompanie vorführt. Die fünfte Preiserzählung, Der verschenkte Sieg" von Günther Wandel, ist ihres versteckten Humors und des nicht alltäglichen Themas wegen bemerkenswert. Eine reizende Kin­der- und Hundegeschichte erzählt Curt Hofmann. Der Herausgeber, Dr. Bruno E. Werner, erstattet rückblickend unter der UeberschriftScherz, Satire und Tragödie" einen zusammenfassenden Berliner Theaterbericht. Zu einem AufsatzZauber der Arktis" von Vitalis Pantenburg findet man seltene Aufnahmen aus der Sammlung eines Polarjägers. Bilder von altertümlich-behäbigen Tiroler Gast­häusern machen Lust zum Reisen. Ein zeitgerechter Modenteil, Bücher- und Scha^platten-Berichte run» den den Inhalt ab.

an. der der der

Heber die duftenden Mümelken hin ..

Dornotizen.

von starken fleischigen Stengeln wie von zähen Tauen gehalten, die nach dem im Grundschlamm verankerten Wurzelstock zusammenlaufen. .Da die 7iosen mit den Blättern atmen, ruhen diese auf der Wasseroberfläche wie große Hände, mag der Spiegel allen ober steigen. Im letzteren Fall liegen sie an teil gereckten Stengeltauen dicht beieinander wie ein einziges grünes Floß, während sie sonst an schräg uni) seitwärts gerichteten Schäften vereinzelter er­scheinen.

Der römische Schriftsteller Plinius erzählt, eine dieser Wasserrosen sei eine verzauberte Göttin, eine Nymphe, gewesen und habe den Herkules geliebt. »Iber an ihrer Leidenschaft zu ihm sei sie gestorben. Daher haben wohl die lieblichen Beherrschermnen ter stillen Wasser ihre schönen Namen Nymphen- iind Nixenblumen. Heber ihnen jagen mit Vorliebe die schnellen Libellen nach Mücken und Fliegen, aber auch bei schwärmerischen Liebesspielen uchen sie die Nähe der zart duftenden Wasserrosen, um in ihren weichen Blütenbetten Hochzeit zu feiern. Idarauf spielt der Dichter Voß in seiner IdylleDer )agestolz" an, indem er das Mädchen Marie sagen ößt:

Wenn du im wankenden Kahn die sonnige Bille beruberjt,

Oder zum Angeln dich in die grünenden Schilfe hineindrängst, Schweb' ich als schöne Libelle, von blauen Libellen umliebelt,

ßen persischen Nationalepos, das Königs­buch ober Schahname betitelt ist. Drei von Bullers bearbeitete Bänbe erschienen kurz vor und nach seinem Tobe, nachbem er schon 1833 eine Auswahl von Gebichten bes Königsbuches herausbrachte. Das Königsbuch würbe von dem persischen Dichter Firdusi nach dem Jahre 1OOO in dreißigjähriger Tätigkeit aus alten Heberlieferungen von den sagenhaften Uranfängen des iranischen Reiches bis zu seinem Untergang durch die Araber 651 in 60 000 Doppelversen neu gestaltet. Goethe, der die Herausgabe des Werkes durch die Sprachfor­scher nicht mehr erlebte, kennzeichnet es in seinem Anhang zum west-östlichen Divan alsein wich- s tiges, ernstes, mythisch-historisches National-Funda-

Neben Sanskrit, der Hochsprache der arifdjen In­der, beschäftigte sich Vullers eifrig mit der persi­schen und arabischen Sprache. Er schrieb um 1840 in lateinischer Sprache ein Werk über den Vergleich der persischen mit der altindischen Sprache. Aus dem Persischen übersetzte er unter anderem die Ge­schichte der Seldschucken, eines türkischen Herrscher­geschlechts was ihm hohe Ehrungen im In- und Ausland eintrug und Fragmente über die Reli­gion des Zorvaster.

Wohl viele Zeit verwandte Vullers zugleich mit anderey Sprachforschern zur Herausgabe des gro-

* t Müheloses, rasches Verbinden mit Hansa*

tl01 HPt plast-elastischI Nur einen Streifen oo-

, schneiden, die Gaze entfernen und den

IaATm fÄ01A Verband auflegen, schon ist die Wunda iRrMvU/lw^v hygienisch verschlossen.

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;ür einen kühlen Trunk empfänglich machte, stieg ! ich hinab in den kühlen Keller. Ein breitschultriger behäbiger Wirt, der, wie sich später zeigte, über □iel gesunden Mutterwitz verfügte, nahm sich meiner in, und als ich nach Löschung meines Durstes an hn die Frage richtete, weshalb es ju,t hier zum Mittelpunkt der Erde ginge, zeigte er auf em tiefes 3odj, auf einen dunklen Schacht, der m bie Unter­welt führte und mit einer mächtigen Klappe ver- schlossen war. Sie werden nicht bestreiten können, agte er, daß wir, wenn wir nun immer weiter graben wollten, da zum Mittelpunkt der Erde iämen; mir fehlen die Gelder, diesen Plan aus- mführen, aber das eine kann ich Ihnen sagen: Oie Gelehrten haben unrecht, wenn sie behaupten, i ^ es im Innern der Erde heiß ist! 2m Gegenteil, i kühl ist es da, sonst bewahrte ich nicht meine Ge- i tränte dort unten auf!

©er Honigklee.

Eine vielseitige heil- und Gebrauchspflanze.

NSG. Der Gausachbearbeiter der Reichs­arbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschafsung teilt uns mit:

Auf Schutt, an Wegerändern und Feldrainen ziemlich häufig ist der Honigklee, vielfach auch Steinklee genannt, der vom Juli bis September in den Achseln seiner 3-zäHligen Blätter lange, hell­gelbe Blütentrauben erscheinen laßt, die der bis zu 1 Meter hochwerdenden Pflanze zum duftig wir­kenden Schmuck gereichen. Noch höher als dieser og. echte Steinklee wird derhohe Steinklee , der mehr feuchte Standorte liebt, an Bachufern und an Sumpfwiesen häufig artflctroffen. Von den beiden Arten dieser Gattung aus ber Familie der Hülsenfrüchtler wird das ganze blühende Kraut als Droge gewonnen.

Es wird so gesammelt, daß etwa la bis 20 cm lange blühende Triebe (mit starken Stengelteilchen) abgeschnitten, dann in nicht zu dickte Sträuße zu­sammengebunden und so zum Trocknen auf luftigen, schattigen Dachspeichern aufgehängt werden. Die getrocknete Pflanze muß die Farbe der frischen zeigen. t ,

Die Ablieferung des getrockneten Honigr.leekrautes an die Sammelftellen der Reichsarbeitsgel.neinschaft für Heilpflanzenkunde und HeilpflanzenbeMaffung soll bis spätestens Ende September erfolgt Jem.

Die offizielle Droge findet Anwendung zu' er- weichenden Pflastern, zur Füllung von Kräuter- kissen, als Gewürz für Kräuterkäse und endlich flls Mottenmittel, woran noch Bezeichnungen erinnert wieMottenklee",Mottenkraut", usw. Ihren star­ken eigenartigen Geruch verdankt die Pflanze dem gleichen Riechstoff wie der Waldmeister, dem Cu­marin. Auch innerlich findet die Droge gelegentlich Verwendung jinb Empfehlung, so bei Bronchial­katarrhen, Blasenleiben usw. Neuere Untersuchun­gen müssen hier ben Wert unter Beweis stellen, zumal Cumarin enthaltende Drogen nicht als schlechthin harmlos angesehen werden dürfen und man bezüglich der Dosierung Grenzen setzen muß.

Der NameHonigklee" bringt zum Ausdruck, daß die Pflanze eine gute Bienenweide ist, woran man namentlich beim Sammeln an schwülen Tagen vorsichtigerweise denken soll.

Mozartfeier an der Langemarckschule.

Der Führer sagte einmal:Nur wenigen Gott- begnadeten hat zu allen Zeiten bie Vorsehung bie Mission gegeben, wirklich unsterblich Neues zu ge­stalten. Es gehört zu der Erziehung einer Nation,

hunderts. .

Allgemein bewundern wir den plötzlichen Auf­stieg, den die Beschäftigung mit orientalischen Spra­chen vor über 100 Jahren nahm. Ursprünglich be­durften nur bie Theologen dieser Sprachkenntnisse zur Auslegung ihrer Schriften. Die Engländer und Franzosen brauchten bann diese Sprachen haupt­sächlich zur Erschließung ihrer Kolonien. Die Deut­schen trieb ihr wissenschaftlicher Eifer zur Erfor­schung dieser schwer zugänglichen Sprachen. Mit größerem zeitlichen Abstand erkennen wir, wie beutsche Menschen von einigen Ausnahmen eigenartiger Neigungen und Strebungen abgesehen im Grunde den letzten Resten arischen Weis­tums und Heldentums nachspürten, das in der alten Literatur der Perser und Inder verborgen liegt.

So beziehungslos also zunächst die eingangs be­schriebene Tafel mit ihren altindischen Buchstaben zur heutigen Jugendherberge scheinen mag, so kün­det sie doch dem Eintretenden von den Bemühungen eines Deutschen um alte arische Sprachen und ihre Gedankenwelt, die denselben Wurzeln entspringt wie die unsere.

Wasserrosen.

Wie in einer riesigen Schale gesammelt ruhen die Wasser des Weihers in der ebenen Landschaft. Sin breiten Weidenbüschen vorbei, durch den Lanzen- vald des Röhrichts hindurch gelangt man über federnde Gräser und schwammige Moospolster, wo Wasserampfer und Minzen blühen, an seine Ufer. Stur wenige eigentümliche Geräusche unterbrechen dann und wann das tiefe Schweigen der Einsam­keit. Es sind Laute, die alle irgendwie an die man­nigfachen Stimmen der Wasser erinnern. Wie das Lchmatzen kleiner Wellen in den Uferbuchten und Winkeln klingt das Gezwitscher der geschwätzigen Kiohrsänger im Geschilf. Dem dunklen Gurgeln eines abgründigen Strudels ähnelt zuweilen ein Unten» fuf. Und man glaubt das Rieseln eines feinen Sprühregens zu vernehmen, wenn die schmalen ßchwertblätter Des Rohrs im leisen Windhauch sich fcneinanöerreiben. .

Dann plumpsen plötzlich, wohin man tritt, rote aeworsene Steine aufgescheuchte Frösche in die ret­tende Flut. Aber sie tauchen rasch wieder empor, Die das Aufglucksen des Wasserspiegels da und dort verrät. Besonders kecke Burschen klettern auf die «roßen Blätter der Wasserrosen, als trügen sie wie m Märchen heimliche Königskronen und hielten lusschau nach einer Braut. Doch sind nicht sie die Majestäten in diesen Bezirken, sondern die großen wundervollen Blüten in Weiß und die kleineren m Selb, die Mummeln heißen und sich mit den vor­nehmeren Schwestern verträglich in die stillen Was- erräume teilen. Alle Blätter und Blüten werden

große Rolle, ist auch auf der Sonne und auf den ernen Sonnen der Fixsterne mit dem Spektral­apparat längst nachgewiesen.

Sehr wenig aber war man sich klar darüber, in welchem Zustand sich die Stoffe im Innern der Erde befinden. Heiße Quellen brechen an vielen Stellen aus ben Tiefen hervor, bie glühenden Mos­en, bie bie Vulkane auswerfen, sind durchschnittlich 1200 Grab heiß. Ist das ganze Innere der Erbe eine heiße Hölle, mit der bie Vulkane burch Kanäle in Verbindung stehen? Ist, wie es von manchen Forschern behauptet würbe, bie feste Erbrinbe, auf ber wir leben, tatsächlich im Grunde 'nur so dünn wie eine Eierschale im Verhältnis zur Größe des Eies und brandet nicht gar so tief unter den Böden ber Ozeane, unter den Sockeln der Gebirge bie Glut? Ist die Materie im Erdinnern glühendflüssig, ja glühendgasförmig? Berechnungen zeigen, daß im Zentrum eine Temperatur von annähernd 4000 Grab unb ein Druck von über einer Million Atmosphären vorausgefetzt werden muß.

In diese Fragen hinein spielt auch unser Wissen über die Herkunft, über die Entstehung des Pla­neten Erde. Alle neueren Anschauungen stimmen darin überein, daß die Sonne und die Planeten, bie sie umkreisen, aus ein unb berselben mächtigen Gasmasse hervorgegangen finb; nur über bie Einzelheiten ber Planetenbildung ist man sich noch nicht klar. ES ist aber kaum zu bezweifeln, baß unser Wohnstern als ein kleiner Glutspritzer ber Sonne (die Erde ist neben der Sonne nicht größer als ein Stecknadelkopf neben einem Kürbis) ins Leben trat und sich langsam abkühlte.

Sehr wichtige Ausschlüsse über die Beschaffenheit des Erdinnern hat die immer sorgfältiger werdende Untersuchung ber Erdbebenwellen gebracht, denn diese Erschütterungswellen laufen nicht nur an der Erdoberfläche entlang, sie gehen auch durch den Erdkörper hindurch, durchmessen seine tiefsten Tie­fen, können auf sehr fernen (Erbbebenftationen auf- gefangen und studiert werben. Es ist klar, baß sich Erschütterungen in festen Körpern anders fortpflan­zen als in flüssigen Massen ober in Gasen, unb ba die Bebenwellen sozusagen bas ganze Erdinnere ausloten, berichten sie von ben Zustänben bort.

All diese und noch manche andere Forschungs­mittel und Ueberlegungen haben vor allem bewiesen,

daß im Erdinnern kein gleichmäßiger Ausbau an» getroffen wirb, daß sich beutlich abgesetzte Schichten Dorfinben. Im großen unb ganzen liegen die Dinge etwa so: Im Zentrum ber Erbe haben wir einen Nickeleisenkern von annähernd 7000 Kilometer Mächtigkeit; er wird umschlossen von breiten Schichten, die ein Gemenge von Metallen unb Ge­steinen darstellen, und um diese Schichten legt sich schließlich ber Steinmantel. Nur in ber allerobersten Rinde dieses Steinmantels gehen jene Schollen­bewegungen vor sich, bie wir als Erdbeben bezeich­nen; schon in 50 Kilometer Tiefe etwa fangen die Gesteine an heiß unb zähflüssig zu werden, unb in diese Magmazonen tauchen mit ihren Sockeln die riesigen Blöcke ber Erdteile, der Festländer ein, ja sie schwimmen sozusagen auf dieser Schicht unb verändern unendlich langsam ihren Ort, wie denn nichts im Schollenbau bes Planeten ruht; stänbig knistert es im Gebälk, verziehen sich die Falten im Antlitz der alten Mutter Erde.

schäft dankbar begrüßt, weil damit ein«^Quelle steten Aergers verstopft wird und die^Maßnahmen zur Erzeugungssteigerung wesentlich unterstützt werden. Eine weitere allgemeine Abgrenzung des BegriffesFreilandpflanzung" von Garten- oder hochwertigen Handelsgewächsen ist bei ben geknets- weise völlig verschiedenen Anbauverhaltnissen mcyc möglich. Im Einzelfall wirb auch bei biesen Fra» gen ber im Schadensfeststellungsversahren hinzu» gezogene, mit ben örtlichen Verhältnissen vertraute Sachverstänbige durch die von ihm .ju -bc3

urteilung die sachliche Grundlage für die Entschei­dung geben. . .

Rach der Ausführungsverordnung zum /ieichs- jagdgefetz ernennt die untere Verwaltungsbehörde auf Vorschlag des Kreisjägermeisters sachverständige Schätzer. Es erscheint notwendig, baß der Kreis- jägermeister den Vorschlag im Einvernehmen mit dem Kreisbauernführer macht und daß in allen Fällen, in denen die ordentlichen Gerichte zur Kia-, rung ber Wild schabe ns fragen bie Gaüjägermeister, bie Landesbauernführer ober die ihnen Nachgeord­neten Stellen um Benennung eines Sachverstän­digen ersuchen, sowohl seitens der Jägerschaft, als auch seitens ber Landwirtschaft stets ber gemeinsam vorgesehene Sachverständige namhaft gemacht wird.

schwarze Tafel über der Eingangstür zu betrachten, bie seltsame Zeichen aufweist. Sehr auffallend sind bie Buchstaben nicht, ba sie nur Vertiefungen in ber Platte darstellen, ohne sich durch den Farbton von ihr abzvheben. Keiner der Besucher konnte die In­schrift deuten.

Auf Grund einer Jnschristpaufe teilte der be­rühmte Sprachgelehrte Dr. L. H. Schütz aus Frank­furt a. M. des Rätsels Lösung mit. Die Inschrift ist in altindischer Schrift (Sanskritbuchstaben) abgefaßt. Die erste Zeile gibt den ehemaligen BesitzerGuru Vullers" und bie zweite Zeile die Jahreszahl1860"

mungen ein Ersatz des Wildschadens an Süß- lupinenpflanzungen, an Mais, Raps unb Rübsen also an ernährungswirtschaftlich hochwertigen Pflanzungen nur bedingt zu leisten.

Nach dem neuen Erlaß wird der Begriffhoch­wertiges Handelsgewächs" im Sinne bes Reichs­jagdgesetzes in Zukunft auf die Süßlupine nicht mehr angewandt. Das gleiche gilt für Mais, Raps unb Rübsen. Wildschäden an diesen Pflanzungen sind daher grundsätzlich zu ersetzen. Dabei ist bei der Bewertung des Schadens bei Süßlupinen zu unterscheiden, ob der Anbau zur Grünfütterung ober zur Gründüngung ober aber zur Gewinnung des Körnerertrages diente, der für Saatgutzwecke zur Verarbeitung auf Futtermittel oder zur mensch­lichen Ernährung verwendet wird. Ein Ersatzan­spruch des landwirtschaftlichen Betriebsführers wird bei Süßlupinen, Mais, Raps und Rübsen in Zu­kunft nur bann zweifelhaft sein, wenn ber Anbau an befonbers wilbgefährbeten Stellen erfolgt, ohne daß eine zwingende betriebswirtschaftliche Notwen­digkeit für ben Anbau an dieser Stelle bestand.

Dies» Entscheidungen werden in der Landwirt-

lagcsfafenber für Donnerstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Liebe ist zollfrei". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Sieben Jahre Pech".

Gießener Wochenmarktpreise.

Rachstehenbe Preise sind Händlerpreise und verstehen ich für .4-Ware. Für B-Ware ober abfallenbe Ware loroie für Selbsterzeuger liegen bie Preise niedriger.

* Gießen, 17. Juli. Auf dem heutigen Wochen- inarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, Wirsing, kg 12 bis 18, Weißkraut 18, gelbe Rüben 16, Römischkohl 8 bis 10, Erbsen >0 bis 30, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 60, Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 35, Blumenkohl, I ba5 Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 12, Rettich, das Bund 12 bis 15 Rpf. __________________

Guru' ucucu«. .....

Tat wirkte Professor D. Joh. Aug. Vullers, im Jahre 1803 in Bonn geboren wurde, an ... Universität Gießen als Professor der orien­talischen Sprachen vom Jahre 1833 bis zu seinem Tode im Jahre 1880. Aus dem Orts­grundbuch der Gemeinde Gießen geht bestätigend jeroor, daß Professor Vullers seit 1845 bis zu einem Tode Eigentümer des Gebäudes war, las jetzt einen Teil der Jugendherberge bildet. Von einem Haus am Hardthang hatte der sprachkundige Gelehrte einen freien Blick über' das Lahntal hin­weg auf die Stadt mit ihren umgebenden Höhen, während er zugleich fern vom städtischen Treiben einer stillen Tätigkeit nachgehen konnte.

Die Fragen des Wildschadens und bes Wilö­sch ade nsersatzes haben oft nicht wenig zur Erhitzung der Gemüter auf dem Lande beigetragen. Jeder ist sich darüber klar, daß die hier anstehenden Pro­bleme tatsächlich schwierig zu lösen sind. Um so be­grüßenswerter ist es, wenn jetzt durch gemeinsame Erlasse des Reichsemährungsministers und des Reichsjägermeisters klare Feststellungen in dieser Sache getroffen werden. Dabei wird vor allem betont, daß ber Ersatz des Wildichadens im Ein­klang stehen muß mit den Grundsätzen ber Er­zeugungssteigerung und der Ernährungssicherung.

Nach den bisherigen Bestimmungen des Reichs­jagdgesetzes ist z. B. der Wildschaden, der an Frei- landpflanzungen von Garten- oder hochwertigen Handelsgewächsen angerichtet wird, nicht zu er­setzen, wenn die Herstellung von üblichen Schutz­vorrichtungen unterblieben ist. Eine eindeutige Definition des Begriffeshochwertiges Handels­gewächs" Formte nicht erfolgen in Anbetracht der sich verändernden Anbauverhältnisse in ber Land­wirtschaft und der üblichen landwirtschaftlichen Un­terschiede im Anbau. Bisher war nach diesen Bestim-

Einstich von fünf Millimeter, und wenn wir die Aufgabe hätten, herauszubekommen, aus welchen Stoffen er besteht, ob es in ihm heiß oder kalt ist, jo müßten wir daran verzweifeln, auf diese Weise, durch winzige Mückenstiche in die große Kugel hinein, zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen.

Die Geophysiker haben denn auch andere Mittel, um uns darüber aufzuklären, wie es im Innern dieses Balles aussieht, auf dessen Oberfläche wir einherwandern, aber auch die Bohrlöcher (die tiefste deutsche Bohrung befindet sich bei Sülze, Lüne­burger Heide, und hat 2681 Meter) sind von gro­ßem Nutzen, weil sie uns über Erzlager, Kohlen­lager usw. orientieren. Nehmen wir einmal an, es wäre uns auf irgeubeine Weise gelungen, den gro­ßen Globus, von dem wir oben sprachen, zu wiegen, und wir hätten herausbekommen, daß er so schwer ist, als bestände er ganz aus Eisen. Wenn wir nun mit Hilfe unserer Bohrungen in der großen Kugel, mit Hilfe jener kleinen Nadelstiche und dessen, was sie zutage fördern, feststellen, daß diese Schichten nur Kalk ober Sandstein enthalten, ein Material, das viel leichter ist als Eisen, so hätten wir immer­hin herausgebracht, daß unmöglich bie ganze Kugel aus so leichtem Stoff bestehen kann, daß in ihrem Innern viel schwereres Material liegen muß, denn sonst könnte die Kugel nicht das hohe Gewicht haben. Genau so aber ist es mit der Erdkugel. Man kann den mächtigen Ball, auf dem wir leben, wirklich wiegen, wenn auch auf eine andere Weise, als wir etwa die Schwere eines Fußballes ober einer Kegelkugel bestimmen. Das Gewicht der Erbe ist sehr genau bekannt unb beläuft sich auf rund sechs Millionen-Trillionen Kilogramm. Vergleicht man aber damit das durchschnittliche Gewicht der Gesteine an der Oberfläche unseres Wohnsternes, so zeigt es sich, daß sie viel leichter sind, daß ber Planet unbedingt in seinen Tiefen aus viel schwere­rem Material bestehen muß. Schon lange wußte man also, daß die Erde wahrscheinlich einen Eisen­kern von enormem Ausmaß besitzt, und diese An­nahme hat sich wirklich bestätigt. Das war aber auch aus astronomischen Ueberlegungen wahrschein- lich, denn nahezu die Hälfte aller Meteorsteine, bie i aus dem Weltall zur Erde niederfallen, als Bruch- . stücke irgendwelcher fernen Welten, besteht aus t Nickeleisen. Das Eisen spielt im Universum eine

Attindische Inschrift in Gießen

Von Dr. Th. Dusebcrg.

Bei einer Wanderung kam ich einmal in einer rlten Stadt an ein Wirtshaus, das sich, wie em mächtiges verwittertes Schild kunütat, den sonder­baren NamenZum Mittelpunkt der Erde" zu- gelegt hatte. Für die Zustände im Mittelpunkt der ^wattigen Kugel, die wir bewohnen, habe ich mich immer interessiert, und da der heiße Tag zudem i Tminf »mnfnnrrfirh machte. Ittea

Der Alte schaute mich mit einem verschmitzten i Lächeln an; ich konnte ihm nicht bestreiten, daß man auch hier, in seinem Keller, schließlich zum ; geheimnisvollen Mittelpunkt unseres Planeten hinabsteigen könnte, und wir schieden als gute ! Freunde, wenn mich auch die geologischen und geophysikalischen Kenntnisse dieses Mannes, ber -öe» I litzer des Einsteigschachtes zum Kern der Erde war . rinigermafsen enttäuschten. Ja, ein Dierkeller hat I doch eine etwas zu geringe Tiefe, uber selbst das I reffte Bohrloch der Welt, das sich bei Lillis Welsh ' n Kalifornien befindet unb 3254 Meter btnab» r reicht in die steinerne Haut unseres Planeten, U la ein Nadelstich, wenn wir es mit der ganzen Zrdkugel vergleichen, denn bis zum Erdmittelpunkt lind es 6 378 000 Meter. Denken wir uns einen

Globus, ber so hoch ist wie ein normales Groß- stadthaus, bann wäre jenes tiefste Bohrloch nur em

" bedeutet im SanskritGelehrter". In ment, worin bas Herkommen, das Dasein, die Wir- - - ' - ~ " hing alter Helden aufbewahrt wird. Erne lieber»

setzung eines Teiles dieses gewaltigen Epos brachte uns erst Friedrich Rückert am Ende des 19. Jahr-

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