Ausgabe 
1.4.1941
 
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Gießener Anzeiger

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Matsuokas Besuch in Rom

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mosas entspricht ungefähr der vom Nordkap Lissabon. Zu diesen Inseln kommen weiter auf Festlande die Halbinsel Korea und das Pacht­et Kwantung in der Südmandschurei, ferner Mandatsgebiet in der Südsee, bestehend aus Marianen, Karolinen und Marschallinseln. Die- auf einen gewaltigen Raum zerstreute Reichs­et bedarf zu feinem Zusammenhalt sowohl r leistungsfähigen Handelsflotte wie auch it starken Kriegsmarine. Auf diesen beiden klaren beruht die japanische Macht in erster

alles k u rz und klein geschlagen, die An­wesenden bedroht und verprügelt. Schwer milge­nommen sei der Sportplatz des Deutschen Sport­klubsRapid" in Marburg an der Drau, auf dem alles verwüstet, sämtliche Scheiben zertrüm­mert und alle Geräte zerschlagen worden seien. D i e Juden hetzten nach Kräften, wenn man in den Straßen immer wieder den Ruf höre:Nieder mit den Schwaben" undWir werden euch in kleine Stücke schneiden", dann hätten an diesen Haßaus­brüchen die Juden ihren wohlgemessenen Anteil. Dor Aufregung hätten die Reichsdeutschen kein Auge zugetan. Als es sich dann in Anbetracht der immer drohenderen Lage als ein Gebot der Stunde erwies, unverzüglich abzureisen, hätten sie nur das Allernotwendigste in die Kaffer gepackt und seien abgereist. Jetzt sagen sie alle mit einem hörbaren Seufzer der Erleichterung:Gattseidank, jetzt sind wir in Sicherheit". Wenn 1000 Reichsdeutsche aus dem Nachbarstaat bereits angekommen sind, weitere 600 noch erwartet werden, so wird doch kein ein­ziger von ihnen gezwungen fein, auch nur eine

Graz, 1. April. (DNB.) In der Nacht zum Montag traf der erste Sonderzug mit Reichsdeutschen aus Jugoslawien von der Grenze her in Graz ein. Es ist für alles ge­sorgt, um die Heimkommenden zu betreuen. D>e NSD. hat warme Verpflegung bereitg^stellt, die NS.-Frauenschaft ist zur Stelle und das Deutsche Rote Kreuz springt ein, wo es nottut. Es seien schlimme Tage für sie gewesen, erzählen dre Männer und Frauen, während sie das warme Eisen verzehren Tage, in denen sie nicht den Mut hatten, ihre Wohnungen zu verlassen. In der gleichen Nacht, in der König Peter die Regierung übernom­men habe, seien die Demonstrationen losge­gangen. Es habe den Anschein gehabt, als wäre das alles vorbereitet gewesen. Meist seien es M i t- telschüler mit ihren Lehrern gewesen, die mit britischen Fahnen durch die Stra­ßen zogen, Schmährufe gegen Deutschland auf den Lippen, auch Sokoln und gelegentlich auch Offiziere mit Soldaten. So seien letztere in ein Lokal des Kulturbundes eingedrungen, hätten

Die Staatsrechtslehre des Zweiten Reiches hat ich zwar eingehend mit den Grundbegriffen der Verfassung, wie mit dem Begriff der Souveränität, des Einzelstaats, des Bundesstaats als Gesamtstaat, des Subjekts der Reichsgewalt und allerdings verhältnismäßig knapp mit dem Begriff des Reiches befaßt. Vor allem aber war es den Fachgelehrten, die seinerzeit jeweils zur Reichs­gründungsfeier das Wort ergriffen, zwar darum zu tun, die Stellungnahme Bismarcks, des Grün­ders des Reiches und Schöpfers der Verfassung, zu den Grundfragen des Reichsstaatsrechts heraus­zuarbeiten. Es scheint aber bei einem Rückblick auf jenes Schrifttum, als ob man gerade für diese Frage, die Frage nach demStaatsrecht Bis­marcks", noch mehr Mühe als geschehen auf die Sammlung und kritische Durchdringung dessen hatte verwenden sollen, was Bismarck selber zu die­sem Thema gesagt hat.

Wer mit einem solchen Versuche auch nur beginnt, wird sich bald einem Problem gegenüber sehen, das man alsQuadratur des Zirkels" bezeichnen kann: denn die Aeußerungen Bismarcks darüber, wie er sich die rechtlichen Formen seiner Schöpfung im Grunde gedacht hat, sind nicht immer eindeutig, und es ist auch nicht selten, daß, je nach dem Anlaß der einzelnen Aeußerung, scheinbare Widerspruche auftreten. Andererseits läßt sich nachweisen, daß Bismark selber besonderen Wert daraus gelegt hat, in staatsrechtlichen Fragen nicht mißverst an« d e n zu werden, auch, daß er es sich gelegentlich verbeten hat, daßPrivatgelehrte" (wobei dieser Ausdruck in Wahrheit auch auf beamtete Staats-

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pathie mit den Engländern halten, tragen ostentativ ein Abzeichen mit den englischen Farben. 1500 Montenegriner, die zu den Waffen einberufen wur­den, sind'in ein Konzentrationslager in Smederevka Palank eingeschlossen worden, andere haben die Flucht ergriffen und halten sich in den montenegri­nischen Bergen versteckt. Die Zeitung Matscheks, Hrvatski Dnevnik", wird in Belgrad nicht mehr verkauft.

Die Ausscheitungen aufgehetzter Elemente haben sich auf ganz Serbien und Slowenien ausgedehnt. Es herrscht zunehmender Terror gegen alles Deutsche. Wer deutsch spricht, wird von den Serben niedergeschlagen. Deutsche Geschäfte werden d e mo­kiert und geplündert, deutsche Bauernhöfe angezündet. Besonders die Volksdeutschen im Banat und in der Batschka sind maßlosen Verfolgungen verhetzter serbischer Elemente ausge­setzt, die von den örtlichen Behörden nur unterstützt werden. Bei Straßenkundgebungen werden meist englische, oft auch polnische (!) Fahnen mitgeführt und Lieder gesungen, in denen alle Deutschen mit Aufhängen bedroht werden.

Reichsdeutscher IlüchtlingstranSport in Villach.

Klagenfurt, 31. März. (DNB.) Am Montag traf auf dem Villacher Hauptbahnhof der erste Transport von 169 reichsdeutschen Flüchtlingen aus Jugoslawien ein. Sie wurden vom Kreisleiter emp­fangen. Es handelt sich durchweg um Bewohner derStadtLaibachund Umgebung. Ein zweiter Transport mit 60 Flüchtlingen wird erwartet.

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und an den alten Ringmauern der hatte, stürmisch begrüßt. Begleitet Minister Graf Ciano trat hieraus Kraftwagen die Fahrt über die viele Kilometer weite Feststraße, den Viole Adolpho Hitler, die Dm Triomfi und die Dia Imperiale zur Villa M a - dama an. Die Bevölkerung zu beiden Seiten der im Fahnenschmuck prangenden Feststraße begrüßte auch hier den japanischen Außenminister mit herz­lichen Kundgebungen. Auf dem Turm des Kapitols ist die Nationalflagge gehißt worden, die während der ganzen Dauer des Matsuota-Besuches vom Ca- pitolinischen Hügel wehen wird. Sämtliche staatlichen und öffentlichen Gebäude sowie die Wohnhäuser in den Hauptstraßen der Stadt haben reichen Flaggen­schmuck angelegt. Ueberall steht man die Farben der drei verbündeten Staaten. In der Villa Madama hat Matsuoka schon kurz nach seiner Ankunft die italienischen und ausländischen Pressevertreter emp­fangen und anschließend das Abendessen im kleinen Kreis auf der Botschaft eingenommen.

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Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr desVormittagS

Anzetgen-Preise r

Anzeigenteil 7 Rvf. te mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrette

Nachlasse:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/» mehr

Bismarck und der Reichsgedanke.

Zum Geburtstag Bismarcks am 1. April.

Von Dr. Carl Bilfinger, o. Professor des Staatsrechts an der Universität Heidelberg.

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W Japans Geebedeutung

1 ted I03 japanische Reich ist ein Jnselreich. Zu ihm l'ieliren neben den vier altjapanischen Hauptinseln

Rach schlimmen Tagen in Sicherheit

Oie ersten reichsdeutschen Flüchtlinge aus Jugoslawien in Graz herzlich ausgenommen.

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do (230 532 qkm), Shikoku (18 772 qkm), üshu (42 079 qkm) und Hokkaido (78 411 qkm) üie Südhälfte der Insel Sachalin, die Insel an (Formosa) und weitere 400 kleine Inseln, sich von der Südspitze Kamtschatkas im Norden zur Südspitze Formosas, etwa auf der Hohe Hongkong, in einem weitgeschwungenen Bogen asiatischen Festlande vorlagern. Die Entfernung der nördlichsten Kurileninsel bis zur Südspitze

* (91. Jahrgang lir.77 cfoetnt täglich, außer gs und feiertags

lazu kommt der wirtschaftliche Charakter des ö-rdes. Wenn auch die Landwirtschaft immer noch di« Grundlage der Wirtschaft bildet, so kann Japan febe Menschen doch seit Jahrzehnten nur dadurch mähren, daß es in großem Umfange und in einem In her Weltgeschichte beispiellos dastehenden schnel­le, Tempo zur Industrialisierung überge- aargen ist. Im Jahre 1868 zählte das japanische LSk noch nicht 30 Millionen Menschen. Heute leben lnMtjapcm rund 72 Millionen Menschen, in den Uißenbesihungen Korea, Formosa und Südsachalin md 28,4 und in Kwantung 1,2 Mill. Menschen, ^gesamt zählt das japanische Reich zur Zeit rund 102 Millionen Einwohner. Zwei Millionen Kinder ivssden jährlich geboren, bei einer Todesrate von ruid einer Million Menschen im Jahre. Jedes Jahr ch wächst das japanische Volk um rund eine Million. Japan mußte daher den Weg der Jn- ldufrialisierung gehen, um seinem Volk eine Exi- Mzmöglichkeit zu schaffen. Das bedingte ebenfalls Wilder den Ausbau einer starken Handelsflotte, da Illi, Industrialisierung nur auf der Grundlage einer Mangreichen Rohstoffeinfuhr und einer entspre- henben Ausfuhr an Fertigwaren möglich war. 1938 Imi-den 62 Millionen Tonnen Waren in japanischen

ausgezeichnete Menschenmaterial, das ihnen die um­fangreiche Fischerei zur Verfügung stellt. Fisch ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel in Japan, und der Fang der japanischen Fischerei belief sich im Jahre 1936 auf weit über zwei Millionen Ton­nen im Werte von über 212 Millionen Pen. Ja­pans seestrategische Position ist also nach jeder Richtung hin aufs beste fundiert. Sie stüzt sich auf die heimatlichen Häfen und auf die eigene Kraft und bildet daher für jeden Angreifer ein unüber­windliches Bollwerk. V. A.

Matsuokas Dank an die Beichsregierung.

Berlin, 31. März. (DNB.) Außenminister Matsuoka sandte beim Verlassen des Reichs­gebietes an den Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop folgendes Telegramm:An der Reichsgrenze denke ich noch einmal an den in meinem Leben nie zu vergessenden Aufenthalt in Berlin zurück, wo mir von allen Seiten so warme Freundschaft entgegengebracht wurde, die nicht nur mir, sondern auch meinem Vaterland galt. Tief beindruckt von dem großartigen und bewegenden Empfang, mochte ich vor allem Ihnen, Herr Reichs­außenminister, meinen allerherzlichsten Dank aus­sprechen. Ich bin sicher, daß die Unteerredungen, die wir in intimster und freundschaftlichster Atmosphäre geführt haben, zu der weiteren Befestigung der beiderseitigen Beziehungen und der Herbeiführung der neuen^Ordnung in Europa und in Ostasien sehr viel beitragen werden. Ich bitte Sie, Herr Reichs­außenminister, meine schwer wiederzugebenden Ge­fühle des Dankes dem Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches zu übermitteln."

Dor feiner Abreise aus Berlin erklärte Matsuoka japanischen Pressekorrespondenten:Während meines Aufenthaltes in Berlin habe ich mit den leitenden deutschen Persönlichkeiten offeneAussprachen von Herz zu Herz gehabt. Ich habe auch Ge­legenheit gehabt, mit dem deutschen Volk in Füh­lung zu treten. In den kurzen drei Tagen meines Aufenthaltes habe ich so viel Erfahrungen gesam­melt, wie wenn ich zehn Jahre lang in Deutschland studiert hätte/

Pier Weg der Industrialisierung als Ausweg aus Ibtr Raumnot erwies sich jedoch auch für Japan nur IHt kurze Zeit gangbar. Die Steigerung der japa- iir'djcn Ausfuhr erweckte sehr bald den Neid des tM['Hd)n Handels und stieß auf immer stärker le*. v ... cmts..ri___X Xhnrrh hi» crrnUP

Vor einer Kabinetts­erweiterung in Japan.

Tokio, 1. April. (Europapreß.) Die japanische Nachrichtenagentur Domei kündigt die bevorstehende Ernennung des Generaldirektors des japanischen Großkonzerns Sumitvmo, O g u r a, zum Minister ohne Geschäftsbereich an. Die ZeitungTokio Asahi Shimbun" knüpft daran Betrachtungen über die Bestrebungen des Ministerpräsidenten Fürst Konoye zur Verstärkung seines Kabinetts, die vor einigen Tagen bereits in der Unterstellung der Volksver­einigung zur Unterstützung der kaiserlichen Politik unter die persönliche Führung von Regierungsmit­gliedern ihren ersten Ausdruck gesunden habe. Die personelle Verstärkung des Kabinetts soll im Zuge der wirtschaftlichen Mobilisierung Ja­pans auf Grund des neuen Ermächtigungsgesetzes erfolgen. Dabei fei Fürst Konoye auf die Unter-, ftützung einflußreicher Kreise aus der Wirtschaft angewiesen. In der Person von Ge-

: Die Illustrierte /frenerFamilienblätter LünBild DieScbvlle s-Berugsvreis:

4 Beilagen RM.1.95 ne Illustrierte 1.80 tellgebühr.. -.25 bei Nichterscheinen einzelnen Wummern jlge höherer Gewalt schluk 2251 ft-Anzeiger" 11686^rankf./M

neraldirektor Dgura sei zweifellos einer der führen­den japanischen Wirtschaftsführer für die Politik der Regierung gewonnen.

6in Lahr Nanking-Regierung.

Nanking, 31. März. (Europapreß.) Die feste Entschlossenheit, die Befriedung und den Wiederauf­bau Chinas in enger Zusammenarbeit mit Japan weiter fortzusetzen, brachte der Präsident der Nan­king-Regierung Wang Tsching-weih in einer Festrede zum Ausdruck, die er auf der Regierungs­kundgeb üich anläßlich der ersten Wiederkehr des Tages der Einsetzung der Regierung in Nanking hielt. Bedauerlicherweise gäbe es immer noch Kreise in China, die die Ehrlichkeit der Politik und der Ideale der Nanking-Regierung nicht einsehen woll­ten und einen Weg gingen, der im Gegensatz zum Willen des chinesischen Volkes stehe. Trotzdem sei es gelungen, beträchtliche Fortschritte in der Wieder­herstellung der Ordnung und der allmählichen Ver­besserung der Lebensbedingungen des Volkes zu er­reichen. Die Nanking-Regierung werde die Be­mühungen fortsetzen, um ihren Anteil an dem Auf­kommen eines blühende Lebens im größeren Ost­asien zu leisten. Nach der Kundgebung nahm Wang Tsching-weih eine Militärparade auf dem Platz der Zentralkriegsschule ab.

rechtsgelehrte gemünzt war) seine Verfassung authentisch auslegen". Namentlich aber erscheint es heute nötig, bei der Beurteilung des Staatsrechts Bismarck sich stets vor Augen zu halten, daß fein Werk die Form der Existenz des deutschen Volkes gestalten sollte und auf geschichtlich ge­wachsenem Boden, nicht als juristisches Kunstprodukt, sondern als die Krönung der einheits- politischen Entwicklung gedacht war, so wie sie Bis­marck seinerzeit für möglich und erreichbar gehalten hat.

Diese Rücksicht auf die geschichtliche Entwicklung und Tradition ist es auch, die Bismarck bei feinen Aeußerungen über die Begriffe der Souveränität und des Reiches vorgeschwebt hat. So ist ihm d t e Souveränität keineswegs ein absoluter, all­gemein-gültig gedachter Begriff, sondern es schwebt ihm vor eineSouveränität des Reickes , als derpolitischen Gesamtmachf, tn welcherdie Souveränitäten" der Einzelstaaten ge­einigt sind, ohne daß diese letzteren nun dadurch die Eigenschaft verloren hätten, selbersouverän" zu sein. Er nennt einmal die Souveränität des einzel­nen deutschen LandesTerritorialhoheit" Dann spricht er ein andermal von derSouveränität des gesamten Reiches, die bei der Gesamtheit der oer-' bündeten Regierungen ruht"; für verschiedene Dinge ein und dasselbe Wort, das der Historiker und Po­litiker wohl verstehen kann, das aber dem Staats­rechtsjuristen als ketzerisch und eben überhaupt als unmöglich vorkommt.

Wie steht es nun mit dem Gedanken und Begriff Reich" bei Bismarck? Es bedarf keiner Aus-

Herzliche Begrüßung.

Rom, 31. März. (Europapreß.) Pünktlich um 19 Uhr traf am Montag der Sonderzug des japa­nischen Außenministers Matsuoka in der mit den Farben der drei verbündeten Mächte geschmückten Bahnhofshalle von Ostia ein. Zum Empfang des japanischen Außenministers hatten sich auf dem Bahnhof Außenminister Graf Ciano, der Sekre­tär der Faschistischen Partei, Staatsminister Se­rena, die Leiter der Militär- und Verwaltungs­behörden, das Personal der japanischen Botschaft, die Gesandten der verbündeten und befreundeten Staaten und die Vertreter der japanischen Kolonie in Rom eingefunden. Nach der Dorstellung und Be­grüßung schritt der japanische Gast unter den Klan­gen der japanischen Hymne die Front einer Ehren­kompanie Genueser Lanzenreiter ab.

Beim Verlassen des Bahnhofes wurde Matsuoka von einer nach vielen Tausenden zählenden Volks­menge, die sich auf dem weiten Bahnhofsvorplatz

Nacht ohne Kissen unter dem Kopf und ohne Decke zu verbringen. So blitzschnell die Hilfe einsetzen mußte, so gründlich und fehlerlos hat sie eingesetzt. Wie immer, wenn es gilt, Volksdeutsche im Reich zu betreuen, steht auch diesmal geschlossen die Ge­meinschaft des Reiches hinter den aus Jugoslawien Vertriebenen und hilft ihnen über die Härte des Augenblicks hinweg.

Reichsdeutsche und Italiener verlassen Belgrad.

Beigrab, 31. März. (DNB.) Angesichts der an- dauernden deutschfeindlichen Demon- st r a t i o n e n und der sich steigernden Angriffe auf deutsche Personen und deutschen Besitz hat die ge­samte reichsdeutsche Kolonie in einer Stärke von 1100 Volksgenossen und Dolksgenossin- nen aus Sicherheitsgründen am Sonntagabend 21 Uhr auf dem DampferUranus" Belgrad ver­lassen. Die Borbereitung der gemeinsamen Ab­reise ist in kürzester Frist von der Auslandsorgani­sation der NSDAP, mustergültig durchgeführt wor­den. Edenso hat auch die italienische Kolonie Belgrad verlassen. Belgrad beginnt sich zu leeren. Die Züge sind von Italienern, Deutschen, Ungarn und Bulgaren über füllt. Die Kroaten und Dalma- tier strömen nach ihren Heimatbezirken zurück. Der Geschäftsbesitz der italienischen Kraftwagen­firma Fiat wurde aeftürmt und zerstört. Bei dem italienischen Reisebüro wurden die kost­baren Auslagen, Kunstgegenstände und Bücher zer­schlagen und zerfetzt. Bei einer gegen die italienische Gesandtschaft gerichteten Demonstration wurde das Gesandtschaftsgebäude mit Steinen beworfen. Vor der nahegelegenen englischen Gesandtschaft versammelten sich die Demonstranten von neuem, wobei von einem der britischen Militärattaches zahl­lose englische Fähnchen verteilt wurden. Das Polizeipräsidium in Belgrad wurde von 80 Offizieren der serbischen Luftwaffe besetzt. Verschie­dene höhere Polizeibeamte, die deutschfreundlicher Sympathien verdächtig waren, wurden verhaftet.

Belgrad bietet ein klägliches Bild. Die schweren Zwischenfälle haben sich infolge der inneren Unftitn- migfeiten und vor allem infolge der klaren Stellung­nahme des kroatischen Volkes gegenüber dem in Bel­grad von den Militärs und den Geistlichen der orthodoxen Kirche geschaffenen Regime wiederholt. Viele Serben, die es aus Interesse oder aus Sym-

DSdenden Widerstand, der auch durch die große Migkeit der japanischen Exporterzeugnisse auf die liier nicht zu überwinden war. Der angeblich freie Wettbewerb in der Weltwirtschaft erwies sich W) hier als eine Utopie, sobald England seine IJtz-ressen dadurch beeinträchtigt glaubte. Es blieb bater den Japanern auf die Dauer nichts anderes Mig, als den entscheidenden Vorstoß auf das Fest- lau) zu einer echten Raumerweiterung zu unter- nMen. Bei diesem Vorhaben hatte Japan von mi'i herein mit der Gegnerschaft der beiden größten t: machte Englands und Amerika zu rechnen. Es tarnte daher diese Ausgabe nur beginnen, wenn es stark genug war, sich zur See zu behaupten.

Dazu gehörte vor allem eine starke Kriegs- tzeri n e. Zunächst war es nach dem Weltkriege frr angelsächsischen Mächten gelungen, eine Aus- lÄltimg Japans zu verhindern. Im Flottenvertrag »n Washington wurde ein Verhältnis von 5:5:3 fit die Kriegsmarinen Englands, der USA. und Spans festgelegt. 1937 jedoch schüttelte Japan die Useln dieses Flottenoertrages ab. Seitdem ist über Ke Neubauten der japanischen Kriegsmarine nichts for bekannt geworden. Fest steht folgende Flotten- jiarfe: 9 Schlachtschiffe (273 000 Tonnen), 6 Flug- " ~ ;u), 7 Flugzeugmutte r-

rrviic UA, v^v schwere Kreuzer (108 000

Lnnen), 5 Panzerkreuzer (43 000 Tonnen), 2o fcidjte Kreuzer (141 255 Tonnen), 112 Zerstörer 1(141628 Tonnen), 60 U-Boote (77 759 Tonnen). I m Sau befanden sich nckch den letzten Angaben 2 3chlacht!chiffe, 2 Flugzeugträger, 1 Flugzeug Mtterschiff und 10 Zerstörer. Dazu kommt noch en- große Zahl von Schlachtschiffen zweiter Ord- iMg und einer erhebliche Anzahl von Kleinkampf- fö/fen. Da die japanische Kriegsmarine den Dor- itil der Operationen auf der Heimatbasls hat, way- ; Md sowohl die englische wie die amerikanische 5ktte in großer Entfernung von ihren Heimat- tabn operieren müßten, ist Japans strategische Ml-luna zur See mit dieser Kriegsmarine, die, wie chinesische Krieg gezeigt hat, auch einen hohen ffUSbildungsstand besitzt, sehr stark.

[[Die japanische fj a n b e I 5 f l oft e MA nach Itr letzten Anaa-ben vom Nooen^ td-Üfe mit 5 408 000 BRT. g-S-n 3069 Schlfs« mtt 5073 000 BRT. im November 1938. Aus diesen jipem geht bereits hervor, daß die Ne u b a u * Urig ke i t sehr stark ist. Der Plan der Regierung, h in drei Gesetzen niedergelegt ist, und Zwar über ie Schiffbauindusttie, die Kontrolle der ^^stahrt linf) die Finanzierung der Schiffahrt, die Ende 1 3 ii Kraft traten, sieht eine beschl-mnpte Dermehinnp ist S)<inMstonnage von etwa 5 Millionen BRT, er 7,5 Millionen BRT, bis zum Jahve 1943 vor, li: japanische Schifssbamndustne rft Zu -'^r solchen i-stnna wohl im Stande, Wurden doch tn den cf en sechs Monaten des Jahves 1939 6.1) a |o w! dem Plan zur Beschleuntpnng des Schistsbaus^ 16t Schiff- mit einer ©eiomttonnage von 208 000 rLT. ferti»gestellt. Eine Steigerung 6er btshevtgen r-stung um 40 bis 50 v. ch tme sie Mv Erfüllung I ki Bauplanes erforderlich wäre °rsch°iMt durch- ms möglich, zumal die tapamsche Schiffahrt 'M h-beviaen Verlaus des Krieges sehr gut ver-i-nt kl. was der Finanzierung des Schiffbaus zugute lanmen dürfte. Auch die 3

foans ist recht groß. Nicht weniger al s45 große hänen dienen dem Küsten- und Ue J h : Handelsflotte wie auch Kriegsmarine stutz n sich 1 ^sichtlich drr Bemannung der Schifte auf das