Ausgabe 
11.1.1941
 
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liebenden und arbeitsamen Volkes, das zur vollen Entfaltung seiner Kräfte kolonialen Raum braucht und bewiesen hat, daß es die Fähigkeit besitzt, mit ihm etwas anzusangen. So steht Italien auch nach dem Rückschlag von Bardia unoerrückt zu seinem Ziel und ist entschlossen, diesen Krieg bis zur sieg- reichen Entscheidung durchzufechten.

Daß man in Rom nicht entfernt daran denkt, den Fall von Bardia zu bagatellisieren, hat schon der Be­richt kundgetan, den Marschall Graziani mit der Offenheit und Wahrheitsliebe des aufrechten So!» daten dem Duce erstattet hat. Weitab von jeder Schwarzseherei, die durch nichts begründet wäre, wertet man Bardia als eine Episode, die in den Wechselfällen des Krieges hingeuommen werden mutz, so bitter man auch das Mißgeschick empfindet und die Opfer, die es verlangt hat. Ansaldo, der im Rundfunk der italienischen Wehrmacht die po­litische Lage interpretiert, sagte:Bardia ist eine furchtbare Warnung, eine Warnung für alle Italiener, Reiche und Arme, Führer und Geführte, eine Warnung, sehr ernst zu fein.* Aus diesen Wor­ten spricht die Entschlossenheit einer Nation, die wüß, um was es geht und was sie den Helden von Bardia schuldig ist. Denn Helden waren es, die an­gefangen von dem tapferen General Bergonzoli bis zum letzten MG -Schützen in 25 Tagen eines zähen, erbitterten Kampfes Bardia bis zur letzten Patrone und bis zum letzten Tropfen Wasser ver­teidigt haben gegen eine gewaltige Uebermacht des Feindes, der zu Lande mit Geschwadern modern­ster und schwerster Kampfwagen die leichten Befesti­gungswerke von Bardia berannte, aus der Luft mit einer Unzahl großer Maschinen immer wieder seine Bomben warf und sogar von der See her mit den weittragenden schweren Geschützen feiner Schiffs­artillerie Hafen und Stadt zusammenschoß. Nach dem schon erwähnten Bericht Grazianis und den sie ergänzenden Mitteilungen der römischen Korrespom den, die auf Grund des inzwischen ausgegebenen amtlichen Materials zusammenfassend berichten, hat sich folgendes zugetragen: Der Marschall hatte nach der Einnahme von Sollum und Sidi Barani im September vorigen Jahres sich genötigt gesehen, für den weiteren Vormarsch auf Marsa Matruch, den nächsten bedeutenderen britischen Stützpunkt an der westägyptischen Küste, umfangreiche technische und organisatorische Vorbereitungen zu treffen, um den ungehinderten Nachschub der italienischen Armee über weite Strecken wege- und wasserloser Wüste sicherzustellen. Monate vergingen in zäher umsich­tiger Arbeit am Bau von brauchbaren Straßen und an der Anlage von ausreichenden Wasser- und Le­bensmitteldepots, Benzintanks und Materiallagern, bis die Etappe soweit eingerichtet war, daß der Entschluß zur Fortsetzung des Vormarsches gefaßt werden konnte. Eine großartige Leistung des er­fahrenen Kolonialsoldaten Graziani, dem dabei seine Praxis als Oberbefehlshaber der Somalifront wäh­rend des Abessinienkrieges zur Seite stand.

Es ist die Tragik des Feldherrn Graziani, daß ich die ungeheure Mühe, die der Ausbau der Etappe ür den weiteren Vormarsch nach. Osten gekostet tatte, nicht so auswirken konnte, wie es geplant worden war, denn in die letzten Vorbereitungen stieß die Gegenoffensive des Generäls W a v e l l, der als Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte eine gewaltige Armee von annähernd 300 000 Mann britischer, australischer, neuseeländischer, rhodesiscber und indischer Truppen zu einem Vorstoß gegen die libysche Grenze zusammengefaßt hatte. Wavell hatte nur mit großer Ueberlegenheit angreifen wollen, und so hatte das Londoner Kriegskabinett, das um -eben Preis einen militärischen Erfolg brauchte, um angesichts der zermürbenden deutschen Vergeltungs­angriffe auf die Insel die Stimmung des eigenen Volkes aufzupulvern und die pessimistischen Krittker in USA. zu beruhigen, nach dem Besuch Edens in Kairo nicht nur Elitetruppen aus dem ganzen Empire, sondern auch wertvollstes modernes Kriegs­material, vor allem auch schwere Kampfwagen und rund tausend Flugzeuge nach Aegypten dirigieren müssen, selbst auf die Gefahr hin, daß dieses Ma­terial, das zu einem guten Teil aus amerikani­schen Lieferungen stammt, eines Tages an anderen Fronten einmal empfindlich vermißt werden könnte. Um eines Augenblickserfolges willen nahm man dieses Risiko aus sich in der äußerst vagen Hoff­nung, durch einen Schlag in Nordafrika Italiens Kampfkraft entscheidend treffen zu können. So zah­len- und materialmäßig in der erwünschten lieber- legenheit begann General Wavell am 3. Dezember den Vorstoß auf Sidi Barani. Die Italiener leiste­ten im Sandsturm der Wüste bei schier unerträg­licher Hitze erbitterten Widerstand, mußten jedoch einsehen, daß die Stellung angesichts der Heber- legenheit des Gegners nicht zu halten war. General Malettt fiel an der Spitze seiner Truppen, die 1. und 2. libysche Division, die Schwarzhemden- Division3. Januar* wurden außer Gefecht gesetzt, die DivisionenCantanzarro* undCerene" er­reichten die Cyrenaika-Grenze. General Bergon­zoli schlug sich entlang der Cyrenaika-Grenze über Sidi Omar, Ridotto Capuzzo und Sollum nach der kleinen, leicht befestigten Hafenstadt Bardia am Nordwestrand des Golfs von Sollum durch mit dem Auftrag, hier am Ausgang der großen Küsten- ltraße nach Tobruk äußersten Widerstand zu leisten, vis Marschall Graziani feine in die Cyrenaika zu­rückgenommenen Divisionen in einer neuen Stellung hatte ordnen können.

General Wavells Plan zielte offenbar darauf ab, die Armee Graziani von Süden und Norden her abzuschneiden. Deshalb wurde der Hauptteil der englischen Mittelmeerflotte aus Alexandrien an die Küste der Cyrenaika dirigiert, um mit weittragen­den Schiffsgeschützen ohne selbst vom Lande her erreicht zu werden, Bardia und die Straße nach Tobruk unter Feuer zu nehmen, gleichzeittg sollte ein Vorstoß auf die Vase Giarabub, etwa 250 Kilo­meter südlich von Tobruk, von Süden her die ita­lienische Rückzugslinie durchzuschneiden. Stattdessen zog General Bergonzolis heldenmütige Verteidigung Bardias die gesamte Macht Wavells auf sich und verschaffte dem Marschall Graziani und dem Kern seiner Armee den erhofften Zeitgewinn für die Vor­bereitung einer Ausgangsstellung für neue Opera­tionen. Länger als drei Wochen hat Bergonzoli Bardia gehalten, nach italienischen Schilderungen ein unscheinbares Wüstennest mit dem Eingebore­nendorf au* einer Anhöhe und einigen neuen Ge­bäuden für die Ziviloerwaltung und die Besatzung in der Ebene, deren flaches Gelände in tiefem Wü­stensand weder natürliche Hinderniffe bietet, noch stärkere Befestigungsanlagen ermöglicht. So war Bardia nicht mehr als ein befestigtes Feldlager, und auch der kleine Hafen bot keinerlei Schutz vor der schweren Artillerie der britischen Kriegsschiffe.

Am 12. Dezember begannen die Engländer mit der systematischen Beschießung der italienischen Stellungen um Bardia. Am 18. Dezember hatten sie den Ring um Bardia geschlossen. Aber angesichts der auch vom Feind immer wieder bewundernd aner­kannten äußerst tapferen Verteidigung der Trup­pen Bergonzolls, die trotz des Arffbörens jeglichen Nachschubs an Munitüm und Verpflegung und P.or

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Der Korridor zum,Eisschrank Amerikas

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Ein Riesenplan für den Aus« bau Roms bierzum Meer.

Rom, 10. Jan. (Europapreß.) Die italienische

von dem Generalinspekteur der technischen Dienste der Stadtverwaltung, Dr.-Ing. Sa l a t i n o. Dem Gouverneur von Rom wird es zur Pflicht gemacht, bis zum 31. Dezember 1950 das erforderliche Ge­lände zu enteignen, sofern es nicht schon bebaut ist. Bei der Abfindung der Grundstücksbesitzerund damit kommt in dem Dekret ein ausgesprochen boden-reformerischer Gedanke zum Ausdruck

neral Wavell den von London geforderten Prestige, erfolg erkaufen mußte, Herrn Churchill immerhin so an die Nieren gegangen ist, daß er mehrere Vollzugsausschüsse ins Leben gerufen hat, deren wichtigster unter dem ßabourminifter Devin die Aufgabe hat, auf eine Intensivierung der Erzeu­gung von Kriegsmaterial energischer hinzuorbei- ten, als es bisher Herrn Greenwood gelungen war, den Churchill in den Ausschuß für Wieder- aufbau nach dem Kriege, eine zweifellos äußerst dringliche Angelegenheit, abgeschoben hat.

Daß man selber in London nicht allzuviel Zu­trauen zu dieser Neuerung hegt und an die Arbeit dieses Ausschusses, den man reichlich großsprecherisch denGehirntrust* genannt hat, keine übertriebenen Erwartungen knüpft, erhellt aus den immer lguter

nicht hinwegzutäuschen vermag.

Dr. Fr. W. Lange.

etwa hundert motorisierte feindliche Einheiten, die sich auf Acroma, füdwestlich Tobruk, hin be­wegten, gesichtet und angegriffen.'

In O st a f r i k a wurden Zeltlager und Panzer­kraftwagen von unseren Flugzeugen im Gebiet von kasfala und bei Schuscheib mit Maschinengewehr- feuer belegt. Linbruchsversuche feindlicher motori­sierter Kräfte wurden nordöstlich von Kassala ab­geschlagen, wobei dem Feind Verluste beigebracht wurden.

Lin feindliches Flugzeug hat Brandbomben auf M e f f i n a geworfen. Die dabei entstandenen Brände wurden sofort gelöscht, kein Personen- schaden. Eines unserer U-Boote unter dem Be­fehl von Korvettenkapitän Manlio Petroni hat durch Torpedoschuß im Atlantik den griechischen Dampfer Anastasia* (2383 Tonnen) versenkt. Ein weiteres U-Boot unter dem Befehl von Korvetten­kapitän Salvatore Todaro hat im Atlantik nach hartem Kampf den bewaffneten englischen Dampfer Shakespeare* (5000 Tonnen) versenkt. Ein im Mittelmeer unter dem Befehl von Korvetten- kapitän Paolo Vagliafindi operierendes U-Boot hat zwei Dampfer von nicht genau festgestellter Tonnage, die in einem stark gesicherten Geleitzug fuhren, torpediert. Zwei feindliche U-Boote find von unseren Torpedoflugzeugen versenkt worden, eines von ihnen ist das französische U-Boel Rarval*, das zu den lm Dienst Englands stehen­den Streitkräften gehört. Das U-BootRegu­lus*. dessen Verlust von der britischen Admiralität gemeldet wurde, ist eines derjenigen, deren Ver­nichtung in einem der voraufgehenden Dehrmachts- berichte gemeldet worden war.

Erfolgreiche Tätigkeit der italienischen Ll-Boot- und Lustwaffe

Hauptstadt soll sich nach einem Dekret in Zukunft b is zum M e

Der italienische Sericht vom ßreitaa.

Rom, 10.Jan. (DRV.) Der italienische Dehr- machtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

An der grlechifchen Front Aktionen loka­len Charakters in einigen Abschnitten der 11. Ar­mee. An der Übrigen Front Artillerietätigkeit. 3m Marsch befindliche Truppen und Kraftwagen sind von unserer Lustwaffe bombardiert und mit Ma­schinengewehrfeuer belegt worden. Flakstellungen, die einen wichtigen feindlichen Flottenstützpunkt schützen, wurden wirksam getroffen. Unsere Flotten- einheiken haben die feindlichen Küstenstellungen wirksam beschossen.

Bombenstaffeln haben im westlichen Mit­telmeer eine starke Floktenformatton angegrif- sen. Trotz heftiger Abwehr durch Flak und Jäger wurde ein Schlachtschiff getroffen. Lin feindliches Jagdflugzeug ipurde abgefchosfen. Zwei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt. Unsere Luftfor­mationen haben den Flotten- und Luftstützpunkt von Malta wirksam mit Bomben und Maschinenge­wehrfeuer angegriffen. Fünf feindliche Flugzeuge am Boden, zwei Dampfer und eine Flakbatterie wurden getroffen. Einer unserer Jäger wurde ab- geschosfen. Zwei feindliche Flugzeuge wurden beim Einflugsversuch auf unser Staatsgebiet abgeschossen.

In der Cyrenaika Artillerietätigkeit i m Ge- biet von Tobruk, in deren Verlauf feindliche motorisierte Einheiten vernichtet wurden. Unsere Flugzeuge haben den Hafen von Sollum bombardiert. Line Angriffs- und Jagdformatton hat

ohnehin schon knappen Lebensmittelversoraung auf den wesentlichsten Gebieten rechnen müssen, weil der immer rarer werdende Schiffsraum in erster Linie für die Sicherung des Nachschubs der in Aegypten kämpsetiden Armee des Empire an Kriegsmaterial und Verpflegung in Anspruch ge­nommen wird und da dieser Nachschub aus Grün- den der Sicherheit zum weitaus größten Teil um das Kap der guten Hoffnung herum geführt wer- muß, ist der Ausfall an Tonnage, der dadurch für

Wie gemeldet wird, ist im Rahmen des Empire- Ausverkaufs das amerikanische Projekt eines Kor­ridors von der Nordwestecke der Vereinigten Staaten durch Kanada hindurch nach Alaska in das Stadium direkter Verhandlungen getreten. Es handelt sich um einen Plan von rie­sigen Ausmaßen insofern, als schon allein die Luft- linie von der Nordgrenze der USA. bis zur Süd- grenze von Alaska fast 2000 Kilometer lang ist. Da nun die Westküste des britischen Dominions Kanada von Gebirgen eingenommen ist, fo würde die Straßenführung des geplanten amerikanischen Korridors sich noch über weit mehr als 2000 Kilo­meter zu erstrecken haben.

Dieser Korridor, der heute noch Gegenstand sehr vertraulicher Unterhandlungen zwischen Washington, Ottawa und London ist, würde natürlich nur dann einen Sinn haben können, wenn er ein breites Auto­straßensystem und dazu eine leistungsfähige Bahn­strecke enthalten würde. Denn dieser heute erst auf einigen vertraulichen Kartenskizzen eingezeichnete Korridor würde für die USA. in erster Linie zwei Zwecke haben, einen strategischen und einen wirt­schaftlichen.

Es handelt sich um die Verbindung des Haupt- gebietes der USA. mit ihrem 2000 Kilometer ent­fernt liegenden nördlichstem Gebiet Alaska, das sie 1867 für den Pappenstiel von 7,2 Millionen Dollar von Rußland kauften. Es hat eine Größe von 1 518 700 qkm, ist also etwa dreimal so groß wie Spanien, hat aber nur 50 bis 55 000 Einwoh­ner, darunter etwa 30 000 Weiße. Seit 1912 führt es die Bezeichnung Incorporated Territory; das bedeutet ein durch Kongreßakte abgegrenztes Ge­biet, das ein vom Präsidenten der USA. ernann­ter Gouverneur verwaltet. Es entsendet zum ameri­kanischen Kongreß einen Abgeordneten, der aber fein Stimmrecht hat. Dem Gouverneur steht ein Repräsentantenhaus von 16 und ein Senat von 8 Mitgliedern als lediglich beratende Körperschaf­ten zur Seite. Die Hauptstadt Iuneau, ein Städt­chen von 4000 Einwohnern, liegt we-it außerhalb des großen Komplexes von Alaska auf dem ganz schmalen südlichen Zipfel, der mit vielen Inseln der norwestkanadischen Küste vorgelagert ist. Alaska hat Gebiete, deren Boden im Winter bei Tempera­turen bis zu 62 Grad Kälte bis 12 Meter tief friert und der im Sommer nur bis 60 cm tief auftaut. Wegen dieser besonders kalten Gebiete nennt man Alaska in den USA. denEisschrank Amerikas*.

Die strategische Verbindung nach Alaska ist dadurch nötig geworden, daß die West- küste und die nordwestlichsten Ausläufer dieses Ge­bietes, die Aleuten, eine Gruppe von 150 Inseln, die sich über 1750 Kilometer weit gegen das ost­asiatische Festland in den Pazifik hinein erstrecken, Aum äußersten rechnen Flügel des nordamerikani­schen Seefestungssystems offensiven Charakters im Stillen Ozean geworden ist. Die wichtigsten ameri­kanischen Flotten- und Flugstützpunkte im Bereich von Alaska sind S i t k a auf der Insel Baranow;

London verschleudert Oelüktien von Bahrein.

N e u y o r k, 10. Ian. (DNB.) Die englische Re- ! gierung hat sich gezwungen gesehen, zur Finanzie- | rung ihrer Kriegsaufträge in Amerika größere l Mengen amerikanischer Wertpapiere, die sich in englischen Privathänden befinden zu beschlagnahmen. Als Sir Frederick P h b lipps in Neuyork mit Morgenthau über die Fi- nanzierung weiterer englischer Bestellungen ver­handelte, soll dieser ihm erklärt haben, England habe noch größere Mengen von Aktien wichtiger amerikanischer Gesellschaften und sollte diese zu­nächst abstoßen. Daraufhin ging die englische Re- gierung dazu über, in Neuyork, um die Börse nicht zu stören und den Kurs der Papiere nicht zu drücken, nach Börsenschluß Aktienpakete im freien Handel an amerikanische Banken zu ver. kaufen. Eines dieser Aktienpakete waren 50 000 Aktien der Texas Oil Company. Hinter diesen Aktien steht das Oelvorkommen aus den Bahreininseln im Persischen Golf. Ob mit der Erwerbung der Aktien das gesamte Oelvorkom- men auf den Inseln unter amerikanische Kontrolle gelangt ist, laßt sich nicht feststellen. England mußte jedoch einen Besitz abgeben, der für die britische Reichsverteidigung von außerordenllichem Interesse war.

Wirischastslenkung in Japan.

Tokio, 10 Jan. (Europapreß.) Der japanische Wirtschaftsminister Kobayashi hat alle maß­gebenden Persönlichkeiten der japanischen Wirtschaft zu einer dreitägigen Wirtschaftskonferenz zusammenberufen, die drei Ziele hat: 1. Die Lö­sung der japanischen Abhängigkeit von den anglo - amerikanischen Wirtschafts- b i n d u n q en . Diese Ablösung ist seit Japans Bei­tritt zum Achsenbündnis unvermeidlich geworden 2. Wirtschaftliche Mobi l ma chu n a aller Kräfte, die Japan in seinem gesamten Einslußgebiet in Ost- asien erfassen kann und 3. Ueberbrürfung des in den vergangenen Monaten hervorgetretenen Gegen» atzes zwischen privatkapitalistischen Interessen und ►er Forderung nach einer straff gelenkten soziali­sierten Wirtschaft.

werdenden Hilferufen, die man über den Atlantik richtet. Die Brandreden Roosevelts haben die öf« fentliche Meinung Englands nicht beruhigen kön­nen. Man braucht Taten statt vager Andeutungen über eine Hilfe, die in weiter Ferne steht, während Deutschlands U-Boote und Bomber unter der eng. lischen Schiffahrt au^räumen und die deutsche Luft, waffe Tag und Nacht Rüstungswerke und Bersor- gugnsbetricbe, Verkehrswege, Häfen und Wersten zerschlägt. Man weiß schließlich auch in England, wo Herrn Roosevelt der Schuh drückt und daß er zur Deckung des riesigen amerikanischen Auf. rüstungsprogramms. das die Voraussetzung jeder Englandhilfe ist, neue Steuern braucht, denn die Rüstungsausgaben der USA werden sich für die nächsten drei Jahre auf die Summe von 28 Milli ar. den Dollars belaufen. Sie sollen nach dem Versagen desNew Deal" das neue Moment für die An. furbeiung der amerikanischen Wirtschaft bilden. Das ist ein nicht unwesentlicher Grund dafür, daß Roose, oelt sich geradezu überschlägt in dem Bemühen, sei. nen Landsleuten das Schreckgespenst der Bedrohung ihres Kontinents in den krassesten Farben an die Wand zu malen Aber sei dem, wie ihm wolle, England hat nicht Zeit, daraus zu warten, bis di« amerikanische Rüstungsindustrie so weit auf Touren gebracht ist, daß sie neben dem ungeheuren eigenen Bedarf Lieferungen an den britischen Freund aus- nehmen kann in einem Umfang, der auch nur an» nähernd äusreicht, die von Woche zu Woche, von Monat zu Monat immer gewaltiger anwachsenden Verluste an Handelstonnage auszugleichen und die Lücken in der Erzeugung aufzufüllen, die trotz aller Verdrehung-» und Beschönigungskünste Churchills und feiner Kumpane in Admiralität und Jnformd. tionsminifterium Englands Weg in den Abgrund markieren. Das sind Tatsachen, über die auch Bar»

Japan zu Roosevelts Rüstungsbudget.

Tokio, 10. Ian. (Europapreß.) Die japanischen Zeitungen erklärten zu dem Riessnaufrustungsbud- get des Präsidenten Roosevelt, daß die riesigen Fi­nanzpläne der USA. die Errichtung der neuen Wett- " ordnun-g nicht verhindern werden. Der Niedergang der Demokratien fei unvermeidbar, auch wenn Roosevelt glaube, ihnen mit seinen Dollars den Rücken zu stärken.Pomiuri* nennt den von Roose­velt gebrauchten AusdruckVerteidigung der demo­kratischen Lebensweise* eine typische Verschleie­rung imperialistischer Ziele und ver­gleicht feine Methoden mit denen des Gangsters Al Capone, der in dey Ladenfenstern seiner Unterneh­mungen Bibeln aufzustellen pflegte. Roosevelts Schönfärbereien entwickelten sich langsam aber sichet zu Caponesche Bibeln, erklärt^omiuri*.

das bis 1906 die Hauptstadt von Alaska war, fer» der Kodiak, eine Inselgruppe von der Südküste und U n a l a s k a, eine Insel der Aleuten, mit D u t d) Harbor, dem stärksten Stützpunkt nach Westen zu. Der Korridor würde also die militärische Verbindung zwischen diesem rechten Flügel der gegen Ostasien gerichteten USA.-Front bilden. Es würde mithin an seinem Süd ende vermutlich nicht allzu weit von Seattle, dem nördlichsten Kriegs- Hafen der Vereinigten Staaten enden; der Ort liegt dicht an der Südgrenze von Kanada. Wie weit durch einen solchen vorwiegend militärisch bedingten Korridor die Westküste Kanadas politisch vom Pa­zifik abgetrennt werden würde, ist eine Frage für sich.

Die wirtschaftliche Verbindung besteht bisher so gut wie ausschließlich im Schiffsverkehr. Seitdem jedoch Alaska, noch viele Jahrzehnte nach feiner Erwerbung durch die USA. völlig vernach­lässigt, sich jetzt als eine wahre Schatzkammer ent­puppt hat, besteht in maßgeblichen Kreisen Ameri- kas der Wunsch, die Verbindung enger zu gestalten und dadurch die Schätze Alaskas besser nutzen zu können. Seine Reichtümer bestehen vor allem in sehr ergiebigen Funden von Gold, Silber, Kupfer, Blei, Platin und teilweise auch Zinn; die Erträg­nisse aus diesen verschiedenen Arten des Bergbaues haben sich innerhalb von fünf Jahren um fast 50 v H. im Vergleich zu 1934 gesteigert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Alaska ist in der Fischerei beschäftigt. Dazu kommen noch sehr hohe (Erträge aus dem Gewinn von Edelpelzen und aus der Holzindustrie. Heute beträgt die Ausfuhr Alaskas nach den USA. bereits rund 60 Millionen Dollars.

Wird das Korridor-Projekt Wirklichkeit, so hat es natürgemäß die v e r k e h r s t ech n i sch e Er- schließung Alaskas zur Voraussetzung. Das Gebiet verfügt trotz seiner Größe heute nur über insge­samt 1471 Kilometer Eisenbahnen. Dafür hat es eine im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl unge­wöhnliche hohe Anzahl von Flugplätzen, nämlich 68. Alaska würde auf jeden Fall die Investierung hoher Kapitalien lohnen. Nach den Untersuchungen amerikanischer Wirtschaftssachverständiger würde es 15 bis 18 Millionen Menschen ohne Schwierigkeiten ernähren können, da es weite hochwertige und an­baufähige Flächen enthält, die freilich erst gerodet werden müßten. Ein erster Siedlungsversuch, den die Vereinigten Staaten 1935 mit 200 Familien erwerbslos gewordener Familien in diesem raphen Gebiet machten, ist außerordentlich günstig derlau­fen. Allerdings bedürfen die Siedler in den ersten Jahren hoher Zuschüsse. Die Regierung stellte Werk­zeuge und Nahrungsmittel zur Verfügung (Alaska lebt in erster Linie von amerikanischen Konserven) und zahlte Barprämien für das Roden von Wald sowie für den Bau von Stall, und Wohngebäuden. Alaska hat, wenn es einmal verkehrstechnisch er» schlossen ist, eine große Zukunft.

wird die Erhöhung des Wertes nicht berücksichtigt werden, welche die Grundstücke durch die Verwirk» lichung dieses Planes erfahren können. Der Stadt Rom werden vom Staat für die Abfindungsent­schädigungen hundert Millionen Lire zur Verfügung gestellt. Der Plan, der sich teilweise auf einen be­reits im Jahre 1931 festgelegten stützt, sieht unter Einschluß der Bauten der Weltausstellung eine z u - sammenhängende Bebauung von 3500 Hektar Gelände längs der Via del Impero und der Via del Mare vor. In dem neuen Stadtteil soll u. a. auch bas Afrika Ministerium feinen neuen, Sitz erhalten.

allem des kostbaren Wassers in zähem Kampf um jeden Fußbreit Wüstensandes erbittert rangen, konn­ten die Engländer erst am 3. Januar zum Angriff schreiten und erst nach zwei weiteren Tagen schwerer Kämpfe unter außerordentlich hohen eigenen Ver­lusten an Menschen und Material am 5. Januar die letzten italienischen Stellungen bezwingen.

Nach der Einnahme von Bardia ist die Kampf­zone jetzt in den Raum westlich von Bardia auf Tobruk zugerückt, in dem freilich bisher die hier vorstoßenden schwachen britischen motorisierten Ab­teilungen auf heftigen italienischen Widerstand ge­stoßen sind. Tobruk, der beste Hafen der Cyrenaika, etwa 130 Kilometer von Bardia entfernt, ist Aus­gangspunkt wichtiger Karawanenstraßen, die von Süden her hier in die schon erwähnte Küstenstraße einmünden Der Ort ist im Norden und Osten durch eine Hügelkette geschützt, gegen einen Flankenangriff von Südwesten haben die Italiener bereits ihre Luft­waffe eingesetzt. Im übrigen haben die Engländer jetzt je weiter sie sich von ihrer Operationsbasis entfernen mit ähnlichen großen Schwierigkeiten des Geländes und des Klimas zu kämpfen, die den Italienern bisher die Verteidigung fo erschwert haben. Daß man in London trotz der so lauten Siegesfanfaren seines Erfolges nicht recht froh wird, dafür sorgen die wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten, deren Ursache, die deutschen U-Boote und Bomber, die Episode von Bardia nicht beseitigt hat. Im Gegenteil, die britischen Minister müssen ihre ganze Beredsamkeit aufbieten, ihren Landsleuten klar zu machen, daß sie erneut mit einer Einengung der

die Versorgung der britischen Insel selbst entsteht, o o n Ostia, erstrecken. Der Riesenplan stammt außerordentlich. Dazu kommt die Sorge um die ständig sinkende Produktion der britischen Rüstungs- industrie unter den Einwirkungen der vernichten- den deutschen Bombenangriffe, ein Faktum, das nach den ungeheuren Materialverlusten, mit denen Ge-