Ausgabe 
10.1.1941
 
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Backhaus, Kreisletter.

Soldaten.

19

-rauenr

Rauhreif.

Haus, Dach un.b Giebel, Strauch

lichen und kostbaren Material.

16.03 Uhr. Mond in Nordwende.

Zeitschriften.

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von

die große Tube die kleine Tube

25p*

Ortszeiten für den 11. Zanuar. Auch ein Künstler ist er. Mit Rauhreif geschmückte beut oer :nei uniereni -tag TOintertä^e

Äisä»*> *-

Wintersport für alte Schaffenden Oie Ausschreibung zum Wintersporttag der Betriebe 1941.

Es darf nichts verderben!

In jedem Haushalt unablässig darauf achtgeben.

sten Käfer und Maden, im Winter vor allem Frost und Nässe. Allerdings haben wir einen weitgehend- den Schutz gegen sie. In Kellern, Speicherraumen und Vorratskammern werden die Fenster geschlost sen gehalten, nur bei trockener Luft die Räume gilt durchgelüftet. Empfindliche Nahrungsmittel, Kar­toffeln und eventuell noch aus dem eigenen Garten eingelagcrtes Obst, sind bei strengerem Frost zuzu- decken. Die Kartoffeln müssen aber rechtzeitig wie- der aufgedeckt werden, da sie sonst leicht ausschwitzen und faulen. In der Speisekammer rücken wir emp­findlichere Speisen und Vorräte von der kalten Außenwand weg und dichten unter Umständen das Fenster noch etwas ab. Dor Nässe sind natürlich alle Vorräte im Keller zu schützen, aber auch andere empfindliche Lebensmittel in der Speisekammer. Be­sonders Brot schimmelt leicht und ist daher trocken, aber nicht luftdicht abgeschlossen in einer sauberen Brotbüchse oder im Steintopf aufzubewahren. Bei großer Kälte verfalle man nicht etwa in den Feh- ler mehr Speisen als notwendig zum Anwärmen in warme Räume "zu stellen, sonst wird zum Bei­spiel Fett ranzig, Süßspeisen säuern, Brot und Wurst betrocknen usw.

v Jeder Kampf gegen den Verderb ist unablässige Ueberlegung und Kleinarbeit, der uns nicht nur viel Geld spart, sondern, was noch wesentlicher ist, viele Nahrungsmittel für unsere Ernährung erhalt.

völkerung hat er sich allezeit besonders verbunden gefühlt, da er einer altbäuerlichen Familie im Ried entstammt: sein Geburtsort ist Groß-Gerau. Mit der Universität Gießen lebt er seit Jahren in enger geistiger Gemeinschaft. Die Juristische Fakul­tät unsrer. Alma mater promovierte ihn gelegentlich eines 60. Geburtstages ehrenhalber zum Doktor der Rechtswissenschaft, ferner gehört er seit Marz 1932 und noch heute als Honorarprofessor zu dem Lehrkörper der Universität. Dem Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar.

der Reif zerschmilzt.

Im Lichte belebender Wintersonne aufglitzernd

Zum deutschen Winter gehört der Rauhreif genau so gut wie der Schnee, und oft genug kommt cs vor, daß dieser winterliche Reif fehlenden echten Schnee ersetzt. Spatzen und Amseln Hüpfen hurtig im Geäst der bereiften Bäume, und vielleicht denkt an einem sonnigen Nachmittag die Amsel gerade auf dem höchsten Ast an das erste Einstudieren ihres Frühlingsliedcs, wenn zwischen ihren Füßen

Hotel Schütz. ... _

Fröhliche Gymnastik und Spiele für Fi Donnerstags, 20 bis 21 Uhr, Schillerschule, Schiller-

22.30 Uhr.

Körperschule und Spiele für Manner und Frauen: Mittwochs, 20.30 bis 21.30 Uhr, Goetheschule, neben

trake.

Kindergymnastik: Freitags, 16 bis 17 Uhr, Schil- lerfchule. ,

Anmeldungen in den Kursen.

Prälat i. R. D. Or. Or. Wilhelm Vieh» ' 70 Iahre alt.

gegen Zohnsteinansatz, zahn­fleischkräftigend, mikrofein, mild aromatisch, - und so preiswert I

Ausschneiden und aufbewahren!

Wiederbeginn unserer Sportkurse: 89V

Schwimmen für Männer und Frauen, auch für

Anfänger: Dienstags, 19 bis 20 Uhr und 20 vis 21 Uhr: Freitags 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis

Bücher an die Front!

Ich bitte die Bevölkerung des Kreises Vetterau. genau wie im verflossenen Krlegsfahr auch fehl wieder gute Bücher für unsere Soldaten zu spenden. Vie Bücher können sofort^bei den Ortsgruppen abgeliefert werden. Bei den größeren Ortsgruppen werden von den Ortsgruppenleilern be­sondere Anordnungen für das Linfammetn der Bücher ergehen, wir wollen alles tun, um unsere Soldaten auch mit geistiger Kost zu versorgen. Lin gutes Buch ist das beste Geschenk für einen

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Oer Trauring im Kuhmagen.

Die Direktion des Baseler Schlachthofes hatte vor einigen Tagen angezeigt, daß in dem Magen einer geschlachteten Kuh ein Trauring gesunden worden sei in den einige Initialen und ein Datum in fran­zösischer Sprache eingraviert waren. Man hatte daraus gefolgert, daß der Ring aus der französi­schen Schweiz stammte. Nach dieser Ankündigung meldete sich ein Bauer, der beweisen konnte daß ihm dieser Ring bereits vor fünf Jahren auf den Boden gefallen und von einer Kuh verschluckt war, die einem seiner Nachbarn gehörte.

letz der Tat, das auf Arbeit und Pflicht gestellt war, und all' dessen Salzungen mit den Worten began­nen- Du mußt! Aber am Ende flammte auch m goldenen Worten die Verheißung: Dann wirst du ein Eigener und ein Herr sein!

So schirrte er sich ein. Die Fäuste waren sein | Herrgott und ein Mch das Gebet. Nur in traum­losen Nächten spürte er den Segen des Tages. Und sein Weib half. Und sie zwangen das Unge­heure Aus einer kleinen Lichtung wuchsen Feld und Acker. Und die Jahre weiteten sie. Gelber Wel­zen wogte, so weit das Auge sah. Und Wiesern wur­den und Kämpe und Rinder und Rosse. Und da tummelten sich Kinder, wurden groß- uüd gingen schon hinter dem Pfluge oder jagten auf halbwilden Rossen in die Weite.

Da war der Bauer am Ende seines Gesetzes an gekommen, und da merkte er, daß er alt geworden. Aber er lächelte nur dazu. Und seine Augen um­faßten das Land, als hielten sie es mit.einem Bande. Ein Eigener war er geworden, ein Herr und ein König!

Und er wußte kaum, daß dreißig Jahre dahin­gegangen, daß in Europa em Krieg gewütet und Deutschland geknechtet war, innen und außen. Wohl ging sein Gedenken oft in die Ferne und stand träumend in den Feldern der Heimat. Hin und wieder hörte er von'ihr; ein alter Freund schrieb alle Jahre einmal. Auch, daß sein Bruder cm Eim spänner geblieben und grämlich und verdrießlich geworden sei und der Erde kaum gebe was ihr gebühre. Dann wurde auch das Gesetz wieder lebendig, das ihn in die Ferne gezwungen; denn das lebte auch noch in ihm und heischte sein Recht. Sein Gebot war nicht gestorben: Nur einer soll Herr sein und König! Dies Gesetz stand jetzt in ,hm auf wider seine beiden Jungens, daß er ihnen ihr Recht sage. Aber da war ja Land die Fülle! Und schon des öfteren war er mit seinem "Jüngeren hinausgeritten, daß er sehe, wo ein zweites Herd­feuer brennen könne ...

Darüber warf ihm ein neues Jahr wieder ein heimatlich Schreiben ins Haus: Um den väterlichen Hof stehe es nicht gut, Bruder und Zeitschuld hat­ten ihn kraftlos gemacht, daß er darmederliege und wohl bald unter den Hammer komme; dann schreite eines fremden Profitgier über feiner Väter Erde ..

Am heutigen Freitag, 10. Januar 1941, wird der weit über Hessen hinaus bekannte frühere Prälat der hessischen Evangelischen Landeskirche D. Dr. Dr. Wilhelm Diehl 70 Jahre alt. Sein Wirken als Prälat ist im Hessenlande und namentlich auch in Gießen so bekannt, daß sich weitere Aussuhrun- gen darüber erübrigen. Jedoch sei hervorgehoben, daß der Jubilar auch als Dolksschriststellcr^eme außerordentlich umfangreiche und weithin geschätzte Tätigkeit entfaltet hat. Seine Volksbücher haben mi ganzen Hessenlande in einzigartiger Welse tn Stadt und Land den Sinn für d>- hessische Heimat und ihre Vergangenheit geweckt. Dieser Heimatsinn hat ihn auch zum Historiker gemacht, der in den hessi schen Dörfern den Kräften der Vergangenheit nach' gespürt hat, um daraus immer neue Erkenntnisfe. zum Nutzen der Gegenwart und der Zukunft zu gewinnen. Seine Ungezwungenheit im Umgang mit Menschen aller Schichten und Berufe, mit Städtern und Bauern hat ihm neben seinem beruflichen und schriftstellerischen Wirken überall im Hesstnlande viele Freunde gebracht. Mit der bäuerlichen Be- sich allezeit besonders verbunden ncr altväuerlichen Familie im

und Wiese im Rauhreif: auch das ist schone deutsche Heimat, die wir lieben, weil sie die Natur für alle Zeiten liebenswert macht.

BS-ffiefflelniman M Kraft önrOeaöe

ft. b. J.-SportamL

Alle Nahrungsmittel haben leider die Eigenschaft, sich nicht unbeschränkte Zeit zu halten. (Einige, ver­derben schneller, andere langsamer, aber letzten En­des besiegelt der Verderb ihr Schicksal, falls wir sie nicht rechtzeitig verzehren. Es ist zwar schon vieles erfunden worden, um den Verderb auszu­schalten, Wissenschaft, Technik und Landwirtschaft selbst arbeiten ständig an der Verbesserung der Lagermethoden, oer Verarbeitung und, soweit mög­lich, auch an der Züchtung widerstandsfähiger Pflan­zen und Früchte. Damit allein wird der Verderb aber nie ausgeschaltet werden. Man ist immer wie. der auf die verständnisvolle Mitarbeit der Haus­frau angewiesen, die schon aus eigenstem Interesse die Nahrungsmittel vor Hitze und Frost, Ungezie­fer und Feuchtigkeit und allen sonstigen Feinden schützt. Jetzt im Kriege, da wir mit allem mehr haushalten, schenken wir auch der Gefahr des Ver. derbs mehr Aufmerksamkeit als sonst. Uns erscheint jetzt wirklich jeder Kohlkopf, jeder Apfel, ja sogar jebt Kartoffel und erst jedes Stück Brot wert, vor Verderb bewahrt zu werden. Genau so sorgfältig verfahren wix bei der Zubereitung der Speisen, wo wir darauf bedacht find, die Abfälle so gering wie möglich zu halten.

Der Verderb nimmt leider auf die Jahreszeit keine Rücksicht, nur seineHelfer" find verschieden. Im Sommer sind es die Hitze und die verschieden­

beträgt drei bis sieben Teklsiehmer. Hier wird die Mannschaftszahl gewertet, so daß sich an diesem Wettbewerb vor allem die schifahrenden Manner beteiligen können. Für die Frauen, die zum erstem mal tciliiehmen werden, gibt es einen Torlaus über eine Strecke von 500 Meter Länge, wobei sechs Pflichttore im Zeitraum von 2 bis 4 Minuten zu bewältigen sind

Wer darf mitmachen?

Teilnahmeberechtigt sind alle Männer und Frauen über 18 Jahre, die vor dem 1. September 1922 ge­boren sind und nicht mehr der Hitler-Jugend an- gehören. Die Altersgrenze' beträgt für Männer 55, für Frauen 40 Jahre. Der Meldeschluß wurde auf den 15. Januar festgesetzt. Sämtliche Anmeldungen sind der zuständigen Kreisdienststelle der NS-Ge- meinschaftKraft durch Freude" zuzuleiten, lieber die ausführlichen Einzelheiten der Durchführung gibt die offizielle Ausschreibung erschöpfende Aus­tun ft.

Alle können Teilnehmer werden.

Allen schaffenden Deutschen sollen die Freuden des Wintersports und insbesondere des Schilaufens zugänglich gemacht werden. Es wird viele Volksge­nossen geben, die den Wintersport nur vom Sehen lennen. Beim Wintersporttag können alle (Befolg** schaftsmitglieder Teilnehmer werden und damit für den Wintersport und für die Gesamtsache der Lei­besübungen gewonnen werden. Trotz der Kriegs- Verhältnisse ist das deutsche Volk in der Lage, seine Arbeit auf dem Gebiete der Leibesübungen fortzu- setzen. Das macht uns mit Recht stolz, und deshalb erhebt sich auch die Pflicht für den Letzten, aktiv teilzunehmen!

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NSG. Zum zweitenmal ruft die Deutsche Ar­beitsfront durch das Sportamt der NS.-Gemein­schaftKraft durch Freude" alle Betriebsgemcin- schaften zur Durchführung eines Wintersporttages der Betriebe auf. In bester Erinnerung steht der großartige Erfolg, den vor wenigen Monaten der Sommersporttag der Betriebe mit seiner starken Beteiligung zu verzeichnen hatte. Der Wunsch, allen schaffenden deutschen die Teilnahme am Winter­sport' zu ermöglichen, ist hier der Leitgedanke. Lei­besübungen im Winter betreiben, heißt, an den schönsten Sportarten teilnehmen, die wir überhaupt kennen.

Schiläufen fleht ith Mittelpunkt.

Wenn die lange Winternacht dem Morgen weicht, bann bietet sich dem Auge oft ein eigenartiges schönes Bild: Raubreif liegt auf den Dächern und Zäunen- auf den Bäumen, Sträuchern und Dräh­ten. Der Reif ist der elegantere Bruder des Schnees. Er überzuckert mit seinem schimmernden Belag alle Dinge und dann glitzern sie millionenfach und aber millionenfach/ menn, | und »fit SBun.

Die Ausschreibung zum Winterfporttag 1941 stellt den Schilauf der Betriebe in den Mittelpunkt. Die Durchführung ist für die Zeit vom 15. Januar bis zum 15. März 1941 festgesetzt worben, also zu einem Zeitpunkt, wo am ehesten gute Schneever­hältnisse zu erwarten sind. Für die Männer wur­den zwei Wettbewerbe vorgesehen, derSchilauf der Gemeinschaft" und derMannschafts-Schilauf". Für beide Wettbewerbe beträgt die Geländestrecke etwa vier Kilometer. Der Schilauf der Gemeinschaft soll der gesamten Betriebsgefolgschaft die geschlos­sene Teilnahme ermöglichen, und deshalb wird auch das geschlossene Lausen der Teilnehmer gewertet. Dieser Gemeinschaftslauf kann nach den örtlichen Verhältnissen durch Sonderwettbewerbe ergänzt werden, wozu der Tor- und Abfahrtslauf, der Sprunglauf, Rodeln, Eisschießen und ähnliche Ver­anstaltungen gehören. Für den Mannschaftsschilauf werden die Teilnehmergruppen noch den Betriebs­klassen bestimmt. Der Umfang einer Mannschaft

Da fiel der Brief zu Boden. Der Bauer biß die Zähne zusammen, und seine Fäuste ballten sich, als könne er die ferne Not zu Boden reißen. Drei Tage rang er mit Zorn und Wunsch und Willen; denn das ging um mehr als um Hauszins und Steuerschuld, das ging um Dätererde und Ahnen- recht, das ging um Gesetz und Recht und auch Pflicht der Sippe, das jener Erde verkettet war auf Gnade und Verderb. Und am dritten Tage übergab er das Regiment seinem ältesten Sohne, nahm Abschied von Weib und Acker und Vieh und ritt mit seinem Jüngsten in die ferne Stadt, hob eine Summe Geldes von der Bank ab und fuhr mit dem nächsten und schnellsten Schiff der alten Heimat zu

Stand dann auf der allen Dorfstraße und schritt mit feinem Jungen dem väterlichen Hofe zu mitten in die Versteigerung hinein, in die Rotte der Fremden und Bauern, die Neugier und Beutelust herbeigelockt. Mit Ekel und Zorll sah der Bauer über sie hinweg.

21500!" schrie der Auktionator und hob den Hammer.

Keiner mehr! Zum ersten! Zum zweiten Zum ..." . ,, ,

30 000!" zerschnitt ihm eine harte und scharfe Stimme das Wart. Das war fein Angebot, das war ein Befehl. Wie Blitz und Wetter fuhr es in dos Gesurre. Was sollte da werden!

Der alte Ellernbusch aber trat vor, herrisch, ge­bietend. Eine Gasse tat sich auf, schloß sich aber gleich wieder hinter ihm, lüstern und drohend.

Nun stand er am Tisch. Schwer legte er die ge- ballte Faust darauf. Die ausbegehrenden Worte des Auktionators schob er wie ein Nichts beiseite: Schluß mit der Narretei, komme her, wer da zu fordern hat; es soll beglichen werden auf Pfennig und Heller!"

So kehrte der Bauer in feine Heimat zurück und rettete die Erde, wie das Gesetz es gebot, dem Na­men und Geschlecht der Ellernbusch. Heut sitzt der Alte längst wieder zwischen feinen Weizen- und Maisfeldern. Aber auf dem heimischen Hofe, der nun ein Erbhof geworden ist, sitzt sein Jüngster, nicht minder ein Herr wie fein Vater; aber beide gebunden und gehalten von dem ewigen Gesetz der Erde und der 6ippe.

Verdrmkelungszett

n der Woche vom 5. bis 11. Januar: 17.25 Uhr bis P.25 Uhr.

Stadtthenter: 19 bis 22 UhrDer Vogelhandler . Gloria-Palast, Ssltersweg:Bismarck". Licht- -pielhaus, Bahnhofstraße:Zwischen Hamburg und Haiti".

Sladtthealer Gießen.

Am heutigen Freitag wird im Stadttheater die große klassische OperetteDer Vogelhändler" von Karl Zeller wiederholt. 16. Freitag-Miete.

en Sie!

-rkeit.Ver ialkatarrh

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_ Das Preisausschreiben, das in Delhagen & Klafings Monatsheften zu einer all­jährlich wiederkehrenden Einrichtung geworden ift, wird im Januarheft entschieden. Sechs Leser er­halten sechs Originalwerke namhafter lebender Meister. Das Heft beginnt mit einem neuen Ro­man von Lenelies Pause. Das Werk heißtDas Herz meiner Schwestern" und behandelt die nament- lief) Frauen angehende Frage, ob unsere Zeit noch Muße für zärtliche Gefühle hat. Außerdem bringt das Heft an erzählenden Beiträgen eine Tierge­schichteDie Adlerfehde" von Karl-Alsred Langer- Reuth und einen geschichtlichen Bericht aus Peru Orgie in Gold" von Arnold Ulitz. Aus dem gegen- roärtigen Leben sind geschöpft Der Beitrag ,^Der englische Zusammenbruch in Flandern" von Otto Nebelthau, eine Betrachtung über die Tänzerin Ma- non Ehrsur und den modernen Kunsttanz von Egon Vietta sowie die illustrierte Abhandlung über d vom Verfasser erfundene Elektronenmikroskop:Bil­der aus unbekannten Welten" von Manfred Baron von Ardenne. Zu den Prunkstücken der Zeitschrift haben jederzeit die großen kunstgeschichtlichen Bel- träge mit farbigen Bildwiedergaben gehört. In die­sem Heft inden wir einen Aufsatz über Botticelli

Profe (or Dr. Ludwig Justi. Eine Betrachtung, die dem vergangenen Jahre gilt, veröffentlicht der Jenaer Professor Bruno BauchVon Zeit und Ewigkeit . Eine Plauderei bringt Karl Foerster in Bornim mit seinen Ausführungen überDas Nie- senjahr des Gartenmenfchen". Kunstbeilagen, lieber- sichten über neue Bücher, über Theateer, Gedichte und andere kleine Beiträge runden den Inhalt afc

ozusagen in die Arme lief. Und dabei ist unter ins gesagt die Flüssigkeit des Verkehrs doch auch ür dich von zusätzlichem Vorteil. Die Fahrbahn vollends ist für die Fußgänger nur noch ein Zwi- chenakt. Vom Start am Bordstein, umsichtig nach inks und rechts, vorn und hinten blickend, müssen Dir die kürzeste Strecke ohne Aufenthalt, u. 11. im portgerechten Dreisprung überqueren, sonst geraten mir in die gefährliche Nähe der zermalmende Wücht elementarer Antriebskräfte.

Der Dorfs Getümmel" konnte noch Goethe den tadtgedundenen Menschen als Ziel eines Oster- pazierganges preisen:Hier ist des Volkes wahrer Himmel, zufrieden jauchzet groß und klein: Hier stn ich Mensch, hier darf ich's sein!" Heute aller- nngs nur mit der Einschränkung, daß auch das Dorf an die Gefahren und Ordnungen des Der- kehrs angeschlossen ist Also hinaus durch die Bahn- yofshalle der Stadt in den Schnellzug und nach 'nehrmaligem Umsteigen zur kleinsten Haltestelle im Bebirge, wo du wieder einmal Fußgänger sein kannst, wie es dir beliebt. Und doch haben nicht iuch unsere Wälder dicht vor der Stadt noch stille Pfade? Gewiß gibt es auch hier Einschränkungen. Aber wer wird eine Hege betreten ober in Herr- icher Waldesluft rauchen wollen! Und wer sich »e sh alb im Walde langweilt, ist kein rechter Deut- cher.Erhab'ner Geist" so empfindet Fauft den beglückenden Reichtum in ,Wald und Höhle< .gabst mir die herrliche Natur zum Königreich, Kraft, sie zu fühlen, zu genießen, nicht kalt schauen­den Defuch erlaubst du nur, vergönnest mir, in ihre riefe Brust wie in den Busen feines Freunds zu chauen, du führst die Reihe der Leb endigen vor mir vorbei und^lehrst mich meine Brüder im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen."

Wir gehören zusammen, Fußgänger und Pfade, beit Urzeiten. Ncugestärkt kehren wir immer wieder aus Wald und Feld auf unsere Gehbahn zurück zum Dienst an ver 'B^rNchrMeniiMsMff und helfen mit, die Kameradschaft der Straße den Mächten des Scksicksals entgegenzusetzen bis zu jenem Rest, den Menschen nicht mehr zu durchleuchten vermöc^en.

Dornottzen.

Tageskalender für Freitag.

Aus der Stadt Gießen.

Auf den Spuren des Fußgängers.

Vorläufig gehöre ich noch mit in die volkreiche ategorie der Fußgänger. Auf unseren Gehbahnen uhlen wir uns auch in den Hauptverkehrsstraßen Icher und geborgen Bleibt aber einer von uns jlotzlich stehen, dann brechen sich wie an einem Fel- en tm fließenden Wasser die nachdrängenden Sogen des Verkehrs. Mußt du dann eilenden uißes überholen, bann kommst du schon ins Schlön- ein, und schlängelst bfl bid) in frecher Unbedacht- amteit gar auf derverkehrten" Seite hindurch oie in einem Volkstanz, dann stößt du vielleicht uch auf polizeiliche Gegenwirkung, die sicherlich auiv ausbleibt, wenn du ausgerechnet an schmalen, unübersichtlichen Kurven von Straßenkreuzungen eine Plauderecke aufbaust, nur weil man sich hier

Unter dem Gesetz.

Von Wilhelm Lennemann.

Der Bauer Ellernbusch war gestorben. Erbe des Hofes war der äüefte Sohn geworden. Nur einen ließ die Erde als Herren und Bauer zu. £as war Bauerngesetz und nicht daran zu rütteln. Das wah­ren alle, auch der jüngere Sohn Fritz, der nun des Bruders Knecht werden mußte, wenn er sich nicht an eine reiche Hoferbin hing. Aber er hatte . sein Herz bereits an eine arme Dirne verloren, und von der Harte dieses zwiefachen Schicksals geschlagen, ichien ihn ein Unabwendbares völlig bei Seite ge­worfen zu haben.

Ader er war ein Ellernbusch, steifnackig, hart und tolz, der einen Weg in der Niederung nicht ertrug. Eigene Erde mußte unter seinen Füßen sein; oder er hätte vergehen müssen ...

Er heiratete das Mädchen; und mit ihr und den raufend Mark, die ihm sein Bruder als Erbe aus- zahlen mußte, und den wenigen Hunderten, bie tue Dfrne sich von ihres Lebens Lust erhungert, zog er fern über Land, weit über das Meer, bis er in einer Wildnis stand, von der die Regierung des Landes ihm sagte, dies sei sein. Sein Lehrer hatte 'ür ihn bie Verhandlungen geführt und alles in die Wege geleitet. Sein Bruder war in Gram von ihm geschieden.

Den Namen des Landes wußte er kaum auszu- sprechen. Der kümmerte ihn auch nicht. Er hatte ge­nug mit seiner neuen Erde zu tun. Denn Urwald mar, das seine neue Heimat werden sollte, das Land, in das er seine Sippe setzte, daß da ein Anfang lei für eine neue Ewigkeit.

Weit und mächtig lag der Wald; wie Riesen wuch- beten die Bäume in den Himmel; aber sie erbrutf» len den deutschen Bauer nicht. Mit zormger Liebe hieb er die Axt in die Säulen; er brannte und sagte, als ginge es um das Leben.

Und es ging um das Leben. Hier stand er, und hie? rodete er den Anfang eines neuen Lebens m die Erde. Ein jeder Axthieb schrie: Brot! Ein ieber Feuexbrand lohte: Heimat! Er war der erste, eines neuen Geschlechts, das hier in das Lanb wachsen sollte; er war verantwortlich im (buten wie hn Bösen. Und so gab er feiner Sippe das Ge-

S t a rk w i