I
hätten ihr Werk in der Sühn Capelle begonnen. ,
Auf der Polizei in Versailles liegt ein photographisches Album bereit, in welchem di- Bildnisse der Mitglieder der Commune und der namhaftesten Manner des Aufstandes beisammen stehen; jede Photographie ist mit einem genauen Signalement begleitet. Abzüge von diesem Album sind an alle Pol-zeibureaux in der Umgegend von Paris und an die höheren Offiziere der Felvgendarmerie «ertheüt
unterstütze? Unter schallendem Gelächter erklärt Redner schließlich, nur von Pari» aus werde der Welt Freiheit und Wohlstand erblühen, der Pariser Kampf sei nur
französische Ueberhebung und Selbstüberschätzung, welche die Lonsolidirung und i 1 den mächtigen Aufschwung Deutschland» in thörichter Verblendung als eine uner-, ttägliche Herausforderung ansah, hat die reichlich verdiente Züchtigung erhalten. ■ Nur politische Schwarzseherei oder die geheime Unzufriedenheit mit dem Wieder- ; erstehen de» deutschen Kaiserreichs kann in dem Frankfurter Frieden den Keim i eines baldigen Krieger erblicken. Das wüste Geschrei, welches schon jetzt in ein- ' zelnen Organen der französischen Presse ertönt und möglichenfalls später noch lauter ertönen wird, ist ohne jegliche politische Bedeutung. So gehen wir denn ; einer schönen und hoffnungsreichen Zukunft entgegen, in welcher über die großen
Bortheile der neu errungenen Machtstellung der Segen der freiheitlichen Entwicklung, welche mit Energie anzustreben ist, nicht verkannt werden möge.
Der Berichterstatter des Dail» Telegraph in Paris giebt das folgende Bei- J spiel von den l-tzt-n Heldenthaten der Commune: „Am Himmelfahrtstage, einem i ver großen religiösen Feste dieser Stadt, versammelten sich eine Menge von Frauen ! aller Stande, in tiefste Trauer gekleidet, an der Himmelfahrtskirche und »erlangten !t Einlaß. Dieser wurde ihnen von den Nativnalgarden verweigert und es entstand ) ein vollständiger Streit, bei welchem eine Dame einen Nationalgardisten ins Auge : schlug. Inzwischen hatte sich indessen die Mehrzahl der Damen zurückgezogen und ) war an dem Gitter, welches die Kirchs an der Ecke der Rue des Victoires umgiebt, 1 niedergekniet; kaum wurde dies bemerkt, als ein Nationalgardist die zwölf schmutzig- i sten Jungen auswählte, die er unter dem Pöbel finden konnte, ihnen befahl, vor j dem großen Kirchenthore niederzuknieen, während er auf einige Secundeu in das j Innere der Kirche zurückging. Als er wieder herauskam, befahl er den Rangen i buchstäblich, ihre Augen zu schließen, und sie würden einmal sehen, was „unsere i liebe Frau" ihnen schenken würde. Ein vollständiger Entsetzensschrei tönte über 'i den Platz, wiewohl die niedrigste Pöbelmaffe dort versammelt war, als der Mensch jedem der Jungen eine — geweihte Hostie in den Mund legte! Die übrigen Na- ■] tionalgarden, mit der That ihres Kameraden noch nicht zufrieden, stürzten in die 1 Kirche, nahmen ein paar Hundert dieser Hostien und warfen sie mitten, zwischen ? den Pöbel. Die Gläubigen versuchten, dieselben mit all' den Sous, die sie be s sich hatten, aufzukaufen; in einem Augenblik wurden sie von einigen 300 Gamins :• umringt, die alle eine Hostie zu verkaufen hatten, und Offiziere wie Mannschaften ' keinem SBort W« Ms
»origen Jahres stattfinden sollten, ferner die Generalräthe nach dem alten Wahl- modus ernennen lassen, weil wir ihrer Sachkenntniß bedürfen. (Hört!) Ich ver- kenne nicht die eventuellen Gefahren dieser Wahlen, aber ich erblicke noch größere darin, wenn mehr Beamte als durchaus nothwendig von außen hinkommen. Sie erregen eben durch Mangel an der breiteren Basis der Weltanschauung leicht Miß- stimmung, die gar nicht in der Absicht der Negierung liegt; die Folgen sind die gegenseitigen Denunciationen der Bevölkerung und der Beamten. Gewählte Com- munalbeamte sind jedenfalls ungefährlicher, als der Beweis unserer eigenen Ohn- macht; wie weit aber der Selbstverwaltung Raum zu geben ist, wage ich heute noch nicht zu bestimmen, die jetzige Aufgabe ist mir eine neue, sehr beschwerliche und böchst verantwortungrschwere. Bei Uebernahme de« preußischen auswärtigen Ministeriums stellte ich mir die Aufgabe, dir deutsche Einheit in irgend einer Form wiederherzustellen; das ist mir über Erwarten schnell und vollständig gelungen und damit könnte ich meine Verpflichtung gegen da« Vaterland al« erfüllt betrachten. Wenn ich nun bei abnehmender Kraft und Gesundheit vor dieser neuen Aufgabe nicht zurückschreck-, so kommt es daher, daß ich mich berufen fühle, als Advokat t Berlin, 25. Mai. Deutscher Reichstag. Um 11 Vs Uhr eröffnet Präder Elsaß-Lothringer aufzutreten, die ich nur ungern im Stich lassen würde. (Bravo!) sident Dr. Simson die heutige 43. Plenarsitzung mit der Verlesung einer langeiDazu bedarf ich jedoch des Vertrauens der Elsässer nicht minder wie des Reichs- Reihe von Urlaubsgesuchen. Der Tisch des Bundesrathe» ist ganz, die, rechttages und des Bund-Srathes. Ich muß hier der Specialdebatte vorgreifen; ich Seite des Hauses fast leer, die linke sehr spärlich besetzt, so daß bei Eröffnun>vermiff- nämlich dieses Vertrauen in den von Ihnen gemachten Zusätzen, zuerst in der Sitzung bei Weitem nicht 100 Abgeordnete anwesend sind. Die Tribünerer Verkürzung der Diktatur. In anderthalb Jahren laßt sich zwar viel Böse«, sind dagegen sehr zahlreich besucht. „ ^ntcs durchführen. (Sehr richtig!) E« ist gesagt, wir hätten durch
Auf der Tagesordnung steht zunächst der mündliche Bericht der GeschastsUebcrlastung in den neuen preußischen Provinzen viel Böse« gethan; ich will da« ordnungscommission über die Anträge auf Ermächtigung zur strafgerichtlichen Vernicht entscheiden, aber hier liegt die Sache doch ganz anders. Dort mußt- ich solgung der durch Artikel der „Hannoverschen LandeSzeitung" und des Ltipzigeeie auf dynastischem Boden erwachsene Selbstständigkeit einschränken, hier soll sie „Vviksstaat" begangenen Beleidigung des Reichstages. — Ohne Debatte versag'rst zur Entwicklung gebracht werden, und dazu bieten anderthalb Jahre nicht ■ das Hau« die nachgesuchte Ermächtigung. Kaum, kaum sogar der Termin bis zum Jahre 1874. Ich bitte, lassen Sic den
Zu der dritten Lesung des Gesetzes über die Bereinigung von Elsaß unverdacht fahren, als wollte ich die Verwaltung eine Stunde länger als nothwendig Lothringen mit dem deutschen Reiche liegen die bei der zweiten Lesung abgelchntewagen, denn ich persönlich bin nicht regierungsbedürftig, wenigstens nicht activ, Anträge Duncker'r, welche die Mitwirkung des Reichstages bei Einführung neuemssi» bi» ich es sehr. (Heiterkeit.) Vor allem ist die administrative Einrichtung Verordnungen in Elsaß-Lothringen bezwecken, abermals vor. Reichensperger (Creorzunehmen, wir müssen «inen zuverlässigen Beamtenstand heranziehen, möglichst selb) beantragt dagegen eine redactionelle Aenderung des §. 1. i«ä Einheimischen, und darüber werden Monate »ergehen, bis wir die nöthigen
(Fürst Bismarck und Minister Delbrück nehmen am Bundesrathstische Platz.brfahrungcn gemacht haben. Die Mitwirkung des Reichstag« würde die Sache Taczanowski verliest einen längeren Protest der polnischen Fraktion gcgeiur noch erschweren. Lassen Sie doch die Befürchtungen au« alter Zeit, von die neue Annexion. enen ich sagen möchte: ich weiß nicht, wa« soll e« bedeuten. Die Regierung hat
Bebel protestirt ebenfalls. Die Annexion werde gewiß nach zehn Jahremrchaus kein Bedürfniß der Dictatur. Der zweite Punkt de« Mißtrauensvotum«, keine Thatsache sein, weil sie nicht auf loyalem Wege vollzogen ist. Als Könßas Sie mir gestellt, hat mich persönlich sehr nahe berührt. Ich komme gerade
ein Vorpostengesecht de« socialen Krieges.
Reichskanzler Fürst Bismarck: Fürchten Sie nicht, meine Herren, daß ich dem Vorredner antworten werde; wenn,ich an einen Theil der gehörten Entstellungen anknüpfe, so geschieht es nur, um zu versichern, daß der abgeschlossene Frieden neben den veröffentlichten Stipulationen keine geheimen Artikel enthält. Ich habe außerdem das Bedürfniß, in der allgemeinen Diseusfivn über da« vorliegende Gesetz einige Worte zu sagen,' weil es mir nicht möglich gewesen ist, in der ersten und zweiten Lesung mich an der Discussion zu betheiligen oder in der Commission mich vertraulich auszusprechen. Es hat mich gefreut, daß Sie in der Commission der Versuchung widerstanden, das Schicksal von Elsaß und Lothringen weiter fest, zusetzcn, als in diesem Moment rechtlich nothwendig ist. Die rechtliche Roth- Wendigkeit beschränkt sich darauf, den Einwohnern dieser Länder das staatsrechtliche Eigenthum zu sichern; alle Schritte darüber hinan« halte ich sür gewagt. Meiner Ueberzeugung nach müssen sich bei den unsicheren und unklaren Verhältnissen in diesen Ländern die Schritte auf das nothwendigstc Maß beschränken, das Terrain zu recognoscircn, und erst nach einer gründlichen Belehrung kann man fragen, was noch zu geschehen hat. Was wir den Elsäßern jetzt zu geben haben, ist da» deutsche Bürgerrecht, die Möglichkeit des freien Verkehr« innnerhalb Deutschland in Handels- und socialer Beziehung, nachdem ihnen der freie Verkehr mit Frank- reich abgeschnitten ist. Wir mußten uns dabei schlüssig machen über die Form, in welcher wir ihnen da« Bürgerrecht geben wollen, über tit Thür, die wir ihnen ins Reich hinein öffnen. Es konnte dabei nur in Frage kommen, ob da« Elsaß ■ ganz oder theilweise einem oder mehreren Bundesländern einzuverleiben sei, oder zu einem R-ichSlande gemacht werden solle, bis e« mündig geworden, selbst über sich zu bestimmen; ernstlich wurde aber nur die Einverleibung in Preußen oder : die Schöpfung eines Relchslande» erwogen. Ich entschied mich sogleich für da« । letztere, einmal, weil wir dabei die dynastische Frage nicht auf die Tagesordnung zu bringen brauchten, und dann, weil die Elsässer sich leichter mit Deutschland al« mit Preußen assimiliren werden. Die Elsässer haben unter sranzösischer Regierung während der 200 Jahre ein gut Stück PartikulariSmuS nach guter deutscher Art xMervEH,„.diesen -u stärken ist unser Beruf; je mehr sie sich als Elsässer fühlen t tritt», uni so mn/i wvwxu |it vu» öim«3v|hi»^uui uuujiul Fühl«« sic sich erst als Elsässer, so sind sie auch logisch genug, um Deutsche zu (ein. Der Name „Preuße« ist in Frankreich künstlich verhaßt gemacht worden, Preußen sollen nach einer alten Tradition gar keine Deutschen fein; wollen die Franzosen dem Deutschen etwas Schlechtes uachfagen, nennen sie ihn einen „Prussien", ist der Preuße gut, nennen sie ihn „Allemand". Den Elsässern ist der Name ebenso verhaßt wie den übrigen Franzosen, da« zu überwinden, vedarf es der Zeit. Ueber das, wa« zu thun ist, müssen wir den Elsaß selbst hören, wir müssen uns erst über die augenblicklichen Bedürfnisse Klarheit verschaffen. Soweit ich berufen sein werde, bei
Aus Madrid wird am 22. telegraphirt: In der Cortessitzung bringen die ......-----,... ..... _vw„. lw ut
Republikaner einen Antrag ein, welcher die Herstellung der Republik verlangt. Die Seiner Majestät dem Kaiser und beim Bundesrathe mit Anträgen vorzugehen, Carlisten verlangen die Annuvirung der Wahl des Königs Amadeus und die An-werde ich zunächst die Communalwahlen vornehmen lassen, die schon am 6. August erkennung der Rechte Don Carlos. Becorra beantragt die Vertagung aller atf -----------— - - - ™ --
konstitutionelle Abänderungen bkzüglichen Motionen bis nach der Debatte über dr Geschäftsordnung, betreffend derlei Anträge. Die Sitzung war sehr sturMch . Während des Tumultes ziehen sich die Carlisten protestirend zuruck. Die Map ritär. bricht in Beifall aus. Kurz darauf kehren die Carlisten wieder zuruck.
Der Papst hat das Garantieen-Gefetz der italienischen Regierung nicht an genommen, und Antonelli setzte die Nuntiaturen im Auslande von dieser Zuruä Weisung in Kcnntniß. , . .
Einem Telegramm aus Constantinopel vom 22. zufolge ist dre m der auL wattigen Presse verbreitete Nachricht, daß die Pforte sich mit theilwnsen Zuge ständnissen des Khedive begnügen werde, völlig unrichtig. Die Pforte besteht ar der Durchführung aller ihrer Forderungen (die bekannten fünf Punkte) und wir sich weder mit ausweichenden Antworten, noch mit theilweisen oder verclausuurte Zugeständnissen des Vittkönigs begnügen.
nickt eine Frage der Humanität, sondern der strengsten Gerechtigkeit. Sollte der Wilhelm die französische Grenze überschritt, verbreitete er überall eine Proelama- Rcichstag nicht so viel Kraft und Macht besitzen, um die in dieser Hinsicht Herr- iion, Inhalts deren er nicht mit dem französischen Volke, sondern nur mit der scheuten Wünsche aller Claffen des Volke« zur Geltung zu bringen, dann würde französischen Regierung Krieg fuhren zu wollen erklärte. Spater besann man sich (ein Ansehen im Reiche außerordentlich sinken. Denn davon, daß der Reichstag eines Andern; die öffentliche Meinung in Deutsch and wurde bearbeitet, und die keine Dotationen an die Generale zahlen will, wenn die Reservisten und Land-,Regierung sagte dann: ja, wenn da- deutsche Volk die Annexion von Elsaß und webrmänner kein Retabliffernentsgeld erhalten, haben doch diese letzteren keinenjLothringen will, dann fugen wir uns. Diese« „Machen der öffentlichen Meinung Dortbeil. Es ist also dringend zu wünschen, daß der Reichstag eine entschiedene!ist nun zwar alt, neu aber ist, daß der König von Preußen taä voxpopuli, vox Pression aus den Bunde»rath und die Bundesregierung dahin ausübl, daß die dei anerkennt. Redner spricht sich weiter gegen die Diktatur aus, die preußische gegenwärtig in den maßgebenden Kreisen herrschenden Ansichten nach dieser Rich- LandrathSwirthschaft sei nicht um ein Haar besser wie die französische.A'^en.
hin aufaeaeben werden. »irthschakt. Unter großer Heiterkeit de« Hauses kommt er auf den Ausspruch de»
8 Der Austausch der Friedensratification ist genau zehn Monate nach demjzürsten Bismarck zurück: die Pariser Commune wolle eigentlich nichts «eiter wie Eintreffen der französischen Kriegserklärung in Berlin, zu Frankfurt vollzogen und die preußische Städteordnung; wie eine Versammlung ernsthafter Manner sich so dadurch das an erschütternden Katastrophen so reiche Drama, welche« die Situation!et«as sagen lassen könne, sei ihm unerfindl ch, und warum denn Fürst Bismarck 'S....®.!.:.....Ä »»*! «MJÄ SÄ53


