Ausgabe 
16.10.1916
 
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Wachen, m verschiedenen Zeiten reifen aotb daher bet wahllosem! Einsanrmcln stets ein Gemisch von ungleichmäßiger Güte ergeben. Für diese Zwecke müßte also der Anbau bestimmter besonders geeig- rleter Sträucher im großen gefördert werden, ein Unternehmeni, das gewiß empfehlenswert wäre, um auch in spateren Frie­denszeiten der Einfuhr srenMändisck-er Atarmeladen und jöbfb* kon serven «entgegenznw'irken. Tie Apfel rose oder großfrüchtige Hage- butte, Rosa viltosa, und die japanische Apfelrose, Rosa rugosa, toev- den in dieser Hinsicht am meisten geschäht. Da sie Zugleich wunücr- hübsche Ziersträucher sind, so sollte ihre Anpflanzung soviel wie Möglich gefördert werden. ONanches brachliegende l Stück Harrd^ ÄuM Beispiel hie neben deir Schiene ngleisen der Eisenbahn sich hiw- Mheüden endlosen .Strecken tünnten aus Dies« Weise verschönt tuud zugleich in nutzbringender Weise verwertet werden.

vermischtes.

"Habsbllrgs M a ll e r n. Rlldols von Habsburg hatte sich einst, wie die Chronik von Hirsan berichtet, eine »reue Burg geballt aber ohne Wälle nnd Mauern. Als sie vollendet war,- zeigte er sie seillem Brllder, dem Erzbischof von Straßburg. »Für- wahr, ein stolzer Bali," sprach dieser, .allein, wo sind Wälle lllld Mauern?* .Die baue ich in einer Nacht," antwortete der Kaiser. Als der Erzbischof am nächsten Morgen wiederkam, wies ihm der Kaiser feine Soldaten, ötc Schulter an Schulter, Schild all Schild rillgs um die Burg aufgestellt waren: .Das sind meine Mauern!"

* Die Aster. Sie gehört mit zu den spätblühenden Blumen, uird wenn schon fast alle anderen Vlunren abgeblüht sind, leuchten ihre bunten Sterne noch ans den Gärten hervor. Es gibt ungefähr 200 Asternarlen, von denen die meisten der nördlichem Erdhalfte angehören. Bereits im alten Griechenland und in Rom waren diese Blunten bekannt. Die schönsten Arten aber stammm aus, China und Japan uitd kamen erst spät nach Europa. Der erste, der sie nach Europa brachte, lvar der Jesuit d'Juearville. Er führte sie nach Frankreich ein, und von dort aus breitete sie sich ziemlich rasch nach den anderen, enropäisckMt Ländern ans. In China ist die Aster ein beliebtes uub häufig angewandtes Muster auf den verschiedensten Erzeugnissen der Kunst und des Gewerbefleißes.. Alis Seidenstoffen, aus Porzellan, aus Knustgegenftändetl, überall fiiuk't man die After als Mnsver verwendet. Die Farben man uig^ faltigkeit der Astern ist ganz außerordmtlich groß, denn wir zühlm bei dieser Blunle lveit über 6000 Farbei wer schieden heften.

* Eie r s a tz. Tie Eierknappheit, die mit dem Nahen des Winters in Küche und Vorratskammer fühlbarer wird, hat er- findringsreiche Fabrikanten am'den Plan gerufen, sich in allerlei Ersatzmitteln zu versuchen. Dabei ist zu bedenken, daß das Hühnerei in seinen spezifischen, für die Ernährung in Betracht kommenden Eigenschaften lund tu seinem Geschmack künstlich nicht zu ec-- setzen ist. Wohl aber ist es möglich, diejenigen Eigenschaften des Eies, die es als Beigabe bei der Zubereitung der Speisen werb­voll machen, llämlich bic Fähigkeit, An binden, zu lockern, zu färben, durch gewisse Mischungm einigermaßen nachzuahmen. Wenn die Hallsfrau eines der mannigfachen, im Hartdel angebotenen Er- ersatzmittel erproben »vill, so tut sie gut. das Ersatzmittel nicht nur daraus ailzusohell, ob es iir der Küche den gewünschten Zweck erfüllt, sondern auch darauf, ob es mit Rücksicht aus diesen Zwerr nicht zu teuer ist. Aufgabe der Nahrungsmittelkontrolle und dev Preisprüsnngsstellen jlvird es sei», durch ihre Aufsicht dafür zu sorgen, daß die Eiersatzmittel aus einwandfveieit Rohstoffen her- gestellt, Volt schädlichen oder unerwünschten Beimengungen cher sind und daß sich ihr Preis in «Mglemkssen-en 'Grenzen hält.

Eine neue Futterpflanze. Der allenthalben auf­tretende Futternraltgel lenkt die Anfmercksanlkeit auf eine Pflanze, die in der Gärtnerei zwar schon seit 1869 bekannt, in der Land­wirtschaft aber noch kaum eingeführt ist, trotzdent sie ganz gewaltige Erträge von Grünfutter liefert und weder durch Hitze noch durch Kälte, weder durch Nässe iwch durch Trockenheit leidet, auch an den Boden keinerlei Ansprüche stellt. Da nun neuere, in Frankreich unternommene Versuche ergeben haben, daß diese Pflanze vom Vieh gerlr gefressen wird, so dürfte sich ihr Anbau auch bei ums! sehr mipsehlen. Es handelt sich um Polygonnnr sachalmense. Diese Pflanze wurde von i>eu Russen von Maximowicz aus der

t nsel Sachalin im Ochotskischen Meere zwischen Japan und ibirien entdeckt und nach dem Petersburger botanischn Garten eingeführt. Von hier aus kam sie in den Moskauer botanischn Garten, wo sie der französische Gärtner E. Andre 1869 sah und wegen ihres hohen dekorativen Wertes nach Frankreich brachte. Seitdem hat sie auch in Gärten anderer Länder Eingang gesunden. Die Pflanze erreicht eine Höhe von reichlich 3 Metern.'Die saf­tigeil Blätter sind ovalvbtong, etwa 30 Zentimeter lang, 20 Zen­timeter breit und vollständig unbehaart. Die Blüten erscheinen sehr reichlich und liefern ein gutes Bieirensutter. Die Pflanz« ist ansdauernd, braucht also nur einmal gepflanzt zu werdeir, mn auf Jahrzehnte dauernden Ertrag zu liefern. Sie verzweigt sich unterirdisch im ganz ungewöhnlich starkem Maße, so daß eine Fläche in kurzer Zeit dicht mit den Schößlingen bedeckt ist. Die Triebe erscheinen zeitig im Frühjahr und wachsen innerhalb weniger Tage über einen Meter hoch. Nach den in Frankreich an­

gesteilten Bersltchen werden sie zum ersten Male geschnitten, wem sie 1 bis l;/s Meter hoch sind. Im Laufe des Sommers schneidet Man die Pftanze dini-- bis viermal. Ter Ertrag soll im Jahr« 20 bis 40 Kilogramm vom Quadratmeter, oder 2000 bis 4000 Toppelzeirtner vorn Hektar sein. Die Vermehrung findet durch Ausläufer statt, die am besten im'Amust und September, in süd­lichen Gegenden auch noch im Oktober oder im ersten Frichahö in einer Entfernung von 1 Meter Megt werden. Die Pflanze ist nicht mit dem Polhgonnm enspidatum zu verwechseln, das in den vierziger Jahren auf Liebigs Betreiben vielfach angebaut Wurde.

vüchertisch.

Amerika. Von C. A. B r a t t e r. (Ullstein L Co., Berlin,Männer unb Völker" ) Wie unglaublich schlecht wir über Amerika ullterrichtet waren, lnlltzten wir zu unserer großen Uederraschnng eriahren, als wir beiin dlusdruch des Krieges sahen, wie ungerecht, übelwollend, ja schroff feindselig uns Regierung und öffentliche Meinung in Amerika entgegentraten. Diese Enttäuschung hätte sich vermeiden lassen, wenn unsere Amerika-Literatur nicht in dem Maße irreführend gewesen wäre, als sie es tatsächlich war. Bratters geschickt ausgeballtes, flüssig und interessant geschriebenes Buch wird vielen die Augen öffnen. Wir erfahren von der Ent­stehung und den Grundlagen der Verfassung, von den politischen Parteien, ihren Programinen, ihren Gegensätzen und Kämvftn, von den Wahlen, mit denen das amerikanische Volk überreich gesegnet ist, bent lärmenden Schützensesttreiben der Konventsoerhandlungen, der enormen Macht und skrupellosen Willkiir der Wahlmacher, der Bosse", ihren zweifelhaften Krnffen, Schiebungen, Bestechungen, der ungeheuerlichen Korruption, die die verwickelte Parteiorganisation zur Folge hat. Wir höreu vou den Reformen, die angestrebt werden, um die Schäden zu beseitigen, llnd lernen die bedeutenderen Staats­männer und Diplomaten kennen, die Amerika trotz der Enge nnd Begrenztheit seines politischen Lebens heroorgedracht hat. Den Beschluß bildet ein lehrreiches Kapitel, das die vielberufene Monroe- Doktrin erörtert, nach ihrer Bedeutung und der geschichtlichen ßtit- Wickelung ihrer Auslegung, bis zu dein imperialistischen Pan­amerikanismus Wilsons mit seiner Bedrohung der lateinischen Re­publiken Mittel- und Südamerikas.

Der K u n st freu n d. Zeitschrift der Vereinigung der Kunstfreunde. Ad. O. Troitzsch, Berlin - Schöneberg. 4. Jahrgang. Heft 1. Alls dem Inhalt: W. Sartorius: Walter Leislikow. Heinz Amelung: Deutsche Kathedralen. Edith Branca: Der kate­gorische Jinperativ. Resa Behmer: Die Batik-Kunst. Tora

Handblatt-Norden: Architektur und Mnsik rlach dem Kriege

Nr. 41 derWeltliteratur", Müncheil 2, Färber­graben 24, enthält: Joh. Peter Hebel, Erzählungen aus beiu Schatz- källlein, mit alten Bildern.

Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Lite­raturfreunde. Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W. 9. TaS erste Oktoberheft ist soeben mit folgendent Inhalt erschienen : Jlllills Rodenberg: Aus Tagebüchern 11; Gustav Jakob; Mystifikation und Komödie; Hans Friedeberqer: Neues von Ricarda Huch; Rudolf Fürst: Frauen-Romaue. - Echo der Bühnen. Echo der eitunaen. Echo der Zeitschriften. Echo des Auslandes. - urze Anzeigen. - Notizen. Nachrichtelt. Der Bücher,narkt.

Die TafelAufklärung z u r P i l z e r n t e" von Dr. F. W. Winter (Verlag Werner & Winter G. m. b. H., Frank­furt a. M), gibt eine Uebersicht mit den typischen Formen aller in acht Gruppen eiltgeteilten 1300 Pilzarten und erinöglicht cs dem Laien durch die scharf charakterisierende Heratlshebmtg der un­genießbaren und giftigen Pilze die etiva 200 genießbarert Pilzarten ohne lv e i t e r e s zu erkenlten, so daß eine restlose Aus­nutzung der Pilze r n t e der Felder, Wälder und Wiesen g e iv ä h r l e i st e t iv i r d, welcher U nt st a n d gegen w artig für die Volksernährung von hoher Bedeutung i st. Die Tafel zeigt weiter den gefährlichsten aller Pilze, den Knollenblätterpilz, dessen Genuß tödlich wirkt, in ein­wandfreien, sarbitzen, vergrößerten Abbildungen in seinen ver­schiedenen, biologisch variableit Wachstuins- und Altersformen, ivelche nach Bodenbeschaffellheit, Klima und Standort sehr ver­schieden sind, voit der gewöhnlichsteil iveit verbreitetsten Gestalt an, bis zur vollkontutenen Champiguonähnlichkeit, und sich überall in Deutschland verbreitet vorfindet. Erläutert lverdeit diese Ab- dildungeit dtlrch eine für jedermann verständliche, einivandsreie Beschreibultg. _

Lrganjtlngsratsel.

E . he . u.. .i. .ä.t..ch G..ü.

H. f. e . .. ch a . . n . g . ü . t .. d b . ü . t;

K . lt. . S w.d.r S.a in ..ck . all. r f.n.e., E . .. ß v . r . o . r . n, e . .. ß v .. sch . i. d . n ! (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer:

HVapiti ^rchenhol» - Vöttingei» Niob« Efenbi Lüdesheime»';

Wagner, R i e >t z i.

Schristleituna: Fr. R. Zenz. Zwilliugsrunddruck imb Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- uub Steindruckerei. R. Lange, Gießen.