Der Radium-Vulkan.
flfontait von St. Cr. White uitb S. H. Adams.
Zljutorisierte Uebersetzung. — Nachdruck verboten.
(Fortsetzung.)
10. Kapitel.
Ein Fluch tversu ch.
Ich weiß nicht, warum ich uicht entfloh.
Zeit hatte ich genug dazu, aber ich blieb wie airge- wurzelt stehen, bis sie Kapitän Selover umgebracht hatten. Dann erst entfloh ich, wurde aber bald eiugeholt »mb in die Enge getrieben. Ich riß meinen Revolver hervor — er versagte. Ich hatte ihn ja in der Seehundshohle verschossen. Säe umringten mich. Eine erdrückende Last, gegen die ich wie ein Verzweifelter ankämpfte, warf sich auf mich. Als ich wieder zum Bewußtsein erwachte, lag ich mit znsammen- geschnürten Händen und Füßen neben einem lodernden Feuer, hörte das Knirschen eines Bootes, das ins Wasser geschoben wurde, und sah gleich darauf au Bord der „Laughing Laß" Lichter aufblitzen.
Sehr bald kehrten die Plünderer zurück.
Sie hatten sich auf Getränke und Waffen beschränkt. Perdosa und der Nigger trugen jeder einen Arur voll Gewehre. Thrackles ließ von der Klippe an einem Tau ein Füßchen herunter, das zun: Feuer gerollt und angebohrt wurde.
Die Leute tranken mrmäßig, aber nicht bis zur Sinnlosigkeit, zum Hilflossein. Der Nigger wurde noch melancholischer; Thrackles immer brutaler: Pulz' Bösartigkeit trat von Minute zu Minute deutlicher hervor, und Perdosa glich mehr denn je einem giftigen Reptil. Handy Salonton, mit dern roten Kopfputz über dem krummnasigen wilden Gesicht, torkelte fortwährend von seinem Sitz zu dem Füßchen, sein Lied brüllend.
Alle niedrigen Instinkte der Leute waren erwacht. Ihre Pläne, unbestimmt und unsicher noch vor kurzen!, traten jetzt im Rausch so scharf und klar hervor, wie Licht und Schatten auf einer photographischen Platte.
„Einer!" schrie Thrackles. „Einen Hütten wir nun zum Teufel geschickt!"
„Und jetzt die Diamanten!" keuchte Pulz.
. „In Luv ein Schiff, ein Wrack in Lee —
Dort an der Küste der Berberei—ei..." gröhlte Handy Salomou. „Verflucht, Fungens, das war die beste Arbeit einer Nacht, die wir je geschafft haben. Jetzt gehört die Kiste uns. Ich lass' nrir ein großes Haus in Frisko bauen, im Osten, wo's am teuersten ist."
„Blödsinn — Frisko!" schrie Pulz. „Was anderes weißt wohl nicht? Aus Reisen gehn muß der Mensch. Ich fahr' nach Paris!"
„Ich nrich kaufen eine feine Caballo, eine feine Sattel und feine Kleider," hauchte Perdosa gefühlvoll „Wenn
ich reiten, Silbersporen klirren und die schöbe Senoritas sehen auf mir —"
Thrackles war mehr für ein Schiff. Und Handel mit China.
„Und was willst du machen, Doktor?" fragten sie den schweigsamen Nigger.
Aber der rollte nur kopfschüttelnd die Augen, erhob sich, verschwand int Dunkeln, und kam nicht mehr zurück.
„Verrücktes Vieh!" brummte Handy Salomon, tat einen tiefen Zug von dein Rum und stolperte auf seinen Sitz, zurück.
„Bin weder Kriegsschiff, noch Kaper unverzagt.
Blas' Wind, blas' Wind! Uns ist's einerlei!
Bin froylicher Pirat, der nach Beute jagt,
Tort an der Küste der Berber—r—e—ei!" , brüllte er. „Wir landen in Valparaiso. Dann — hm ^ geht jeder seiner Wege. Die alte „Langhing Laß" bohrew wir an und versenken sie. Nich' mal die Se-e)nngfern sollen sie wieder finden können."
Thrackles warf neues Holz auf die Flanrme.
„Jetzt kommen die andern an die Reihe!" sagte er mit bösem Blick.
„Morgen ist auch 'n Tajg," murmelte Pulz. „Tr—trinken wir l—lieber noch einen_"
„Wollen lieber hierbleiben und warten, ob unser Freund Percy sich nicht sehen läßt!" riet Handy Sälomo-n. „Das war' am einfachsten!"
Er warf sich auf den Rücken und gröhlte seinen Singst sang zu den Sternen empor.
„Bceitseit' an Breitscit', so lagen sie stolz,
Nordwind — Südwind — uns ist's einerlei!
Bis krachend zerbarst des Piraten Hol;,
Tort an der Küste der Berber—r—e—ei!"
Ganz in meiner Nähe glühte eine Kohle, die aus dem Feuer gekollert war, als Thrackles frisches Holz aufgeworfen hatte. Ich betrachtete sie gleichgültig. Plötzlich aber kam mir ein retteitder Gedanke. Vorsichtig schob ich mich näher. Langsam, unendlich langsam.
Endlich war ich dickt neben dem glühende!: Pünktchen, und nach vielem Wmühen gelang es mir, mich so auf den Rücken zu wälzen, daß das Seil att meinen Handgelenken! auf der Kohle lag. Das dauerte lange und ich verbrannte! mir die Hände arg dabei. Aber es gelang. Ich verspürte nach langen bangen Minuten stechende Schmerzen an den Gelenken, mrd riß und zerrte, und meine Hände waren frei 1 Die glühende Kohle hatte das Seil durchgebrannt.
Glücklicherwetse lag ich am äußersten Rande des Feuerscheins und die trinkenden Männer kehrten tnir ihre Micken zu.
Ich rollte mich auf die Seite und band in hastetrder Eile und doch vorsichtig die Stricke an meinen Fußet: los.
Jetzt war ich ganz frei.
Einen Augenblick benutzend, als die allgemeine Aufmerksamkeit dem Rumfäßchen galt, rollte ich die Düue


