Ausgabe 
30.12.1916
 
Einzelbild herunterladen

088

jung woar, hotse goar vill uff scheene BäLnder gehaale, bäi fc tnt ihrn Spinnrockel geweckelt Hot urrd dai hotse all gesammelt. Sät hotse all on den Stecke gebunne, daßsen seh doaht. Täi BLu- wercher hon cn ahle Stallbcsem gefunne, den Siecke honse Konern, gesteckt. Wäi de EllS. modder demit im Hof erimgeging, sad se als. eich weß goar näit, wäi deß, eich Kon goar kaan Haalt. Do setzt se sich uff de Baank un doaht nochfeh. Do wvcrrse äwer doch bees, wäise den Stallbesem geseh Hot. Onem Morgend w-oarn däi Ziviu schon ganz fräuh bei de Ellermodder, säi woar groad uffge- stzamre un wollt sich Wäsche. Se hott ka Sesfe. Do ftmdse zau de Bäuwerck>er, geht emol enobber un loht eich Vv de Modder d Stickelck)e Sesfe gäwe. Etz wos doahte däi Zwu?! Se sei in Keller on's Käsdeppe, lhon en Käs gelangt^ 'hon des schmierig obge-> bntzt un honen de Ellermodder gäwe. Dcft'.ribbt un ribbt, und da s^idse: Des äwer ka gaud Seffe, däi gischt jo goar näit. Etz doaht se se uffen Wäschlappe schmieren, wäscht sech orndilich de Ohrn un druff des ganz Gesicht. Wäise on de Noase koam, krischse: ei ihr Läusbauwe, ihr hott nrr joa en Käs gäwe. Säi stunne hinner de Dier un hmr sich baal en Buckel gÄachtj. De Ellermodder kraachse on de Ohrn un Hot se in de Stutve gezoge un do moßtefe de Käs uffesse. Herrioched moßteser woarm Wasser hole, daß se sich Widder saurver Wäsche könnt. Wäi däi Zwu drauß woarn, Hot sich de Ellernwdder met ihrm Käsgesicht hiegesetzt un Hot gelacht un gelacht. Na so Jnfäll Hot doch koa Kend mey, des gitt emol c/ poar Staatskerle. Des seinse werllich woarn. Scho vo Anfang! on seinse met im Kräfg. Weils zwu zau scheene Borsck woarn, seife net getrennt woarn, in a uirderselb Guinpanie seife. Un broav un dapper hon se sich gehaale; uns Kronprinz hoten selwer das Eisern Kreuz ongehängt imen de Hänn gedrickt, weilfe ausemi dickste Kugelrege ihrn verwunde Hauptmaim gerett hon. De Offe­riere bis erunner zau de Komeroade, all'honse däi Zwu gern gehott. Wannse in dene Ruhpause vezählt hon aus ihrer Kendszeit, honse all zaugehiert un gelacht To hattese emol en ahle Anzug vom Jaköbche inet Hai ausgestoppt, on de Hose hattese e Poar ahle Schauh gebunne, de Kopp hattese met ere Kinnermaske vo Fasel­nacht unere Kappe geinoacht. Wäi de Ellermodder net in de Stuwe woar, honse däi Bobbe usfen Stauhl näwig ihren Platz gesetzt. Wäi de Älermodder kom un sahk des Jaköbck)« so broav uffem Stauhl sitze, saadse zauem: dös awer schee vo dir, daß ewink zau deine ahl Ellermodder kimmst, will ich dr äwer aach e schee Geschichte vezehle. Was willste daa hiern? Po de Hex odder vom Rumpelstielzche? Des Jaköbche gitt als kää Antwort. Ei mei läib Kend, so schwätz doch ebbes, gelle, es fehlt dr woas? Woart. eich hol dr Baweljotte. Säi häilem e gaanz Haand voll Z-ockerstää hie, äwer des Jaköbche rihrt sich net. To krovch däi Ettermodder ämer en Zorn, se nohm ihrn Stecke un doahtem fest uff de Buckel haage, daß es weit in däi Stuwe flog. Däi Zwu stumve hinnern 'Bett-, virhang un hon sich de Laib gehaale fir Lache. Wos woar äiver de Ellermodder erschrocke. Säi stunn beiem mi heult als: ach mei

t aköbche, eich wollt dr jo net weh geduh, steig doch Widder uff.

äi rutscht en Stauhl ebei un hebts uff ihrn Schoos, un do wirdses enlich weis, daß es jo nor e Bobbe wor. In aam Zorn hotse's Fenster uffgemoacht un hott däi Bobbe em Fenster enausgew-orfe. Täi Modder stunn groad in de Hausdier, wäi des Bäubche gefloge koam. do krischse: ach mei Jaköbche ausem Fairster gesterzt, säi Wurf sich uff's un nohms in Oarm. Wäi se sahk, daß es nor e Bobbe woar, wollt se sich groad dout lache. Se guckt enufs un doa stunn de Ellermodder un moacht zwu Fäust. Täi Bäuwercher koame hinnerm Vierhsng fir un hon ftr de Ellermodder en Borzel- haam gemacht, do moßt se lvidder lache -un woaren net nreh-r bees. De an nein Doag, es woar scheene Sonneschei nohmese däi Bobbe un stallte se on's Gaardedierche, als obses fir de Ellermodder ufshaale deht. Säi koam merklich un weil de Bobbe en Hoaut vom Heinrich uff hat, saadse: Tau bist äwer en gaude Bauch daß de mr de Tier usfmächst, komm geh ewickkimit Mr. Säi nohmen on de Haand, doaht äwer gleichen Krisch un schmiß däi Bobbe in^ Kadoffekaand. Säi hon noch vill Stickelcher vezehlt, äwer där schreib ich e annermol. Etz winscht nor all metmr, daß däi Zwu Widder glicklich un gesund heim kom me un daß de Glocke de Friede baal inläude. Des Herz woar eim joa uffgange, wäise däi Woche emol Widder geklunge hon.

Marie vom Oberbera,

Verfasser derVuggelsberger Schnurrn".

vüchertlsch.

- Neuerscheinungen der Universal-Bibliothek Nr. 5881. Der Allerchristlichste Kriegsgott. (Llarg 0bristiam83imns.) Eine Spotlschrist wider alle Verächter deS Völker­rechts auS dem Jahre 1683. Von Gottfried Wilhelm Leibniz. Ueber- setzt und eingeleitet von Paul Ritter. Geh. 20 Pfg. Nr. 5882. Militär st raigesetzbuch vom 2 0. Juni 187 2. Text­ausgabe nebst Anhang, enthaltend die Kriegsartikel, mit kurzen Anmerkungen und Sachregister. Derausaegeben von Kurt Elsner v. Gronow, Feld°OberkriegsgerichtSrat. Geh. 20 Pig.. geb. 60 Pfg. Nr. 58635885. Unsre lieben Nächsten. Roman. Von Olga Waldo v. Geh. 60 Pfg. geb. Mk. 1,20. Nr. 5886. DeS Königs Beleb l. Vaterland scheS Lustspiel ln vier Auszügen.

von Karl Toepser. Mit Benutzung der ungedruckten Einrichtunch Ernst v. Posiarts herauSgegeden von Karl Bömly. Geh. 20 Piz.

Nr. 5887. Karl Stleler, Gedichte. Mtt emer Ein­leitung, Erläuterungen und Wörterverzetchniflen HerauSgegeden von Fritz Gundlach. 4. Band: "Um Sunnawend. Gedichte in ober- bayrischer Mundart. Geheftet 20 Pfg. Nr. 5888. Ledig« Mütter. (Die Stunde des Vertrauens.) Volksstück in vier Auf­zügen. Von Paul Zoder. Geh. 20 Pig Nr. 5889. Oest,r- relchischeS Kriegstagebuch. Von Karl Marilaun. 8. Band. Geh. 20 Pfg. Inhalt; Die Eroberung von Oesterreich. Aul Schneeschuhen in den Waldkarpathen. TaS verlorene PrzemySl. Im Raume von Krakau. Joan, der Rumäne. Karpathenirüdllng 1315. Notturno von Santa Maria dt Leuea. Sturm in den Tcrol«^ Bergen. Der Buschklepper. K. und k. Donnerwetter! AuS de« Tagen von Lemberg. Nr. 5890. Falsche Ta.ktik Und andere hunloristische Geschichten aus dem große« Kriege. Von Peter Robinson. Geh. 20 Pfg. Jnhnlt: Falsch« Taktik. Warum John Mackie Soldat wurde. Was mit den Galoschen währeicd des Krieges geschah. Hugh und Tennis Knirotz. Die falschen Feldpostbriefe Die standhasten Gäste Der Kriegs­teilnehmer. Nicht so schlimnu Tante Laura. Etwas für Sammler. Die neue Kur. Es wird alles bezahlt Eine Genwinheil Der Unantastbare. Nur noch schlmnner geworden. Jede Nummer der Universal-Bibliothek kostet gehestet 20 Pfg., Werke von mehreren Nummern den entsprechenden Betrag.

' Adolf Paul, Ex Zellen z Unterrock. Roman, Umschlagzetchnung von Olaf Gnlbvansson, Einband von Feiger. Preis giehesdet 4. Mark, in Leinen gebnrrden 6 Mark. Verlag von Mbert Lmlgen in München. Mit einem Rokoko-Roman, der Tänzerin Barberina", hat Mols Parll seinen bisher größten Erfolg beim Publikum erricidaen. In seinem neuen Werk führt er uns wieder in die gleiche Zeit zurück, die er so genau studiert hat und deren Schilderung seiner Feder so besonders liegt. Wir werden nach dem Paris und London der letzten Lebenszeit Lud­wigs XV\ versetzt, in jene Tage, da sch fern am Horizont schon das Getvitter der großen Revolution zusammenballte. Ein be­rühmterVorbote" jener Revollrtion, der Herr de Beaumarchais, spielt eine wichtige Rolle in deni Ronmn, sein Held aber ist der Chevalier d'Eon, jener politische Emissär Ludwigs XV., der seinen Zeitgenossen so unheimlich interessant war, weil er mit dem gleichen Erfolge abwechselnd als Marm Und Frau auftrat, so daß die größten Ztversel über sein oder ihr wirkliches Geschlecht herrschten. Das Leben dieser sonderbaren Erscheinung hat Adolf Paul zum Stofs eines spannenden, höchst geistvollen Romans gemacht, der neben seiner Witzigkeit der Tiefe nicht cnthrtyrt nnd, von der historischen Anekdote ausgehend, einen viel weiteren und allgemeineren Horizont öffnet, so daß wir hier eine der glänzendsten Satiren aus die internationale Diplomatie französischer Schube erhalten? die je geschneben wurden.

Gietzener Hausfranen-Berein.

Wochen-Küchenzettel.

Sonntag: Nudelsuppe, Schweinebraten, Wirsing Montag: PUMppe, Winterkohl, kalten Braten. Dienstag: Graupensuppe, Semmelkirödel nnd Steinpilze. Mittwoch: Erbssuppe, Kartoffelg^nüse, Salzgurke. Donerstag: Wassergrießsuppe, Kartosselbrei und

Apfelmus.

Freitag: Grünkernsuppe, Muschelragout, Salzkartoffeln. . Samstag: Kartoffelsuppe, Haferflocken-Puddftrg, HirnbeeD- sauce.

Silbenrätsel.

a, bro, co, eon, v, el, es, go, har, jec, li, To, mo, mn, n», nal, nf, ni, o, ob, pa, plc, r. I, sa, schi, ti, tfy, to, toc, on,

venf,

AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sosten .^ehn Wöner gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die 'Ünianus» und Eitdblrchstaben von oben nach unten gelesen den Begrü'ider eines uwderuen Verkehrsmittels und seine bedentuu iSvollste Ev- ftudung bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wön« folgendes:

1. Einen Propheten.

2. Deutsche Kolonie.

3. Dolchartige Waffe.

4. Dieitstbaren Geist in Gastrvirtschaften.

5. Ein Musikiustrmnent.

6. Fluß in Spanien.

7. Französische Volksvertretung zur RevolutionSzelt.

8. Einen Astronomen.

9. Teil eines Fernrohrs.

10. Sagenhaftes Wesen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auftösung des Rätsels in voriger Nummer: Enzian, Tau, Tanenzien.

Schriftleltuna: Fr. R. Z«nz. ZwillingSrunddruck uild Verla» der Brühl'schen Unioersttäts-B»«ch- und Stetndrucker-t. R. Lange, Gieße«.