Ausgabe 
29.3.1916
 
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Mannschaften auf und umringten ihn. Wrr hörten deutlich ihr Gelächter, aber wir sahm durch unsere Gläser auch, wie Wall- dors unberührt davon seinen Weg verfolgte und dann vor dem ebenfalls lachenden Regimentsführer in seiner ganzen paradiesischen Schönheit, nur mit dem Koppel angetan, stramm und aufrecht feine Meldung machte.

Wir sahen, wie ihm der Oberst gnädig zulächelde, wie er ihm die nasse Hand schüttelte, wie Walldorf stramm seine Wendmrg machte und wieder anr den Fluß znschritt, um herüberzukomnien.

Und er kam. Triefend und zähneklappernd stieg er aus dem Wasser, begrübt von den lauten Beifallsrufen seiner Kameraden, machte er, ohne auch nur den Vdund zu verziehen, bei dem Bataillonskommandezrr seine Meldung, wie er es zuvor bei dem Rcgimenlsführcr getan hatte.

Das haben Sie brav gemacht ,K>amerad!" sagte der Major lächelnd.Ich werde Sie znm Eisernen Kreuz ciiircichen und dabei auch den neuen Dienstanzug da nicht vergessen.

Das Kreuz Hub ich schon, Herr Major!"

Mchtig! Na, so kann man das nicht sehen! Also was anderes! Aber zie'hen Sie sich nur an, damit Sie sich Nicht erkälten."

Am nächsten Tag, als wir die Russen nicht nur aus ihrer alten Stellung, sondern noch ein paar tausend Meter weiter zurückgeworfen hatten und abgelöst worden waren, erhielt Wall­dorf zu seineni Kreuz auch die Tapferkeitsnuchaille.

Wenn das so weiter geht, dann krieg ich auch noch den Pour le mßrite," sagte er feixend.

Und mit seinem auffälligen, federnden Gang, über den wir so gelacht hatten, als uns Walldorf zum erstenmal begegnet war, ging ec langsam und kopfnickend davcm.

vermischter.

* S o l d a t n n d B ü r g e r. Auf die versckiedenartigeSchätzung die der Soldatenstand im Lause der Zeit erfahren hat, mach! die bekannte FamiiienzeitschristDas Buch für Alle" (Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart) in dem neuesten, wiederum sehr viel Abwechslung bietenden Heit aufmerksam. Aus gMem Eisen, sagt ein chinesisches Sprichwort, macht man keine Nägel, aus tüchtigen Menschen keine Soldaten. Und diese Meinung, daß der Auswurf der Menschheit für den bunten Rock gerade gut genug sei, hat unter allen Kulturnationen bis ins 19. Jahrhundert hinein bestanden. In Bayern zum Beispiel wurden Schwerverbrecher noch am Ende des 18. Jahrhunderts zum Militärdienst verurteilt, was mit Znchthausbestrafuiig auf der gleichen Linie stand. Ein Umschwung bahnte sich schon durch Friedrich ben Großen und weiter durch die Reformen Scharnhorsts und die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht an. Aber selbst dann blieb zunächst noch in weiten Kreisen die Geringschätzung des Soldatenstandes bestehen. Die Stadt Berlin kam noch im ersten Jahrzehnt nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wiederholt darum ein, ihren Bürger­föhnen möge das Dienen erlassen werden. Der Oberpräsident v. Schön sagte in Königsberg zu einem Herrn v. Wolff, der in Uniform erschien:Sie kommen in Livree und könnten den Rock des freien Mannes tragen I* Bunsen stellte in London das mili­tärische Gefolge Friedrich Wilhelms IV. in Bausch und Bogen vor: Das da sind preußischen GardeoPzierel" Wie anders heute, wo bei unS und unseren Bundesgenossen des Königs Rock das beste aller Ehrenkleider ist. Wir wissen gut genug, warum, und erleben die Gründe für diese Wandlung alter Anschauungen voller Stolz und Begeisterung jeden Tag. So hat der Soldatenstand die ganze Skala der Wertungen durchmessen - von der tiefsten Verachtung bis zur unbedingten Hochschätzung.

* Bismarcks Konfirmationsspruch. Superinten­dent Pank, der Prediger an der Dreifaltigkeitskirche in Berlin, der später in Leipzig amtierte, pflegte, wenn er feinen Konfirmanden ihren Konstrmationsspruch sagte, daran die Bemerkung zu knüpfen: Diesen Spruch müßt ihr euer ganzes Leben hindurch als treuen Begleiter im Gedächttiis bewahren, wie es Fürst Bis,narck getan hat!' Und dann erzählte er, wie er im Jahre 1880 mit dem Fürsten zusammengetroffen und wie dieser, als er vernahm, daß Prediger Pank an der Dreifaltigkeitskirche amtiere, gesagt habe, dort sei er auch einst von Schleiermacher konfirmiert worden. »Wissen denn Eure Durchlaucht auch noch/ so habe Pank gefragt, Ihren Konfirmationsfpruch?"Ja/ antwortete der Fürst, ^er lautete:Was ihr tut, das tut dem Herrn und nicht d^n Menschen." Nicht wahr/ hatte Bismarck hinzugefügt,ein besserer Spruch konnte mir nicht gegeben werden!" Zn Hause erzählte dann Prediger Pank seinem Küster von dies^Begegnung mit dem Fürsten, der Küster blätterte in alten Konfirmanden-Registern und man jand, daß gerade der fünfzigste Jahrestag der Konfirmation Bis­marcks bevorstand, und da meinte der Küster, man mflffe dem Reichskanzler einen Jubilänniskonfirmattonsschein schreiben. Das geschah; der Schein, der mit einfachen Randzeichnungen um den Text und mit dem Bilde Schleiermachers geschmückt war, wurde von der Fürstin Bismarck dem Gemahl an seinem Gedenktage auf

den Frühstückslisch gelegt. Fürst Bismarck freute sich sehr über diese Gabe, die fortan seinen Schreibtisch schmückte, und zum Prediger Pank sagte er bei der nächsten Begegnung:Der Spruch soll mein Lettstern bleiben I"

Bücherlich.

Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Lite- raturfreunde. Verlag: Egon Fleischel & Co., Berlin W. 9. 2>oi 1. Aprilheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Harry Mayc: WaS singen unsere Soldaten im Felde?; Anton Bettel­heim: Marie v. Ebner-EschenbachsStille Welt"; Stefan Zweig: Eine Faksimileausgabe; Friedrich Rosenthal: Der Schauspieler in der Literatur II; Kurt Martens: Flugschriften über den Krieg IX« Echo der Bühnen. - Echo der Zeitungen. Echo der Zeit­schriften. Echo des Auslandes. Kurze Anzeigen usw.

- BongS illustrierte KriegsgeschichteDerKrieg 1914/16 in Wort und Bild". 69.-71. Heft. (Preis je 30 Pfennig.) Deutsches Verlagshaus Bong & Eo., Berlin W. 57, Potsdamer Straße 88.

Band Nr. 1054 von Kürschners Bücherschatz: Vier Könige. KriegSroman von A. Gaber. 113 Seiten Umfang. Preis 20 Pfg. - Hermann Hrllger Verlag, Berlin W 9, Potsdamer Straße 124/125.

Das Schwert d e 8 Geistes. Ein KonfirmationS- eschenk. Gottes Wort für den täglichen Gebrauch, ausgervählt, mit eitwort und Lesetafel versehen von H. Schöttler, Generalsupertn- tendent von Ostpreußen. - Handausgabe : Oktavsormat. 43V Seiten stark. In Leinen gebunden 2 Mk., in echtem Leder 4 Mk. Berlin W. 35, Verlag des Evangelischen Bundes.

Der Bölkerkrieg, illustrierte Chronik seit dem 1. Juli 1914. Heft 69, 70. Preis je 30 Pfennig. Bearbeitet und herauS- gegeben von Dr. C. H. Baer, Verlag von Julius Hossmaim, Stuttgart.

Das Gröbere Deutschland". Wochenschrift für deutsche Welt-, Kolonial- und Kulturpolitik. (Verlag »DaS Größere Deutschland", Dresden A., Wallsttaße 15.) Das sehr reichhaltige Heft 19 derZeitschrift enthält folgende ivertoolle Beiträge: Major a.D. Romberg:Die Fürsorge für die kriegsverletzten Offiziere." Prof. Dr. Großmann:Englands Kampf gegen die deutsche chemische In­dustrie." Prof. Dr. Pohl:Der Untergang des DampfersFried­rich Arp". Cornelius Himber:Ein Blick auf die Schweiz". Dr. Rud. Roeder:Die Tätigkeit der deutschen Banken im Weltkrieg". Erich Lüienthal:Deutschland, Deutschland über alles".

Rudolf Dämmert: Der serbische Feldzug. Erlebnisse deutscher Truppen. Mit 67 Abbildungen aus Kunstdruck­papier und 2 Karten. In festem Umschlag mit Titelillustration Mk. 2,. In Leinen gebunden Mk. 8,. Verlag von Bernhard Tauchnitz, Leipzig. - Der Honorarertrag ist dem General-Feld- marschall von Mackensen für die Kriegersürsorge zur Verfügung gestellt. _

lcönigspromenade.

Man darf die einzelnen Wörter und Silbe»t nur in der Weis« miteinander verbinden, daß man wie der König auf dem Schach­brett stets von einem Feld an« auf ein benachbartes übergeht.

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Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummexz S H P eia brr

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Schristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.