Was die Schwalbe sang.
Die den Herbst und Frühling bringt,
Ob das Dorf entlang
Das jetzt noch klingt . . . ?"
Vermischtes.
* Hand ge in e n g e im Schützengraben. Sehr häufig lesen wir in den Berichten des Hauptquartiers von bem Eindringen des Feindes in einen deutschen Graben und von Nahkämpsen, die sich im Anschluß hieran entwickeln. Eine außerordentlich anschauliche, dramatische Schilderung des Verlaufes eines solchen Nahkampfes gibt ein Mitkämpfer der Schlacht von Arras (im Mai und Juni 1915»: „Am 16. 3«nt gelang es den Franzosen, auch in einen Graben eines bayerischen Jnfanterie-Regunenls östlich Arras hinein- znkommen. Möglich war das nur dadurch, daß kurz vor dem Angriff zwei Maschinengewehre durch Granaten verschüttet worden waren und nicht mehr rechtzeitig ausgegraben werden konnten. . . Was sich nicht vor ben eindriugenden Franzosen in Sicherheit ztl bringen vermochte, wurde von diesen uiedergemacht. Der Gegenangriff unsererseits setzte sofort ein, tun die' Eindringlinge wieder hmauszmversen. Der Anblick ihrer hingeinordeten Kameraden versetzte unsere Leute in eine derartige Raserei, daß das, was nun folgte, nur als Ausfluß höchster Erbitterliirg zu verstehen ist. Jedem blitzte das griffeste Messer in der Faust. Mit Handgranaten wurde der erste Raum geschaffen. Dann folgte im engen Graben das entsetzlichste Handgenrenge. Auf und nieder sauste die mit der blanken Waffe bewehrte Faust. Die Hinteren besorgten mit Handgranaten gröbste Arbeit, die Vorderen stachen ,lieber, was übrig blieb; mitunter besorgten sie auch beides zugleich. Die entsetzten Franzosen verbargen sich in den Unterständen. Mit Gewalt suchte man die versperrten Türen einzudrücken. Sie widerstehen, und die ein- gesihloffenen Feinde beginnen, durch die Türen durchzuschieben. Schnell entschlossen wird eine Handgranate vor die eine Tür geletzt. Sie sprengt sie auf. Und in den Haufen Dahinterstehcnder fliegt Handgranate auf Handgranate, alles zerfetzend.- die letzte Arbeit besorgt auch hier das Messer. Entsetzt versuchen an die 150 Feinde durch eine Sappe zu entweichen; die Maschinengewehre mähen sie nieder. Kaum drei vermögen zu entrinnen und die Kunde von dem grausigen Gemetzel ihren Kameraden drüben zu bringen." Solche Schilderungen sind freilich geeignet, den oft einförmig anmutenden Krieg an der Westfront in anderem Licht erscheinen und ahnen Au laffen, welche Fülle von Heldentum da drüben Tag für Tag bei unseren Kämpfern sich offenbart. Wir finden diese spannende Episode in Heft 65 der Zeitschrift „Der Vülkerkrieg" (herausgegeben von E. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart) bei Darstellung der großen Frühjahrsoffensive der Engländer nnd Franzosen. Auch das soeben erschienene Heft 66 ist reich an lebendigen Schilderungen und zwar aus den Argonnenkämpfen im Juni und Juli 1915. Tie Ehronik bringt zu ihren Ausführungen immer Karten und zahlreiche Bilder.
ch 2 Aundhölzchen 'in den Wiener Kaffees.
Auch an den Wiener Kaffeehäusern sind die Stürme unserer Zeit nicht ftnrrlos vorübergegangen. Einmal nach dem anderen mußte K^eehm^desucher erleben, wie man ohne jede utuasichtnahine auf die bisherige Behaglichkeit seines irdischen Da- sern^ in seine ältesten Gewohnheiten eingriff. Nun droht ein neuer ble .-Marköre*, die etwa den Rang des norddeutschen Zählkellners mnehaben uub die, wenigstens im größten Teil der osterielchischen Kaffees, für die den Gästen zur Verfügung stehen- Streichhölzchen aufkommen mußten, weigern sich von nun ab, ihre letzt ohnedies so knappen Einnahmen weiterhin noch durch « e L e '9 u ^?? e r ä u verringern. Augenblicklich gehen zwischen den Kapeehausbesitzern und den rebellischen Markören die Verhandlungen vor uch. Aber es scheint, daß ein großer Teil der Wirte ihren - umstellten recht geben und nicht weiter darauf dringen werden, dao d,e Kellner auch jetzt während der Kriegszeit noch die Streichhölzer aus ihren Einnahmen bezahlen sollen. Doch schwingen sich die Herren Besitzer nicht zu dem Edel.nut empor, das Streichholz, vesen, mit dem allerdings von seiten des Publikums qeleqeut- lich recht viel Mißbrauch getrieben wird, in seiner bisherigen Form amrecht zu erhalten; sondern man wird es rvahrschcinlich so ein- ?° n ? M 1* , mi j Lwei bis drei Tischen ein Zünd- stem sieht, oder daß seitlich an den Wänden Dauerbrenner, wie man sie aus den Zigarrenläden kennt, angebracht werden. Dann haben ^® tcncc Kaffeehausbesucher noch mehr zu .raunzen"
sch reibe rin neu als englische e , n V An die Verschwiegenheit der Frauen S.T" l P ?‘!9 lanl) unter keinen Umständen. Und da das
streiche Maschinenschreiberinnen mit sind diese lungen Damen einfach als eine Art »Knegsge angeiie nn Ministerium interniert. Die Damen be-
sie'unt» ^esiu.n0?i,n^^^osh beides sehr gut, doch hinaus dürfen •inen Un;rflanben, da man glaubt, sie könnten wichtige v ec \*n«f»ennniffe ausplaudern. Sie werden sogar streng bewacht können?^ QXld) fCme ^^dachtigen Briefe schreibe,i oder Zeichen geben
Büchertisch.
— Deutscher Wille (Kunstwart). Zweites Fe- bruarheft. (Kriegsausgabe zum ennäßigten Preis. 3 Mark vierteljährlich. Verlag von Georg D. W. Callwey, München.)
Leitartikel des Heftes weist Ferdinand Avenarius die Angriffe zurück, die namentlich aus Münchener wirtschaftlichen und kunstgewerblichen Kreisen gegen das von der Dürerbnnd-Werkbunt^ Genossenschaft herausgegebene „Deutsche Warenbuch" gemacht wurden. Professor Dr. O. Wulff, Berlin, setzt sich in einem Auffatz „Gegen die Herabsetzung der Renaissance" mit den Anschauungen; Karl Schefflers über das Wesen der deutschen Kunst auseinander. Interessant sind die Ausführungen des niederländischen Ährers
I. W. Gerhard „Gibt es Kulturvölker?" Er vergleicht die Grundlagen der Kültur Deutschlands mit denen seiner Gegner, besonders die Volksschule und die Volkskulturbestrebungen. Er erkennt Deutschland in beidem den ersten Rang zu. Ein Balte stellt m einem Auffatz über „Letten, Esten und Deutsche im Ballenland" das Verhältnis der Baltischen Deutschen zu der Urbevölkerung dar, toe <3 lrch. m den letzten Jahrzehnten gewandelt hat und in welcher Werse eine Lösung der Gogensätze zu erwarten sei. Wolf- gM Schumann bespricht in einer Fortsetzung der Aufsatzreihe „Bücher der Zertt eine Anzahl größerer Werke über die gegen- wartige Weltlage. Malzan zeigt, anknüpfend an die merkwürdige Erscheinung, daß in dem bekanntlich so unmusikalischen England gerade die Heilsarmee Hervorragendes in der Musik leistet, wie sich die wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen, deren Eksund- heit dre Vorbedingung für das Gedeihen einer volkstümlichen Kunst und Kultur ist, in England seft dem Mittelalter zuungunsten des Volkes verschoben haben. Eine reichhaltige Rundschau be- handelt eine Anzahl von Themen ans den verschiedenen Gebieten der Kunst und Kultur. Dem Heft beigegeben ist die farbige Wieder- gabe eines Farbenholzschnittes von Walter Klemm. Außerdem! Abbildungen zu der Besprechung des neuen Werkbund-Jahrbuchs.
— DasModell. Ronran von Richard V o ß. Pres 1 Mk , gebunden 1,75 Mark. Verlag von Otto Janke, Berlin SW. Im Mittelpunkt dieses Romanes steht ein Mädchen ans Saracenesco, .?^Eter die orientalische Herbheit und Zurückhaltung ihres Volksstammes beivahrt hat. Ein deutscher Maler, vom SchE sal rn diese Sarazenenkolonie verschlagen, ertveckt sie zmn Bewußtem ihrer großen Schönheit. Sie wird sein Modell. Die Kon- jlirte, dre sich hieraus ergeben, sind spannend und doch Vornehm.
— Das U-93oot (Motor-Tanch-Schiff). Die technische Entwicklung und Anivendnng der Nnterseeboote, ihrer Motoren, Torpedos usw. m gemeinverständlicher, reich illustrierter Darstellnnq. Verlag Klasing & Eo., G. m. b. H.. Berlin. Breis kart. 3 Mk. -- > a§ t ^ ei: U-Boote, insbesondere über feindliche und neisirale Tauchboote bekannt geworden ist, darüber unterrichtet dieses neue Buch m emer erschöpfenden und jedem verständlichen Weise. Das m dem Buche znsammengetragene Material ist nicht etwa kärglich. 104 Großquartserten mit über 100 Abbildungen geben ein getreues Bild der Entwicklung des Tauchbootes von den geschichtlichen ersten Aniangen an bis aus die neueste Zeit. Selbst die letzten feindlichen und amerikanischen Tanchbootschöofungen, die teils ivährend des Krieges iertiggestellt werden, sind berücksicht gt. Besondere Ab schnitte sind dem 0-Boot-Molor, dem V-Boot Betrieb, den Fahrten und Erfolgen, den Hebe- und Mutterschiffen, Torpedos nnd der Abwehr gewidmet. Neben zahlreichen photographischen 'Ausnahmen und technischen Zeichnungen sind eS namentlich die airs englischen und amerikanischen Blättern übernommenen Bilder über den deutschen U-Boot-Krieg (Versenkung der .Lusitania", „Aboukir", "Areffy , „Hogue* n. a.), die mrs interessieren, weil sie zeigen, wie sich m den uns semdlichen und amerlkanisch-ner-.tralen Köpfen die Tätigkeit unserer U-Boote malt.
— Band Nr 1050 von Kürschners Bücherschatz P r i n z-e s s i n Marias Lrebe, Roman von B. von der Lancken. 111 Setten Umfangs Preis 20 Pf. Hermann Hiltger Verlag, Berlin W 9, Potsdamer Straße 124/125. —__
Diamanträtsel.
I". die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a e e e ee ea efgglllprrrssttwz derart einzutragen, daß die ivagerechten Reihen folgendes bedeuten:
1. Einen Konsonanten.
2. Sagenhaftes Wesen.
3. Halbinsel im Westen von England.
4. Deutschen Dichter.
5. Waffe der alten Deutschen.
6. Ein Mineral.
, r . . 7 * Einen Konsonanten.
Tle senkrechte nnd »vagerechte Mittelceihe ergeben da§ Gleiche.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer,
Weiß. 1. Sef)-d7§ Schwarz. K nimmt Bauer.
2. Dg3 — b 8 f
3. D b ß — b 6 f
4. S d 7 nimmt c 5 f
5. Bauer seht Matt.
'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lanae. Gießern
K b 7 —■ a 0 T nimmt D. K a 6 — a 5.


