15. Imtr
1917
Nr. 100
ynhaltS-Neberstcht: Bete.: Trenhänder für das feindliche Vermögen. — Verbrauch von Ziegenfleisch. - Gestellung von Kriegsgefangenen. - Manl- und Klauenseuche. — Frühdnisch. — Verwertung der W.ttmchernte. — Feldbereinigung in der Gemarkung Röthges. — Lieferung von Dienstsiegeln. — Ankauf von Zuchtbullen.
Bekanntmachung
über bcn TreuWrder für daS semdlirhe Berinögrn.
Vvnl 19. April 1917.
Ter BnndeZrat hat auf Grund des § 3 des Gesetzes über die Erniächltigiung hes Biundrsrats zu nnrtschtrstlichen Maßnahmen ufw von, 4. Ajugust 1914 (Reichs-GeseKbk. S. 327) folgende Verordnung erlassen:
8 1. Ter Reichskanzler ernenitt eiTtem Trenhäuder für das frinbli-d « Vermögen.
§ 2. Ter Treuhänder ist befugt, im Inland besindtiche Ber- mögensgegeliständc von Feinden unter Verwaltung zu nehmen, Unternehmungen, Niederlassungen und Grundstücke jedoch nur mit Zustimmung der Landeszentralbehsrde. Tie Entfcheivung oes Treuhänders, daß die Borausfetznngen für die Uebernahme der Verwaltung durch ihn vorliegen, kann nur im Aüfsichtsweg an- geso-chten iverden.
Doioeit es sich um Vermögen handelt, das einer staatlichen Ans sicht «oder Vellvvltung oder einer Liquidation luwfy MaMabe der Verordnungen vom 4. September, 15. Oktober und 26. No- ve-uber 1914, vom 10. Februar und 31. Juli 1910 .Reichs-Gesetzbl. für >914 S. 397, 438, 487: für 1916 A. 89, 871 untersteht, erstreckt sich die Befugnis des Trenhänders nur gut folel-p Gegenstände, die ihm ans diesenr Berinümn überwiesen >verden. Bei W nkernelMtiiigen, die nach Maßgabe der Birarsnung vom 4. September 1914 unter Aufsicht stehen, sind die An ssiMspe, fönen berngt, die Ueberweisung von Geldern oder Wertpapieren, die für die Fortführung des Betriebs nicht ei-forderlich sind, an den Trenl.änd« anzuvrdnen.
3A lür die Hinterlegung bei der Reichsbank geltenden VvNMlften
des §4 Abs. 2 der Aievordnung, betreffend die Ueberivachnng ausländi Icker Uitternchmnngen, vonr 4. September 1914 -Reich -Gesetzbl. §. 397),
bcö 8 3 der Beiordnung, betreffe,rö Zahlmms^rbot gegen England, oonl 30. September 1914 (ReiD-Gesetzbl C 431 ^ und
bcö §5 Ms. 2 Satz 1 der Verordnung, betreffend diezwanas- tveise Vernnrttung französisch-.'! Unternehmungen, vom 26 Navenibcr 1914 (Reichs-Gesetzbl. S 187) r-ecden dahin ä.'ändert, daß. an die Stelle der Hinterlegung bei bkr Renlsban! die Mführung au den Treuhänder tritt . Ent: .vor den, Inkrafttreten dieser Benordunng ans Grund
5* c "u. M \ angeführten Vorschriften eine .Hinterlegung bei
ReichSbvnk erfolgt rft, kann der Treuhänder die hinter legten Betrage wch Wertpapiere an Stelle der Reichsbank in Verwaltung nehmen.
1 4 ' ?^'.die V^nivattung des Treuichuders finden die Bor- schiiften des ^ 2, des 8 -> Abs. 1 und des 8 6 der Verordnung
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9 Tui C ^^ n 1 LÜ S”. i v i &tcUe Zandeszentralbehörde. Ein "' Uwuch gegen ^n Fernd kann gegen den Treuhänder, wenn diesen, auf Grund des 8 2 der Verordnung vom 26. Oktober 1914 die .^Äig des,^nöes zustcht, nur mit seiner Znsti.nmung gerichtlich geltend gemacht werden.
d-uf Verlangen des Treuhänders ist jedermann verpflickttet Über t^ls Dernwgm von FerndeN Mlskunft zu erteilen . Io- Der 8 8 d^-r Verordnung über die Anmeldung des Inland benndlvchen Vermögens von Angehörigen feindlicher ^ DKoVer 1915 (Reichs-Gesetzbl. S.633) wird 7 2?' «ft mt r ^ ^Ule der zur Veräußerung, Ahtre- kung oder Be.astnng solchen Vermögens erforderlichen Genel>-
kittEl^s, '^Euzters die Ge.iehn„gnng des Treuhänders tm M° genannten Verordnung in K aul b-e Msuhrung nach den, Msland dem Reichskanzler Übertragenen Besumüsse auf den Treuhänder über '
vder emstlveiligf Ber-
föm/Wn Ö S?»£ rcil ^ är Ü! Verwaltung genorn-nene
^rmogfn nach der Erklärung des Kriegszustandes gegenüber
«bch Matte m Betracht kounneudeu Staate erfolgt
der Treuhänder tue Aufhebung verlangen ZNmngswllstreckungMi, Arreste, einstweilige Verfügungen und das tum Xtn.I^ub« iu JfcnSK Si mmuiicne »rraionen fditfleit nt. allen Allen mir mit feinev Ge-
IffnmtAlinui /n-) n I cmi 1
tulHino der von ihm m Verwaltung genommenen Ansprüche svrbem; die S'duudnng endet mit dem Maus eines MonvIS nach der -lUssorderuNg zur Aeistung.
Endet bei einen, Wuchses, bei imüchein durch die Stundung geinäß 8 4 der Verordnung von, 30. Sepetuiber 1914 die Protest, erhebung hümusgeschobetr ist, die Stundung auf Grund der Aor» P& ,W-1, so bleiben gleichlvohl die Pvotesterhebung und ^ - mückgrifl aus dem Wechsel brs aus w-eiteres ausgesthil-ossem Tiefe Borichrist findet auf Schelks entsprechende An,Wendung.
8 7. Aui Geldfordernngen, die fällig sein würden, falls d,e tm § 2 der Verordnung vom 30 Septe.niber 1914 vorgesehene Ltmchung nichtt bestände, sind für die Zeit von, 1. April 1917 au Zinsen in Höhe des für Verzugszinsen geltenden Satzes an den preuhander zu entrinden. Zinsen von Zinsen find ans Grund dieser Vorschrift nicht zu entrichten.
Bei Geld'orderungen, die noch nich: fällig, aber nach Gesetz oder Vertrag fch-.Nr vor 9er Fälligkeit zu prszinlen find, hat dar schul Huer gleich:.Ms die für die Zeit r oin I. April 1917 ab lautenden Zinsen nn den Treuhmw.'r z», entrichten.
^er Reul'-skanzler bestinknit, an »r-rlch?n Ternünen die Zinsen zi, entrichten sind. Er kann auch stber die Hühe der eul eich lew» den Zinsen besondere Bestünminigett treffen und Ansnabnwn »n* lassen.
Tie in den Abs I, 2 bezcichNeten Verpstichtringeu treten ein, auch tve.-itt der Treuhänder den Anspruch nicht unter Deiivattuna genommen hat und ohne daß es einer Aufforderung des Treu» be«rrf. In den Fällen des Abs. 1 tritt die Verpflichtung olme RiMfrcht auf Pfändungon oder Verpfändun«M des gesttm- deren Anspruchs ein.
Auf Forderungen aus Wechseln oder Schecks finden die Vm> schnften der Abs. 1. bis 3 keine ?kntrendnng.
Wer die von dem Treuhänder auf Grund des 8 4 Abp 2 ctMme Anskunst nicht erteilt oder wifftrrklW unwahrr .mgabeu macht, wtrd mit Geldstrafe bis zu clnkansendfüiichnndeVt Mark oder mrk Gefängnis bis zu drei Monaten bestraft
Tie Verfolgung tritt nur auf Antrüg des Treuhänders ein. lassen *** Rnchskanzler kann A, rsfühn, n gsv or sch ri ft er er-
^ ^O-, Tiefe «ewvdmlnü tritt mit dem 1. Adai 1917 in Kraft.
Ter Renhskanzlsr besmnntt, wann sie außer Kraft tritt.
Berlin, de?, 19. April 1917.
Ter Stellvertreter des Reichskanzlers, vr. D e l s f e r i ch.
§ 6- Ter Treuhänder kann nngeachvet des 8 2 der Berord- Mng vom 30. s-eMgtber 1914 R«'wüs-Gesehbl. S. 421) die Er-
Bekttn«Lmachnng
die Regelung des VerbrauM van Ziegenfleisch betreffend ^ ^ Vom 31. Januar ml.
91 s,l Ul t l- 2 ^ Verordnung des Reichskanzlers vom
f. "der die Regelung des Fkeischverbranchs bestimmen
wir das Nachstehende:
i: qr^ 3r n des Verbrauchs nach der Verordnung
^ 21- 1916 un erliegt auch das Fleisch von Ziegen
und Zn'geillämmcrn, solvett diese Tiere nicht dem Schluchtoep- ^ "itterkwgen Das Fleisch dieser Tiere F>at als Setstachvirl-i fletsch rm Anne dieser Verordnung zu gelten und unterliegl duher auch dem Flnschkarten^ivang.
« Hchusschlachtungen von Ziegen und Ziegenläuimern, so-
wett d,e,e Twre nicht de,n^ ^chtachtverbot unterliegen, dürfen nur nnt Genehmigung des Krersamts vvrgeuoinnieu tverden
int ubngen den Vorschriften der •§ 9 und 10 der Verordnniig vom 21. August 1916 und den hierzu erlassenen Ai rs fu h r u n gs best, m ninngvn.
3 0 3 V Zuwiderhandlungen tverdcn nach 8 14 der Verordnmra 21 August 1916 über dre Regelung des Fleischverbrai.chS
Omn
mit Gefängnis bis zu 1 Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10 00O Mark oder mit eurer dieser Strafen bestraft.
Kragst 4 ' dekanittmachrrng tritt mit ihrer Verkündigung m
Darmstadt, den 31. Januar 1917.
Großherzogliches Ministerinm des Innern.
__ v. Hamb e r q k. _ Krämer.
r , Gesuche um GesleNnng von Kriegsgefangenen.
Au den Oberbürgermeister zu mm\ und die Grohh. Burgermcisterelen der Laudaemeinden des Kreises
, I» letzter Zeit nie-hren sich die Fälle, in denen Gesnchstcller s,rq bjtvd* Vorspmche, schnfilich oder wlephoniflh zwecke Erfl.tz- dzw. Nengestettnikg von Kriegsge-angeneu an das Arbeitsamt zu Gießen tvenoen.


