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Zweiter Blatt
Erscheint KgAch m4tAK»S«4chMe des SoKutog*.
D«e .Fieber §amill«rt»lätter" werden de,n „Anzeiger^ vierinal wöchentlich beigelegt, das „Xreisbl«tt für de« Kiels Sichen - zweirnal wöchentlich. Die ..LandwirlschafLUchcn seit, fraget erscheinen monatlich zweimal.
$6. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhessen
Donnerstag. \i. August M
Rotationsdruck und Verlag der Brülrl'jche.i llniversitäls - Buch- und Steiiibvucfereu R. Lange, (Liegen.
SchristleittMg,Geschästsstclle u.Druckerei: Schul» stratze7.Geschäitsst-lleu.Berlaq:SGAä1, Schrift» leitung: ^^112. Adresse lüc Trahtnachrichtciu Anzeiger (Lieben.
Rücktritt des russischen Zülegsministers?
Kopenhagen, 16. Llug. (WTB.) Das Preffeburcau des rassischen Ministeriums des Innern hat an die Petersburger Zeitungen folgende Notiz . vcrsmidt: Der Krieg s min ist'e r Schuwajew, der mit Einverständnis des .Zaren eure längere Dienstreise antritt, hat die .Leitung des Kriegsministcriums seiircm GelTllfen General Frvloff übertragen.
Von einem ausgezeichneten Kenner rrrssischer Verhältnisse wird uns geschrieben:
Der russische Kriegsminister Schuwajew hat sein Amt an General Frolow abgegeben, um eine Dienstreise anzu- tveten. Das ist auffallend. Wenn so etwas von einem Minister gemeldet wird, ist meist sein Rücktritt beschlossene Sache. Warum unternimmt Schuwajew seine Dienstreise nicht in servier Eigenschaft als amtierender Ressortchef wie neulich, als er an die Südwestfront ging unÄ die dortigen ungeheuren Schiebungen in der Intendantur aufdeckte, oen Geneval Kaledin entlarvte und das Petersburger Staot- haupt Leilanow auf Wucherpfaden ertappte? Schuwajew ist Spezialist im Kampfe gegen die Korruption. Er versteht sich auf die Aufdeckung von Durchstechereien im Jntendantur- lvesen, und m-ari hat ihn gerade deshälb zum Minister ge- niacht, damit er die verschied entlichen Augiasställe, Die sich in den zwei Kriegsjahren bis z>um Dache mit Mist angefüllt haben, gründlich aus kehre. Nun soll er wieder als einfacher Jntendantnrrcrt ohne Minister-Autorität wirken? Dahinter steckt ein politisches Geheimnis, und man geht nicht fehl, wenn man in dem verschleierten Rücktritt Schu- loajews ein Werk der persönlichen Feinde sicht, die er sich sowohl vvr als auch während seiner kurzen Ministerzeit geschaffen hat.
Schuwajew ist, auch vom Standpunkte des Kriegsgegners gesehen, eine moralische und sympathische Persönlichkeit. Die leitenden Militärstellen in Berlin und Wien werden ihn wahrscheinlich sehr ernst nehmen und als einen wirklich gefährlichen Feind achten. Denn er weiß, wo die Wurzeln der russischen Niederlagen liegen, und ist eiftig bemüht, durch tiefgehende Reformen zu retten, was zu retten ist. Als er Anfang April dieses Jahres die Nachfolge Poliwanows übernahm, erklärte er den Pressevertretern, die ihn besuchten, sein Hauptbestreben ginge dahin, Rußland zu einem Siege zu verhelfen. Die wichtigste Aufgabe wäre darum, der Armee alles, was sie bedürfte, zur Verfügung zu stellen. Daher müßte er große Forderungen an alle Fabriken mit Kriegslieferungen stellen. Besonders notwendig wäre es, mehr die gebildeten Kreise zum Heeresdienst heranzuziehen. Aus diesem Grunde werde er in allernächster Zeit die Studenten mobilisieren, nur um sie zu Offizieren auszubilden. Wörtlich übersetzen wir aus einer russischen Zeitung, die über Bukarest in unsere Hände gekommen ist: „Wir dürfen nicht mit unseren Kräften sparen. In meinem neuen Amte will ich mit der Duma und den gesellschaftlichen Organisationen zutammenarbeiten. Mein Hauptgrundsatz wird sein: Wenig spreck-en, viel arbeiten! Ich bitte die russische Presse, wenn irgendwo ein Mißbrauch oder eine Korruption in meinem Ministerium vermutet wird, mir davon persönlich Mitteilung zu machen. Ich hoffe, daß die Presse mich in meiner schweren Aufgabe unterstützen wird." Und ganz kürzlich erst gab Schuwajew folgenden Erlaß gegen die Lockerung der Disziplin an die Armeekommandos heraus: In der letzten Zeit haben sich die Fälle der Gehorsamsverweigerung in der russischen Armee. erschreckend gehäuft. Den Unteroffizieren fehlt jede Autorität. Ihre öffentliche Verhöhnung durch Soldaten ist kerne Seltenheit. Im letzten Monat sind 7300 tätliche Angriffe gegen Vorgesetzte vor Gericht verhandelt, sogar ein rm Generalsrang stehender Offizier hat einen rangtieferen Offizier erstochen. Ich ermächtige darum das Feldgericht, bei Erkennung des Strafmaßes die Vorschriften des Mrlitärstrasgesetzbuches um die doppelte und dreifache Verschärfung zu überschreiteil. In besonders schweren Fällen ist
sogar die Todesstrafe zur Abschreckung zu empfehlen. Die Lockerung der Disziplin macht die russische Armee zum Siege untüchtig."
Man sieht, dieser Kriegsminister wollte mit eisernem Besen kehren, und das mag manchen: hohen Herrn in Rußland auf die Nerven gefallen fein, zumal Schuwajew sich auch lebhaft in die innere Politik mischte und die Schale seines Zorns besonders über die kriegstechnischen Komitees, über den Städtehund und den Semstwobnnd ausgoß. Diesen schleuderte er entgegen: „Es wäre besser, die .Herren redeten weniger und leisteten mehr. Wir verlange:: von ihnen Geschosse und Armeebedarf, nicht aber politische Plattsornien und geistreiche Sätze, wie die jetzt auf allen Patronenkisteu angebrachte Aufschrift: „Spart nicht mit den Patronen!" Als er da:rn endlich in seinem Gerechtigkeitseifer den Feinds zu loben begann: — „Deutschland hat gegenwärtig eine Kriegsindustrie, wie sie kein anderes kriegführendes Land aufweist. Seien wir also nicht übermütig und reißen wir unfern Gegner liicht herunter, denn wir erwecken dadurch im russischen Volke Hoffnungen, die wir vielleicht gar nicht oder doch höchstens erst in absehbarer Zeit verwirklichen möchten. Vor altem schreiben Sie nicht soviel von angeblicher deutscher Kr iegs Müdigkeit und deutscher Ermattung".... Da scheint man ihm'sachte den Ministe rsockel unter den Füßen wegziöhen zu wollen. Solche ehrlichen Handlanger kann Väterchen nicht brauchen, und es ist gut so für Rußlands Gegner.
vie fünfte Ariegranleihe.
Die Direktion der .B e zi r ks s par ka s se Gießen schreibt uns:
Tie fünfte Kriegsanleihe steht bevor. Banken, Genossenschaften und Sparkassen rüsten fiefc mit ihren Einlegern und Kunden^ dem Vater lande tit freiwilligem Opfer sinn auck, hier wieder ein neues Rüstzeug gegen unsere Feinde in die Hand zu geben um so zun: Gelingen des ftnanziellen Feldzugs zu ihrem Teile beizutragen.
, Auch bei der hiesigen Sparkasse Leigen die Einlagen rn den ersten Monaten des Jahres 1916 eine erfreuliche Zunahme so day aus ein günstiges Ergebnis auch bei der kommenden neuen Kriegsanleihe gerechnet werden darf. Es betragen dw ll e b e r s cy n s s c der Einza hl ungen über die Rückzahlungen (ohne Kriegsanleihe) in den Mimaten Januar bis Ende ^ uIl „7 1 869018 Mark, darunter der Juni mit einem Ein- lageuberfchuß von 178 237 Mark, der Monat Full UJt 203 066 Mark: in .gleicher Weise scheint sich das Ergebnis des in scheren Jahren stets „stilleren" Nkonats August zu gestalten. So wird auck) in ben kommenden Monaten noch mancher Spargroschen der Kasse znfließen zum Segen unseres Bezirkes und des Vaterlandes. Auch die Sparkasse wird für die Kriegs- aber mid;,. pur die Kommende Friedenszeit mit ihren mancherlei neuen Ausgaben weiterhin gerüstet sein.
Utriversitäts-Nachrichtesr.
O- ^ ? k ' - 2lu8 ^ r “ "ksnrt a. M. schreibt inan uns: Für das Fach der inneren Medizin habilitierte sich hier vr. meä Walter s n S Sekundararzt der medizinischen Klinik, mit der Schrift: »Der Einfluß des Salvarsans auf den Kreislauf und die Nerven gesunder und kranker Tiere.-
Briefkasten dev Redaktion.
Muouymc Anfragen bleiben nuberttckfichtigt.z
s ^ftft.steuaue Höhe des Fliegers anzugeben, ist uns
ZOO^Meter Verschiedene Schätzungen nehmen höchstens
22£., Mücke. Anonyme Anfragen können nicht erledigt werden.
Witterungsbericht.
(Oeffentlicher Wetterdienst.)
„ . , ^ ^ . Gießen, den 15. August 1916.
Unter dem Eniflust eines westlichen Hochdruckgebiets herrschte am Anfang dieser Berichtswoche —- 9. bis 15 Astgust — in un
serem Bezirk schönes, heiteres Erntcwettcr. Die Temperaturen waren weiter gestiegen, das Tempereturmarimum von ft- 18" am Ömbe der vorigen Berichtswoche auf ft- 26 <> anc Donnerstag, den 10 . August, das Temperaturnlinilnum vou ft- 7 ° auf ft- 13° und baß Tagcsmittel von ft- 15 ° auf ft- 20* hier in Giessen, Das west- uche Hochdruckgebiet zog nunmehr über uns nach Oste-.: hin ab: über dem Festland verflachte sich der hohe Druck immer mehr und die Bewölkung nahm bei Minden aus nordwestlichen Achtungen ^ es kam am Freitag sogar zu verbreiteten Regensällen, die 'ft^?ftft^?ltfrüchte von großem Vorteil waren, der Ernte aber nicht schadeten Auf der Rückseite eines kleinen Hochdruckgebiets, das uns am Samstag und Sonntag aus seinem Zuge nach Osten wiederum zeitweise Aufklärung und vorwiegend trockenes Wetter gebracht hatte, breitete sich von Sonntag an im Weste:: von uns ^n.«usg^>ehntes Tiefdruckgebiet aus. Zwar drang auch dieses Ties ^? n u l I f ostwärts vor, doch wurde:: wir durch Randwirbel von ihm sowohl gestern wie heute stark beeinflußt, die uns ver- °S- Regenfälle (Gießen 19 Millimeter) brachten. Unter dem Einfluß der starken Bewölkung waren die Tempera-
Derichtswoche wieder etwas ge- sunken, das Tagesmittel in Gießen von -ft 20° am Donnerstag
k^na^^?w^ Ü L ?£o itan ' } ini bültlt &ci wechselnder Bewöl + 18 äu steigen. Das nordwestliche Tics- hht d m?t Ä 9 verlagert, so daß fchr auch weiter-
fcn S fc* 8 und »fen leichteren Nieder.
Mchenll. Ueberficht der Todesfälle i. ö. Stadt Tiefen.
31. Woche. Voin 30. Jllli bis 5. August 1916. Einwohnerzahl: angenommen 51 t 33100 (in«. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 23,56 7 .,.
Nach Abzug von 7 Ortsfremden: 12,56 7 ,,.
Es starben an Zus.
Er
wachsene
Kinder
tm 1. Lebens- vom 2 big
Altersschwäche 3
3
iayr
15. tfciür
Lungenentzündung 3 (l)
anderen Krankheiten des
2 ( 1 )
1
—
Nervensystems 3 (i)
1 ( 1 )
1
1
Erkrankungen d. Harnorgane 1 ( 1 )
1 ( 1 )
Krebs 2 (1J
Verunglückung 2 ( 2 )
anderen benannten Krank-
2 ( 1 )
1 ( 1 )
10 )
heiteir 1 (i)
1 ( 1 )
—
Summa: 15 (7)
11 ( 6 )
2
2 . 1 )
. „ £ r- ft^csren tässern geben an, wie viel
m A ^ r ß J 6ct £ f L cni>en Krankheit auf von austvärte nach Gießen gerächte Kranke kommen.
Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen.
Dr. Walger, Med.-Rat.
Meteorologische Beobachtungen der'Station Stehen
Aug.
1916
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Bew. Himmel Regen
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Niedrigste „ „ 16 .
Niederschlag 3,3 mm.
16.
1916: +15,2 °C.
3nr Geschichte der Handgranate.
Wir haben in diesem Kriege zahlreiche Fälle erlebt, daß uralte, laugst totgeglaubte Waffen wieder miftauchten, in neuer Art angc wendet wurdcni und von neuem zu mehr oder weniger großer Bedeutung gelangten. So der Panzer, der zuerst sozusagen schüchtern als Artillerieschutzschild austrat, dann als tragbarer Jnsantcrieschutz- schild (nicht anders als zu den Zeiten Homers), als Infanteriehclrn verwendet wurde, bis zuletzt die Italiener ihre Pioniere von ober: bis unten panzerten, wie die Ritter des Mittelalters. Aehnlich ging es mit der Lwndgrauate. Als Wjaffe ist sie-uralt, weiiu auch nicht ganz so alt wie Helm und Panzer, doch wird ihrer in der heutigeii Form schon im Jahre 1427 Envähnung getaii. Im ivesentlicheir ivar sic damals genau so gebaut wie heutzutage, nur die Zündung war, den Zeitverhältmsseii entspreck-eiid, einfacher und weniger zuverlässig. Aber daniit ist ihre Borgesästckste durchaus noch nicht erschöpft, denn sie lsatte ihre Vorgänger, selbst als es noch kein Pulver gab. Und das ist das berühmte grieckffsche Feuer in bestimmten An- wcnduugssormen. Ueber die Zusammensetzung des griechischen Feuers sind sich ja die Gelehrten noch keineswegs einig, doch ist es recht wahrscheiMich, daß es sich dabei um einen Vorläufer des Schießpulvers handelte, eine Zusanmiensetzuiig jedenfalls aus Pech, Schwefel. Naphta und Salpeter. Dieses^ griechische Feuer wurde int allgemeinen cnis Wurfrnaschincn geschleudert, aber es gab auch für den Handgebrauch bestimmte Formen, die sogen. Chirosyphons. Diese bestandeii aus ausgchöhlten Steiiien oder mit Löckfern versehenen, eisernen Gefäßen, die die Brennmasse enthielten. Sie uitter- schiedeti sich also kaum von den Handgraiiateil der Gegenwart. In den ersteii Jahrhunderten nach der Erstndung des Schießpulvers war die Handgratrate denn auch vielfach im Gebrauch: der im 17 Jahrhundert etitstandene Name Grenadiere leitet sich ja bekanntlich davon ab. Ihre erste neuzeitlickie Anwendung im große,: brachte eigentlich erst der englische Sudanseldzug, vor allem aber der russisch-japanische Krieg, wo sie im#' bei der Belagerung von Port Arthur in großem Ndaße begegnen. Es wurden damals auf russischer Seite über 100 000 Stück verbraucht, als Höchstzahl wurdet: an einetn Tage 7500 Stück geschleudert. Meistens hatidelte es sich dabei um Haudgrauaten, die aus allen möglickMi Gegenständen von den Piontercn hergestellt wurden So mußte:: leere Kou- serveubüchseu, Bambusrohre, die Mäntel feiirdlicher Ausbläser und Blindgmiger dazu herhalten, sic wurden nüt Pulver, Schimosc oder Dynamit geladen und täte:: ihren Dienst vorzüglich. Das Krachen bei der Exploston, die Rauchentwickeluug, der starke O^sdruck im Verein mit der: zahlreichen, in der Nähe imiNer tödlich wirkenden Sprengstücken, brachten eine hohe :noralisck>e und tatsächlick>e Wir- kutig hervor. D,cs ivar auch der Grund, weshalb sofort uack: dem Kriege alle Militärrtaaten ein ihnen geeigttet erscheinendes Händ- *ranatensystem :n Versuch nahmen. Der Weltkrieg bat dann, na-
mentlich irn Stellungskriege eme Anwendung der Handgranate in lolchem Umfange gebracht, daß daneben auch die Zahlen des russisch- dapantfchen Krieges verschlmuden. ?Natürlich hat inzwischen die mili- tartsche Technik erue Menge brauchbarer Modelle hervorgcbracht ^^tz^^Oorc hochentwickelte Industrie sorgt dafür, daß sie dem Heere ine fehlen, aber trotzdem spielt die behelfsmäßige Granate, die nicht tuet anders gebmit ist, als die jeinerzeit in Port Arthur verwende- reu, immer noch eine große Rolle. Diese Behelfs'granaten iverden in den ftiomerdepots hinter der Front von unsereir ioackeren Pio- nterM m großer Menge angefertigt, und trotz ihres äußerst ein- ^^vuos lerstQt pe wertvolle Dienste. Ost genug, wenn der Heeresbericht lakomsch ltertchtct: feindliche Angriffe wurden im
L " e oJ 0 ! 1 1 ^ vbgcwtesen, hat auch die ehemalige Konserven- ouape ihren Anteil am Erfolge.
*
2 f nc: “ c Forschungreise in Grünlan d. Wie
vus otoct Holm berichtet wird, i\t dort soeben die erste Nachricht uver vie^oischungsreise nach Grönland eingetrosscn, die der Stvck-
-J ^ ü iP ^ l }f ff vor kurzem unternommen hat. Wmffs Forichuitgsgebiet ist tue Pstanzenlunde und die Volks- +nde. Seiu Reiseplan ist kurz: von der Insel Disko, etwa an Mitte der Westküste Grönlands, hat er Gelegenheit, itach dcn^ nördlichen, zu Schuf erreichbaren Teile der Insel zu kommen, venn dre: Zähren wartet eine amerikanische Gröulandforscher- gefelftchaft rn der Gegend zivischeu Kap York und Etlm (am Smith-Sund) darauf, abgeholt zu iverden, und das Schiff, das hierzu erwartet wird, kann Wulff dann mit nach dem Norden nehmen. Wahvenb der ganzen stieise und ebenso auf der Heimfahrt an der Westküste wird Wulff dann MeereÄrntersuchungen aus- fuhreu. In Nord-Gronlaud will Wulff die dortige Pflattzetiwelt, dre biSl-er so gut w:e unbekaiuit ist, uutersucheti, und zu diesem Zwecke wird er von Kop York ans die (östlich belegenet Melville- Bucht aufsuchen: er beabsichtigt, in der Mitte des Septembers >in dieser Gegwid mit Kntid Rasmussen zusammenzutteffcn. Ob er dam: die Gelegenheit zur .Heimkehr, die sich vielleicht bietet, benutzen wird, steht noch nicht fest: vielleicht opfert er ein ganzes weiteres Jahr und sucht die Insel Ellestnevelaud auf. Wulffs bisherige Ergebnisse sind ganz erheblich, und er hat bereits eure Sammlung — etlmogiwphisch und botanisch — von mehreren hllndert GeMlstauden heimgesandt. Ms er am 14. .Juni in GodtlMvu auf Disko ankam, begannen gerade die ersten Frühlings- Pftanzen il/ce Blühen zu entfalten. Boin 22. Juni an hatte Wulfs Mitternachtssonne wtd lveilte bei der biologischen Boobachtungsshelle dev Botanikers Forstld. In fenen Tagen schvankte die Teiuperattlr Um den Mllpmikt herum, und am Mittsoinnvertage schneite es. Tw Pflanzenwelt ftng gerade au zu sprießen, sodaß Wulfs Gie- legeuheit hatte, die Entwickelmig der Pflauzeauoelt, die dort
MÜller'sche vadeansialt.
Wasserwärme der Lahn am 17. August: 16' R.
r rafd) P° l9t ' » l beobachten. Um eine volkS- tatMidje öammlima WiammeiizubruiMM, hatte er sich mehrere
Svr’r eite L 3 fÄÄ Ert ; bK , nn verschiedenen Stetten der fniu 1 a ,C ? sammelten. So hat er eine Reihe oon Kajaks
^vlztruhen und anderen einheimischen ©eW° Unft?dsi^. FrederikShaab und Jnliannehaab
^vonlandsy, terner Geaenhände oon der Insel -.keko, ano dem Gebiet von Upernioik — ettoa an der ^.ordarerüe
d^ Gebietes — solche WieUich auch fts
oer i^egeiw des Kap York zusarnrnengebracht.
& c . f o? ft 1 c V redigteit Luther s. Drei bisher ftoch unbekannte Predigten-Martin Luthers aus dem Jahre 1530
kn'Än« S L^bekannte Lutherforscher Georg Buchwald
^ & Ea "i LciMg erlchemeirden Schaft. Die Pieiigteu entstammen Luthers Koburger Zeit, während derca> | Cl ft^vestnheit de§ Kurfürsten, sowie auch später als er divben chis der Burg haulte, fleißig gepredigt \yat. Tie Kenntnis Kob?ra7^^atiakn,t Luthers in der estadt und auf der L-este die Luther,orlchung der lebten Jahrzehnte nicht ,m>
ft 'l.7 «7. - '«"er Predigten aus der- Nvburgft
Zeit sind fetzt vollständig bekannt; hierzu gelang es Buchwold noch zive: andere, bisl-er völlig ilnbekairnte, zu finldivr eitte dis §"tbcr ,°ur Matthöustage ( 21 . September).'fth ciT. V n am
ftvber, ziv>6l ^age vor dem Verlagen der Feste aWw!T>«»n iint f ic Erhaltung dieser Predigten verdanken wir ohne ^Zweifel dein treuen Freunde und Begleiter Luthers, seinem Kobura Konrk-- seine, Nachschrift WülftabÄ feiger Drakonus Georg Hörer abgeschrieben: sie bildet ein Stück
bibliokftk^'ft ftndschrifteujchatzes der lluioeriitch.5
Don den v 0 ii Buchwald verösslmtlichtcn! Predigten lfaudelt die am Mittwoch nach Ostern ifetmlttne die bisher nur unvollständig bekannt war, von der Witt de und'dem ft T 0Ut Berufes und von dem Tröste der Aufer'
Nftng Chnstt^Jn der zweite:: Predigt vom 21. September spricht LLither ftb^r die ^doppelte Barmherzigkeit: die, die Gott un^ erzeigt und die, dre um- dem Nächsteu erzeigen. Westaus a n
vredictt imr^ ft ft ^^t Hers am 21 Oktober gelittene Abschieds- vor. der Koburg, in der er über dett zmn Abschlüsse ge-
e.öu AugÄburg sich ausspricht und seine unn- mächtig zmn Ausdrucke bringt. „FürchtÄ sich beim, der Teufel! Wir wvlleu uns nicht fürchten!" So ruft dr rn glau^gein Vertrauen aus. „Die Stunde und Zeit wird kommen daß dre Weisheit, und Gewalt, daraus sie jetzt müden, ^vir sagen werden: wo sind sie inm^‘
JieiDt deutet der .Herausgeber air. daß dieser Geist hoher Zuveniän ^vwtzcheii Zeit dem deuiittien L^vlke bcstondn-'. verständlich und tröstlich sein möchte.


