Ausgabe 
16.8.1916 Zweites Blatt
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MÄrMeriSgET aws ihren tat Augen strahlte. Dieser Glaube, den wir mit unserem Arndt rat tiefsten Herzen tragen, ist das Glück dieser Stunde, ist ,^xrs HieÄ, das uns kein Teufel raubt", imb wenn der TeufÄ selbst ein Engländer wäre.

Ä Smollis den Sängern!" ruft der Rektor undJiduzft!" erschaM cS von allen Scttrn. ft.

A«» Stadt und Land.

Gießen, 16. August 1916.

** Sechs wichtige Regeln für die heiße Zeit.

1. Das Zimmer kühl halten? Fleißig lüften! Fußboden feucht halten! 2ki Tag Vorhänge (und Läden) zu! Bei Nacht Fenster offen! Das Kind muß das kühlste Plätzchen haben. Ein ülier das Bett ausgebreiteter leichter Schleier verhütet, daß Fliegen .Kranke heilen auf 'das .Kind übertragen und daß es Schnaken stechen.

2. Dps Kind kühl halten! Leichte Kleidung und leichtes Bettzeug auch NN Freien)! 9drr keine Federbetten.! Bei großer Hitze kann das Kind auch nackt liegen. Täglich, wenn irgend möglich, lau-i warm baden oder wenigstens lauwarnr abwaschen. 3. Brustkinder Widerstehen der Hitze am besten. Unter keinen Umständen darf jetzt abgestillt werden. 4. Größte Vorsicht in der Ernährung! Ja nicht überfüttern! Gegen den Durst gebe man nach Bedarf löffelweise dünnen, lauwarnten Tee (Fencheltve). 5. Kuh- oder Ziegenmilch muß frisch sein, beim Bezug sofort 35 Mfmuten gekocht und gleich wieder gut gekühlt loerden. Die dldilch muß nnnrer kalt stehen! (Mhltopf oder Kühlkiste.) 6. Jedes mit der Flasche ernährte Kind muß ärztlich überwacht werden! In den Beratungsstellen für Vhutter- und Säuglingssürsorge erhält jede Mutter und Pflege- nfiuttcr uicentgeltlich ärztlichen Rat und Auskunft. Blei der ge- ringsterl Gesundheitsstöruitg muß das Kind so rasch als möglich zum Arzt.

** Paket ver kehr nach dem Balkan. Falls Pakete nach den Balkanländern mit einer Durchmhrbewilli gung des K. it. K. FinatrzministeriumS in Wien versandt werden, muß auf den Paketkarten vermerkt sein, daß eine Duochfuhrbew'illigung zu der Sendung gehört. Das ist besonders auch dann zu beachten, wenn für mehrere Pakete eine gemeinsame Tiiirchfuhrbewilligung gilt, die Pakete aber nicht zu gleiü-er Zeit, sondern in verschiedenen^ Teilposten curfgelrefert werden. Tie Durchfuhrbewilligung ist in solchen Fällen stets mit der ersten Teilsendung der Pvstanslalt vorzulegen.

** Betreffend Veräußerung s-, Verarbeitung s- iund Bewegungsverbot für Web-, Trikot-, Wirk- und Strickgarne vom 31. Dezember 1915 ist am 15. August 1*916 eine kurze Nachtrogsbekanntmachung cr- ichtienen. Durch diesen Nach.trag erhält § 4 der ge­nannten Bekanntmachung eine neue Fassung. Die wesentliche Blen­derung besteht darin, haß den Warenhäusern weitere 30% und sonstigen offenen Ladengeschäften wei­tere 20 % ihrer Borräte an Strickgarnen nach dem Stand vom 31. Dezember 1915 zum Kleinverkauf und zum Verkauf an Haus­gewerbe betriebe freigegeben werden. Jedes Warenhaus und jedes! offene Ladengeschäft ist aber berechtigt, ei n schlie ß l ich der seit dem 31. Dezenrber 1915 bereits veräußerten Strickgarne minde­stens 2 5 Kilogramm aus eigenen Vorräten zu verkaufe, auch wenn diese 25 Kilogramm mehr ausmachen, als die ange­gebenen Prozentsätze. Die Bedingungen, daß die zum Verkauf freigegebenen Mengen tatsächlich zum Kleinverkauf oder zun: Ver­kauf an Handgrwerbe betriebe seil-gehalten werden und der Ver­kaufspreis nicht höher bemessen werden darf, als der zuletzt vm dem 31. Dezerriber 1915 erzielte Verkaufspreis, sind unverändert geblieben. Weitere Freigaben von Strickgarnen bei Warenhäusern und sonstigen offenen Ladengeschäften sind für einen spateren noch zu bestimmenden Zeitpunkt in Aussicht genommen. EftHelanträge auf Freigabe sind zu unterlassen, weil sie nicht berücksichtigt werden können Die Nachtragsbekanntmachung betrifft lediglich Strickgarne, welche unter Verwendung vonSchaf- wvlle, Kamelwolle, Mohair, Alpaccaoder Kasch­mir, ohne oder mit einem Zusatz von Kun st wolle, hergestellt sind. Strickgarne aus baumwollenen Spinnstoffen wer­

den durch die Nachtragsbetänntmachung nickü betroffen^ für diese gelten die Anordnungen der Bekanntmachung W. II. 1700/2. 16.

K. R. A. vom 1. 4. 1916. Der Wortlaut der Nachtragsbekauni-' machung ist im heutigen Kreisblatt abgedruckt und am Bürger - meislereigebäude angeschlagen.

Landkreis Gießen.

* 2l l t e n - B n s e ck . 16. Aug. Flurschütz Unteroffizier

L. Wagner beim Stabe des Res.-Jnf.-Rgts. Nr. 80 wurde mit dem Eiserneu Kreuz ausgezeichnet.

A u s d e in Kreise Gießen, 16. Aug. Der Grobherzog hat dem Bürgermeister und Landtagsabgeordueten Johs. L e u n in Großen-Linden das Allgenteine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für Kriegsverdienste" verliehen.

Beuern, 16. Aug. Tie Volksspende für die deutschen Zivil- und Kriegsgefangenen hat hier 281,00 Mark er­geben. Tie verflossenen zwei Kriegsjahre haben in unserem Orte große Opfer an Jünglingen unb Männern gefordert. Ihren Tod fanden auf deu verschiedenen Kriegsschauplätzen 2 9. Als ver­mißt gelten 8 Soldaten. In Gefangenschaft befinden sich 7; 5 in russischer und-3 in fraitzösischer Gefangenschaft. Hart be­troffen w'urde der Direktor des Konsumvereins II, Heinr. Phil. Spar, der den Tod seiner drei Söhne zu beklagen hat.

Up. B e l l e r s h e i nt, 16. Aug. Leutnant und Kompagnie­führer Adolf Ai a 1 h e s , der schon im Besitz des Eisernett Kreuzes 2. Klasse und der Hessischett Tapserkeitsmedaille war, wurde kürz­lich mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

ga. & a x b a cf), 16, Aug. Fahrer Karl F r i tz e l im 2. Musketen- Bataillou, 2. Kontp., tvurde im Juli mit der Hessischen Tapfer­teil s m e d a i l l e ausgezeichtret.

= Hungen, 16. Aug. Am Dienstag abeird ereignete sich, lster ein schwerer Unglücksfall. Das'7jährige Söhnchen des Eisen - bahnangestellten August Walz brachte seinem.Vater das Wend- cssen nach dem Aufenthaltsraum im früheren Stellwerk. Während nun der Vater noch nrit Rangieren beschäftigt war, wollte dev Knabe an einem Spiritusbrenner nach,füllen, bevor die Flamme erloschen war. Dabei explodierte die Kanne und die brennendes Flüssigkeit entzündete diej Kleider des Kindes, das dann in Flantmen über das Gleis lies. Bis den her bei geeilten Eisenbahnangestellten: das Löschten gellmgen war, hatte das Kind große Brandwundenj erlitten. Es würde ins Krankenhaus gebracht, wo es der Tod tags darauf von seinen Schmerzen erlöste.

wia. Odenhausen, 16. Aug. Der zweite Sohn des Kauf­manns Nachtigall von hier, welcher seit Juli 1915 in Serbien! gekämpft, wird seit 3. Juli d. I. als vermißt gemeldet, er stand zuletzt in Galizien. Den Eltern ging nun dieser Tage die Nachricht vom Roten Kreuz zu, daß sich ihr Sohn auf dem Wege in! stussffche Gefangenschaft befunden habe, er selbst hat nicht ge­schrieben, sondern eine Schwester vom Roten Kreuz aus Kiew. Der älteste Bruder ruht in serbischer Erde.

** Wieseck, 16. Aug. Hauptlehrer Weyl erhielt vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen. Tie Ernte ist eben in vollem Gange. Der Roggen liefert zwar nicht den Ertrag, den man erwartete, aber im allgemeinen kann man doch zufrieden sein. Haser und Gerste bringen beträchtlich itiehr als im Vorjahre. Die Aussichten für die Kartoffelernte sind sehr gut. Bleibt das Wetter einigermaßen günstig, dann wird uns der reiche Ernlesegen vor Not bewahren.

Kreis Büdingen.

= Echzell, 16. Aug- Gefreier Wilhelm P räsi ed, vom Feld.-Art.-Regt. Nr. 61, 1. Abteilung, laichte Munitionskolonne wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl ausgezeichnet. Zw et weitere Opfer hat unser Torf zu beklagen. In den letzten Kämpfen fielen die beiden' Garde-Füsiliere im Lehr-Jnf.-Regt. Heinrich 'Soll und Wilhelm Mogk von hier. Beide sind Familienväter und hinterlassen eine größere Anzahl Kinder.

Geiß-Nidda, 16. .Aug. Die Sammlung zugunsten der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen ergab den Betrag von 205 Mark.

z. Lißberg, 16. Aiug. Schon wieder forderte der Krieg ein Opfer aus unserer Gemeinde. Ten Heldentod fürs Vaterland starb der Landwehrmann Heinrich Vogel in einer Reseroestelllmg des! Westens dppch den Luftdruck einer schweren Granate. Er hutte»-

läßt eine Witwe Mit 5 Kindern. Die kirchliche GedächttrrsffeiiM findet am nächsten Sonntag statt. Aus unserer kleinen, 300 Seelen zählenden Gemeinde sind nun schon 5 Gemeindeglieder auf dem Felde der Ehre gefallen, ein kkrieger ist in,Gefangenschaft, eineg wird seit August 1914 vermißt. Die Aufstellung unserer neuen Orgel erfuhr leider durch, den Krieg eine Verzögerung, soll jedoch bestimmt noch im Monat 'September erfolgen.

4 Ortenberg, 16. Äug. Rechtsanwalt Holzapfel, Vizeseldwebel und Offiziersaspirant bei einer schweren Mörser­batterie im Westen, und Kausinann Friedrich, Lenz jun., zurzeit stellvertretender Kompagniefeldwebel bei einem Ins.-Regt, rm Westen, erhielten die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Kreis Alsfeld.

Groß-Felda. 16. Aug. Joharmes Stumpf, der bei Landwirt Johannes Demuth in Diensten steht, fuhr mit einem Wa­gen voll Gras' einen stark fallenden Berg herunter. In der Mtte des Berges ungefähr fiel das linke Vorderrad aus dem Wagen und in diesem Augenblick siel Stumpf infolge des Ruckes vorn vom Waaen, die Zügel um die Hand gewickelt und festhaltend. Der Verunglückte wurde zwischen Vorderrad und Sillscheit hängend, eine geraume Strecke geschleift, wodurch er am Kopfe erhebliche Verletzungen davontrug. Glücklicherweise liefen die zwei jungen Pferde, die nach und nach ihr Tempo infolge des Geräusches ver schleifenden Achse verschnellert hatten, von der Chaussee nach links ab ans einen freien Platz, auf dem sie sich! drehten und dann zum Stehen kamen. Herbeieilende befreiten den Verunglückten aus seiner schrecklichen Lage und brachten ihn in bewußtlosem Zustande trach Hause, wo er in der übernächsten Nacht, ohne das Belvußtsein tvie- der erlangt zu haben, seinen Verletzungen erlegen ist. Da der so jüb Tahingeschiedene ein äußerst treuer, fleißiger und strebsamer Mensch war, so nimmt man in dem ganzen Dorfe an seinen: Schick­sale den regsten Anteil. Er hmterläßt eine junge Frau mit einem Kinde. Unser 989 Einwohner zählendes Torf, das bis vor kurzem 8 Tote und 2 Vennißte zu bellagen hatte, ist jetzt leider wieder um ein Opfer' des .Krieges! reicher geworden. Im Alter von 20 Jahren starb der Rekrut Otto Habermehl den Heldentod. Er war der jüngste von drei Brüdern, die im Felde stehen.

Briefkasten der Redaktion»

1«uo»hme Anfrage« bleibe» unberücksichtigte

Fliegerschule. Die Meldung zum Fliegerdienst hat bei dem zuständigen Bezirkskommando zu erfolgen, das atlch über die Be­dingungen Anskutlft erteilt.

Ein Feldgrauer. Da mir uns mit anonymen Schreiben nicht belassen können, bitten wir um Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse.

Müller'sche Badeanstalt.

Wasser war me der Lahn am 16. August: 17° R.