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Rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere auf Grundlage der neueren tierphysiologischen Forschungen / von Emil Wolff
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16 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.

atmoſphäriſchen Luft dringt von den Lungen aus in die Blutbahn ein; er wird von den Blutkügelchen abſorbiert, dieſe ſind die Träger des Sauerſtoffes, durch deren Vermittelung derſelbe mit allen Organen des Körpers in Berührung gebracht wird, und hier ſeine im End⸗ reſultat zerſtörende, d. h. oxydierende Wirknng ausübt. Die durch dieſe Oxydationsprozeſſe erzeugte Kohlenſäure wird dann wieder von den Blutzellen aufgenommen und bei ihrem erneuten Durchgange aus den Lungen an die Luft abgegeben. In einer Abhandlung von C. Voit und Pettenkofer werden in dieſer Weiſe die roten Blutkörperchen mit kleinen Fahrzeugen verglichen, welche bald mit Sauerſtoff bald mit Kohlenſäure beladen den Gaswechſel vermitteln.

Die Menge des eingeatmeten und in die Blutbahn übergehen⸗ den Sauerſtoffes iſt keineswegs durch die Zahl und Tiefe der Atem⸗ bewegungen bedingt, ſondern durch deſſen Verbrauch, alſo zunächſt durch den Zerfall der Stoffe in den Geweben; ſie wird beeinflußt durch die Art der Nahrung und durch die Maſſe der Organe. Bei reichlicher Eiweißzufuhr iſt die Zahl der Blutkügelchen vermehrt und damit anch die Möglichkeit einer reichlicheren Sauerſtoffaufnahme unter ſonſt gleichen Verhältniſſen gegeben; bei kräftigerem Ernährungs⸗ zuſtand, bei größerer Maſſe der Organe iſt die Anziehung für den Sauerſtoff verſtärkt und kann zugleich eine reichlichere Aufſpeiche⸗ rung desſelben in den Organen ſtattfinden. Nach einigen Ver⸗ ſuchen von Henneberg auf der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation zu Weende an Ochſen, hat es den Anſchein, daß zur Nachtzeit, während des Schlafes eine gewiſſe Menge von Sauerſtoff im Körper aufgeſpeichert werden kann, um ſodann wiederum am Tage, während des Wachens, Verwendung zu finden.

Die Stoffe zerfallen nach beſtimmten Regeln, zunächſt unab⸗ hängig vom Sauerſtoff in den Zellen bei dem Durchgang der Er⸗ nährungsflüſſigkeit durch dieſelben, überall wo eine Zellenthätigkeit vorhanden iſt; die zuerſt entſtehenden Spaltungsprodukte ziehen den Sauerſtoff an und regeln deſſen Aufnahme im Reſpirationsprozeß. Die Stoffzerlegung im Organismus muß als das Pri⸗ märe, die Sauerſtoffaufnahme als das Sekundäre an⸗ geſehen werden, während man früher glaubte, daß umgekehrt die erſtere durch die letztere bedingt ſei. Wenn durch vermehrte Nahrungs⸗ zufuhr oder durch ſtarke Muskelarbeit die Stoffzerlegung ſich erhöht und beſchleunigt, dann wird ſekundär auch mehr Sauerſtoff auf⸗ genommen, damit die betreffenden Zerſetzungsprodukte verbrannt und aus dem Körper ausgeſchieden werden können.

Von den in den Kreislauf der Säfte übergegangenen und mit allen Organen in Berührung kommenden Nährſtoffen wird der Zucker

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