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Rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere auf Grundlage der neueren tierphysiologischen Forschungen / von Emil Wolff
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14 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.

erſetzen, wird ein immer größeres. Dieſe Thatſachen und Be⸗ trachtungen laſſen deutlich erkennen, daß man das Kochſalz für die landwirtſchaftlichen Nutztiere und auch für den Menſchen, namentlich für die ärmeren Volksklaſſen, die vorherrſchend von Brot und Kar⸗ toffeln leben und nur wenig Fleiſchſpeiſe ſich verſchaffen können, als ein wirkliches Nahrungsmittel, keineswegs als ein bloßes Genußmittel anzuſehen hat. Freilich mag das durchaus unentbehrliche Quantum von Kochſalz kein großes ſein, der tieriſche Organismus kann damit auch ſparſam haushalten und mit einer verhältnismäßig geringen Menge ſich ins Gleichgewicht ſetzen; aber ein gewiſſer Überſchuß iſt immer zuträglich, wenn er auch nur dazu dient, um dem Futter der Tiere eine größere Schmackhaftigkeit zu verleihen.

Bei aller Mannigfaltigkeit im Bau und in der chemiſchen Be⸗ ſchaffenheit des tieriſchen Organismus, ſowie in den phyſiologiſchen Funktionen der einzelnen Organe geſtaltet ſich doch im ganzen und großen der tieriſche Ernährungsprozeß ſehr einfach und läßt ſich für unſere Zwecke nach ſeinem allgemeinen Verlauf und Erfolg in wenigen Zügen ſchildern. Man kann, wie im vorhergehenden nachgewieſen wurde, den ganzen Tierkörper in ſchematiſcher Auffaſſung anſehen als beſtehend einfach aus Eiweiß, Fett, Waſſer und fixen Mineral⸗ ſtoffen. Von dieſen Beſtandteilen wird durch den Lebensprozeß, durch die zuſammenwirkende Thätigkeit aller Gewebe und Säfte in jedem Augenblick eine gewiſſe Menge zerſtört und bei dem Zerfall der Stoffe die für innere oder äußere Bewegungen verbrauchte Kraft, ſowie die nach außen hin abgegebene Wärme wiederum erſetzt. Um der völligen Zerſtörung des Organismus entgegenzuwirken, denſelben vielmehr in einen normalen Zuſtand zu erhalten, muß man ihm eine entſprechende Nahrung darbieten, ihm ſolche Stoffe zuführen, welche den im Lebensprozeß zerſtörten gleich oder ähnlich ſind, in den Säften und Geweben zur Aſſimilation gelangen können, und zwar muß die Zufuhr eine um ſo reichlichere ſein, wenn es darauf an⸗ kommt, nicht allein das Zerſtörte zu erſetzen, ſondern auch ein Wachs⸗ tum, überhaupt eine vermehrte Produktion zu ermöglichen. Wir laſſen hier das Waſſer und die Mineralſalze, von welchen letzteren ſchon vorläufig die Rede war, unberückſichtigt und betrachten den Stoffwechſel im Tierkörper nur bezüglich der organiſchen ver⸗ brennlichen Beſtandteile desſelben und der zugeführten Nahrung.

Die organiſchen Stoffe, welche aus dem Verdauungskanal, ſo lange hier noch Reſte der aufgenommenen Nahrung vorhanden ſind, in den Kreislauf der tieriſchen Säfte übergehen, alſoreſorbiert werden, ſind ganz vorherrſchend Eiweiß, Fett und Zucker.

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