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Die Beſtandteile des Tierkörpers. 13
körpers berechnen. Ein Lamm gebraucht allein zur normalen Aus⸗ bildung des Knochenſyſtems durchſchnittlich pro Tag 2, ein junges Schwein wenigſtens 3, ein Kalb 15—18 g Kalk und faſt ebenſo viel Phosphorſäure. Da man dem Jungvieh allgemein reichliche Mengen von beſonders leicht verdaulichem Futter vorzulegen pflegt, z. B. Körner und Körnerabfälle, auch Kartoffeln und Rüben, und darin die Phosphorſäure über den Kalk weitaus vorherrſcht, ſo wird auch oft eine Extrazufuhr des letzteren Mineralſtoffes zunächſt in Betracht kommen und ohne weſſentliche Koſten in der Form von geſchlämmter Kreide oder bei Kälbern auch nur von weichen Kalk⸗ Leckſteinen bewirkt werden können. Auch muß die Ernährung der Milchkühe unter Beachtung der im Geſamtfutter enthaltenen Menge des Kalkes und der Phosphorſäure geſchehen. Wir werden hierauf in einem anderen Abſchnitt dieſer Ausarbeitung zurückkommen, wenn nämlich von der rationellen Fütterung der landwirtſchaftlichen Nutz⸗ tiere die Rede ſein wird.
Unter den in der Praxis vorhandenen Verhältniſſen wird bei Pflanzenfreſſern gewiß niemals eine Störung in den Lebensfunktionen der Tiere ſtattfinden wegen ungenügender Zufuhr von Kali. Die zur Ausbildung und Erhaltung des Tierkörpers unentbehrliche Menge dieſes Stoffes iſt überreichlich in faſt jedem vegetabiliſchen Futter⸗ mittel, und namentlich in jedem Geſamtfutter vorhanden, welches man den landwirtſchaftlichen Tieren vorlegt. Anders verhält es ſich mit dem Natron, insbeſondere dem Chlornatrium.
Bei vegetabiliſcher Nahrung iſt das Bedürfnis nach Salz im allgemeinen ein weit größeres als bei animaliſcher Nahrung. Die Fleiſchfreſſer verzehren in ihrem Futter, namentlich in der Form von lebenden Tieren, ziemlich gleiche Mengen von Natron, beziehungs⸗ weiſe Chlornatrium, und von Kali; ebenſo iſt in der Milchnahrung das Verhältnis beider Alkalien noch ein günſtiges, in der Kuhmilch z. B. durchſchnittlich etwa wie 1:3 bis 4. Dagegen ſind die Tiere beſonders bei der Stallfütterung gezwungen, oft große Maſſen von kalkreichen und natronarmen, ſowie faſt chlorfreien Futtermitteln auf⸗ zunehmen; derartige Futtermittel ſind die Kartoffeln, die Körner und Körnerabfälle von Cerealien und Leguminoſen, und ſelbſt die ge⸗ wöhnlichen Rauhfutterarten enthalten unter häufig vorkommenden Boden⸗ und Kulturverhältniſſen neben einem großen Reichtum an Kali nur ſehr geringe Mengen Natron. Das letztere aber und das Chlor werden, wie durch direkte Verſuche nachgewieſen worden iſt, bei beſonders reichlicher Aufnahme von Kaliverbindungen raſcher und in erhöhtem Grade mit dem Harn ausgeſchieden; dadurch verarmt das Blut an Chlornatrium und das Bedürfnis ſolches wiederum zu


