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Rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere auf Grundlage der neueren tierphysiologischen Forschungen / von Emil Wolff
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12 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.

weniger feſten Verbindungen mit der organiſchen Subſtanz ſich be⸗ finden; dies ſind die eigentlichen Körperſalze, ſie bilden den weitaus größeren Teil der überhaupt vorhandenen Mineralſtoffe und zeigen unter ſich, ſowie gegenüber der organiſchen Subſtanz nach er⸗ folgter Ausbildung und im geſunden Zuſtand des Organismus im allgemeinen ſehr konſtante Mengenverhältniſſe. Außerdem iſt bei reichlicher Ernährung ein anderer weit geringerer Teil von Salzen einfach in den Säften gelöſt, ohne feſtere Verbindungen einzugehen; dieſe Salze können den Säften wohl innerhalb enger Grenzen eine größere Konzentration verleihen, aber niemals in irgendwie beträcht⸗ licher Menge ſich anſammeln. Sie werden raſch mit dem Harn aus dem Körper wieder entfernt und zu ihnen geſellen ſich diejenigen Salze, welche bei dem normalen Zerfall und der Oxydation der verbrennlichen Stoffe frei werden oder in Verbindung treten mit den Endprodukten des Stoffwechſels. Die zuletzt erwähnten Salze werden nicht augenblicklich in ihrer ganzen Menge bei dem Durch⸗ gange des Blutes durch die Nieren ausgeſchieden, ſondern ſie bleiben zum Teil in den kreiſenden Säften noch aufgelöſt und können ſich abermals mit organiſchen Subſtanzen, namentlich mit Eiweißſtoffen verbinden, wenn dieſe bei ſalzarmer, aber ſonſt genügender Nahrung aus dem Verdauungskanal in den Kreislauf der tieriſchen Säfte übergehen. Hiermit in Ühereinſtimmung zeigte ſich auch bei den obenerwähnten, von Forſter ausgeführten Verſuchen, daß die Aus⸗ ſcheidung der Salze gerade bei der reichlichſten Zufuhr von ver⸗ brennlichen, aber möglichſt ſalzarmen Stoffen am geringſten war, geringer ſelbſt als im völligen Hungerzuſtande der Tiere. Dies be⸗ weiſt, daß der ausgewachſene Tierkörper bezüglich der kon⸗ ſtituierenden Salze eine große Sparſamkeit beobachten und mit einem Minimum ſich behelfen kann; gleichwohl darf die Salzzufuhr nicht unter eine gewiſſe Grenze ſinken, denn die Ausſcheidung kann wohl vermindert, aber niemals ganz aufgehoben werden.

In der Praxis bei der Fütterung von volljährigen Tieren, wenn dieſe in einem mittleren Ernährungszuſtand verbleiben ſollen oder der Mäſtung unterworfen werden, iſt ſelten zu befürchten, daß ein Mangel an Nährſalzen eintritt, es werden dieſelben vielmehr ganz gewöhnlich in großem Überſchuß vorhanden ſein. Nur das Kochſalz macht hiervon in gewiſſer Hinſicht eine Ausnahme, wie unten näher erörtert werden ſoll. Junge, im raſchen Wachstum begriffene Tiere bedürfen natürlich relattv und abſolut weit mehr an Phosphor⸗ ſäure und Kalk, als erwachſene, und es läßt ſich das zur nor⸗ malen Ausbildung erforderliche Minimum dieſer Stoffe pro Tag und Kopf aus der Zuſammenſetzung des völlig ausgebildeten Tier⸗

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