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Die Beſtandteile des Tierkörpers. 11
halt des Blutes an Hämoglobin ſich dem äußerſten Minimum, welches zum Leben noch notwendig iſt, genähert hatte, d. h. von urſprünglich 14 bis auf 8 und 7% geſunken war.
Auch die Menge der Alkalien im Tierkörper, ſowie von Chlor (hauptſächlich als Chlornatrium vorkommend) iſt keine große, aber dieſe Stoffe ſind gleichwohl notwendige Beſtandteile. Sie werden auch fortwährend mit den Endprodukten des Stoffwechſels aus dem Körper ausgeſchieden und nur unter dem Einfluß einer neuen und entſprechenden Zufuhr kann der Ernährungsprozeß nach allen Richtungen hin ſeinen normalen Verlauf haben.
Es iſt ſehr bemerkenswert, daß das Kali in allen vorzugs⸗ weiſe lebensthätigen Zellengebilden beträchtlich über das Natron vorherrſcht, ſo namentlich in der Muskelnervenſubſtanz, auch in den Blutkörperchen gegenüber dem Blutſerum; es ſcheint daher das Kali bei Bildung der Zellen in den betreffenden Geweben und bezüglich der Funktionen derſelben eine wichtige Rolle zu ſpielen. Dagegen findet man in den Knorpeln von Alkalien faſt nur Natron, ebenſo in den Knochen; jedoch iſt der Gehalt der letzteren, nach deren voll⸗ kommenen Ausbildung ein äußerſt geringer. Außerdem iſt das Natron, hauptſächlich in der Form von Chlornatrium ein charakteriſtiſcher Beſtandteil des Blutſerums und des Chylus, ſowie aller Verdauungs⸗ ſäfte und ſchleimigen Subſtanzen im Tierkörper. Die angedeutete Verteilung der beiden Alkalien im tieriſchen Organismus, deren Menge in den einzelnen Geweben und Säften iſt eine ſehr konſtante, obgleich die abſolute Menge nur gering iſt und auf 100 kg Lebend⸗ gewicht kaum mehr als im ganzen etwa 300 g beträgt. Aber bei der fortdauernden Ausſcheidung der Alkalien mit der Harnflüſſigkeit würde der Ernährungsprozeß ſehr bald weſentliche Störungen er⸗ leiden, wenn nicht eine entſprechende Zufuhr ſtattfände. Dies wird auch bewieſen durch die Reſultate von Verſuchen, welche auf der landwirtſchaftlichen Akademie zu Poppelsdorf und namentlich in den tierphyſiologiſchen Inſtituten der Univerſität Bonn und München, an letzterem Ort von J. Forſter ausgeführt worden ſind. Dieſe Verſuche ergaben, daß die Tiere bei einem ſehr ſalzarmen Futter raſch erkranken oder ganz zugrunde gehen und daß der Mangel an Kali ebenſo nachteilig wirkt, wie der Mangel an Natron oder an Kalk und Phosphorſäure. Dies iſt nicht allein bei jungen, noch im raſchen Wachstum begriffenen Tieren zu beobachten, ſondern auch im völlig ausgebildeten Zuſtand derſelben.
Die im Körper vorhandenen Salze ſind zweierlei Art, in erſter Linie nämlich ſolche, welche als notwendige Beſtandteile zur Kon⸗ ſtitution der Gewebe oder Säfte gehören und daher in mehr oder


