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Rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere auf Grundlage der neueren tierphysiologischen Forschungen / von Emil Wolff
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10 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.

der Fettgehalt manchmal bis über 40%, und dann iſt oft die Menge des phosphorſauren Kalkes bedeutend vermindert, die des kohlenſauren Kalkes entſprechend vermehrt.

Der Kalk iſt in den Knochen über die Phosphorſäure vor⸗ herrſchend, während dieſe Differenz für den ganzen Tierkörper ziemlich ſich ausgleicht, weil die weicheren Gewebe und auch alle tieriſchen Säfte verhältnismäßig reicher an Phosphorſäure ſind als an Kalk, wenn auch die abſolute Menge der Phosphorſäure darin keine große iſt. So enthält z. B. das friſche fettfreie Fleiſch, bei etwa 25% Geſamt⸗Trockenſubſtanz, 0,6 0,8% Phosphorſäure; in der Nerven⸗ ſubſtanz findet man ähnliche Mengen von Phosphorſäure, in dem Blut dagegen, ſowie im Chylus und in den Verdauungsſäften be⸗ deutend weniger, nur 0,1 bis 0,2%. Im Fleiſch, Blut und Chylus iſt der Kalkgehalt ein verſchwindend kleiner, beträgt kaum 0,01 bis 0,02%, nur in den Verdauungsſäften ſteigt er bis auf 0,1 und 0,2%.

Die Magneſia ſcheint für den Aufbau und die Erhaltung des Organismus der Sänugetiere eine ziemlich unweſentliche Subſtanz zu ſein, wenigſtens tritt dieſelbe gegenüber dem Kalk ſehr zurück, ihre Geſamtmenge erhebt ſich kaum bis zum 30 ſten und 40 ſten Teil von derjenigen des Kalkes. Freilich darf man aus der geringen Menge eines im Tierkörper vorkommenden Mineralſtoffes nicht ſchließen, daß derſelbe für die normale Geſtaltung und Erhaltung der Lebensfunktionen bedeutungslos ſei. Man ſieht dies an dem Eiſen, welches als Eiſenoxyd berechnet, von dem Lebendgewicht z. B. der landwirtſchaftlichen Tiere nur 0,013 0,042%(durchſchnittlich bei mageren Tieren 0,035, bei fetten 0,023%) beträgt und gleichwohl einen ſehr weſentlichen Beſtandteil des Blutes(der roten Blut⸗ kügelchen, des ſog. Hämoglobins) ausmacht, bei der Blutbildung eine wichtige Rolle ſpielt und geradezu bedingend iſt für die Er⸗ haltung eines geſunden Zuſtandes im ganzen Organismus. Aus Verſuchen in München von Hößlin mit jungen Hunden von 10 bis 20 kg Lebendgewicht ergab ſich, daß eine Zufuhr im Futter von nur 4 6 mg Eiſen pro Tag zwar genügte, um das weitere Wachs⸗ tum des Körpers(Muskeln, Leber ꝛc.) zu ermöglichen, daß aber dabei eine Zunahme der Menge des Hämoglobins im Blut gar nicht oder doch nicht in einem dem Wachstum des Geſamtkörpers entſprechenden Grade ſtattfand. Als Allgemeinerſcheinungen traten dabei ſtarke Bläſſe der ſichtbaren Schleimhäute, ferner raſche Ermüdung der Tiere und Beſchleunigung der Pulsſchläge auf. Ferner ergab ſich, daß bei der allmählichen Abnahme des Hämoglobingehaltes die relative Menge des Blutes anfangs nur wenig ſich verminderte, dann aber in ſtärkerem Grade zu ſinken begann, wenn der prozentige Ge⸗

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