8 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.
Die leimgebenden Subſtanzen nehmen an dem Aufbau des tieriſchen Organismus dem Gewichte nach kaum einen geringeren Anteil als die Eiweißſtoffe. Es beſteht daraus die ſtickſtoffhaltige organiſche Subſtanz der Knochen und Knorpel, ſowie zum größten Teil die Maſſe der Sehnen, Bänder, Kapſeln, aller Bindegewebe und der tieriſchen Haut. Durch anhaltendes Kochen mit Waſſer werden die leimgebenden Subſtanzen vollſtändig gelöſt und in tieriſchen Leim verwandelt; ihre Elementarzuſammenſetzung iſt der⸗ jenigen der Eiweißſtoffe ſehr ähnlich, nur enthalten ſie im allgemeinen etwas weniger an Kohlenſtoff(50— 51%), und die Knorpelſubſtanz auch an Stickſtoff(etwa 15%), während die leimgebende Subſtanz der Knochen, Sehnen und Haut im Gegenteil reicher an Stickſtoff iſt(ca. 18%). Auch fehlt der organiſch gebundene Schwefel ent⸗ weder ganz, oder die Menge derſelben iſt geringer als in den Eiweißſtoffen.
Was die Horngebilde betrifft, ſo finden ſich dieſelben haupt⸗ ſächlich an der äußeren Körperfläche, in dünner Schicht als Oberhaut (Epidermis) oder in eigentümlich geformten Geweben, als Haare, Wolle, Hörner, Nägel, Hufe, Klauen, Federn ꝛc. Alle dieſe Gebilde enthalten in der aſchefreien Trockenſubſtanz übereinſtimmend 50 bis 51% Kohlenſtoff, gegen 7% Waſſerſtoff, 16 bis 17% Stickſtoff, 20— 22% Sauerſtoff und 3— 5% organiſch gebundenen Schwefel. Im weſentlichen iſt alſo nur der Schwefelgehalt größer, das Ver⸗ hältnis der übrigen Beſtandteile aber faſt dasſelbe, wie in den Eiweißſtoffen und den leimgebenden Subſtanzen.
Man ſieht, daß alle im Tierkörper vorherrſchend auftretenden organiſchen ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen eine ſehr ähnliche und durch⸗ ſchnittlich faſt dieſelbe Elementarzuſammenſetzung haben, wie das reine Eiweiß, aus welchem ſie ſämtlich direkt oder indirekt im Prozeß der Ernährung und des Wachstums entſtanden ſind. Dieſe UÜber⸗ einſtimmung ergab ſich auch aus einigen Unterſuchungen, welche in England von Lawes und Gilbert mit ganzen Tieren, mit Ochſen, Schafen und Schweinen im mageren und fetten Zuſtande und zwar in der Weiſe ausgeführt wurden, daß man die Geſamtmenge von Waſſer, fixen Mineralſtoffen, Fett und ſonſtiger organiſcher Sub⸗ ſtanz, ſowie in der letzteren den Stickſtoffgehalt direkt ermittelte. Die ſonſtige organiſche Subſtanz umfaßte alſo alles, was in den Tieren außer dem Fett an organiſchen Stoffen enthalten war und ſtimmte der Menge nach faſt vollkommen überein mit dem Eiweiß⸗ quantum, welches durch Rechnung, nämlich durch Multiplikation des direkt gefundenen Stickſtoffes mit der Zahl 6,25(ſ. o.) ſich ergab. Die Differenz betrug 0 bis höchſtens 0,6% vom Lebendgewicht des
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