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Rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere auf Grundlage der neueren tierphysiologischen Forschungen / von Emil Wolff
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Die Beſtandteile des Tierkörpers. 7

zwei Gruppen von Eiweißſtoffen in Betracht: die Albumine und die Globuline. Das Albumin, wie hier kurz geſagt ſein mag, iſt in Waſſer löslich und in allen tieriſchen Flüſſigkeiten vorherrſchend, beſonders im Chylus oder Milchſaft, in dem farbloſen Blutſerum, ſowie in dem flüſſigen, durch den Blutfarbſtoff rot gefärbten Inhalt der Blutkügelchen, ferner in dem Safte des Fleiſches und der Nerven⸗ ſubſtanz. Bekanntlich hat das Albumin die Eigenſchaft, daß es ge⸗ rinnt und als eine flockige Maſſe ſich ausſcheidet, wenn man die wäſſerige Löſung desſelben oder die Flüſſigkeiten, welche es enthalten, bis auf 70 oder 80° C. erhitzt; nach dem Gerinnen iſt das Eiweiß in reinem Waſſer nicht mehr auflöslich.

Die Globuline ſind nicht in reinem Waſſer, jedoch in einigen Neutralſalzlöſungen reſp. verdünnten Alkalien oder Säuren löslich. Sie herrſchen in den Geweben vor, ſind aber auch in erheblicher Menge in den tieriſchen Flüſſigkeiten enthalten. So ſcheidet ſich aus dem Blut ein Globulin, das Fibrinogen, beim Gerinnen in einer unlöslichen faſerigen Maſſe als Fibrin, ab. Der Haupt⸗ beſtandteil der Muskelfaſern wird durch ein Globulin, das ſog. Myoſin gebildet u. a.

Obgleich nicht zu den eigentlichen Körpereiweißen gehörig, ſei hier noch das Kaſein erwähnt. Es iſt nur in dem Sekret der Milch nachgewieſen und gehört zu den komplizierteren Eiweißen, den ſog. Nucleoproteiden, welche u. a. ſich durch einen Gehalt von Phos⸗ phor charakteriſieren.

Alle Eiweißſtoffe enthalten als weſentliche Beſtandteile Kohlen⸗ ſtoff, Waſſerſtoff, Stickſtoff, Sauerſtoff, außerdem gleichfalls in orga⸗ niſcher Verbindung mit den anderen Elementen etwas Schwefel, und zwar ſind dieſe Beſtandteile in ſo konſtanten Mengenverhältniſſen zugegen, daß man die verſchiedenen Eiweißſtoffe kaum nach ihrer prozentigen Zuſammenſetzung von einander unterſcheiden kann; viel⸗ mehr kommen bei einem und demſelben Eiweißkörper, wenn derſelbe aus verſchiedenen Organen oder Organismen abgeſchieden worden iſt, oft ebenſo große Schwankungen in der Zuſammenſetzung vor, als wenn man Eiweißſtoffe von jeder der drei oben erwähnten Haupt⸗ arten in Unterſuchung nimmt. Der Kohlenſtoffgehalt beträgt 52 bis 54%, der Waſſerſtoffgehalt etwa 7%, der Stickſtoffgehalt 15 bis 17%, der Sauerſtoffgehalt 21 bis 24 und der Schwefelgehalt 1 bis 1,5%. Gewöhnlich nimmt man als mittleren Stickſtoffgehalt 16% an und berechnet daraus, wenn dieſer Beſtandteil durch direkte Analyſe in einer eiweißhaltigen Subſtanz beſtimmt worden iſt, die Geſamtmenge des Eiweißes durch Multiplikation mit der Zahl 6,25 (6,25% 16= 100).