6 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.
und ganz ähnliche Eigenſchaften hat. Die Menge aber des Fettes, welche im Tierkörper, aus dem im Futter enthaltenen oder nach der Neubildung aus anderweitigen Beſtandteilen des Futters, ſich ablagert, iſt oftmals eine überaus große. Im Körper der gemäſteten Wieder⸗ käuer und Schweine kann die Fettmenge 25 bis über 40% von dem Lebendgewicht dieſer Tiere betragen, d. h. doppelt und dreimal ſo viel, als im ganzen an waſſerfreier, ſtickſtoffhaltiger Subſtanz gleichzeitig vorhanden iſt. In dem Körper der mageren Tiere ſinkt freilich der Fettgehalt bedeutend und iſt die Geſamtmenge der ſtick⸗ ſtoffhaltigen Subſtanz vorherrſchend.
Alles, was außer dem Fett an ſtickſtofffreien organiſchen
Stoffen im Tierkörper vorkommt und als normaler Beſtandteil des⸗ ſelben angeſehen werden muß, iſt der Menge nach höchſt unbedeutend, wenn auch für die Funktionen der betreffenden Organe und Flüſſig⸗ keiten oft von Wichtigkeit. So iſt in faſt allen weichen Geweben ein Kohlehydrat, das Glycogen, enthalten. In der Leber kann
es 3 bis 4%, in den Muskeln bis 1% vorkommen. Es ſpielt bei der Arbeitsleiſtung der Muskeln eine wichtige Rolle. Auch Zucker findet man im Blut, aber höchſtens bis zu einem Gehalt von 0,1%, nur in dem Blut der Lebervenen iſt die Menge eine etwas größere. Ferner kommen in der Galle verſchiedene ſtickſtoff⸗ freie organiſche Verbindungen vor, ſowie auch unter den ſog. Extrakt⸗ ſtoffen der tieriſchen Säfte und Gewebe allerlei ſtickſtofffreie Sub⸗ ſtanzen vorhanden ſind. Aber alle dieſe Stoffe ſind dem Gewichte nach unbedeutend und verſchwinden faſt vollſtändig gegenüber den großen Mengen von Fett und ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen im ge⸗ ſamten Tierorganismus.
Von ſtickſtoffhaltigen Beſtandteilen des Tierkörpers kommen
hauptſächlich dreierlei Gruppen in Betracht, nämlich die Eiweißſtoffe, die leimgebenden Subſtanzen und die Horngebilde. Die weitaus wichtigſten ſind die Eiweißſtoffe, denn an dieſe und die aus ihnen
beſtehenden Organe ſind vorzugsweiſe alle Außerungen des tieriſchen Lebens gebunden, ſie liefern auch das Material, aus welchem die beiden anderen Stoffgruppen hervorgehen, während die letzteren, ein⸗ mal gebildet, nicht wieder in Eiweißſubſtanz umgewandelt werden und deren Funktionen im tieriſchen Ernährungsprozeß nicht zu über⸗ nehmen vermögen.
Die Eiweißſtoffe finden ſich in allerlei Modifikationen, je nach den verſchiedenen Organen und Flüſſigkeiten, deren Haupt⸗ beſtandteile ſie bilden, und alle dieſe Modifikationen erleiden vielfach unter dem Einfluß des Lebensprozeſſes eine gegenſeitige Umwandlung. Hauptſächlich kommen für die Zuſammenſetzung des Tierkörpers
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