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Rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere auf Grundlage der neueren tierphysiologischen Forschungen / von Emil Wolff
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Die Beſtandteile des Tierkörpers. 5

ſtickſtoffhaltige Subſtanzen. Unter den ſtickſtofffreien Stoffen iſt das Fett weitaus vorherrſchend; es findet ſich in geringer Menge im Blut, meiſtens nur 0,1 bis 0.3% desſelben betragend, in größerer Menge in der Nervenſubſtanz und im Knochengewebe, vorzugsweiſe aber in beſonderen Zellen oder Geweben(Bindegeweben, Fettgeweben) im Fleiſch zwiſchen den zu Bündeln vereinigten Muskelfaſern. Die dünne Membran, woraus die Zellwandungen der Fettgewebe gebildet ſind, iſt eine ſtickſtoffhaltige Subſtanz und beträgt nur 0,8% vom Gewichte des ganzen Gewebes, wenn dieſes mit Fett ganz angefüllt iſt, bei geringerem Fettgehalt jedoch bis zu 4% und darüber. Die Menge des Waſſers im friſchen Fettgewebe ſteht in einem beſtimmten Verhältnis zu dem Gehalt an Membranſubſtanz, etwa wie 56 zu 1, ſo daß die Waſſermenge von 4 bis zu über 24% ſchwankt, je nachdem die Zellen des Gewebes mehr oder weniger mit Fett beladen ſind. Die meiſten Fettzellen enthalten in dem lebenden Tier⸗ körper, alſo bei der Temperatur der Körperwärme, flüſſiges, völlig durchſichtiges Fett, jedoch iſt die Konſiſtenz des letzteren in den ver⸗ ſchiedenen Organen eine ungleiche; es erſtarrt mehr oder weniger leicht zu einer butterartigen und feſten Maſſe, je nachdem die öligen oder feſten Fettkörper vorherrſchen. Auch iſt das Ausſehen, ſowie der Geruch und Geſchmack der den verſchiedenen Tierarten oder ver⸗ ſchiedenen Teilen des Tierkörpers entnommenen Fettmaſſen wechſelnd, wegen Beimiſchung kleiner Mengen von Farbſtoffen und allerlei flüchtigen Körpern; aber dies hat auf die Elementarzuſammenſetzung der Fette, welche eine ſehr konſtante iſt, faſt gar keinen Einfluß. Auf der Verſuchsſtation Wende z. B. fanden E. Schulze und Reinecke bei der Unterſuchung von 28 Sorten Hammel⸗, Ochſen⸗ und Schweine⸗ fett, wozu man die einzelnen Proben ganz verſchiedenen Teilen des Tierkörpers und meiſt auch verſchiedenen Individuen entnommen hatte, im Kohlenſtoffgehalt nur Schwankungen von 76,27 bis 76,85%, im Waſſerſtoffgehalt von 11,76 bis 12,16 und im Sauerſtoffgehalt von 11,00 bis 11,94%; im Durchſchnitt aller Analyſen enthielt das Fett 76,5 Kohlenſtoff, 12,0 Waſſerſtoff und 11,5% Sauerſtoff,

und faſt ganz dieſelbe Zuſammenſetzung ergab ſich für die Fett⸗

ſubſtanzen von Pferden, Hunden, Katzen und Menſchen. Hiernach kann man das Geſamtfett des Tierkörpers, ungeachtet der mannigfachen Modifikationen, welche es bei dem Übergange von

einem Organ in das andere erleidet, als ein ziemlich gleichartiges Ganzes zuſammenfaſſen, und es iſt ſehr bemerkenswert, daß auch das im Pflanzenreiche gebildete und alſo mit dem Futter von den

Tieren aufgenommene Fett faſt dieſelbe Elementarzuſammenſetzung