4 Die Geſetze der tieriſchen Ernährung.
Anſpruch, bei älteren und ſehr fetten Tieren nur 4 bis 6%; die Verdauungsſäfte aber und ſonſtigen Sekrete und flüſſigen Aus⸗ ſcheidungen, obgleich ſie in einem Zeitraum von 24 Stunden in beträchtlicher Menge produziert werden, können gleichwohl kaum als Beſtandteile des Tierkörpers in Betracht kommen, da ſie in jedem Augenblick neu entſtehen, aus dem Blut direkt oder indirekt ſich abſcheiden, teilweiſe in die Blutbahn zurückkehren oder nach außen hin in der Form von allerlei Zerſetzungsprodukten aus dem Körper austreten, während das Blut ſelbſt, trotz fortwährender Aufnahme und Abgabe in ſeiner Menge und chemiſchen Beſchaffenheit ſehr konſtant bleibt. Die friſchen Knochen betragen, je nach Art, Alter und Er⸗ nährungszuſtand des Tieres, 6 bis 12% vom Gewicht desſelben, die Muskeln und Sehnen 30 bis 48% und das Fett, ſoweit ſolches von Nieren, Netz, Darm und aus dem Fleiſch abgelöſt werden kann, von etwa 5 bis zu 40%. Hierbei iſt zu bemerken, daß die friſchen Knochen noch 20 bis gegen 50, die Muskeln aber 60 bis über 75% Waſſer enthalten. Wenn man aus den Reſultaten der bei verſchiedenen landwirtſchaftlichen Tieren vorliegenden Unterſuchungen das Mittel nimmt, ſo erhält man für die Knochen 8,9%, für Fleiſch und Sehnen 40,1 und für das mechaniſch ablösbare Fett 23,9% des Lebendgewichtes; der Reſt= 27,1 umfaßt das beim Schlachten auslaufende Blut, Haut und Haare, die ſämtlichen Eingeweide nebſt dem Inhalt von Magen und Darm. Über die prozentigen Gewichts⸗ verhältniſſe der einzelnen Teile von Rindvieh, Schaf und Schwein giebt eine im Anhang mitgeteilte Tabelle Auskunft. Ich will nur noch erwähnen, daß die Menge und das Gewicht des Magen⸗ und Darminhalts ſehr verſchieden iſt, je nachdem die Tiere bis zur völligen Sättigung ein mehr oder weniger verdauliches Futter ver⸗ zehren, alſo namentlich die Wiederkäuer im Beharrungs⸗ oder Maſt⸗ zuſtande ſich befinden. In einigen Verſuchen, welche in Hohenheim mit Hammeln von gleicher Raſſe und gleichem Alter ausgeführt wurden, betrug der Inhalt von Magen und Darm bei Fütterung vorherrſchend mit Stroh durchſchnittlich 22,3%, bei Verabreichung von Wieſenheu nebſt kleinen Mengen von Bohnenſchrot 15,7 und bei wirklicher Maſtfütterung nur 9,4% des Lebendgewichtes der Tiere. Maſtſchweine ergeben beim Schlachten eine noch niedrigere „Verhältniszahl, nämlich 4 bis 6%. Das Geſamtgewicht aller
einzelnen Teile nach Abzug des Inhalts von Magen, Darm und
Harnblaſe bezeichnet man als das„Reingewicht“ des Tieres. Die Trockenſubſtanz des Tierkörpers beſteht aus organiſchen und anorganiſchen Stoffen, und die erſteren ſind teils ſtickſtofffreie, teils
—


