Druckschrift 
Anleitung zur praktisch-ökonomischen Fabrikation des Zuckers und eines brauchbaren Syrups aus den Runkelrüben, so wie zur anderweitigen Benutzung derselben : auf Befehl des Departements für Gewerbe und den Handel im Hohen Ministerio des Innern ausgearbeitet / von Sigismund Friedrich Hermbstädt
Entstehung
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Pflanzeneiweißes, oder des ſogenannten Eiweißſtoffes, eine dem Weißen der Hünereier ſchr analogen Subſtanz,* Um den Saft davon zu ſcheiden, iſt es hinreichend; ihn nach und nach bis zum. gelinden Sieden zu erhißen, wobey die Ei- weißartige Subſtanz gerinnt, ſich in Form eines weißgrauen' Schaumes auf die Oberfläche wirft, und nun mittelſt einer Schaumkelle, von, dem darun- " ter befindlichen ſich geklärten Safte, abgenommen werden kann,

5. 66.

Jene Ausſcheidung des Pflanzeneiweißes, iſt eine ver wichtigſien Operationen für die Zuckerfabri- kation, ſo einfach ſie auch iſt, Um ſie mit gläd- lichem Erfolg zu veranſtalten, bringt man den Runkelrübenſaft, in abgemeſſener Quantität, auf den Klärkeſſel(9. 52.) erhist denſelben nach und nach bis zum Sieden, und nimmt den geronnenen Eiweißſtoff in eben dem Maaße mit der Schaum- kelle ab, als er ſich.bildet, wobey man das gelinde Sieden des Saftes ſo lange fortſetzt, bis zuletzt kein Ciweißſtoff mehr aus demſelben heraus gewor- fen wird, und der Saft eine. mehr geklärte Be- ſchaffenheit angenommen hat. Jenes Pflanzen-. eiweiß ſcheidet ſich nicht nun hiebey ſelbſt aus, ſoh- dern es reißet zugleich eine Quantität andere fremd- artige Unreinigkeiten mit ſich fort, die dem Safte beygemengt waren, und eben dieſe ſind es auch, - die dem geronnenen Weſen die graue ſc<hmußige Farbe ertheilen.