Teil eines Werkes 
1 (1808) welcher die beyden ersten Theile des Originals enthält
Entstehung
Seite
356
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Bloßes Stilleſtehn und Eintauchen des Gefäßes, welches den Saft enthält, in laulichtes Waſſer und ſodann in kaltes, reicht bey gewiſſen aromaiiſchen Säften hin, ſie abzuklären,

- Noch gibt es Pflanzen, deren Säfte man reinigen kann, wenn man die Flaſche, die ſie enthält, in ſiedendes Waſſer taucht. Der Kreſſenſaft gehdrt zu dieſen: man ſieht ſodann Flocken, die ſich losmachen und auf die Oberfläche kommen; bey dem bloßen Erkalten aber, ſich niederſchlagen; der obenauf ſchwimmende Saft wird klärer, und wenn man ihn noch abklärt oder filtrirt, ſo gewinnt er einen hohen Grad von Lauterkeit.

Dieſe Eigenſchaft einiger Säfte, zum Theil durch die Wärme feſt zu werden, rührt von einer Portion Eyweißſtoff her, wel- <her, nach Herrn Sourcroys Bemerkung darin vorhanden iſt,

Wenn es darauf ankommt, die Pflanzen zum häuslichen Gebrauche anzuwenden, ſo bedient man ſich, nach der Verſchie» denheit ihrer Natur, der Infuſion oder Decoction.

Man infundirt, wenn man die Abſicht hat, den aromati2 ſchen Stoff beyzubehalten und das Waſſer nicht mit dem Ex- tractivſtoff der Pflanze anzufüllen. Der Thee, der Caffee alſo werden mittelſt Infuſion, dagegen faſt alle Küchengewächſe durch Decoction bereitet.

Es iſt nicht lange her, daß man in Frankreich ein Mittel be- kannt gemacht hat, die Pflanzen in einem Apparate der der Ame? rxicaniſche Topf genannt wird, durc) Dämpfe zu kochen, Die- ſer Apparat beſteht aus, einem Kolben in den ein Waſſerbad einz gefugt wird, welches auf der ganzen Oberfläche mit kleinen Löchern durchbohrt iſt, und iſolirt in dem Kolben, ſo daß es ihn

nur durch den obern Rand berührt. Die Oeffnung desſelben

kann mit einem recht genau ſchließenden DeFel verſchloſſen werden,

Man thut ſodann die Pflanzen in das Waſſerbad, und bringt die Lage von Waſſer, die man in den Keſſel gethan, zum Aufwallen.

Dieß Verfahren hat unſtreitig den Vorzug, daß dadurch der Pflanze ihr Saft und ihr ganzer Geſchma> erhalten, eben ſo ihre Farbe nicht verändert, und daß dadurch ein Mittel au» gegeben wird, jedwedes und ſelbſt Salzwaſſer zum Kochen der Speiſen gebrauchen zu können, Aber es erfordert mehr Zeit und läßt einigen Pflanzen ihren bittern GeſchmaF, ohne ihn zu

verbeſſern,

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