Teil eines Werkes 
1 (1808) welcher die beyden ersten Theile des Originals enthält
Entstehung
Seite
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wenn man einem Lichtſtrahl die Schärfe eines Meſſers entgegen hält, ſo wendet der Strahl ſich von der geraden Richtung ab, und neigt ſich gegen den Körper,

Man hat den Einfluß des Lichtes auf die Kdrper von je her anerkannt. Man weiß, daß eine Pflanze in der Dunkelheit ver- kümmert; daß alle an einem finſtern Orte befindliche Pflanzen das Licht ſuchen, und ſich nach derjenigen Seite hinneigen, wo ſolches einfällt; daß derjenige Theil der Früchte, welcher am meiſten gefärbt erſcheint, der iſt, welcher am meiſten vom Lichte afficirt wurde: ja, mit einem Worte, daß Geruch, Geſchmas, Verbrennlichkeit, Reifheit, ſo wie die flüchtigen Oele, Produkte des auf eine eigne Art modificirten Lichtes ausmachen;ohne Licht(ſagt Lavoiſier in ſeinem Traite elementaire de Chimie, pag. 2023 und in meiner deutſchen Ueberſeßung 1. Theil, S,..) würde die Natur unbelebt, todt, und unbeſeelt ſeyn z aber eine wohlthätige Gottheit ſchuf das Licht, und verbreitete dadurch auf der Erdoberfläche Organismus, Empfindung und Denkkraft."

Unterſucht man das Licht weniger allgemein, betrachtet man bloß ſeinen Einfluß auf die chemiſchen Wirkungen: ſo erkennet man, doß viele Verbindungen von ihm abhängig ſind, daß ſol- <es Zerlegungen veranlaſſet, und daß dasſelbe in ſehr vielen Fällen bald evtfernet, bald eingeſaugt wird, je nachdem ſeine Affinitäten dieſes zulaſſen,

Werden die Volumina eines oder des andern Körpers ver- ändert, ſo nimmt derſelbe bald Wärmeſtoff auf, bald läßt er ſolchen von ſich, Werden dergleichen Verändrungen mit Schnel ligkeit veranlaſſet, ſo ſind ſie mit den Phänomenen des Lichtes und der Wärme begleitet: Eiſen wird durch eine heftige Erſchüt- terung warm und leuchtend; oxydirtſalzſaures Kali verpuffet mit dem Schwefel und andern leicht entzündlichen Körpern, durch einen bloßen Schlag darauf, und es entweichet viel Licht; zwey aneinander geriebne Kieſelſteine laſſen Licht von ſich; und das Reiben vieler Kdrper veranlaſſet erſt die Entwicklung der Wärme, und dann des Lichtes,

Man kann daher als Grundſaß feſtſtellen, daß in allen den- jenigen Operationen welche Wärme produciren, durch eine Be- ſchleunigung derſelben Licht hervorgebracht werden kann, Ja, es iſt ſelbſt erweisöbar, daß in allen den Fällen, wo eine Entwic» lung von Wärme ſtatt findet, auch eine Produktion des Lichtes ſtatt finden mußs mit dem einzigen Unterſchiede, daß das Licht nur dann für uns merkbar iſt, wenn ſeine Entwieklung momen- tan geſchiehet; daß wir dasſelbe hingegen bey-einer langſamen Entwi&lung nicht bemerken können, So werden bey einer rapi-

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