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Ansichten von Giessen und seiner Nachbarschaft / nach Originalzeichnungen von F. Heinzerling, in Stahl gestochen von J. J. Tanner, nebst einem beschreibenden Texte von Ph. Dieffenbach
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fassen vermag, ohne von dem Unangenehmen des niedern Erdenlebens berührt zu werden.

Wer gerne steigt, dem empfehlen wir zunächst den Besuch des Vetzberg.*) Auch hier hat sich unter der mittelalterlichen Burg, die ebenfalls auf steiler Basaltkuppe ruht, ein Dörfchen angesiedelt. Aber der Raum für die Burg ist viel beengter, so dass man kaum begreift, wie es möglich war, hier eine solche anzulegen. Das Mauerwerk ist auch schon sehr zerfallen, und wir wünschen nur, dass wenigstens das, was jetzt noch steht, erhalten werden möchte, weil die Gegend sonst einer ihrer ersten Zierden beraubt würde.

Wir dürfen Giessen nicht verlassen, ohne den sieben Hügeln oder, wie der Giesser sie nennt, den sieben Köppeln, einen, wenn auch nur kurzen Besuch abgestattet zu haben. Sie sind auch zu charakteristisch geformt, als dass sie in dem Rahmen von Giessen fehlen dürften. Es ist eigentlich eine ziemlich kahle Bergkuppe, welche sich in mehreren Spitzen verschiedener Grösse endigt. Ihr rechter Name ist Wetten- berg(früher Werdenberg). Der oberste Gipfel, von welchem aus im siebenjährigen Kriege Gleiberg beschossen wurde, trägt die Spuren eines alten Ringwalles und die Reste von Mauerwerk. Dass hier mit der Erbauung einer Burg wenigstens der Anfang gemacht wurde, kann urkundlich erwiesen werden. Sagen, welche hierüber im Munde des Volkes gehen, deuten ebenfalls darauf hin, dass hier einst eine Burg gestanden habe. Sie kann jedoch, wie Vetzberg, nur von sehr engem Raume gewesen seinu.

*) Früher kommt derselbe unter den Namen Vodinberg, Vogedenberg und Voits- berg vor.

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Druck von Gebrüder Katz in Dessau.