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Ansichten von Giessen und seiner Nachbarschaft / nach Originalzeichnungen von F. Heinzerling, in Stahl gestochen von J. J. Tanner, nebst einem beschreibenden Texte von Ph. Dieffenbach
Entstehung
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Universitäts- und Senkenbergische Bibliothek, über welche 2 Bibliothe- kare gesetzt sind. Wenn diese Büchersammlung sich auch mit mancher anderen, wie der zu Göttingen, nicht messen kann, so besitzt sie doch viele vortreffliche Druckwerke, Incunabeln und Manuscripte. 3) Ein anatomisches Theater.*) 4) Ein zootomisches und thierheilkundiges In- stitut. 5) Ein anatomisches Hospital mit einem medicinischen und chirurgischen Clinikum.**) 6) Das oben bereits erwähnte Entbindungs- Institut. 7) Das chemische Laboratorium, dessen ebenfalls früher ge- dacht ist. 8) Das physiologische, 9) das pharmakologische Institut. 10) Der botanische und 11) der forstbotanische Garten. 12) Die Stern- warte und das meteorologische Cabinet. 13) Das physikalische, 14) das mathematische, 15) das technologische, 16) das architektonische, 17) das zoologische, 18) ein doppeltes mineralogisches, 19) ein pathologisches Cabinet. 20) Eine Sammlung geburtshülflicher, sowie 21) chirurgischer Instrumente. 22) Ein Kunst-, Münz- und Antiken-Cabinet, und endlich 23) eine Sammlung von Sanscrit- und Zend-Typen.***)

Dass dergleichen Anstalten nur mit bedeutenden Kosten geschaffen und erhalten werden können, ist Jedem begreiflich, und es wird Nieman- dem auffallen, wenn vor nicht langer Zeit in der ersten Ständekammer die Aeusserung gethan wurde, dass für keine Staatsanstalt und für kein Institut des Landes verhältnissmässig seit 30 Jahren so viel geschehen sei, wie für die Universität. Bekanntlich ist die erste hessische Universität in Folge der Einführung der Reformation entstanden und wurde ihr Fond aus den aufgehobenen Klöstern gebildet. Die Univer- sität Giessen verwaltete auch lange Zeit ihre Einkünfte selbst und es bestanden bis in neuere Zeiten besondere Universitäts-Oekonomien zu Alsfeld, Giessen, Gladenbach und Grünberg, früher auch noch besondere Universitätsförster. Die Einkünfte reichten jedoch in neuerer Zeit nicht mehr zur Dotirung der erweiterten Anstalt hin, und der Staat musste noch Beiträge liefern, obgleich der Mainzer Universitätsfonds theilweise auch in Anspruch genommen wurde. Schon bei dem ersten Landtage betrug diese Summe 28,000 Gulden. Ob nun wohl gegenwärtig die eignen Einkünfte der Universität die Summe von 43,800 Gulden be-

*) Ein Näheres hierüber in der früher in der Note(S. 17) angezeigten Schrift des Herrn Bischoff.

**) Genauere Nachrichten hierüber mit geschichtlichen Nolizen findet man in Nr. 10 der Grossherzogl. Zeilung von 1848.

***) Siehe über alles dieses den halbjährlich erscheinendenPersonalbestand der Grossherzogl. Hess. Ludwigs-Universität Giessen.