lösen konnte. Ganz in Gedanken summte ich eine Melodie. »Was summst du da?« fragte Milton.»Es klingt hübsch.« »Ich weiß es nicht«, antwortete ich.»Ich hörte die Melodie im Traum.«
»Du solltest versuchen, sie niederzuschreiben«, lächelte Milton.» Vielleicht können wir wieder einmal einen Schlager verkaufen!«
»Ich habe geträumt, daß wir über eine herrliche Wiese gingen, auf der rotbraune Pferde grasten. Ich habe ein Pferd gestreichelt, und ich habe noch immer das Gefühl der son- nendurchwärmten Haut des Tieres in meiner Handfläche. Es mag furchtbar albern klingen, aber es war so wirklich— so unglaublich wirklich.« Langsam begann ich mich aller Be- gebenheiten des Traumes zu erinnern.»Wir gingen durch grüne Felder einen Hügel hinauf, an vielen kleinen, weißen Häusern vorbei, die an ihm wie Vogelnester angesetzt schie- nen, alle weiß, mit roten Dächern. Auf dem Gipfel des Hügels stand ein herrliches, weißes Haus. Von allen Seiten kamen Menschen herbei und grüßten uns herzlich. Wir schienen uns alle zu kennen, doch ich erkannte keine Ge- sichter.»Komm, wir wollen hineingehen«, sagte ich zu dir, »es ist so heiß in der Sonne.«
Wir kamen in das Vestibül. Hier umfing uns eine stille Kühle. Ich hörte die leisen Töne einer entfernten Orgel, aber ich kannte die Melodie nicht. Es war, als ob viele Orgeln verschiedene Melodien spielten, doch sie alle klangen har- monisch zusammen. Dann gingen wir zu der großen, schwe- ren Mitteltür, die in den Saal führte.>»Ich habe schon einmal versucht, so eine schwere Tür zu öffnen«, sagte ich zu dir, »aber ich kann mich nicht daran erinnern, wo es war. Es muß sehr, sehr lange her sein.< Und dann gingst du zur Tür und öffnetest sie ganz leicht.»Damals warst du allein, erinnertest du mich.»Sie öffnet sich leicht vor Menschen, die sich lieben.< Du hieltest mich in deinem Arm, und ich war glücklich, mit dir zusammen in dem Saal zu sein.«
Milton unterbrach meine Erzählung.»Ich nehme an, daß du geträumt hast, wir standen in deinem Haus?«
Ich sah ihn an und wollte den Unterschied erklären, der zwischen dem Haus bestand, das ich als Kind erlebt und das
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