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Die Unvergessenen / Ilse Stanley ; ins Deutsche übertragen von Ilse F. Stanley
Entstehung
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als Ralph Edwards über die Bühne schritt und zum Publi- kum herüberkam. Er schritt an uns vorbei und hielt ein paar Reihen hinter uns inne. Das Zeichen»Kamera« zeigte uns, daß 45 Millionen Menschen uns sahen.

»Hallo, ihr alle«, begann Ralph Edwards lächelnd.»Wir wissen doch so wenig von unserem Nächsten. Im Haus neben euch, in der Wohnung im gleichen Stock oder sogar hier neben euch im Theater in Hollywood kann sehr gut ein Mensch sitzen, der sein Leben ganz dem Leben anderer ge- widmet hat und dessen Lebensgeschichte fremder klingt als ein Roman. Schaut um euch! Wer weiß, was hinter einem Gesicht liegt? Wenn man diese interessante Frau ansieht würde man glauben, daß sie tiefes Leid kennt? Daß sie Tra- gödien und sogar brutale Gewalttaten erlebt hat?«

Ich drehte mich von ihm fort, um die Frau zu finden, von der er sprach, und dann hörte ich seine Stimme:»Nun, wir werden es bald erfahren, denn heute abend Ilse Stanley dies ist Ihr Leben! T'his is your life!«

Ich flog von meinem Sitz auf, als ob jemand mich gestoßen hätte.»Oh, nein«, stammelte ich,»ich habe ja gar nichts getan«

»Ihr Leben und Ihre Selbstaufopferung sind ein leuchtendes Beispiel für Millionen, Ilse...«, hörte ich ihn noch sagen, und dann schien alles wie ein herrlicher Traum. Ich fand mich plötzlich auf dem»Ehrenstuhl« auf der Bühne sitzend und hörte Stimmen durch den Lautsprecher; sah Gesichter sich dem meinen nähern; fühlte Arme, die mich herzlich umarmten und alles war unwirklich. Da war plötzlich Catherine, die davon erzählte, wie ich Menschen in ihrer Wohnung ver- steckt hatte; da war Fritz Lang und erzählte von meiner Jugend, meiner Karriere und meiner Arbeit für ihn; andere erzählten von der Operation und von meiner Arbeit für Deutschland und dann hörte ich Ralph Edwards freund- liche Stimme:

»Doch da sind auch glückliche Erinnerungen an deine Kind- heit, an ein kleines Mädchen, Ilse Davidsohn, die in dem Licht und Schutz des schönsten Tempels von Berlin auf- wuchs...»meinem« Haus, wie du es nanntest, an dem dein Vater Geistlicher war...« Bitte, sprich nicht davon, dachte

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