war durchaus dafür, den Drang nach Unabhängigkeit als eine positive Charaktereigenschaft zu pflegen. Wir alle wuß- ten, daß das Geld, das ich geben konnte, besonders bei der liebevollen Pflege meiner Tante, höchstens für Frühstück und ein halbes Abendbrot ausreichte, doch ich war zufrie- den, da ich mein bestmögliches getan hatte. Dieser Drang nach Unabhängigkeit erhielt sich durch mein Leben.
Nach ein paar Monaten einer glücklich verlebten Zeit, er- füllt von Lernen und dem Zusammensein mit Kindheits- freunden, kehrte ich nach Berlin zurück.
Es war meine eigene Schuld, daß ich mich nach meiner Rück- kehr einsam fühlte. Meine Mutter besuchte einen Kurort und hatte mir angeboten, sie zu begleiten. Mein Vater hatte mir ein paar Wochen in einem Kurort meiner eigenen Wahl angeboten, doch ich war ruhelos. Eine Rückkehr nach Berlin im September würde mir wenig Zeit geben, für den Winter zu planen. Meine Nerven waren angespannt, sehnten sich nach Arbeit, Erfüllung, dem Beginn eines eigenen Lebens. Ich wollte im Alter von zwanzig Jahren meine erste Theater- gruppe gründen und hatte nur vier Jahre Zeit, dieses mein erstes Ziel zu erreichen. Während dieser vier Jahre wollte ich eine Menge studieren und mußte ja auch Geld für mein Dramastudium verdienen.
Ich beschloß, Ende Juli nach Berlin zurückzukehren und den Monat August für Vorbereitungen zu benutzen. Wir hatten eine Haushälterin, Röschen, die mich seit meiner Kindheit betreute. Ich schrieb meinen Eltern, daß keinerlei Grund zur Sorge bestand, da Röschen für mich sorgen würde; ich sei ja nun erwachsen und müsse lernen, die Verantwortung für mein Handeln selbst zu übernehmen.
Ich war zum erstenmal während der heißen Sommermonate in Berlin; die liebevolle Fürsorge meiner Eltern hatte mich während der Schulferien stets von der Stadt ferngehalten.
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