»Ich verstehe sehr gut, Herr Oberlehrer«, sagte ich.» Aber ich werde einen Schritt hinter Ihnen gehen, um Ihnen einen Tritt zu geben, wenn man Sie am ersten April aus der Schule wirft.«
»Das wirst du bereuen«, schrie er.»Am Ende der Stunde meldest du dich beim Direktor!«
»O nein«, sagte ich,»ich melde mich jetzt sofort beim Direktor.«
Ich packte meine Bücher zusammen und verließ das Klas- senzimmer.
Der Direktor war ein liebenswerter älterer Geheimrat, er- graut in einer langen, ehrenvollen Karriere. Er empfing mich sofort und ich erzählte wahrheitsgemäß den ganzen Vorfall, verschwieg nichts und fügte nichts hinzu. Er war ver- stört.
»Ich sehe ein, mein Kind«, sagte er in seiner ruhigen, feinen Art,»daß du sehr aufgebracht über seine häßliche und un- entschuldbare Bemerkung warst. Aber konntest du nicht ein wenig mehr— eh— sagen wir Selbstkontrolle geübt haben? Mußtest du ihm den Satz mit— hm— dem Tritt— ich meine—«
»Das habe ich absichtlich gesagt, Herr Geheimrat.«
»Aber warum, mein Kind?« fragte er erstaunt.
Er registrierte später meine Antwort in seinem Bericht. »Herr Geheimrat, wenn ich nicht jetzt beginne, unmensch- lichen Menschen Tritte auszuteilen, werden sie mich mein ganzes Leben lang ins Herz treten.«
Er sah mich gedankenvoll an und sagte endlich:
»Das wird ein harter Kampf, mein Kind. Er wird unzwei- felhaft deine Entfernung aus der Schule fordern. Ich kann die Sache nicht totschweigen. Aber ich kann etwas für dich tun, wozu ich berechtigt bin. Es wird eine Lehrerkonferenz über diesen Fall einberufen werden. Ich habe das Recht, dich zu rufen und dir zu gestatten, deine Seite des Falles zu schil- dern. Wenn du glaubst, daß dir dies helfen kann, werde ich es gern tun. Dann hängt es von dir und der Reaktion des Lehrerkollegiums ab.«
Oberlehrer Schmidt forderte natürlich meine Verweisung mit der Begründung, daß in dieser, einer der besten Schulen
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