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Die jüdische Frage : vom Mysterium Israels / Friedrich Wilhelm Foerster
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werden drohen.

In welchem Zusammenhang steht nun dieser Ausblick mit all dem, was wir im Vorangehenden über die Trennung des Alten vom Neuen Testamente gesagt haben? Die Antwort ist sehr ein- fach: Das vom Alten Testament losgelöste Neue Testament war nicht imstande, der menschlichen Dämonie den Meister zu zeigen. Oder sind viele Christen nicht immer ohnmächtiger vor jener Dämonie zurückgewichen? Ja, wagen sie es überhaupt noch, in das ganze sinnlose Treiben autoritativ einzugreifen? Haben sie sich nicht vielmehr auf denSonntag zurückgezogen, um von dort aus den gottverlassenen Menschen mit den Segnungen der unsichtbaren Welt zu trösten und die sichtbare Welt ratlos dem Teufel zu überlassen? Man muß doch mit größter Offenheit fragen: Wer wagt noch daran zu glauben, daß der tödliche West-Ost-Konflikt durch bloße diplomatische Konferenzen ge- klärt und gelöst werden könne? Die ganze geistige Not dieser weltpolitischen Ratlosigkeit kann nur durch etwas scheinbar gänzlich Unpolitisches gelöst werden, das aber in Wirklichkeit das reale Fundament der ganzen Völkerpolitik ist nämlich durch die vereinte Weisheit und Lebenskenntnis des Alten und des Neuen Testamentes. Wir brauchen einmal statt der ganzen hilflosen Kurzsichtigkeit in der Menschenbehandlung, wie sie heute ihre politische Ohnmacht zum letzten erschreckenden Aus- druck bringt, die ganze Logik der Liebe, wie sie im Neuen Testa- ment zu uns redet und uns gründlich anweist, uns in die Schwie- rigkeiten und Notwendigkeiten der Gegenseite hineinzudenken, statt uns immer nur um unser eigenes Selbst im Kreise zu dre- hen wir brauchen aber ebenso notwendig die unerschütterliche Gewißheit des Alten Testamentes, das uns lehrt, das moralische Gottesgesetz nicht nur als ein himmlisches Licht zu verehren, sondern es als das allein realpolitische Fundament der ganzen menschlichen Gesellschaft zu betrachten. In derPolitischen Ethik des Verfassers wurde ein Wort Gladstones zitiert:Was moralisch falsch ist, das kann niemals politisch richtig sein. Der moderne Nationalist meint statt dessen:Was moralisch richtig ist, das muß immer politisch falsch sein. Alles, was in den letzten Jahrzehnten weltpolitisch geschehen ist, hat den tödlichen Irrtum solcher Rede und die unbedingte Wahrheit der zitierten Worte Gladstones bewiesen. Wir unterstreichen in diesem Sinne diejenigen Ausführungen dieses Schlußkapitels, in denen betont wurde, daß die Liebesbotschaft des Neuen Testamentes und der

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ganze Größe des Wahnes enthüllt, dessen Opfer wir alle zu

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