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Die jüdische Frage : vom Mysterium Israels / Friedrich Wilhelm Foerster
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einen Kult aus der Kreatur und brachte deren ganze natürliche

Schönheit zutage. Aber der Mensch muß eine neue Kreatur werden, er muß nach seinem Falle von oben her neugeschaffen und umgeschaffen werden erst dann kommt seine ganze gött- liche Begabung und Schönheit zutage. Hier liegt der ganze Unterschied zwischen der antiken Menschlichkeit und der- disch-christlichen Geistigkeit.Alle irdischen Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit, heißt es bei Goethe. Gewiß,aber zuerst geht er durch den Tod hindurch, sagt Kierkegaard. Im neun- zehnten Jahrhundert gab es zu vieleGriechen in Deutschland, die sich mit der alten Kreatur und deren Schönheit zu begnügen gedachten und die die wiedergeborene Kreatur den Theologen überließen. Wer aber beschreibt das Erstaunen all dieser Neu- griechen, als sie eines Tages aus dem rein Menschlichen den allzu- menschlichen, ja den entmenschten Menschen herausgrinsen sahen? Ohne Gott und den Gottmenschen fällt der Mensch schließlich immer mehr den Dämonen zur Beute und dies um so sicherer, je reicher seine Intelligenz, seine Phantasie und all seine geistigen Werke emporgewachsen sind. Es wird nicht mehr lange dauern, bis selbst den blindesten Anbetern gottloser Menschenherrlich- keit dies klar geworden sein wird. Es ist eben das unabwendbare Fatum des sich selbst überlassenen Menschen, ein Fatum, über das uns keine flüchtige Blüte wurzelloser Kultur hinwegtäuschen

darf.

Rom und Jerusalem

Wir haben bereits in unserem Kapitel überDie geistige Größe der jüdischen Geschichte den ersten großen Zusammenstoß von Rom und Jerusalem geschildert, einen Zusammenstoß, dessen Anlaß die unwiderrufliche Entschließung der Cäsaren war, den Widerstand der Juden gegen die göttliche Verehrung der römi- schen Cäsaren im jüdischen Tempel und auf den Straßen Jeru- salems endgültig zu brechen. Da die römischen Cäsaren zeitweise durch anderweitige Aufgaben inmitten des gewaltigen Römischen Reiches in Beschlag genommen waren, so erklärt es sich, daß die erste große Revolte, die wir in dem genannten Kapitel ge- schildert haben, zunächst scheinbar ohne Folgen blieb. Die römi- sche Gegenwirkung gegen den jüdischen Widerstand setzte aber dann um so stärker und zielbewußter ein zunächst durch vor- bereitende Eroberung von Stützpunkten, die in der Nachbar-

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