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Die jüdische Frage : vom Mysterium Israels / Friedrich Wilhelm Foerster
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kes nach der Einsetzung eines Königs nachgeben, aber nicht ohne all das vorauszusagen, was kommen mußte, und so haben die Klagelieder Jeremias nur das Klagelied Samuels fortgesetzt. Diese unbezwingbare Tragik wurde dann im Laufe der jüdischen Geschichte immer klarer, denn die Juden machten nicht etwa nur die nüchterne und realistische Politik der Heiden mit(vgl. hierzu MommsensRömische Geschichte), sondern sie folgten äiner politischen Leidenschaft, der jeder Sinn für Proportionen und Realitäten fehlte, so daß dann endlich die besonnenen Römer, die sich selten zu Racheakten hinreißen ließen, in einzig dastehender Erbitterung Jerusalem so durchgreifend vernichteten und die Juden so in alle Windrichtungen auseinanderjagten, daß diese erst nach zweitausend Jahren immer erneuter Wanderung und Verfolgung es wagten, die Rückkehr in ihre erste Heimat zu unternehmen.

Hoffen wir, daß in der Entwicklung dieser neuen und zu- gleich uralten Heimat nicht die oben geschilderten alten Fehler wiederholt werden und daß nicht ein ewig falsches und ewig irreführendes Vertrauen auf die bloße politische Macht, ohne Korrektur durch höchste geistige Zielsetzungen, altes Unheil zu neuer tragischer Verwirklichung bringt. Es wäre mehr als tragisch, wenn wunderbare Gaben und Leistungen zum unwider- tuflich letzten Male durch eine Politik annulliert würden, die im Widerspruch zu dem allein realpolitischen religiösen Erbgut des jüdischen Volkes steht.