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Die jüdische Frage : vom Mysterium Israels / Friedrich Wilhelm Foerster
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eintrat. Aber wir dürfen nicht vergessen: Christus war unend- lich mehr als nur der Mensch Jesus, und auch Maria darf nicht einfach nur alsJüdin bezeichnet werden. Solches wird dem Wesentlichen nicht gerecht, denn die Jungfrau Maria war nur die irdische Hülle eines Geheimnisses, das unendlich weit über alles Völkische hinausging, was aber die Bedeutung der Tatsache nicht verhindert, daß Gott das jüdische Volk erwählt hat, um Persönlichkeiten irdische Gestalt zu verleihen, die von der Vor- sehung berufen waren, einem übergeschichtlichen und übernatür- lichen Auftrage zu dienen. So war nichts begreiflicher, als daß die jüdische Geschichte in die übernatürliche Welt einmündete und daß den Psalmen des Königs David und der Weisheit Salo- mons sowie den Propheten derjenige folgte, der da verkündigte: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, und der doch gekommen war, die sichtbare Welt eben jener unsichtbaren Welt zu unter- werfen, was nur zu viele Christen aller Jahrhunderte vergaßen, als sie dem Wahn verfielen, man dürfe sich Christ nennen und könne dennoch das Irdische getrost der Unterwelt überlassen. In diesem Sinne ist doch die jüdische Geschichte, auch wenn sie, wie die Geschichte aller Völker, von der ganzen Macht des Unhei- ligen erschreckend Zeugnis ablegt, dennoch eineheilige Ge- schichte, in der sich die ganze Wirklichkeit der überirdischen Welt überzeugender offenbart hat, als es irgendwoanders geschehen ist. Dieser Tatsache mußte doch selbst die christliche Kunst des Mittelalters immer wieder ergreifenden Ausdruck geben oder kann man etwa in eine der alten Kathedralen eintreten, ohne am Portal von den berühmtesten Persönlichkeiten jüdischen Stammesbegrüßt zu werden? Sie alle blicken den Eintreten- den mit erhabenem Ernste an, als die Siegelbewahrer eines Wun- ders, das sie berührt, erweckt und in eine Welt erhoben hat, in der es nicht mehr Juden noch Griechen, noch Römer gibt, son- dern wo nur noch die Botschaft der Ewigkeit zum Menschen redet.Unum est necessarium eines nur ist notwendig. Schon Samuel sagte den Juden:Gehorsam ist besser als Brandopfer. Zu solchem Brandopfer aber gehört auch alles das, was man Kultur nennt und was wohlgefällig in Rauchwölkchen zum Himmel steigt sei es Literatur, Musik, Kunst, Höflichkeit und all das, was zur äußeren Zivilisation gehört und was sicher- lich schon eine erste Überwindung der bloßen Natur bedeutet. All das kann dem wahren Aufstieg des Menschen förderlich sein, vorausgesetzt daß dasunum necessarium darüber wacht, denn sonst entartet die Musik, die Literatur wird zu wertloser

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