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Die Freiheitsstrasse : Dachau 1943 - 1945 / Edmond Michelet. Deutsche Übertragung von Dr. Georg Graf Henckel von Donnersmarck
Entstehung
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einmal einen kennengelernt haben, der sich gerne auf eine Unterhaltung einließ, der nur sehr entfernte Be- ziehungen zu Kant, Schopenhauer oder Nietzsche hatte und für den Dienst am Dritten Reich nur begrenzte Begeisterung aufbrachte. Er hatte den anderen Krieg mitgemacht und hätte auf diesen gerne verzichtet, sagte er uns. Er war mit einem Wort einer von den guten Deutschen, von denen mein Großvater, der 1871 in der Loire-Armee mitgekämpft hatte, mit Überzeugung sagte, daß man sie sorgsam von den Stockpreußen unterscheiden müsse.

Die Unterhaltung ging schon zu Ende, als Chadirat neugierig und zugleich von ihm eingenommen, auf den Gedanken kam, ihn aus Höflichkeit nach seinem Namen zu fragen. Bescheiden die Augen senkend, ant- wortete er ganz harmlos:Kalbfleisch. Chadirat und Dayras übersetzten das sofort auf französisch:Fleisch vom Kalb.

Kaum hatte sich das riesige Schloß hinter Kalbfleisch geschlossen, gingen die Kommentare los. Wir waren so richtig bei Courteline. Der Optimismus herrschte vor, man fühlte sich ganz sicher. Es war doch klar, daß der Krieg sich bereits dem Ende zuneigen mußte, wenn Hitler, um uns Terroristen zu bewachen, gezwungen war, solche Ladenhüter aufzubieten, alte Recken mit Verdauungsbeschwerden, deren kämpferischer Eifer sich symbolisch in dem Namen unseres Sträflingswächters Kalbfleisch darstellte.

Der Nachmittag verging, ohne daß etwas geschah. Um unsere verschiedenen Sorgen zu vergessen, berauschten wir uns mit Worten. Dayras hielt einen Vortrag über die Herkunft der Teppiche von Aubusson, während Chadirat über die wesentlichen Unterschiede zwischen demGroßen Orient und derGroßen Loge von Frankreich sprach. Er betonte für die, die es noch nicht wußten, daß er dieser letzten angehöre und einen ge-

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