Schweinekerle“, sagte er tonlos. Man sah es deutlich genug.
Da erinnerte ich mich, daß Delon, mein Chef bei den Combat-Freikorpseinheiten, der vorigen Monat ver- haftet worden war, mir von ihm erzählt hatte mit dem Hinweis, daß er sich wohl uns anschließen könnte. In Wirklichkeit war es schon einige Monate her, daß Pradaud sich dem Netz„Alliance“ angeschlossen hatte. Er hatte nicht auf uns gewartet, um zu arbei- ten. Aus Sicherheitsgründen waren Nachrichtennetz und Kampfbewegung angewiesen, voneinander kei- nerlei Kenntnis zu nehmen.
Im Laufe der Jahre 1941 und 1942 fanden sich, auf gut Glück dem ersten besten Werbe-Sergeanten folgend, diejenigen zusammen, die man seitdem mit dem allzu oft mißbrauchten, mehr noch karikierten, lächerlich gemachten, beschmutzten oder entstellten Namen „resistants“, Widerstandskämpfer, bezeichnet hat. Diesen armen Namen würden, wenn die Dinge so wei- tergingen, und sich nicht wieder einfingen, bald nur noch diejenigen leise mit zärtlichem Erinnern unter sich flüstern, die dabeigewesen waren.
„Die Schändlichkeit dieser boches tritt klar zutage auch durch die Tatsache, daß sie nicht gewagt haben, uns zu berühren, Sie und mich, die Bürgerlichen“, sagte Cha- dirat zu mir,— er verfolgte stur seinen Gedankengang und hielt die Ohrfeige, die ich vorhin bezogen hatte, für vergleichsweise unbedeutend—„aber wie die wil- den Tiere sind sie über diesen unglücklichen Arbeiter hergefallen.“
„Ich muß gestehen, daß ich mich verteidigt habe“, be- merkte Pradaud.„Als sie mich holen kamen, war ich gerade in der Küche beim Anziehen. Sie haben mir nicht einmal Zeit gelassen, mich fertig zu machen“— er war tatsächlich halb nackt—.„Als ich eine Bewe- gung machte, um den Gashahn unter der Milch abzu-
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